Diese Welt

News rund um den Grand Prix

Mil­de Geld­stra­fe für spa­ni­schen Stö­rer Jim­my Jump

Mil­de Geld­stra­fe für spa­ni­schen Stö­rer Jim­my Jump

Eine der wohl bizarrsten Pannen in der Geschichte des Eurovision Song Contest verursachte gestern Abend ein Flitzer während des spanischen Beitrags 'Algo pequeñito'. Es war kein Zufall, dass es ausgerechnet Daniel Diges traf: bei dem Störer handelt es sich um den bereits einschlägig bekannten Jimmy Jump alias Jaume Marquet, einen Landsmann von Diges, der solche Attacken meistens nutzt, um politische Anliegen vorzutragen, wie die Autonomie des Baskenlandes. Bislang trat aber immer nur bei Sportveranstaltungen in Erscheinung. Mit seinem Auftritt gestern wollte er aber wohl nur seine Bekanntheit vergrößern, was ihm auch gelang. Dem spanischen Beitrag indes schadete er: obwohl Diges am…
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Vor­ent­schei­dungs­for­mat bleibt: auch 2011 Unser Star für…

Vor­ent­schei­dungs­for­mat bleibt: auch 2011 Unser Star für…

Da haben sich Zwei gesucht und gefunden! Wie der NDR heute Morgen mitteilte, soll die Kooperation mit Stefan Raab bei der deutschen Vorentscheidung auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. "Anders als der DFB machen wir schon vor der Meisterschaft klar, wie es weitergeht", so NDR-Indendant Lutz Marmor. Unabhängig vom Ergebnis in Oslo sei die Zusammenarbeit bereits jetzt ein so großer Erfolg, dass sich die Fortsetzung lohne. Ab dem Herbst sollen dann die Vorrunden für "Unser Star für" (Berlin? Baku? Barcelona?) starten, genaue Termine stünden aber noch nicht fest. Erneut will man die ARD-Radiowellen mit einbinden (was sich hoffentlich nicht wieder…
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Die bes­ten Ver­ris­se mei­ner Leser

Die bes­ten Ver­ris­se mei­ner Leser

Vor wenigen Tagen forderte ich meine Leser:innen zu einem kleinen Wettbewerb um den besten Verriss eines aktuellen Eurovisionsbeitrags auf. Und weil ich die besten Leser:innen der Welt habe, kamen auch sehr schöne, gepflegt bösartige Texte herein, über die ich mich beim Lesen königlich amüsiert habe. Und da geteilte Freude bekanntermaßen doppelte Freude ist, möchte ich diese Preziosen der Welt natürlich nicht vorenthalten. Getroffen hat es, sehr zu meiner Befriedigung und völlig zu Recht, die Songs unserer skandinavischen Nachbarn Dänemark und Schweden. Furchtbare Lieder fürwahr - freuen Sie sich mit mir auf zwei von Herzen kommende Abrechnungen mit diesen gesungenen Zumutungen! Wir…
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Euro­vi­si­on 2010: alle drei Shows live im Fernsehen

Euro­vi­si­on 2010: alle drei Shows live im Fernsehen

Gute Nachrichten seitens der ARD: erstmals seit Einführung der zwei Qualifikationsrunden überträgt das öffentlich-rechtliche Fernsehen beide Auswahlsendungen live. Der Wermutstropfen: diesmal wandert das zweite Semi, in dem Deutschland nicht mitstimmen darf, auf einen noch obskureren Spartensender als das letztjährige Phoenix, nämlich auf den von ungefähr zweihundert Menschen deutschlandweit auch tatsächlich empfangbaren Digitalkanal Einsfestival. Na, herzlichen Dank! So bleibt den meisten Fans, wie auch mir, wieder nur der Onlinestream (begleitet von Stoßgebeten, dass der nicht wieder an den interessantesten Stellen abreißt) und die spätnächtliche Wiederholung auf N3. Von einem akzeptablen Umgang mit diesem auch von meinen Fernsehgebühren finanziertem Ereignis ist die…
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USFO: ein “bon­bon­far­ben illu­mi­nier­ter Waldorfkindergarten”?

Die Spiegel-Autoren Markus Brauck und Thomas Tuma stellen in der aktuellen Ausgabe die beiden Castingshows DSDS und USFO gegenüber und konstruieren aus dem sehr unterschiedlichen Personal beider Sendungen die steile Theorie eines gesellschaftlichen "Kampfes der Kulturen" zwischen (der "Illusion) einer polyglott-sorgenfreien Mittelschicht" bei Raab und der "bösen und erbarmungslosen Realität" bei Bohlen. Und auch wenn der Artikel natürlich zugunsten seiner holzschnittartigen These ein wenig überzeichnet, erscheint mir eine der Kernaussagen, dass nämlich Raab eine auf das sich abschottende Bürgertum zugeschnittene Sendung mache ("USFO ist letztlich Raabs Rache an den jugendlichen TV-Legasthenikern, denen er einst erste Popularität verdankte"), in der ein…
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Geld­stra­fen für Spa­ni­en und Aserbaidschan

Geld­stra­fen für Spa­ni­en und Aserbaidschan

Die Regelverstöße Spaniens und Aserbaidschans beim Eurovision Song Contest haben nun doch noch ein Nachspiel, wenn auch ein mildes: wie der NDR heute berichtet, verhängte die Reference Group der EBU bei ihrem Treffen am Wochenende in Oslo Geldstrafen gegen die Sender RTVE in Madrid und Icitimai TV in Baku. Spanien hatte das zweite Halbfinale, in dem es als Big-Four-Land stimmberechtigt war, wegen einer Sportübertragung nicht live gezeigt. Der Sender Aserbaidschans wandte alle Regeln der Kunst an, um Anrufe seiner Bewohner für den Nachbarn Armenien, mit dem sich das Land in einem bewaffneten Konflikt um die Region Bergkarabach befindet, zu unterbinden:…
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Ab 2010: Jurys jetzt auch im Semi

Sind das noch die Spätfolgen von BSE oder schon die ersten Vorzeichen der Schweinegrippe? In einem Spitzenakt der Gehirnerweichung beschloss bereits letzte Woche die Reference Group, das Lenkungsorgan der EBU zum Eurovision Song Contest, den in diesem Jahr erstmals beim Finale eingeführten Jury-Televoting-Mix ab 2010 auch auf die beiden Qualifikationsrunden anzuwenden. Grund sei der "überwältigende Zuspruch", den das neue System bei Journalisten, Musikern und Fans erfahren habe. Ab dieser Saison dürfen die organisierten Korruptionselemente, die sich nach Gutdünken der nationalen TV-Anstalten aus sogenannten "Musikexperten" (wie beispielsweise Tobi Künzel von den Prinzen oder H.P. Baxxter von Scooter) zusammensetzen, also auch in…
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Ab 2010: durch­gän­gig geöff­ne­tes Televoting

Kreatives Krisenmanagement: kaum brechen der EBU infolge der Finanzkrise die mitmach- (und zahlungs-)willigen Teilnehmerländer weg, besinnt sich die Reference Group auf eine verlässlichere Einnahmequelle: die Zuschauer! Die dürfen nämlich ab diesem Jahrgang bereits ab dem ersten Song des Abends anrufen. Damit verlängert sich die Zeitspanne, in welcher die Telefongebühren fließen, von bislang 15 auf zirka 90 Minuten. Clever, oder? Aber auch in Deutschland übt man sich im Strecken: weil man "noch mehr Talente sehen" wolle (lies: die bisherigen wohl nicht so überzeugten), schieben die ARD und Raab ein weiteres Casting am nächsten Wochenende ein. Hör auf Abba und häng Dich…
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Unser Star für Oslo: ARD stellt Vor­ent­schei­dungs­kon­zept vor

"Ein kleiner Schritt für das Fernsehen, aber ein großer für den Eurovision Song Contest", so bezeichnete der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber heute die Zusammenarbeit mit ProSieben bei der kommenden deutschen Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest in Oslo. Und auch Stefan Raab hielt sich mit Pathos nicht zurück auf der gemeinsamen, gleichzeitig auf Phoenix und N24 übertragenen Pressekonferenz: "Eine nationale Aufgabe von historischer Tragweite" sei es, die der von seiner Sender-Unterhaltungschefin als "Retter des Grand Prix" Gepriesene gemeinsam mit dem Ersten und den ARD-Popradiowellen in Angriff nehme. Mit der achtteiligen Castingshow wolle man, so Raab, die Zuschauer wieder "euphorisieren". Nicht ganz…
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Aser­bai­dschan: Ich weiß, was Du letz­ten Mai gewählt hast

Aser­bai­dschan: Ich weiß, was Du letz­ten Mai gewählt hast

Amoklauf der Vorratsdatensammler: eine offizielle, "investigativ" geführte Untersuchung habe die EBU nach eigener Äußerung gegen Aserbaidschan eingeleitet, nachdem durchsickerte, dass in dem Kaukasusstaat nicht nur während der Übertragung des armenischen Beitrags beim ESC 2009 wie zufällig ein Schneesturm über die Bildschirme wanderte, sondern dass die Innenbehörde auch alle 43 Aserbaidschaner polizeilich vernahm, die dennoch die Stirn besaßen, für das offiziell verfeindete Nachbarland anzurufen. Über mögliche Konsequenzen wolle man erst nach Abschluss der Ermittlungen entscheiden. Jedenfalls beweist der nachgerade unglaubliche Fall auf das Schönste, wohin die Datensammelwut der Behörden in letzter Konsequenz führen kann - und das ist gar nicht mehr…
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Vor­ent­scheid 2010: Ste­fan sucht den Super Grand Prix Star

Nun also doch! Nach dem das Tischtuch zwischen Pro-Sieben-Aushängeschild Stefan Raab und der ARD bereits zerschnitten schien und der Komponist solch profunder Beiträge wie 'Wadde hadde dudde da' (DE 2000) öffentlichkeitswirksam die Flinte ins Korn warf, konnte man sich mit zweimonatiger Verspätung nun doch noch auf das ursprünglich ausgedachte Konzept zur Rettung der deutschen Eurovisionsehre einigen. Wie der NDR heute Mittag bekannt gab, will man die deutsche Vorentscheidung 2010 extrem breit aufstellen und sowohl die ARD-Radiowellen als auch Stefans Heimatsender ProSieben mit einbeziehen. Die Suche nach einem etablierten Künstler hat man - wohl nicht zuletzt aufgrund der Blamagen mit den No…
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Vor­ent­schei­dung: Ste­fan Raab gibt der ARD einen Korb

Föderalismus als Fortschrittsbremse: nach tagelangem Hickhack um eine mögliche Zusammenarbeit der ARD mit Pro Sieben beim deutschen Grand-Prix-Vorentscheid 2010 erteilte der Entertainer Stefan Raab jetzt der Anstalt eine Absage. "Die Entscheidungswege in der ARD sind derart kompliziert, dass sie mit unserer Arbeitsweise nicht vereinbar sind," zitiert DWDL vorab aus einem Interview, dass im neuen Spiegel erscheint. Eine schallende Ohrfeige für die reformunfähige ARD, zumal nach Aussage Raabs der NDR auf ihn zugekommen sei und um Hilfe gebeten habe. "Wir haben ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt", so Raab im Spiegel. Diess aber nun zerpflückten die Unterhaltungschefs und Intendanten der regionalen ARD-Anstalten, die…
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Neue Vor­ent­schei­dung 2010: SSDSG­PS reloaded?

Die ARD plant nach verschiedenen Medienberichten für das kommende Jahr offenbar eine mehrteilige, abwechselnd auf Pro Sieben und im Ersten auszustrahlende Castingshow als Vorentscheidungsformat für den deutschen Beitrag. Spekulationen gibt es über eine mögliche (naheliegende) Beteiligung von Stefan Raab, dessen 2004 spontan aus dem Boden gestampfte Show SSDSGPS (Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star) als Sprungbrett für den damaligen deutschen Vertreter Max Mutzke (Platz 8 in Istanbul) diente. Einzelheiten über das schon seit längerer Zeit geplante Format will man am Dienstag in einer Pressekonferenz bekannt geben. Außerdem sollen die Radiowellen der ARD stärker in die Eurovisionsdisziplin eingebunden werden. Der deutsche Beitrag sei…
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Mos­kau: Sla­vic Pri­de gewalt­sam aufgelöst

Mos­kau: Sla­vic Pri­de gewalt­sam aufgelöst

Wie verängstigt müssen Staatschef Vladimir Putin und sein Moskauer Handlanger Juri Luschko sein, allen Ernstes die Anti-Terror-Einheit OMON gegen eine Handvoll schwullesbischer Demonstranten einzusetzen, die weitab des Moskauer Stadtzentrums friedlich ihre Menschenrechte einfordern? Auch das geschickte Ausweichen vom ursprünglich angemeldeten Demo-Ort (an dem mal wieder russische Rechtsradikale gegen die Homos pöbelten) und die Vorverlegung der Schwulen-Demo nutzte nichts: kaum hatten die Homo-Aktivisten ihre Plakate entrollt, griff die Spezialeinheit zu und führte sie ab, vor den laufenden Kameras der anwesenden Medienvertreter. Unter den Verhafteten befanden sich Slavic-Pride-Organisator Nikolai Aleksejew ebenso wie ein amerikanischer Schwulenaktivist, den man mitten im Interview abführte. Damit…
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Neue Ver­schwö­rungs­theo­rie: das Eurovisionsgen

Die Eurovisionsfans in Moskau gehen mal wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: dem Entwerfen von absurden Konspirationstheorien. So stellten findige Fans gestern Nacht noch fest, dass alle zehn Länder, die sich im ersten Semi für den Samstag qualifizierten, sich auch schon im Vorjahr erfolgreich in der Quali schlugen. Einzige Ausnahme: Malta, das 2008 mit 'Vodka' den Sprung ins Finale nicht schaffte (wohl zu früh dran gewesen!) und dieses Jahr den Slot von Georgien ('Piss will come') übernahm, das aufgrund der bekannten Arschkriecherei der EBU gegenüber Vladimir Putin diesmal zu Hause bleiben musste. Zufall? Betrug? Oder verfügen bestimmte Nationen einfach über ein Eurovisionsgen,…
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Schwu­le Soli­da­ri­tät: Nie­der­lan­de dro­hen mit Final-Boykott

Schwu­le Soli­da­ri­tät: Nie­der­lan­de dro­hen mit Final-Boykott

Endlich! Ein leuchtendes Zeichen für gelebte Homosolidarität setzt der offen schwule Sänger Gordon des niederländischen Golden-Girls-Trios De Toppers. In einem Interview mit NOS Radio kündigte er an, das Finale am Samstag boykottieren zu wollen, falls es bei der am gleichen Abend stattfindenden (und, wie immer, vom homophoben Moskauer Bürgermeister Juri Luschko verbotenen) Schwulendemo Slavic Pride zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Homos kommen sollte, wie die britischen Pink News heute berichten. Nun müssen die Niederländer erst mal ins Finale kommen, um wirkungsvoll mit Abreise drohen zu können (und die Chancen stehen mit ihrem futtigen Nostalgieschlager 'Shine' nicht besonders gut) - dennoch handelt…
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ARD-Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den­lim­bo: ers­tes Semi bei Phoenix

ARD-Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den­lim­bo: ers­tes Semi bei Phoenix

Schön, wenn man über so viele verschiedene, kaum beachtete Spartensender verfügt wie die gebührenfinanzierte ARD. Dann kann man nämlich die drei Runden des offensichtlich ungeliebten Unterhaltungskindes Eurovision Song Contest in dergestalt absurder Weise über so viele Kanäle verteilen, dass sie am Ende garantiert keiner mehr findet. Und sich im selben Atemzug über die "katastrophalen Einschaltquoten" wundern. Das erste Semifinale am Dienstag, in dem Deutschland mitstimmen darf, schiebt der NDR in diesem Jahr auf den (immerhin bundesweit im Kabel empfangbaren) Nachrichten- und Dokumentationskanal Phoenix ab. Nie gehört? Suchen Sie auf Ihrer Fernbedienung mal die hinteren Sendeplätze durch, so ab 20 aufwärts.…
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Wett­quo­ten: Alex­an­der Rybak ist der ein­deu­ti­ge Favorit

Direkt schon ein bisschen langweilig: selten in der Geschichte des Eurovision Song Contest gab es im Vorfeld einen eindeutigeren Favoriten als dieses Jahr. Fans und Buchmacher sind sich absolut einig: der Gewinner des Grand Prix 2009 heißt Alexander Rybak aus Norwegen! Die Wettquoten auf seinen Sieg in Moskau liegen so niedrig wie seit 1976 nicht mehr, als Brotherhood of Men mit dem umsatzstärksten Eurovisionshit aller Zeiten ('Save your Kisses for me') erwartungsgemäß gewannen. Dabei muss 'Fairytale' erst mal durch die Qualifikationsrunde, und auch der Startplatz im Finale steht noch nicht fest. Unbeirrt davon sagen ihm alle Beobachter des Geschehens den…
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Das Play­back­di­lem­ma

Seit jeher wird beim Eurovision Song Contest live gesungen, was den Wettbewerb so einzigartig macht - allerdings die Teilnehmer in den Zeiten der Höchstleistungschoreografien auch vor immer schwierigere Herausforderungen stellt, verstärkt durch die seit 1971 bestehende, längst nicht mehr zeitgemäße Beschränkung auf maximal sechs Personen auf der Bühne. Konsequenz: in den nationalen Vorentscheidungen hält sich kaum noch jemand an diese Vorgaben, Teil- oder Vollplaybackauftritte sind massiv auf dem Vormarsch. Das dürfte in Moskau noch für einige unangenehme Überraschungen sorgen: unvergessen der gescheiterte, peinliche Versuch von DJ Bobo vor zwei Jahren in Helsinki, durch das Aufstellen von Schaufensterpuppen auf der Bühne…
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Es tut unheim­lich weh: das ist die deut­sche Jury

Als Erster outete sich Scooter-Frontmann H.P. Baxxter (DVE 2004) am Freitag im Rahmen der Echo-Verleihung. Am Montag gab der NDR die Namen der vier restlichen Jurymitglieder bekannt, deren persönlicher Geschmack im Mai genau so stark zählen wird wie der von Millionen TV-Zuschauern, die ihr Geld für Telefonanrufe opfern. Neben der Gallionsfigur des deutschen Kirmestechno und Held aller Golf-GTI-Fahrer sind dies die als Soapsternchen wie Musikmeuchlerin gleichermaßen unbegabte Jeanette Biedermann (DVE 1999); der Meister und Retter des Grand Prix, Guildo Horn; das Phonoakademie-Mitglied Sylvia Kollek und, gewissermaßen als adeliges Oberhaupt dieser Schreckensgalerie, der Prinzen-Sängerknabe Tobias Künzel. Die öffentliche Bekanntmachung der Jury-Zusammensetzung…
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Peter Fox gewinnt BuVi­So­Co 2009

Der Seeed-Leadsänger und Mann der Stunde, Peter Fox, gewann vor wenigen Minuten Stefan Raabs nationales Grand-Prix-Ripoff, den Bundesvision Song Contest. Mit einem Erdrutschsieg setzte er sich gegen 15 Mitkonkurrenten, darunter Polarkreis 18 und Glashaus-Sängerin Cassandra Steen, durch. Sein siegreicher, rundweg toller Titel 'Schwarz zu blau' erzählt vom Berlin der frühen Morgenstunden, auf dem Weg vom Club nach Hause, von einer dreckigen, gewalttätigen, grauen, aber dennoch liebenswerten Stadt. Tja, lieber NDR: SO sähe ein angemessener Act für Moskau, ein wirklich großer Name, aus! Es bleibt nach wie vor unverständlich: wenn ihr schon keine Popmusikkompetenz besitzt, dann arbeitet doch mit dem Raab…
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Tickets für Mos­kau ab Mit­te Februar

Was der amerikanische Frühstücksflockenhersteller wohl dazu sagt? Heute stellte das russische Fernsehen das offizielle heimische Logo für den Eurovision Song Contest 2009 vor: ein von dem Kellogg's-Wahrzeichen, wollen wir mal sagen: deutlich inspirierter, wenngleich sehr viel farbenprächtigerer Hahn (wohl zuviel Special K eingeworfen?) mit einem sehr beeindruckenden Schwanz. Lustig! Tickets sollen ab Mitte Februar in den Verkauf gehen - heuer nicht, wie in den letzten Jahren, im Paket, sondern einzeln. Dafür erneut zu gesalzenen Preisen: das teuerste VIP-Ticket für das Finale soll stolze 650 € kosten. Selbst die in Istanbul noch kostenlosen Tickets für die Generalproben (zu denen nur eine…
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Russ­land: gay ist nicht okay

So langsam nehmen die homophoben Ausfälle des Moskauer Bürgermeisters Jurij Luschko unerträgliche Ausmaße an. Die offizielle Stafettenübergabe aus Belgrad vor einigen Tagen nahm der auffällig eifrige Homo-Gegner zum Anlass, die anreisenden Fans noch mal eindringlich zu warnen: die Zurschaustellung von Homosexualität werde auf "den Straßen, Plätzen, bei Märschen und Demonstrationen" (gemeint ist der geplante und von ihm bereits verbotene CSD, der am Finaltag des Grand Prix stattfinden soll) in Moskau nicht geduldet. Zwar sei Homosexualität in Russland seit 1993 straffrei, wie er einräumen musste, jedoch bis heute in der Gesellschaft nicht akzeptiert. Doch auch Westeuropa ist vor unterschwelliger Homophobie nicht…
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Ukrai­ne schmeisst rus­si­sche TV-Sen­der aus dem Kabelnetz

Die Spannungen zwischen der Ukraine und dem großen Bruder Russland treiben immer neue Blüten. Nun erließ das ukrainische Parlament ein Gesetz, mit dem alle TV-Sender aus dem Reiche Putins aus dem Kabelnetz des Landes verbannt werden sollen. Offizielle Begründung: Einnahmeverluste in den Werbepausen beim Eurovision Song Contest! Denn die prorussischen Einwohner in den östlichen Gebieten der Ukraine schauen sich die Live-Übertragung auf RTR Planeta, einem russischen Kabelsender, an und drücken so die Einschaltquote. Damit gingen dem ukrainischen Staatssender Werbeeinnahmen verloren. Ein Zusammenhang der Aktion mit den anstehenden Neuwahlen wird indes bestritten. Da gibt es nur eins zu sagen! (mehr …)
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Weh­lei­dig: Öster­reich auch 2009 nicht beim Grand Prix

Weh­lei­dig: Öster­reich auch 2009 nicht beim Grand Prix

Zwar sagt man nicht zu Unrecht den Deutschen gerne einen Hang zum Jammern auf hohem Niveau nach. Doch in Punkto wehleidiges Waschlappentum kommt wohl niemand an den Österreicher:innen vorbei. Vor wenigen Minuten bestätigte ORF-Senderchef Edgar Böhm einen Bericht der Kleinen Zeitung, wonach das Alpenländle auch 2009 in der Schmollecke sitzen bleibt. Ein Ausstieg für immer soll es nicht sein, der Sender überträgt das samstägliche Finale (allerdings nicht die Vorrunden, deren Reglement Böhm nach wie vor zu erzürnen scheint). Man wolle aber erst wieder mitmachen, wenn beim Wettbewerb wieder "das Musikalische im Vordergrund stehe". Besonders amüsant liest sich die Verteidigungsrede Böhms: "Ich…
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