ESC Semifinale

Ein­ge­führt erst­mals 2004, die­nen die Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den zum Aus­sor­tie­ren der bes­se­ren, ori­gi­nel­le­ren, schrä­ge­ren Bei­trä­ge und sor­gen für ein Fina­le des stump­fen Mittelmaßes.

Maze­do­ni­en 2015: Mein Freund der Baum ist tot

Angedroht war es seit seinem Sieg beim mazedonischen Vorentscheid irgendwann damals in der Kreidezeit, vor wenigen Tagen bestätigte Daniel Kajmakoski es nochmals per Pressemitteilung, und seit heute liegt der audiovisuelle Beweis vor: 'Lisja Esenski', der Beitrag des Balkanlandes, geht in Wien (wo der Sänger lebt) als 'Autumn Leaves' an den Start. Und wie schon befürchtet, ist dadurch alles nur noch schlimmer geworden. Erwies sich der Song in der Landessprache schon nicht als unbedingter Knüller, so verfügte er doch zumindest über einen gewissen Charme, so dass man sich den Titel mit etwas gutem Willen durchaus schönhören konnte. Nun änderte Daniel nicht nur die Sprache,…
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Remix-Schlacht: die Krie­ge­rin­nen rüs­ten auf

Noch fehlen eine ganze Reihe von Songs für den diesjährigen Eurovision Song Contest in Wien, da reichen die ersten Länder schon ihre Remixe ein. Am interessantesten hierbei natürlich der Krieg der Kriegerinnen: legte Maltas 'Warrior' Amber Bodin mit einer orchestral bombastisch aufgemotzten Überarbeitung ihres leider nach wie vor völlig melodiefreien Kriegsgesangs vor, so konnte das ihre Kontrahentin Nina Sublatti aus Georgien natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Sie präsentierte nur kurze Zeit später einen ebenfalls deutlich hörbar aufgepumpten Remix und verwies ihre Gegenspielerin damit erneut deutlich in die Schranken. Kann man noch prätentiöser singen als Amber (MT)? (mehr …)
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Split­vo­ting: das kai­ser­li­che Kuchengate

Noch gestern Nacht veröffentlichte die EBU die detaillierten Einzelergebnisse aus den Wertungen der Jurys und des Televotings. Und erneut zeigte sich, dass das kollektive Bevormundungsorgan generell alles massiv herabwertete, was ein bisschen Spaß und Tempo in die Sendung brachte. Als besonders ärgerlich erweist sich die Macht der Juroren natürlich in den Semis: dort hatten sie erneut einige Titel auf dem Gewissen, die es ohne sie ins gestrige Finale geschafft hätten. So beispielsweise die lettischen Kuchenbäcker Aarzemnieki rund um den sympathischen Bochumer Jöran Steinhauer: sein charmant-philosophisches Lagerfeuerliedchen 'Cake to bake' landete im Zuschauerranking auf dem zehnten Platz und wäre damit ebenso im…
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Zwei­tes ESC-Semi 2014: Euro­pa liebt die Wurst!

Zwei­tes ESC-Semi 2014: Euro­pa liebt die Wurst!

Ganz ehrlich: euphorisierenderes Fernsehen als die gerade eben zu Ende gegangenen zwei Stunden Eurovision habe ich selten erlebt. Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Dank an die Grand-Prix-Fans in den B&W-Hallerne in Kopenhagen in Worte fassen soll: so viel kollektive Liebe ist wohl noch nie über einer Grand-Prix-Teilnehmerin ausgeschüttet worden wie heute über Conchita Wurst. Dass der Saal der bärtigen Frau zujubeln würde, stand zu erwarten - dass die Stimmung dermaßen brodelte, dass man am TV-Schirm dachte, jeden Moment trägt es das Hallendach weg, machte mich sehr, sehr glücklich. Ebenso wie die Art und Weise, wie das dänische Fernsehen,…
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Pol­la­pönk und das ver­lo­re­ne Mikrofon

Zu den Überraschungsqualifikanten aus dem ersten Semi 2014 zählen die isländischen Teletubbies von Pollapönk mit ihrer Anti-Diskriminierungs-Hymne 'No Prejudice'. Dabei hatten die bunten Vier während ihres Auftrittes mit einem kleinen Missgeschick zu kämpfen: Po-llapönk, der rot Gekleidete, stieß bei seinem kurzen Sprint von seinem Stammplatz zum vordersten Punkt der Bühne versehentlich mit seiner Gitarre den Mikrofonständer um und musste dann innerhalb weniger Sekunden auf dem dunklen Bühnenboden sein Mikro wiederfinden. Es gelang im letzten Augenblick, so dass er gerade noch rechtzeitig in den finalen Refrain mit einstimmen konnte. Aber auch nach dem Auftritt kam es noch zu einem kleinen Unfall,…
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Buh-Rufe gegen Russ­land: poli­tisch oder politisch?

Sie waren nicht zu überhören gestern Abend: laute Buhrufe aus dem Publikum in der Kopenhagener B&W-Halle, als die Moderatoren den Einzug der Tolmachevy-Zwillinge ins Finale des Eurovision Song Contest 2014 bekannt gaben. "Die Ukraine-Krise bestimmte den Abend", schlussfolgerte Spiegel Online heute früh. Und auch die Süddeutsche veröffentlichte eine dpa-Meldung mit dem Satz: "Der russische Beitrag wurde wegen der Ukraine-Krise gnadenlos ausgebuht". Nun steht es außer Frage, dass Mütterchen Russland aufgrund der Annektierung der Krim derzeit auch aus ESC-Fan-Kreisen keine allzu großen Sympathien entgegen schlagen. Wer allerdings Hardcore-Grand-Prix-Fans kennt, und diese bevölkern größtenteils die Hallen, in denen der Wettbewerb ausgetragen wird, weiß,…
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Nach dem Semi: Schwe­den ist neu­er Favo­rit 2014

Geht es 2015 wiederum nur 14 Kilometer über die Öresundbrücke zurück nach Malmö? Nach dem gestrigen ersten Semifinale überholt Sanna Nielsen (SE) den bislang führenden Aram MP3 bei den Wettquoten auf einen Sieg im Finale. Nun zeigte sich der Armenier im Balladenteil seines Beitrags 'Not alone' gestern Abend tatsächlich stellenweise leicht wacklig (fing sich spätestens im Dubsteppart aber wieder) und wirkte auch ein wenig fahl um die Nase, während Frau Nielsen diesmal mit keinen widerspenstigen Scheinwerfern mehr zu kämpfen hatte wie noch im Juryfinale und einen Auftritt wie aus dem Lehrbuch für die vorschriftsmäßige Inszenierung einer ebenso vorschriftsmäßigen Eurovisionsballade hinlegte. Und…
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Ers­tes ESC-Semi 2014: Drei Mal dabei, bit­te weiterwählen!

Ers­tes ESC-Semi 2014: Drei Mal dabei, bit­te weiterwählen!

Sie sind doch einfach jedes Mal für Überraschungen gut, diese Qualifikationsrunden und insbesondere die Antworten, die Europas Zuschauer und Juroren auf die Frage geben, welche der gezeigten Performances sie am Samstag im Finale wiedersehen wollen. So gut wie niemand hatte wohl ernsthaft Valentina Monetta auf seinem Tippzettel, und nachdem der unter langjährigen Leidensgenossen nur noch "der Unvermeidliche" genannte Ralph Siegel diesmal auch noch prominent am Flügel saß, als sei er die Reinkarnation von Andrew Lloyd-Webber (UK 2009), sah ich offen gestanden endgültig schwarz für die sanmarinesische Lys Assia (CH 1956-1958). Ob die Verleihung der Finalkarte nun den Lohn für die Persistenz der…
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Das San­naga­te: Beleuch­tungs­dra­ma im Juryfinale

Oh mein Gott, das Drama! Wie Eurovision Ireland berichtet, habe die schwedische Delegation ein Gesuch bei der EBU eingereicht, Sanna Nielsens Auftritt im gestrigen Juryfinale aus der Wertung zu nehmen und stattdessen ihre Performance in der heute Nachmittag stattfindenden dritten und abschließenden Generalprobe zur Grundlage ihrer Abstimmung im ersten Semi zu machen. Der Grund: im gestrigen zweiten Durchgang, der traditionell für die zu 50% zählende Beurteilung durch die Juroren herangezogen wird, litt die Sängerin unter einer fatalen Fehlfunktion einer der Bühnenscheinwerfer. Der scherte zunächst aus der für ihre Darbietung so charakteristischen Lichtkegelchoreografie aus und drehte sich dann so, dass er Sanna…
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Zwei­te Pro­ben 2. Semi 2014

So, und auch die zweite Proberunde des stärkeren donnerstäglichen Semis sei hiermit nachgereicht. Hier ballen sich die besseren Titel und Performances, und obschon nur 15 Qualifikanten auf zehn Slots für das Finale kommen, könnte es ein Hauen und Stechen geben. Prominenteste Teilnehmerin ist natürlich die Österreicherin Conchita Wurst, die mit einer rundweg genialen Inszenierung überzeugt. Für wen ihr Konzept zu queer ist, der fühlt sich sicherlich vom polnischen Auftritt angesprochen, der es schafft, das mittlerweile über 40 Millionen Mal (!) angesehene Youtube-Video adäquat auf die Bühne zu bringen. Beide Darbietungen eint, dass sie bisherige Grenzen übertreten, was die Inszenierung von Sexualität…
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Zwei­te Pro­ben 1. Semi 2014

Nachzureichen sind noch die zweiten Probendurchgänge der Semifinalisten. Hier stellte die EBU erstmals nicht nur kurze Ausschnitte ins Netz, sondern die kompletten drei Minuten. Wobei auch diese Clips nur eine eingeschränkte Aussagefähigkeit besitzen, handelt es sich doch Livemitschnitte aus der Halle. Das, was später auf den Bildschirmen Europas erscheinen wird, kann völlig anders aussehen! Und das sollte es auch, denn ausgehend von den präsentierten Mitschnitten ergibt sich das Problem, dass mir Qualifikanten fehlen - so schlecht ist die Qualität dieses Semis, dass einige Songs durchschlüpfen müssen, die es eigentlich nicht verdient haben. Oder habe ich mich einfach nur schon müde…
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Con­chi­ta Wurst hat einen neu­en Fan

Während die Medien noch immer die unsäglichen Äußerungen des armenischen Konkurrenten Aram MP3 breittreten, der Ende März einen armseligen homophoben Scherz darüber machte, dass er sich in Kopenhagen die Bühne mit einer bärtigen Frau teilen muss, ereilt die österreichische Vertreterin Conchita Wurst eine überraschende Hommage aus dem ebenfalls nicht gerade als Hort des gesellschaftlichen Fortschritts bekannten Nachbarland Aserbaidschan. Deren letztjährigem Repräsentanten und Zweitplatzierten Fərid Məmmədov ('Hold me') nämlich gefiel Conchitas Song 'Rise like a Phoenix' so gut, dass er die Nummer im heimischen Wohnzimmer nachsang und Ausschnitte davon ins Netz stellte. Da sehe ich doch vor meinem geistigen Auge bereits einen Überraschungsauftritt mit…
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Ers­te Pro­ben 2. Semi 2014

Auch in Kopenhagen wird am heutigen Internationalen Tag der Arbeit natürlich nicht gearbeitet, und so ruhen auch die Proben. Nachzureichen habe ich jedoch noch die Beobachtungen und Spekulationen über die ersten Kameraproben der 15 Teilnehmer des zweiten Semis vom kommenden Donnerstag, die vorgestern und gestern über die Bühne der B&W Hallerne gingen. Zu den Aufsteigern aus dem Kreis der möglichen Qualifikanten zählt die überzeugend performende Israelin Mei Feingold, was mir den perfekten Aufhänger für eine eingeschobene Schleichwerbung liefert. Nämlich für die quietschbunte Filmkomödie Cupcakes des israelischen Regisseurs Eytan Fox (Yossi & Jagger), in der ein Freundeskreis um den schwulen Kindergärtner…
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Sie­gel: “ ‘Let’s get hap­py’ war für Anke Engelke”

Alleine bei der Vorstellung fällt mir fast die Kaffeetasse aus der Hand: in einem Interview mit dem aus Deutschland stammenden mehrfachen Schweizer Vor-Vorentscheids-Teilnehmer Mave O'Rick (bekannt durch den Flummitechnoremix von Anne-Marie Davids 'Tu te reconnaîtras') für die Onlineausgabe des Schwulenmagazins Männer behauptete der deutsche Grand-Prix-Grandseigneur gestern, er habe 'Let's get happy' (DE 2003) ursprünglich nicht für Lou Hoffner, sondern für Anke Engelke komponiert. "Und fast hätte sie den Song gesungen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dann ein besserer Platz dabei heraus gesprungen wäre," so Siegel. Das lässt nun Raum für Spekulationen: scheiterte es wie weiland 1997 am schnöden Mammon, als der…
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Ers­te Pro­ben 1. Semi 2014

Gestern und heute Vormittag probten die sechzehn Teilnehmer des ersten Semis vom kommenden Dienstag das erste Mal in den rustikalen B&W-Hallerne auf der vom dänischen Fernsehen stilistisch als hübscher Mix aus dem deutschem Toaster-Innenleben von 1983 und einem Zauberwürfel designten Eurovisionsbühne. Es handelt sich dabei vor allem um die ersten Stellproben für Kamera und Licht, noch weit von der fertigen Show entfernt, ohne Notwendigkeit, sich bereits jetzt stimmlich und / oder tänzerisch zu verausgaben und meist auch noch ohne die für den Auftritt vorgesehenen Bühnenkostüme. Zudem ließ die EBU in diesem Jahr erstmalig keine der bereits am Wochenende zahlreich angereisten…
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Vor­her­sa­ge zwei­tes Semi 2014

Und auch das zweite Semi will natürlich in der Vorschau bewertet und vorhergesagt sein - auch hier wiederum aufgrund der offiziellen Vorschau-Videos, daher nur bis Dienstag Nachmittag gültig, wo in Kopenhagen die Proben für die Teilnehmer dieser Runde beginnen. Noch nie war es rechnerisch so leicht, sich zu qualifizieren - nur 15 Kombattanten kämpfen um zehn Finalslots. Gleichzeitig versammeln sich hier im Gegensatz zum ersten Semi die stärkeren Songs. Ein Wort übrigens hier noch zum (direkt im Finale startenden) deutschen Beitrag, für den seit heute (!) ein offizielles Video vorliegt (das nennt man ja mal Timing - und dann auch…
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Vor­her­sa­ge ers­tes Semi 2014

Es wird langsam Ernst: morgen Vormittag um zehn Uhr beginnen die ersten (noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglichen) Proben in Kopenhagen. Höchste Zeit also, den eurovisionären Dornröschenschlaf in diesem Blog zu beenden! In diesem Zusammenhang übrigens einen herzlichen Dank an Bernd Ochs vom Eurovision Club Germany, der vergangenen Freitag bereits zum dritten Mal das Public Viewing sämtlicher Wettbewerbsbeiträge in der Frankfurter Zentralbibliothek organisierte - selbstverständlich mit anschließender Abstimmung, bei der übrigens überraschend Mei Feingold (IL) knapp vor Conchita Wurst (AT) gewann (beide zweites Semi, bestplatzierter Song der ersten Qualifikationsrunde wurde zu meiner großen Freude das lettische 'Cake to Bake' auf Rang 3)! Kann es…
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ESC 2014: Semi-Start­rei­hen­fol­ge steht fest

Sehr zügig: bereits wenige Tage nach Ende der Einreichungsfrist für die 37 Länderbeiträge gab die EBU heute die Startreihenfolge in den beiden Qualifikationsrunden am 6. und 8. Mai bekannt. Wie bereits 2012 wurden die Songs vom ausführenden Sender von Hand platziert, um "alle Beiträge glänzen zu lassen", wie es in EBU-Prosa heißt. Fast alle: Aarzemniekis 'Cake to bake', einer meiner Lieblingslieder, leider jedoch in fast allen Fan-Umfragen regelmäßig weit hinten landend, dürfte zwischen den beiden hochprofessionellen Nummern aus Armenien und Estland noch kirchentagsmäßiger wirken als so schon und seinen handgemachten Charme kaum entfalten können. Es erstaunt außerdem, dass die neun…
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ESC 2014: Schwe­den und Nor­we­gen in unter­schied­li­chen Semis

Wie die EBU heute mitteilte, wurden auf Wunsch des ausrichtenden dänischen Senders DR die beiden nordischen Nachbarn Schweden und Norwegen in unterschiedliche Semis aufgeteilt. Bei einer Auslosung im EBU-Hauptsitz in Genf loste man letzte Woche das Land von Abba (1974) in die erste Qualifikationsrunde am 6. Mai 2014 zu. Jan-Teigen-Land (1978) startet dementsprechend im zweiten Semi am 8. Mai. Damit soll eine gleichmäßige Auslastung der Halle erreicht werden: das dänische Fernsehen erwartet in Kopenhagen besonders starke Besucherströme aus den beiden skandinavischen Nachbarnationen. Diese Form der Vorauslosung kam bereits 2013 in Malmö zur Anwendung, wo man Dänemark und Norwegen aus dem gleichen…
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Deut­sche Jury begeis­tert vom schwe­di­schen Jodler

Mitleid mit dem Gastgeberland oder mit den Genen aufgesogene Begeisterung für alpine Jodlerklänge? Wie sich dem vom NDR heute veröffentlichten Abstimmungsergebnis der deutschen Jury beim Eurovision Song Contest 2013 entnehmen lässt, gaben Lena Meyer-Landrut (DE 2010 und 2011), Tim Bendzko, Carolin Niemczyk (Glasperlenspiel), Alina Süggeler (Frida Gold) und Volksmusikikone Florian Silbereisen ihre Douze Points an Robin Stjernberg ('You' - uuuh - ooooh - ooooh - uuuh). Eurovisionssiegerin Emmelie de Forest landete hingegen lediglich auf dem fünften Rang. Da sie insgesamt zehn Punkte aus Hamburg bekam, dürfte sie also von den Zuschauern deutlich mehr Stimmen kassiert haben. Interessant auch: Russland, das zwei Punkte…
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Drei Län­der ohne Tele­vo­ting beim ESC 2013

So gut wie nichts über die tatsächliche Unterschiede zwischen Jury- und Televoting sagen uns die gestern Nacht von der EBU veröffentlichten Splitvotingergebnisse. Denn, anders als in vorangegangenen Jahren mit Jurybeteiligung, gab die EBU nicht die in harte Länderpunkte umgerechneten Zahlen an, sondern lediglich den gesamteuropäischen Wertungsdurchschnitt (mehr dazu später). Wie der Mathefreak Ervin Juhász von escxtra anhand eines Abgleichs der angegebenen Durchschnittswertungen und der Anzahl der abstimmenden Länder ausgerechnet haben will, verraten uns die Zahlen allerdings, dass in insgesamt drei Ländern - eines im ersten und zwei im zweiten Semi -  lediglich die Juryergebnisse in die Endwertung miteinflossen und das Televoting…
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Das  Žižić-Gate: <span class="caps">EBU</span> ver­öf­fent­licht Splitvoting

Das Žižić-Gate: EBU ver­öf­fent­licht Splitvoting

Zehn Tage nach dem Finale von Malmö veröffentlichte die EBU heute die Splitvotingresultate. Oder, wenn man es genau nimmt, eher nicht: entgegen bisheriger Gepflogenheiten behielt man in Genf die nach Jurys und Televotern getrennten Punkteergebnisse für sich und gab stattdessen nur die jeweiligen Durchschnittsrankings bekannt. Die sind aber nur eingeschränkt aussagekräftig: man kann aus ihnen natürlich eine Hitliste bilden, wie ich es mangels besserer Daten in meinen Tabellen auch getan habe. Allerdings könnte das getrennte Punkteergebnis auf dem Scoreboard hypothetisch ganz anders ausgesehen haben. Die EBU erläutert es selbst am Beispiel Irlands: der im Finale letztplatzierte Ryan Dolan liegt mit…
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Moje 3 gewin­nen Bar­ba­ra Dex Award – und tren­nen sich

Im ersten Semifinale war für sie leider schon Schluss: für die drei Sängerinnen Mirna Radulović, Nevena Božović und Sara Jovanović, die unter dem Namen Moje 3 Serbien beim Eurovision Song Contest 2013 vertraten. Für einen Sieg reichte es nun immerhin doch noch: mit ihren furchtbaren, kreischend bunten Fummeln, in denen sie wie drei tanzende Cupcakes aussahen, gewannen sie völlig zu Recht den Barbara-Dex-Award 2013, den Preis für die am schlechtesten angezogenen Grand-Prix-Teilnehmerinnen. Diese fragwürdige Ehre steht zwar in einem engen zeitlichen, nicht aber inhaltlichen Zusammenhang mit ihrer ebenfalls heute bekannt gegebenen Auflösung: bereits vor der serbischen Finale hatten die Drei angekündigt,…
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Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

"Wie der Philosoph schon sagt: es steckt eine Frau im Rock eines jeden großen Mannes": schöner hätte Gastgeberin Petra Mede (ich bleibe dabei: ein Glücksgriff für den Grand Prix) den letzten Auftritt des heutigen Abends, Rumäniens Transsylvestie-Star Cezar, nicht abmoderien können. Ein wunderschön runder Eurovisionsabend liegt hinter uns, mit einem wunderschön runden Ergebnis: 90% verdiente Finalisten, das findet sich selten in einer Qualifikationsrunde. Ärgern dürften sich nur die Verschwörungstheoretiker: mit Mazedonien und Albanien schieden heute auch noch die letzten Balkanstaaten aus, der Balkanblock ist damit Geschichte und hat als Ausrede für schlechte Westergebnisse ausgedient. https://www.youtube.com/watch?v=JEiWOQAyJdo Einen hübsch glitternden, energiegeladenen Auftakt…
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Ding dong, the Witch’s not dead: Ergeb­nis zwei­tes Semi

Im Gegensatz zur ersten Qualifikationsrunde am Dienstag ging das zweite Semi soeben eher überraschungsarm zu Ende. Persönlich erstaunt mich lediglich das Weiterkommen des armenischen Beitrags 'Lonely Planet', für meine Ohren das musikalische Äquivalent zu einem weißen Blatt Papier: da ist schlichtweg nichts, was mich in irgendeiner Form auch nur für eine Millisekunde anzusprechen vermag. Und erfreulich zu sehen, dass dem Grand-Prix-Dauergaststar Lys Assia immer noch ein neues Anekdötchen aus 1956 einfällt. Möge sie uns noch lange erhalten bleiben! Schade ist es, da stimme ich mit dem deutschen Kommentator Peter Urban überein, um die israelische Boobzilla und den ersten halbwegs unpeinlichen Siegel-Beitrag…
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