ESC Finale

Der hei­li­ge Gral: das sams­täg­li­che Wett­sin­gen um die Grand-Prix-Kro­ne. Für die­sen einen Tag im Jahr leben die Fans.

ESC 2015: Mönz­chen moderiert

Wie Eurovision Austria heute Morgen unter Bezugnahme auf schwedische Presseberichte mitteilt, wird der offizielle Eurovisionssieger von Wien, Måns Zelmerlöw, den 61. Song Contest in Stockholm moderieren. Der Sänger bekundete sein Interesse an diesem Job bereits vor Wochen, nun soll es sich bewahrheiten. Erfahrungen in der Moderationstätigkeit sammelte das Mönzchen bereits beim Melodifestivalen. Ob er noch eine Kollegin zur Seite gestellt bekommt, sei noch offen - wenn, dann aber wohl eher für die Green-Room-Moderation oder andere ergänzende Aufgaben. Die so überflüssige wie zähe Dreifachmoderation, wie sie der ORF zuletzt praktizierte, wolle sich das schwedische Fernsehen wohl ersparen. Eurovision Austria zufolge habe…
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ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

Okay, ich geb's zu: sie kommt ein bisschen spät, diese Besprechung. Direkt nach dem Finale im Mai ging das Buch vor und danach brauchte ich erst mal ein bisschen Abstand. Mit eben diesem Abstand habe ich mir nun, mehr als zwei Monate nach dem eigentlichen Event, die TV-Aufzeichnung des von mir live besuchten Jubiläums-Contests angeschaut. Und prompt stellte es sich wieder ein: dieses schon ihn Wien sehr subtil vorhandene Gefühl, dass es des Guten einfach irgendwie zu viel war. Zu viel von allem: zu viel Sendung (geschlagene vier Stunden ging die Show diesmal), zu viele Lieder (27, so viele wie noch nie zuvor…
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ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

Schon der Einspieler hätte es erahnen lassen können, in dem die Dänen die Eurovisionstrophäe, das gläserne Mikrofon, vom 14 Kilometer entfernten Malmö nach Kopenhagen holten - mit abenteuerlichen Stunts in bester James-Bond-Manier und unterlegt von den jazzigen Klängen des 1963er Siegertitels 'Dansevise' vom dänischen Filmmusikkomponisten Jørgen Ingman. Dennoch: dass am Ende dieses grandiosen Abends eine österreichische Diva mit Bart und einer shirleybasseyesken Bond-Ballade selbige Trophäe mit einem triumphalen "We are unstoppable!" in die Luft recken würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. Doch Europa zeigte sich an diesem denkwürdigen, geschichtsträchtigen Samstag toleranter und offener als erwartet. Und…
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ESC 2014: Ticket­vor­ver­kauf startet

Diesen Freitag startet der Eintrittskarten-Vorverkauf für den Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen, sinnloserweise zur besonders arbeitnehmerfreundlichen Zeit von 10 Uhr vormittags. Besonders sinnlos auch deswegen, weil diejenigen, die zu dieser Zeit zu Hause sind, sich in aller Regel die aufgerufenen Ticketpreise nicht leisten können dürften. 242 Euro plus um die neun Euro Gebühren und Porto rufen die Dänen für die teuerste Karte (Premiumplätze im Finale) auf. Im Angebot sind auch Kombitickets für die Proben am Nachmittag ("Family Rehearsal") und am Vorabend (das sogenannte Juryfinale), diese sind bereits ab 14 Euro zu bekommen. Der Verkauf läuft ausschließlich über den dänischen…
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ESC 2014: frü­hes­ter Song Con­test seit 1998

Wie die EBU gestern bekannt gab, wird das Finale des nächsten Eurovision Song Contest am 10. Mai 2014 stattfinden, eine Woche früher als ursprünglich geplant. Die beiden Qualifikationsrunden sind dementsprechend für den 6. und 8. Mai 2014 terminiert. Die Entscheidung über den Austragungsort ist noch immer nicht gefallen, laut Jan Ola Sand soll die Vorverlegung um eine Woche eine "maximale Flexibilität" hinsichtlich der möglichen Veranstaltungshallen ermöglichen. Das spricht nach Fan-Spekulationen für die Boxen Arena in Herning, einer der vier sich noch im Rennen befindlichen Bewerber für die Austragung des ESC 2014. Dort tritt am 15. Mai nämlich André Rieu auf,…
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Das  Žižić-Gate: <span class="caps">EBU</span> ver­öf­fent­licht Splitvoting

Das Žižić-Gate: EBU ver­öf­fent­licht Splitvoting

Zehn Tage nach dem Finale von Malmö veröffentlichte die EBU heute die Splitvotingresultate. Oder, wenn man es genau nimmt, eher nicht: entgegen bisheriger Gepflogenheiten behielt man in Genf die nach Jurys und Televotern getrennten Punkteergebnisse für sich und gab stattdessen nur die jeweiligen Durchschnittsrankings bekannt. Die sind aber nur eingeschränkt aussagekräftig: man kann aus ihnen natürlich eine Hitliste bilden, wie ich es mangels besserer Daten in meinen Tabellen auch getan habe. Allerdings könnte das getrennte Punkteergebnis auf dem Scoreboard hypothetisch ganz anders ausgesehen haben. Die EBU erläutert es selbst am Beispiel Irlands: der im Finale letztplatzierte Ryan Dolan liegt mit…
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ESC-Fina­le 2013: Bei jedem Kuss

ESC-Fina­le 2013: Bei jedem Kuss

Nun liegt er also hinter uns, der Eurovision Song Contest 2013. Etliche Änderungen nahmen die schwedischen Veranstalter am bestehenden Konzept vor, selbstredend begleitet von reflexhaftem Weltuntergangsgejammer der Fans: eine deutlich kleinere Halle gab es, keine LED-Orgie bei der Beleuchtung, nur Stehplätze im Innenraum, ein verändertes Stimmauszählungsverfahren und eine handgemachte Startreihenfolge. Und was soll man sagen: die Welt ging nicht unter - im Gegenteil entpuppte sich die Show aus Malmö als intimer, freundlicher, runder. Was vor allem der großartigen Selbstironie geschuldet ist, mit der die gastgebenden Schweden sich selbst und den Contest sanft auf die Schippe nahmen. Seien es die fabelhaften…
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Über die Brü­cke gehn: Däne­mark gewinnt beim ESC 2013

Sehr praktisch für alle nach Malmö angereisten Fans, die ihr aktuelles Hotelzimmer einfach für nächstes Jahr wieder buchen können: die als Favoritin gesetzte Emmelie de Forest gewann heute Nacht in Malmö, Schweden, den Eurovision Song Contest 2013. Es geht 2014 also nur einmal über den Øresund ins direkt gegenüberliegende Kopenhagen. Die dänische Waldfee konnte mit einem der erträglichsten Beiträge in der an qualbringender Songgrütze nicht armen Eurovisionsgeschichte unseres nördlichen Nachbarlandes und einer deutlich von den letzten zwei Siegertiteln inspirierten Präsentation reihum Punkte einsammeln und die nur zeitweilig nahe kommende Konkurrenz aus Aserbaidschan deutlich abhängen. Nun bleibt zu hoffen, dass die…
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Ticket­ver­kauf star­tet am Montag

Wohl dem, der kurzfristig frei nehmen kann: bereits am kommenden Montag, dem 26. November, um 10 Uhr, startet der Ticketverkauf für den Eurovision Song Contest 2013 in Malmö. Karten sind für die beiden Semis, das Finale und für die jeweiligen Generalproben am Nachmittag vor der Liveausstrahlung sowie dem Jurydurchlauf am Abend davor erhältlich. Die Preise für die Tickets variieren von 10 € für das günstigste Probenticket bis hin zu stolzen 216 € für einen Sitzplatz im samstäglichen TV-Finale. Wie bereits berichtet, wollen die Schweden den Bereich direkt vor der Bühne in eine riesige Moshpit umgestalten und lassen den Innenraum fast[ref]Wie eurovision.tv heute…
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Müs­sen die Fans in Mal­mö stehen?

Wie Andy Mikheev von ESCkaz heute Vormittag unter Bezugnahme auf eine OGAE-Verlautbarung postete, will das schwedische Fernsehen den Fanclubs in diesem Jahr erstmals ausschließlich Stehplätze anbieten. Der komplette Innenraum bleibt unbestuhlt, dort sollen etwa 2.000 Fans Raum finden. Damit soll wohl eine noch lebendigere Atmosphäre für die TV-Kameras erzeugt werden. Traditionell wird beim Eurovision Song Contest seit 1998 ein gewisses Kontingent der Eintrittskarten, nämlich das für die im Schwenkbereich der Fernsehkameras liegenden vorderen Reihen im Innenraum, direkt über die Fanclubs vertrieben, um bequem an Bilder von entfesselt jubelnden Zuschauern zu kommen. Bislang handelte es sich hierbei jedoch um durchnummerierte Sitzplätze. Nun…
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Die Wür­fel fal­len nicht mehr: SVT ver­gibt Start­plät­ze selbst

Wie die EBU heute Nachmittag bekannt gab, entfällt ab diesem Jahr die traditionelle Startplatzauslosung. Stattdessen entscheidet der produzierende Sender - in diesem Falle also SVT - selbst, in welcher Reihenfolge die Beiträge in den Semis und im Finale drankommen. Mit diesem Schritt, der sowohl vom Eurovisions-Lenkungsgremium (Reference Group) als auch von der EBU abgesegnet wurde, wolle man, so der EBU-Verantwortliche Jan Ola Sand, "besseres Fernsehen" machen und sicherstellen, dass "jeder Teilnehmer zur Geltung kommt und nicht von ähnlichen Beiträgen umschlossen wird". Die bisher praktizierte Startplatzvergabe per Los hatte in der Vergangenheit öfters dazu geführt, dass sich zufällige Zusammenballungen von Balladen oder…
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ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

Europa altert - und der Eurovision Song Contest reflektiert das. Musste die EBU noch 1990 eine Altersuntergrenze von 16 Jahren einführen, um den Wettbewerb nicht zur Mini Playback Show verkommen zu lassen, so schienen sich die Teilnehmerländer dieses Jahrgangs einen Wettstreit um den ältesten Grand-Prix-Partizipanten zu liefern. Nicht nur die Jugos schickten mit dem serbischen Balkanballadenkönig Željko Joksimović (40) und der mazedonischen Nina Hagen, Kaliopi (46), lebenserfahrene Barden. Gleich der erste Starter des Abends riß die bisherige, vom kroatischen Gerontorapper 75 Cents gelegte Meßlatte: das Vereinigte Königreich entsandte nämlich den sich nach einem schon lange verschiedenen deutschen Komponisten nennenden, mittlerweile…
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ESC-Fina­le 2011: I’m sca­red tonight

ESC-Fina­le 2011: I’m sca­red tonight

Europa macht mir Angst. Erst verwies es, natürlich unter tatkräftiger Mithilfe der gerontischen Jurys, in den Semis meine beiden jeweiligen Lieblingsbeiträge, das wunderbar optimistische 'Haba haba' (NO) und das exzellent dramatische 'San Angelos s'agapisa' (CY), auf die vorletzten Plätze. Und dann bestimmte es im Finale einen musikalisch glattgebügelten, beliebigen Seichtkram zum Sieger, in dem sehr offensichtlich die Zwangsheterosexualisierung eines bedauernswerten, sehr offensichtlich nicht interessierten Jünglings durch eine an Jahren und Erfahrung reiche Frau zelebriert wird. Bei evangelikalen Fundamentalisten mit ihren absurden Homo-Heilungs-Programmen dürften die Sektkorken geknallt haben. Für mich wurde an diesem Abend ein beträchtliches Stück der schwulen Identität des…
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ESC 2011: Engel­ke und Raab moderieren

Das ging ja schneller als gedacht: nur gut zwei Wochen nach der Vorabspekulation im Spiegel bestätigte der NDR heute Stefan Raab und Anke Engelke als Moderatoren des Eurovision Song Contest 2011. Damit wenigstens noch ein bisschen ARD zu erkennen ist, erhalten der Siegel-Nachfolger und der Ladykracher Unterstützung durch die Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers. Die zwar schon mal besoffen auf Sendung ging, dabei aber immer noch besser moderiert als Raab nüchtern. Besoffen bei Rot über die Ampeln: Judith Rakers (mehr …)
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ESC-Fina­le 2010: Do I have to sing again?

ESC-Fina­le 2010: Do I have to sing again?

Ein Meilensteincontest und das Ende eines heimischen Traumas: 28 Jahre, nachdem eine blockflötenhafte junge Saarländerin im Kommunionskleid Europa überzeugen konnte, dass Deutschland nicht mehr den totalen Krieg will, sondern nur noch "ein bißchen Frieden" (DE 1982), und zwölf Jahre, nachdem ein zottelhaariger Derwisch dem ungläubig staunenden Ausland demonstrierte, dass Deutsche doch Humor haben ('Guildo hat Euch lieb', DE 1998), verdrehte eine charmante Hannoveranerin einem ganzen Kontinent den Kopf, in dem sie bewies, dass wir auch lässig sein können. Im Gegensatz zu den diesjährigen Fluten von hörbar auf den vermuteten Jurygeschmack hin produzierten, saft- und kraftlosen Seichtballaden oder den mit viel…
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Fina­le 2010 – die Proben

Fina­le 2010 – die Proben

So, nach den "revolutionär reaktionären" Ergebnissen der Semis steht das Line-up für die große Show am Samstag nun fest. Der Kauf einer Anstaltspackung Red Bull sei hiermit meinen Lesern ans Herz gelegt, will man das Finale ohne Tiefschlafattacken überstehen. Eigentlich sollte das für Lena ein besonders gutes Omen sein, denn ihr fröhlicher, moderner Pop sticht somit um so mehr hinaus. Nachdem ich mich aber bereits gestern wieder ins Jahr 1996 zurück versetzt fühlte, kann ich ein Gina-G-Ergebnis für 'Satellite' schon förmlich schmecken: Platz acht für den kommerziell erfolgreichsten Beitrag, während es trotz katastrophaler stimmlicher Darbietung wieder heißen könnte: 12 Points…
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ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

Als haushoher Favorit ging er ins Rennen, als wolkenkratzerhoher Sieger ging er daraus hervor: der norwegische Knuffel Alexander Rybak. Punkte aus allen 42 abstimmenden Ländern, darunter sechzehn Mal die Höchstwertung; hundert Punkte Abstand zur Zweitplatzierten: das Abschneiden des nordischen Eurovisionsmärchens geriet zum erwartbarsten Sieg seit 1976. Und stand somit leider auch am Ende der wohl langweiligsten Punkteauszählung seit Menschengedenken. Die auch durch den neu eingeführten 50/50-Jury-Televoting-Mix nicht spannender wurde. Im Gegenteil: auch die Juror:innen setzten den norwegischen Geigentroll mit astronomischem Abstand an die Spitze. https://www.youtube.com/watch?v=WXwgZL4zx9o Alex und die Manamana-Singerettes (NO). Meine Vermutung, zubrotfreudige Juror:innen könnten gar die Verantwortung für das…
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Jury-Tele­vo­ting-Mix im Fina­le 2009

Es ist zum Verzweifeln: wider alle menschliche Vernunft und ungeachtet der katastrophalen vierzigjährigen Erfahrungen mit der Institution Jury, deren hanebüchenen Fehlentscheidungen in den Neunzigern dem Contest beinahe schon einmal den Garaus bereiteten, öffnet die EBU nun diesem Instrument der organisierten Korruption wieder Tür und Tor! Wie die offizielle Eurovisionsseite eurovision.tv heute berichtet, beschloss die Reference Group auf ihrer Tagung in Moskau, ab 2009 im samstäglichen Finale einen Televoting-Jury-Mix einzuführen. Die Details stünden noch nicht fest, so auch nicht, ob es eine 50/50-Gewichtung gibt oder die Stimmen der senderinternen Mafiosi Juroren nur zu einem geringeren Teil in das Endergebnis einfließen. In…
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ESC-Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

ESC-Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

Zwölf Anläufe hatte der flächengrößte und einwohnerstärkste Teilnehmerstaat des Eurovision Song Contest für seinen ersten Grand-Prix-Sieg gebraucht. Seinen Führungsanspruch und seine kulturelle Zugehörigkeit zu Europa wollte Russland damit unterstreichen - und vertiefte doch nur die Gräben, denn kaum ein Siegertitel rief im Westen so eine starke Ablehnung hervor wie Dima Bilans musikalisch malades und überanstrengt dargebotenes 'Believe', welches der Sargnagel für das hundertprozentige Zuschauervoting sein sollte. Für den russischen Plattenmillionär, dem bei seinem Erstversuch 2006 mit dem deutlich besseren 'Never let you go' nur die finnischen Monsterrocker Lordi in die Quere kamen, reichte es lediglich für einen schwachen Rang 54 in…
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ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

Ein kollektives, erleichtertes Seufzen ging durch Europa: nach fünf Jahren Vorherrschaft der Show über die Musik siegte endlich wieder ein Lied! Ein sanftes, melodiöses, in der Landessprache gesungenes noch dazu. Eines ganz ohne Choreografie! Allerdings: so ganz stimmte das nicht. Molitva' gewann natürlich auch aufgrund seiner Show - nur, dass diese halt sehr viel unaufdringlicher daherkam als beispielsweise bei den finnischen Monsterrockern. Genau diese charmante Präsentation zärtlicher Solidarität zwischen fünf gut aussehenden und einer stimmgewaltigen Frau (nicht zu vergessen der subtil lesbische Unterton) hob den serbischen Beitrag aus der Flut aufwändiger Tanzchoreografien heraus und führte ihn zum hoch verdienten Sieg.…
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Fan-Abzo­cke: Für zwei Gro­schen Musik

Fan-Abzo­cke: Für zwei Gro­schen Musik

Grand-Prix-Fans sind ein äußerst dankbares Publikum. Klaglos lassen sie die schlechtesten Musikdarbietungen über sich ergehen, bereitwillig spenden sie Beifall für jede noch so verunglückte Choreografie, jeden noch so schiefen Gesang und - Krönung des Ganzen - sie zahlen dafür auch noch freiwillig Geld. Viel Geld. Ob umgebaute Heuschober auf einer irischen Kuhweide, zugige TV-Studios oder Eissporthallen: mit den Fanclubs lässt sich jede Hütte voll machen. Und das zu Eintrittspreisen, bei denen jeder Popkonzertveranstalter schamrot anlaufen würde. Oder grün vor Neid. Doch jetzt überspannte der finnische Sender YLE den Bogen. Im Bemühen, aus den Eurovisionsfans auch noch den letzten Euro herauszupressen, verfiel…
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ESC-Fina­le 2006: Hard Rock? Hallelujah!

ESC-Fina­le 2006: Hard Rock? Hallelujah!

Dass ich das noch erleben durfte: die Finnen gewinnen! Athen warf ein bis dato unumstößliches Grand-Prix-Gesetz über den Haufen. Was kommt als nächstes? Ein Sieg Portugals? Andorra im Finale? Eine osteuropäische Sängerin, deren Rock die Scham bedeckt? Man darf gespannt sein! Die meistens Fans in der Athener Olympiahalle reagierten geschockt, als der Sieg der Monsterrocker sich abzeichnete. Nur wenige zeigten sich (wie ich) begeistert, unterstützten jede Zwölf-Punkte-Wertung für Lordi mit einem spontanen "Lapponia"-Gesang oder rockten bei der Siegerreprise auf dem Stuhl stehend mit. https://youtu.be/SGnnH2gbsdE Dabei ist 'Hard Rock Hallelujah' unter der harmlos-albernen Monstermaskierung ein echter Gute-Laune-Schlager, zu dem man herrlich…
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ESC-Fina­le 2005: Why don’t you kill me?

ESC-Fina­le 2005: Why don’t you kill me?

Angedroht war, dass die letztjährige Siegerin, die von Staatschef Wiktor Juschtschenko zur Eurovisionsbeauftragten ernannte Volksheldin Ruslana, durch den Abend führen solle. Die Galionsfigur der Orangenen Revolution sagte aber in letzter Sekunde ab. Weil sie so viel zu tun habe, dass sie sich nicht richtig vorbereiten könne, so die offizielle Begründung. Jegliche Spekulation über einen Zusammenhang mit ihren eher fragmentarischen Englischkenntnissen ist hingegen so bösartig wie wohl begründet. Ob Mascha und Pascha, die Ersatzmoderatoren, nun so viel besser Englisch sprachen? Es gab an diesem Abend keine rechte Antwort darauf. Denn sie zwitscherte ihre Texte zwischen stets zum debilen Dauergrinsen gebleckten Perlweißzähnen heraus…
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ESC-Fina­le 2004: Just may­be I’m crazy

ESC-Fina­le 2004: Just may­be I’m crazy

Man möge es mir nachsehen: diesen Jahrgang kann ich nicht nach den üblichen Maßstäben beurteilen. Denn zum ersten Mal verfolgte ich das Geschehen nicht mehr zu Hause am Fernseher, sondern live vor Ort in der Halle. Ein völlig anderes Erlebnis, das ich jedem nur empfehlen kann! Die EBU hatte just in jenem Jahr erstmals dem eigentlichen Grand Prix eine Qualifikationsrunde vorgeschaltet, die ich als bekennender Trashgourmet seither noch mehr liebe als das Finale, weil sich dort die tragischeren Beiträge sammeln. In dieser Endrunde nun tummelten sich die Big Four und die zehn bestplatzierten Länder aus 2003. Sowie eben die zehn Besten…
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ESC-Fina­le 2003: Die Kotzn in da Wiesn

ESC-Fina­le 2003: Die Kotzn in da Wiesn

Seit seiner Erstteilnahme 1994 war Russland vom Ehrgeiz beseelt: mit Alla Pugatschowa (1997) hatte man bereits seinen größten Star geschickt, mit Alsou (2000) bereits einen zweiten Platz erreicht. Der Sieg zweier abtrünniger ehemaliger Sowjetrepubliken in Folge bestärkte die ehemalige, gerade wieder erstarkende Weltmacht nun um so mehr, ihren Führungsanspruch als größtes und einwohnerstärkstes Land der EBU auch auf popkulturellem Gebiet zu demonstrieren. Ein Sieg sollte her, auch wenn man dazu schweres Geschütz auffahren müsste. Und das hatten die Russen diesmal, in Form der als Lesben-Lolitas vermarkteten Skandalgören Jelena Katina und Julia Wolkowa, besser bekannt als t.A.T.u., die mit 'All the…
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