Trickkleid

Gehört genau so sehr zum ESC wie die Rückung: das Büh­nen­out­fit mit Show­ef­fekt. 1981 war es erst­mals bei einem Sie­ger­ti­tel im Einsatz.

Rus­si­scher Vor­ent­scheid 2021: Isn’t it ironic?

Rus­si­scher Vor­ent­scheid 2021: Isn’t it ironic?

'Russkaja Zhenshhina' ('Russische Frauen') heißt der passend am und zum Internationalen Tag der Frau ausgewählte Song, mit dem die Föderation in Rotterdam ins Rennen geht. Vorangegangen war, wie für das Land üblich, mal wieder eine lange Phase des Schweigens und der Spekulationen, vor allem um die Frage, ob die aktuell wohl bekannteste russische Band der Welt, die letztes Jahr intern bestimmten Little Big, nochmal geschickt würden oder nicht. Selbst bis knapp vor Sendebeginn der sehr kurzfristig am heutigen Abend ins Programm des Ersten Kanals eingeschobenen Nationalen Vorentscheidung ließ der Sender die begierig wartende internationale Fangemeinde im Unklaren, ob das Quartett,…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: The Mamas <span class="amp">&</span> the Papa

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: The Mamas & the Papa

In seiner vierten Vorrunde lief das hier so oft und viel gescholtene Melodifestivalen am gestrigen Abend dann doch noch mal stellenweise zu altem Glanz auf. Gleich zwei Direkt Til Finalen-Acts präsentierte es uns, die einmal mehr demonstrierten, wie man musikalische Mittelmäßigkeit so überzeugend verpackt, dass uns nichts weiter übrigbleibt, als es zu lieben. Das gilt natürlich zum einen für das Pop-Gospel-Trio The Mamas, das bereits 2019 als Backgroundchor den ESC-Auftritt von John Lundvik in Tel Aviv mit 'Too late for Love' zu etwas Besonderem veredelte und 2020 mit 'Move' den schwedischen Vorentscheid gewann, dann aber aufgrund der Covid-bedingten Absage des…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die tigh­te Büchse

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die tigh­te Büchse

Mit der ersten von vier Vorrunden des Melodifestivalen begann am gestrigen Supersamstag die heiße Phase der diesjährigen Vorentscheidungssaison. Jedenfalls, wenn es nach der Aufmerksamkeit der internationalen Grand-Prix-Fans geht. Inhaltlich ist die Begeisterung für den schwedischen Vorentscheid kaum nachzuvollziehen: selten in meinem Leben langweilte ich mich so sehr wie gestern Abend bei dieser Parade von sieben gleichermaßen grundegalen, müden Mainstream-Popsongs, von denen mich nicht einer auch nur im Entferntesten erreichte. Dem Auftrag zur Unterhaltung kam als einziger der gutgebaute Schwedenschnuckel Danny Saucedo in angemessener Weise nach, der für seine mittelmäßige Grand-Prix-Disco-Nummer 'Dandi dansa' ein gigantisches Bühnengimmick in Form eines von mehreren…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Vor­wärts in die Vergangenheit

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Vor­wärts in die Vergangenheit

Organisierte Eurovisionsfans können manchmal der übelste Menschenschlag auf diesem Planeten sein! Diesen Montag ging das mit 25 Teilnehmer:innen bestückte Semifinale des als albanische Vorentscheidung dienenden, traditionellen Festivali i Këngës über die Antenne. Das fand wegen Corona diesmal nicht im Kongresspalast zu Tirana statt, sondern auf dem mit einer imposanten Freilichtbühne bestückten Platz davor. Richtig: im Freien, mitten im Winter, bei, wie sich an den Dampfschwaden aus den Mündern der Interpret:innen unschwer erkennen ließ, knackiger Kälte! Und auch nicht wie sonst live, sondern als Aufzeichnung schon ein paar Tage vorab. Natürlich trat das Unvermeidliche ein und die Ergebnisse sickerten bereits am…
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Unser Lied für Isra­el 2019: Sis­ters are doin’ it for themselves

Unser Lied für Isra­el 2019: Sis­ters are doin’ it for themselves

Immer, wenn sich der NDR nach Jahren des ziellosen Herumstocherns einen Ruck gegeben und mit viel Mühe und harter Arbeit ein neues, tragfähiges Konzept für die Auswahl des heimischen Beitrags zum Eurovision Song Contest gefunden hat; eines, das einen mehrheitsfähigen Titel und eine gute Platzierung im internationalen Wettbewerb hervorbringt, dann geht er im Folgejahr hin und reißt mit dem Arsch alles wieder ein, was er gerade erst mühevoll aufbaute. Klingt harsch? Nun, anders lässt sich das Ergebnis des deutschen Vorentscheids Unser Lied für Israel vom Freitag nicht interpretieren, bei dem der Sender zunächst wie im Vorjahr in einen hochkomplizierten, mehrstufigen…
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Trick­kleid­dra­ma um Eli­na Netšajeva

Trick­kleid­dra­ma um Eli­na Netšajeva

Exakt einen Monat vor dem ersten Semifinale des Eurovision Song Contest 2018 entspannt sich ein Finanzierungsproblem rund um die Teilnahme der estnischen Popera-Diva Elina Netšajeva. Die trat beim heimischen Vorentscheid Eesti Laul bekanntlich in einem Projektionskleid auf, also einem Dress mit einem textilreichen grauen Unterteil, das als Leinwand für sehr eindrückliche, aufgespielte Visuals fungiert und das einen nicht unerheblichen Teil zum beeindruckenden audiovisuellen Gesamtkonzept beitrug. Das wollte Elina in Lissabon eigentlich so beibehalten, was aber am Geld scheitern könnte: wie der estnische Delegationsleiter Mart Normet nach einem Bericht von Wiwibloggs vorrechnet, summieren sich die geschätzten Kosten für die Miete leistungsstarker Projektoren…
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ESC-Fina­le 2017: Gift im Instrument

ESC-Fina­le 2017: Gift im Instrument

Es war ein denkwürdiger Abend der Verzauberung am gestrigen Samstag in Kiew. Ein Mann schaffte es, einem ganzen Kontinent den Kopf zu verdrehen und Millionen von Menschen tief in ihren Herzen berühren. Und das mit einer extrem zurückgenommenen Inszenierung und einem völlig aus der Zeit gefallenen Lied, das klang, als sei es für eine romantische Filmschnulze aus den Fünfzigerjahren geschrieben worden, bei dem man im eigenen Kopfkino die junge Audrey Hepburn mit tränenvernebeltem Blick durch das schwarzweiß fotografierte Lissabon spazieren sehen konnte. Salvador Sobral, so der Name des koboldhaften jungen Portugiesen, verweigerte sich als Einziger der 26 Finalacts der Nutzung…
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Drit­ter Super­sams­tag 2017: extrem heterosexuell

Drit­ter Super­sams­tag 2017: extrem heterosexuell

Es war mal wieder ein Abend der eurovisionären Überforderung gestern: neben den gleich drei finalen Entscheidungen in Ungarn, Malta und Polen liefen zeitgleich noch fünf (!) weitere Vorrunden und Semis. Und in den meisten von ihnen fielen ähnlich deprimierende Fehlentscheidungen. Das begann bereits im schwedischen Växjö, wo das bislang schwächste Viertelfinale des Melodifestivalen mit durch die Bank völlig egalen Beiträgen über die Bühne ging und wo die wunderbare, quirlige Krista Siegfrids (→ FI 2013) mit dem wunderbaren, quirligen Mello-Schlager 'Snurra min jord', fraglos dem einzigen guten Song des gesamten Abends, unfassbarerweise auf dem letzten Platz landete. Und das trotz vorschriftsmäßiger Choreografie…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: from Lai­bach with Love

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: from Lai­bach with Love

Zunehmend plädiere ich dafür, den einzelnen Nationen in ihren jeweiligen Eurovisions-Vorauswahlen die Entscheidungsgewalt über die Frage, welche der vorgestellten Titel weiterkommen sollen, vollständig wegzunehmen und auf die internationale Zuschauerschaft zu übertragen. Aktueller Grund für diese Forderung: das am heutigen Freitagabend ausgestrahlte erste Semifinale der slowenischen EMA, bei welcher das heimische Publikum mal wieder generischen Mist weiterwählte und den einzigen interessanten Beitrag des Abends zurückwies. So schaffte es der bereits von letzten Contest aus Kiew bekannte (und immer noch sehr nett anzuschauende) Omar Naber (→ SI 2005) mit einem wirklich schlimmen Schleimpropfen von Lied, für welches sich selbst ein Julio Iglesias (→…
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Ers­tes ESC-Semi 2016: Auf in den Kampf!

Ers­tes ESC-Semi 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt vielleicht nicht auf ungeteilte Zustimmung bei all meinen Leser/innen stoßen und beschreibt auch das Gegenteil meiner eigenen Empfindungen von vor einem Jahr, aber nach der ersten Qualifikationsrunde 2016 aus dem Stockholmer Globen (der immer noch aussieht wie ein Schneller Brüter) am Dienstagabend muss ich sagen: von mir aus können die Schweden gerne jedes Jahr gewinnen. Solange sie Petra Mede weiter moderieren lassen: locker, flockig, eigenironisch, herrlich! Am schönsten der Gag, als auf die Worte "Welcome, Europe!" die ersten Takte von 'The Final Countdown' der gleichnamigen schwedischen Achtzigerjahre-Rockband ertönten, live von besagter Kapelle intoniert, die Petra und Måns aber schnell…
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Kra­jo­we Eli­mi­nac­je 2016: wer hat nur die­sen Spa­cken gewählt?

Kra­jo­we Eli­mi­nac­je 2016: wer hat nur die­sen Spa­cken gewählt?

Den vermutlich größten Schockmoment der laufenden Eurovisionssaison bescherten gestern Abend die polnischen Televoter/innen dem fassungslos japsenden restlichen Europa. Seit der Bekanntgabe des neunköpfigen Teilnehmerfeldes der Krajowe Eliminacje war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Eurovisionslegende Edyta Górniak (PL 1994) und einer gewissen Margaret vorhergesagt worden. In sicherer Erwartung des Sieges der letztgenannten Sängerin und ihres rihannesken 'Cool me down' lag das Land in den Wettquoten bereits ganz oben - bis zur Bekanntgabe des Televoting-Ergebnisses. Die alleine stimmberechtigten Anrufer/innen wählten nämlich zum kollektiven Entsetzen aller Zuschauer/innen außerhalb Polens mit knapp 36% den ehemaligen X-Factor-Teilnehmer Michał Szpak, optisch am ehesten als Jack-Sparrow-Parodie in einer schlimmen Milli-Vanilli-Gedächtnisjacke zu beschreiben, zu…
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Wer singt für Öster­reich 2016: die Ösis geben uns Zucker!

Wer singt für Öster­reich 2016: die Ösis geben uns Zucker!

Es war der Abend der Brautkleider beim heutigen Alpenvorentscheid: fast alle Sängerinnen gingen in Hochzeitsrobe an den Start bei Wer singt für Österreich? Zwei von ihnen standen sich am Ende im Superfinale gegenüber, und im Gegensatz zum Vorjahr, wo sie die putzige Bandleadertochter auf den dritten Rang verbannten und so ihr Null-Punkte-Schicksal besiegelten, entschieden sich die Zuschauer/innen diesmal ausnahmsweise richtig und wählten Zoë Straub zu ihrer Repräsentantin. Die auch wohlweislich aus den Fehlern des Vorjahres gelernt hatte und ihr charmantes Chanson 'Loin d'ici' diesmal komplett in französischer Sprache vortrug (2015 verdarb sie sich noch durch einen Wechsel ins Englische selbst die Chancen). Ihr Auftritt…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Hey you, the Rock­s­teady Crew

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Hey you, the Rock­s­teady Crew

Von einer schweren Halsentzündung war er heimgesucht bei seinem Live-Auftritt in der gestrigen zweiten Vorrunde der ungarischen Vorentscheidung A Dal: der diesjährige Favorit András Kállay Saunders, der schon 2014 dem Land der Magyaren mit dem düster-druckvollen 'Running' seine zweitbeste Platzierung beim Eurovision Song Contest bescherte. Nun versucht er es erneut, diesmal begleitet von der Kállay Saunders Band, und trotz der deutlich hörbaren, krankheitsbedingten stimmlichen Schwächen ihres Frontmannes gewann selbige gestern aus dem Stand. Zu Recht: das rockige 'Who we are' (mit passender Dubstep-Einlage) überzeugt durch melodiöse Eingängigkeit und Biss, wenngleich es nicht ganz die finstere Tiefe seines vorgehenden Meisterwerks erreicht. András…
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Rumä­ni­en 2015: Hört den Kin­dern ein­fach zu

Ein fabelhafter Vorentscheidungsabend ging vor wenigen Minuten in Rumänien zu Ende. Mit schiefen Tönen, Glitzer-Harnessen, flammensprühenden Muschis sowie einem grandiosen Ruslana-Gastspiel (UA 2004). Und einem, man höre und staune, übereinstimmenden Sieger im Jury- und Publikumsvoting: die Rockband Voltaj, von vorne herein als Favorit geltend, fährt mit ihrer formatradiofreundlichen Popballade 'De la capăt' - im Lande bereits vor dem Vorentscheid ein großer Hit - nach Wien. Dort wollen sie den Song aber leider auf englisch als 'All over again' vortragen. Wie esctoday.com informiert, sind Voltaj Botschafter der Charity-Organisation Habitat for Humanity, die Gelder für den Hausbau bzw. -renovierung in Rumänien sammelt, wo viele Menschen…
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Öster­reich 2015: NDR, schau hierher!

Was haben wir da 2011 für eine Chance vergeben, als wir Lena Meyer-Landrut einfach nochmal schickten, anstatt die Siegesvibes und das daraus entstehende Interesse zu so einer Vorentscheidung zu nutzen, wie sie die Österreicher diesmal hinlegen! 16 Acts konnte der ORF für die schon längst aufgezeichnete und gestern Abend versendete erste Folge von Wer singt für Österreich? casten. 16 Acts, wie sie in ihrer musikalischen Bandbreite - von volkstümlichem Crossover über Elektro, Swing, Folk, Singer-Songwriter-Pop und Chanson bis zu Dancehall und etlichem mehr - vor allem aber in ihrer Professionalität Anlass zum Staunen gaben. Insbesondere, wenn man ans deutsche USFÖ-Clubkonzert vom Donnerstag denkt.…
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Ser­bi­en schickt die Rettungs-Bojana

Ich bin 2 Chiaras, A Single Ton of Fun, An even rounder Girl: Serbien schickt mit Bojana Stamenov in diesem Jahr eine Sängerin mit unübersehbarer Leibesfülle zum Eurovision Song Contest. Und damit auch jeder die enormen Formen der ihre stimmlichen Fähigkeiten leicht überschätzenden Diva wahrnimmt, steht sie zum Songauftakt im Halbdunkel der Bühne, wo LED-Lichtspielereien in voller Breite auf die Leinwand projiziert werden, die ihr rotes Zeltkleid umspannt. Bedient sich die Präsentation schamlos bei Sabina Babayeva (AZ 2012), so greift ihr Beitrag 'Ceo Svet je moj' ('Die Welt gehört mir' - reiht sich nahtlos in das diesjährige 'Kriegerinnen'-Thema ein) Valentina Monettas 'Crisalide' (SM…
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Aser­bai­dschan 2014: Ich will ’nen Cow­boy als Mann

Ach, wie soll da ein Mensch durchblicken in Aserbaidschan! Nach monatelangen Vorrunden, in denen zahllose Kandidaten bekannte Hits verstümmelten, trafen im heutigen Finale von Böyük Səhnə die letzten drei Überlebenden aufeinander, um vor einer fünfköpfigen Jury (unter Beteiligung von Eldar Qasımov [AZ 2011, Ell & Nikki] und dem schwedischen Komponisten Stefan Örn [u.a. 'Running scared']) um das Ticket nach Kopenhagen wettzusingen. Jeder der drei Kombattanten musste drei Songs, größtenteils ebenfalls Coverversionen, präsentieren. Am Ende gewann Dilarə Kazimova - wenig überraschend, denn bei der heutigen Show handelte es sich um eine Aufzeichnung vom Samstag, und ihr Sieg sickerte bereits gestern durch. Unter den…
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Ukrai­ne 2014: das befrie­digt mei­ne Triebe

Fantastisch: das erste ordentliche nationale Finale der laufenden Saison endete heute in der Ukraine gleich in mehrfacher Hinsicht in einem handfesten Skandal. Mit der Höchstwertung sowohl im SMS-Voting als auch bei der Jury gewann Marija Jaremtschuk (englische Schreibweise: Maria Yaremchuk) die Vorentscheidung. Ihr mittelmäßiger Dance-Pop-Song 'Tick Tock' beginnt mit der legendären Zeile: "We belong to each other like a Sister to a Brother", feiert also die von den Ärzten bereits 1986 besungene (und in Deutschland auf dem Index gelandete) 'Geschwisterliebe'. Der viel größere Skandal besteht jedoch in Marijas fischig riechendem Sieg: bereits wenige Minuten nach Eröffnung des SMS-Voting führte sie mit 2.400 Stimmen,…
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Zwei­tes ESC-Semi 2011: Cau­se I know it’s pasibel

Zwei­tes ESC-Semi 2011: Cau­se I know it’s pasibel

Es geht doch, wenn man nur will: die ARD kann eine Eurovisionssendung ohne peinliche Technikpannen stemmen; Anke Engelke kann auch richtige Abendkleider tragen (und darin fantastisch aussehen); Stefan Raab kann witzig sein (als Sidekick von Anke Engelke, die bereits mit der Moderation der beiden Semis allen Schmach, den uns Marlene Charells überambitioniertes Straucheln 1983 bescherte, mehr als wettmachte) und das Erste kann einen richtig guten Pausenact organisieren, der multikulturell wirkt und dennoch etwas mit dem veranstaltenden Land zu tun hat. A propos Multikulti: noch nie war ich so begeistert von den Postkarten! Die schönsten Seiten Deutschlands im Märklin-Style, verknüpft mit…
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Ers­tes ESC-Semi 2011: Halb­zeit means Halbzeit

Ers­tes ESC-Semi 2011: Halb­zeit means Halbzeit

Mehrere Überraschungen hielt das erste Semi bereit: ein dank des unheilvollen Eingreifens geschmacksgestörter Gerontenjurys hochgradig schockierendes Abstimmungsergebnis, versagende Stimmen sowie eine peinliche Tonpanne. Und das am Technologiestandort Deutschland! Am unerwartesten aber: eine hinreißend lockere, amüsante Moderation, trotz Stefan Raab (DE 2000) als einer der drei Gastgeber des Abends! Wer auch immer die Eröffnungsmoderation mit dem Running Gag "Looks don't matter in Germany" schrieb, gehört für den Grimme-Preis nominiert. Entgegen meiner schlimmsten Befürchtungen präsentierte sich Deutschland durch den unverkrampft-lockeren Schlagabtausch zwischen der großartigen Anke Engelke und einem angenehm eigenironischen Stefan Raab als souverän und unterhaltsam. Bravo! https://www.youtube.com/watch?v=68sYLtR0ZAc Vermutlich hätte auch niemand sonst…
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Zwei­tes ESC-Semi 2010: Sca­red to lose my Fun

Zwei­tes ESC-Semi 2010: Sca­red to lose my Fun

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: das habt Ihr nun davon, liebe Juryfreunde! Kaum knackte das diabolische Bevormundungsgremium auch die Qualifikationsrunden, waren wir wieder genau dort angekommen, von wo der Wettbewerb einst in eine knapp zehnjährige Hochphase zeitgenössischer Popmusik aufbrach: es ist wieder 1996! Und wir sind zurück beim Eurovision Schnarch Contest, wo es keine Rolle spielt, wie beschissen man singt und wie stark man die Töne versemmelt, Hauptsache man präsentiert eine lahme, tödlich einschläfernde Ballade! Doch nicht nur musikalisch wurden wir heuer Zeuge des Eurovision Horror Contest: nach dem fachgerechten Würgen zarter Frauenhälse im ersten Semi lautete das Leitthema dieser…
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Ers­tes ESC-Semi 2010: Der Wür­ger von Wolfenbüttel

Ers­tes ESC-Semi 2010: Der Wür­ger von Wolfenbüttel

Jurys sind Wichser!™ Meine Leser mögen mir diese etwas unfeine Ausdrucksweise verzeihen, aber manchmal ist die Wahrheit grausam und profan. Nicht nur sorgte die Wiedereinführung des Bevormundungsgremiums, welches den Grand Prix bereits zu Zeiten seiner Alleinherrschaft von 1956 bis 1997 mit schier unfasslichen Entscheidungen in Misskredit gebracht hatte, wie nicht anders zu erwarten, für eine geballte Rückkehr verstaubter und längst überwunden geglaubter musikalischer Schrecknisse (jawohl, Malta, der Finger zeigt auf Dich!). Nein, die geschmacksbehinderten Geronten schafften es auch, in beiden Qualifikationsrunden jeweils den besten Beitrag gegen den Willen der klaren Zuschauermehrheit herauszumanipulieren. Und das, obwohl ihr Urteil "nur" zu 50%…
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ESC-Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

ESC-Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

Zwölf Anläufe hatte der flächengrößte und einwohnerstärkste Teilnehmerstaat des Eurovision Song Contest für seinen ersten Grand-Prix-Sieg gebraucht. Seinen Führungsanspruch und seine kulturelle Zugehörigkeit zu Europa wollte Russland damit unterstreichen - und vertiefte doch nur die Gräben, denn kaum ein Siegertitel rief im Westen so eine starke Ablehnung hervor wie Dima Bilans musikalisch malades und überanstrengt dargebotenes 'Believe', welches der Sargnagel für das hundertprozentige Zuschauervoting sein sollte. Für den russischen Plattenmillionär, dem bei seinem Erstversuch 2006 mit dem deutlich besseren 'Never let you go' nur die finnischen Monsterrocker Lordi in die Quere kamen, reichte es lediglich für einen schwachen Rang 54 in…
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Zwei­tes ESC-Semi 2008: Pira­te Ladies of the Sea

Zwei­tes ESC-Semi 2008: Pira­te Ladies of the Sea

POR - TU - GAL!!! POR - TU - GAL!!! POR - TU - GAL!!! Ich muss um Verzeihung bitten, aber ich schreibe diese Zeilen noch ein wenig im Überschwang der Gefühle. Das letzte Mal, dass so viel Adrenalin durch meine Adern floss wie vor der Verkündung des zehnten und letzten Finalisten am Ende der zweiten Qualifikationsrunde in Belgrad gerade eben, sprang ich an einem Bungee-Seil 50 Meter in die Tiefe. Hätte der Name in dem allerletzten Umschlag, den die Moderatorin Jovana Janković nach endlosen Minuten hochgekochter Spannung verlas, nicht "Portugal" gelautet, wäre es in der Belgrader Halle wohl zu…
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ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

Ein kollektives, erleichtertes Seufzen ging durch Europa: nach fünf Jahren Vorherrschaft der Show über die Musik siegte endlich wieder ein Lied! Ein sanftes, melodiöses, in der Landessprache gesungenes noch dazu. Eines ganz ohne Choreografie! Allerdings: so ganz stimmte das nicht. Molitva' gewann natürlich auch aufgrund seiner Show - nur, dass diese halt sehr viel unaufdringlicher daherkam als beispielsweise bei den finnischen Monsterrockern. Genau diese charmante Präsentation zärtlicher Solidarität zwischen fünf gut aussehenden und einer stimmgewaltigen Frau (nicht zu vergessen der subtil lesbische Unterton) hob den serbischen Beitrag aus der Flut aufwändiger Tanzchoreografien heraus und führte ihn zum hoch verdienten Sieg.…
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