Internationale Vorentscheidungen

Sie sind das Salz in der Euro­vi­si­ons­sup­pe, die Spiel­wie­sen des ret­tungs­los schrä­gen Trashs, die Jagd­grün­de für Grand-Prix-Con­nais­seu­re, der hei­li­ge Gral aller Per­len­tau­cher: die natio­na­len Vor­ent­schei­dun­gen, wo aus einem bun­ten Pot­pour­ri vom hoff­nungs­lo­sen Ama­teur bis zum hoch­glanz­po­lier­ten Schwe­den­schla­ger immer nur das Furcht­bars­te für den inter­na­tio­na­len Wett­be­werb her­aus­ge­sucht wird. 

Spa­ni­en 2021:  Cen­tí­me­tros de me

Spa­ni­en 2021: Cen­tí­me­tros de me

Gäbe es eine Ehrenmedaille für das schlechteste Preis-Leistungs-Verhältnis bei nationalen Eurovisionsvorentscheidungen, sie ginge 2021 wohl an den spanischen Sender RTVE. Denn obschon der bereits letztes Jahr hausintern für Rotterdam ausgesuchte Singeschnösel Blas Cantó erneut für Rotterdam gesetzt war, entschied man sich in Madrid diesmal für ein öffentliches Liedfinale mit ganzen zwei Titeln (!) zur Auswahl. Eine Vorgehensweise, die man üblicherweise an den Tag legt, wenn beide Alternativen sich als gleich schlecht erweisen und man nicht für das erwartbare Desaster verantwortlich gemacht werden möchte. Und genau so war es auch: sehr großzügig gab man dem Publikum sogar europaweit und bereits seit…
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Melo­di Grand Prix 2021: Not sure what you ever saw in me

Melo­di Grand Prix 2021: Not sure what you ever saw in me

Sechs direkt für die gestrige Endrunde gesetzte Teilnehmer:innen, fünf Vorrunden mit jeweils vier Konkurrent:innen, drei Abstimmungsrunden im Finale, zwei Gullfinal-Duellisten und eine Second-Chance-Runde: das bereits 2020 anlässlich des sechzigjährigen Bestehens der norwegischen Vorentscheidung Melodi Grand Prix (MGP) massiv aufgeblasene Format erfuhr in diesem Jahr eine zusätzliche Ausweitung. Und wofür der ganze Aufwand? In den Vorrunden flogen regelmäßig die wenigen interessanten Acts heraus, seien es der offen schwule Care-Bare-Rapper Big Daddy Karsten oder die Abrissparty feiernden Landeier TuVeia. Bei der vergangenen Montag als Radioshow mit Liveübertragung im Netz veranstalteten Sistesjansen stellte man alle 15 bereits ausgeschiedenen Beiträge nochmals zur Wahl, was…
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Tsche­chi­en 2021: No Apocalypse

Tsche­chi­en 2021: No Apocalypse

Vor wenigen Minuten veröffentliche eurovision.tv den Videoclip des diesjährigen tschechischen Beitrags. Benny Cristo wurde ja bereits im letzten Jahr ausgewählt, das Land zu vertreten, seinerzeit mit dem (mehrfach revampten) Banger 'Kemama'. Auch sein neuer Titel kommt mit drei Silben und einem "Ma" in der Mitte aus: 'Omaga' ("Oh, my God") heißt er und liefert den dringend benötigten musikalischen Stimmungsaufheller in diesen finsteren Zeiten. Zu einem ansteckenden Groove bequatscht der schöne Benny in dem Song seine augenscheinlich wegen irgendeines Fehlverhaltens seinerseits angesäuerte Süße, ihm doch zu vergeben und zu ihm zu kommen, damit sie beide "es haben können". Nichts geht über…
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Dora 2021: Vor­wärts, vor­wärts, und nie zurück

Dora 2021: Vor­wärts, vor­wärts, und nie zurück

'Tick-Tock' heißt er also, der kroatische Beitrag zum Eurovision Song Contest 2021. Und er klingt genau so, wie man sich das vom Titel her vorstellt: ein druckvoller Uptemposong mit beinahe schon aggressiv bollerndem Beat, elektronischen Spielereien, einem eingängigen, wenn auch leichtflüchtigen Refrain und ohne all zu viel textlichen Tiefgang. Die mit einem ziemlichen Resting Bitch Face geschlagene Sängerin Albina Grčić, die Bekanntschaft erlangte durch ihre Teilnahme an den Castingshows X Factor Adria (2019) und The Voice Hrvatska (2020), überzeugte damit bei der diesjährigen Dora sowohl die regionalen Jurys als auch die gleichberechtigt abstimmenden Zuschauer:innen. Zu Hilfe kamen ihr dabei vier…
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Paban­dom iš nau­jo 2021: D‑d-d-dance the Pain away

Paban­dom iš nau­jo 2021: D‑d-d-dance the Pain away

Puh, das war knapp! Mit einem hauchdünnen Vorsprung von etwas mehr als 72.000 Anrufen konnten sich im gestrigen Finale der litauischen Vorentscheidung Pabandom iš naujo (PIN) die Favoriten The Roop in einem nervenzerfetzenden Abstimmungsdrama gerade so eben durchsetzen. Wie bitte? Das war mehr als das Elffache der Stimmen für den Zweitplatzieren? Und mehr als das Doppelte der Anrufe, welche The Roop beim letztjährigen PIN erhalten hatte? Ja sowas, wer hätte das gedacht? Nun, so ungefähr jeder: nachdem die Band um den charismatischen Leadsänger Vaidotas Valiukevičius mit dem sensationellen 'On Fire' bereits im Vorjahr abräumte, bis zur coronabedingten Absage des Eurovision…
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No Name, new Game: Jen­drik Sig­wart ver­tritt Deutsch­land in Rotterdam

No Name, new Game: Jen­drik Sig­wart ver­tritt Deutsch­land in Rotterdam

Nichts hasse ich persönlich so sehr, als wenn ein Sender bei der Bekanntgabe seines Beitrags zum Eurovision Song Contest eine Salamitaktik fährt und die Informationen nur scheibchenweise herausgibt. Genau dieser Herangehensweise bedient sich nun der NDR dieses Jahr: nachdem seit dem offiziellen Start der Vorentscheidungssaison am 1. September 2020 aus Hamburg kein Sterbenswörtchen zu hören war, annoncierte man heute Vormittag völlig überraschend den Namen des deutschen Grand-Prix-Repräsentanten für Rotterdam, allerdings noch nicht seinen Song, wiewohl dieser bereits feststeht. Noch bis zum 25. Februar 2021 müssen wir darauf warten, dann wird der Videoclip dazu direkt vor der Tagesschau im Ersten zu…
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Ukrai­ne 2021: They can­not stop the Spring

Ukrai­ne 2021: They can­not stop the Spring

Einen rituellen Freudentanz zur Begrüßung des Frühlings beschert uns das ukrainische Quartett Go_A beim Eurovision Song Contest. 'Shum' heißt der unlängst senderintern von einer fünfköpfigen Jury (darunter Jamala) unter drei Liedvorschlägen ausgewählte und heute offiziell als Beitrag des Landes für Rotterdam präsentierte Titel, was sich wörtlich mit 'Der Krach' übersetzt. Als solchen könnte der Eine oder Andere die Nummer auch empfinden, denn wie schon im Vorjahr griff die Elektrofolk-Kapelle für ihren bereits im Januar veröffentlichten Song auf all die Elemente zurück, die ihren eigenwilligen Stil kennzeichnen. Nämlich den monotonen weißen Gesang, traditionelle Instrumente wie die Flöte und die Maultrommel sowie…
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C’est vous qui déci­dez 2021: Tanz, Discop­o­ny, tanz

C’est vous qui déci­dez 2021: Tanz, Discop­o­ny, tanz

Können wir bitte ganz schnell elf Ableger von Frankreich gründen und die rasch noch zum Eurovision Song Contest 2021 anmelden? Zwölf Songs umfasste der gestern Abend live und vor Studiopublikum veranstaltete gallische Grand-Prix-Vorentscheid C'est vous qui décidez (CVQD, Es ist ihre Entscheidung), und wirklich jeder einzelne von ihnen hätte es verdient, nach Rotterdam entsandt zu werden! Am Ende setzte sich in einem dreiteiligen, über Stunden zelebrierten und unnötig komplizierten Abstimmungsverfahren mit haushohem Abstand jedoch die vorige Favoritin in allen Fan-Polls durch, und das mit Recht. Die aus einer Pariser Musikantenfamilie stammende Barbara Pravi sorgte mit ihrer selbstgeschriebenen Ballade 'Voilà', einem…
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Israe­li­scher Vor­ent­scheid 2021: Every­thing is chik-chak

Israe­li­scher Vor­ent­scheid 2021: Every­thing is chik-chak

Es stand ja von Vorneherein zu befürchten: unter lediglich drei eher mittelmäßigen Uptemposongs durfte das israelische Publikum in der heute Abend ausgestrahlten Sendung HaShir Shelanu L'Eurovizion 2021 (Unser Lied für die Eurovision) bestimmen, und unter zwei so-la-laen Tanzflächenfüllern mit passenderweise jeweils einem "La La" im Titel und einem Midtemposong wählte es die mittelmäßigste aller Alternativen, nämlich das sich nicht so recht zwischen Club-Banger und Ballade entscheiden könnende 'Set me free'. Die Nummer liefert in drei Minuten von allem ein bisschen was, außer einer zwingenden Hookline, und dürfte beim Hauptwettbewerb in Rotterdam am Ende des Schnelldurchlaufes bereits wieder dem Vergessen anheim…
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Fes­ti­va­li i Kën­gës 2020: Gutes Kar­ma aus Tirana

Fes­ti­va­li i Kën­gës 2020: Gutes Kar­ma aus Tirana

Das Wichtigste erstmal vorweg: danke, RTSH! Wohl wissend um die Bedeutung des traditionsreichen albanischen Liederfestivals für das Seelenheil der Fans als erster nationaler Vorentscheid einer jeden Saison und als virtueller Weihnachtsbaum für die Grand-Prix-Familie, scheute der Sender keine Kosten und Mühen, inmitten einer grassierenden Pandemie eine spektakuläre Show über drei Abende zu fabrizieren und uns damit - nach dem Worst Case eines coronabedingt ausgefallenen Eurovision Song Contests - das so bitterlich herbeigesehnte Licht am Ende zwar nicht des Tunnels, aber eben des schlimmsten Jahres der Grand-Prix-Geschichte zu entzünden. Und wie dringend haben wir dieses benötigt! Die äußeren Umstände zwangen die…
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Dad­dy Cool: Daði Freyr und Gagna­ma­gnið tre­ten 2021 für Island an!

Dad­dy Cool: Daði Freyr und Gagna­ma­gnið tre­ten 2021 für Island an!

Es ist die Nachricht, auf die wir alle gewartet haben und die einen goldenen Lichtstrahl der Hoffnung und Freude in diese all zu düstere Zeit schickt: wie der durch die seuchenbedingte Absage des Eurovision Song Contest 2020 verhinderte höchstwahrscheinliche Grand-Prix-Sieger von 2020, Daði Freyr, heute in einem Tweet mitteilte, wird er Island kommendes Jahr in Rotterdam vertreten, erneut in Begleitung seiner Posse, der Band Gagnamagnið. Damit steht auch fest, dass es keinen öffentlichen Vorentscheid gibt: Freyr, der mit dem sensationellen 'Think about Thinks' neben der litauischen Band The Roop als heißester Anwärter auf die diesjährige Krone galt, hatte eine Direktnominierung…
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Aser­bai­dschan 2020: Strai­ght or gay

Aser­bai­dschan 2020: Strai­ght or gay

Das Land des Feuers scheint beim Eurovision Song Contest 2020 eine Art Resteverwertung zu betreiben. Zunächst verkündete der zuständige Sender Ictimai Ende Februar 2020, dass die 28jährige ehemalige The Voice-Teilnehmerin Samira Efendi, die sich zuvor schon viermal erfolglos um die Grand-Prix-Repräsentanz beworben hatte, heuer Aserbaidschan vertreten dürfe, nachdem sie sich in einer internen Jurywahl gegen vier Konkurrenten durchsetzen konnte. Heute veröffentlichte der Sender ihren Beitrag 'Cleopatra', ein ziemlich campes, orientalisch aromatisiertes Uptempo-Machwerk, zu dem ich vor meinem geistigen Auge bereits Horden von Fans allerlei Geschlechts im Euroclub den Tanz der sieben Schleier aufführen sehe und das fast so viel diebisches…
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San Mari­no 2020: In the Disco

San Mari­no 2020: In the Disco

Es scheint grundsätzlich nur zwei Arten von Menschen erlaubt zu sein, das kleine San Marino beim Eurovision Song Contest zu vertreten, und die heißen entweder Valentina Monetta oder S**h*t. Der sexy Disco-Daddy Serhat war bereits letztes Jahr an der Reihe, daher holte SMTV heuer Senhit Zadik Zadik aus der Versenkung. Die langweilte uns 2011 in Düsseldorf mit dem superspröden 'Stand by' zu Tode, da noch unter dem Namen Senit, und schied zu Recht im Semi aus. Für Rotterdam lernte sie zumindest aus ihren Fehlern und versucht es heuer mit demselben Rezept wie ihr erfolgreicher Vorgänger: mit der guten, alten Disco!…
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Maze­do­ni­en 2020: Ebenee­zer Goode

Maze­do­ni­en 2020: Ebenee­zer Goode

In der Abendausgabe seiner TV-Nachrichten stellte der nordmazedonische Sender MRT vor wenigen Minuten den Videoclip zu seinem Eurovisionsbeitrag 2020 vor. Der heißt sehr simpel 'You' und wird gesungen von Vasil Garvanliev, der bereits letztes Jahr in Tel Aviv als Chorknabe für die Jurysiegerin Tamara Todevska im Einsatz war. Der in Mazedonien geborene Vasil wuchs hauptsächlich in den USA auf, seit seiner Rückkehr in die frühere jugoslawische Republik konnte er dort mehrere Hits platzieren. Sein Eurovisionsbeitrag, der gegen diesen Katalog natürlich deutlich abfällt, mündet nach einem einminütigen, von sparsam eingesetzten Akkordeonklängen und einer fast orientalisch anmutenden Gesangsführung begleiteten Vorspiel in einem…
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Fes­ti­val da Can­ção 2020: Un Banc, un Arb­re, une Rue

Fes­ti­val da Can­ção 2020: Un Banc, un Arb­re, une Rue

Das Zweitbeste ist immer das Erstschlechteste. Diese Lektion lehrte uns (mal wieder) das gestrige Finale des Festival da Canção, bei dem sich in der Abstimmung Publikum und Jurys nicht einigen konnten und in Folge dessen sich die in beiden Votings lediglich Zweitplatzierte Elisa Silva durchsetzen konnte. Mit einer für meine Ohren grauslich gesungenen, steinschweren Ballade namens 'Medo de Sentir' ('Angst vor dem Gefühl'), mit denen sich das Urlaubsland mal wieder als aussichtsreicher Bewerber für den letzten Platz im ESC-Semifinale in Stellung bringt. Nicht nur, dass das kaum zu ertragende, depressive Geflenne der aus Madeira stammenden Künstlerin im diesjährigen, sich gerade…
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Dansk Melo­di Grand Prix 2020: Run­ning scared

Dansk Melo­di Grand Prix 2020: Run­ning scared

Vor komplett leeren Rängen fand das dänische Melodi Grand Prix 2020 statt. Nicht etwa, weil die Zuschauer:innen endgültig genug gehabt hätten von dem faden Musikbrei, denen ihnen der verantwortliche Sender DR Jahr für Jahr dort kredenzt, und den Vorentscheid boykottiert hätten. Vielmehr entschied die sozialdemokratische dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nur einen Tag vor der Show, im Zuge der grassierenden Coronovirus-Hysterie alle öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als tausend Zuschauer:innen zu untersagen. Nun hatte der Sender die das rund Zehnfache fassende Royal Arena in Kopenhagen bereits gebucht, die Proben schon durchgeführt. Eine Verlegung der Sendung schied aus terminlichen Gründen aus, und so…
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Melo­di­fes­ti­va­len 2020: Nicht das Gel­be vom Ei

Melo­di­fes­ti­va­len 2020: Nicht das Gel­be vom Ei

Ein Punkt. Ein einziges gottverdammtes Pünktchen trennte am Ende einer nervenaufreibenden Abstimmung beim diesjährigen Melodifestivalen die Siegerinnen von der Fan-Favoritin. Immerhin war es hier nicht die Schuld der internationalen Jury: die zeigte sich nämlich genau so gespalten wie das Publikum und bedachte beide Beteiligten mit der exakt gleichen Stimmenzahl. So, dass es alleine den schwedischen Televoter:innen oblag, für Klarheit zu sorgen. Und die entschieden sich mit einem wirklich nur hauchdünnen Vorsprung von 0,1% der abgegebenen Stimmen für The Mamas, den Begleitchor des Vorjahresvertreters John Lundvik, die heuer, geschrumpft vom Quartett zum Trio, selbst angetreten waren im Kampf um die Fahrkarte…
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Uuden Musii­kin Kil­pai­lu 2020: Wenn ich ein Jun­ge wär

Uuden Musii­kin Kil­pai­lu 2020: Wenn ich ein Jun­ge wär

Ein ereignisreicher Supersamstag, der letzte der Vorentscheidungssaison 2020, liegt hinter uns, mit Entscheidungen in drei skandinavischen Ländern und in Portugal. Und fast überall kam es zu totalen Katastrophen sowie erneut zum Beweis, dass Jurys elende Wichser sind, die niemand braucht. Den schlimmsten Verlust gab es bei der Uuden Musiikin Kilpailu zu beklagen. Nach zwei eher mäßigen Ergebnissen mit vom Sender vorherbestimmten Interpret:innen hatte sich YLE entschieden, in diesem Jahr wieder einen offenen Vorentscheid mit sechs Teilnehmer:innen zu veranstalten. Und seit der Veröffentlichung aller sechs Beiträge vor geraumer Zeit stand fest, dass Finnland bei dieser UMK nur einen einzigen Job zu…
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Zypern 2020: Stan­ding naked

Zypern 2020: Stan­ding naked

Seit ewigen Zeiten bereits steht der deutsche Sänger und The Voice-Teilnehmer Alessandro Rütten alias Sandro Nicolas als Vertreter Zyperns beim Eurovision Song Contest 2020 fest. Auch, dass sein Beitrag 'Running' heißt, wissen wir schon länger. Heute nun, nur wenige Tage vor dem offiziellen Annahmeschluss für Rotterdam, durfte die Öffentlichkeit endlich des Machwerks gewahr werden. Lohnte sich das lange Warten wenigstens? Naja. Das (seufz!) midtemporäre 'Running' verfügt über einen ordentlichen Beat, entwickelt aber keinen Schub. Dafür kommt die Nummer über das Weglaufen vor den inneren Dämonen zu düster daher und kann sich auch nie so richtig zwischen Jammerpop und Dance-Banger entscheiden.…
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Irland 2020: Whe­re the Grass is real­ly greener

Irland 2020: Whe­re the Grass is real­ly greener

Und als hätte man sich mit den am gleichen Tage veröffentlichenden Österreichern abgesprochen, setzt auch der irische Sender RTÉ, der seit Monaten großspurig und unablässig einen "Almighty Bop" ankündigte, für seinen heute endlich vorgestellten Eurovisionsbeitrag 'Story of my Life' auf gefälligen Retro-Pop. Wie eine stark verwässerte Variante von Katy Perrys Hit 'California Gurls' aus dem Jahre 2010 klingt die gitarrengetriebene, fröhliche Uptemponummer, die von Anfang an voll auf die Zwölf geht und auch inhaltlich eine lyrisch zwar gemäßigte, dennoch erfrischende Fick-Dich-ich-mach-was-ich-will-Attitüde an den Tag legt. Mit der Textzeile "I'm not a Puppet on a String" gleich im ersten Vers flicht…
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Öster­reich 2020: Strai­ght Masterpieces

Öster­reich 2020: Strai­ght Masterpieces

Ein stark verwässerter Neuaufguß von Mark Ronsons Tophit 'Uptown Funk' aus dem Jahre 2014, so könnte man den heute morgen traditionell zu nachtschlafender Stunde gegen 7:40 Uhr zunächst im Ö3-Radiowecker vorgestellten und später von einem offiziellen Videoclip begleiteten österreichischen Beitrag für Rotterdam knapp zusammenfassen. Sicherlich nicht die originellste Umschreibung, aber der originellste Song ist 'Alive' ja nun auch nicht gerade. Ein bisschen schleppend fängt er an, nach knapp einer Minute schaltet er in einen höheren Gang und groovt gemächlich vor sich hin. Gerade genug zum entspannten Mitwippen im Fauteuil, ohne dass es einen zum Aufstehen und Tanzen animierte. Am Ende…
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Schweiz 2020: The Rain! The Rain! Crying!

Schweiz 2020: The Rain! The Rain! Crying!

Und noch eine Ballade! Nachdem das Schweizer Fernsehen 2019 mit einem hervorragend inszenierten Uptempo-Banger erstmals seit einem guten Jahrzehnt das tiefe Tal der Tränen verließ, entschied man sich beim SRG heuer für ein entgegengesetztes Konzept. Erneut bestimmte man den Interpreten intern: der heißt Gjon Muharremaj, stammt gebürtig aus dem französischsprachigen Kanton Fribourg und nahm natürlich schon an The Voice teil, in Frankreich. Sein Künstlername lautet Gjon's Tears und macht bereits deutlich klar, wohin die Reise geht. Folgerichtig besteht 'Répondez-moi' ('Antwortet mir'), sein Beitrag für Rotterdam, aus drei Minuten hochelegantem Sadboi-Gejammer, das sich zu einem recht zurückgenommenen, molllastigen Musikbett stimmlich in…
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Sakart­ve­los Vars­kv­la­vi 2020: Nimm mich, so wie ich bin

Sakart­ve­los Vars­kv­la­vi 2020: Nimm mich, so wie ich bin

Noch nachzureichen gilt es den gestern veröffentlichten georgischen Beitrag zum Eurovision Song Contest 2020. Das Kaukasusland hatte bereits am Silvesterabend 2019 im Rahmen der Castingshow Sakartvelos Varskvlavi den kernigen Tornike Kipiani zu seinem Vertreter bestimmt. Dessen bisheriges Repertoire erweckte zunächst die Hoffnung auf etwas sehr Lautes, sehr Düsteres. Doch, leider: seine nun vorgestellte Rocknummer 'Take me as I am' fiel vergleichsweise zahm und melodisch aus, der Georgier hält sich mit dem für ihn sonst charakteristischen Anschreien ziemlich zurück und überlässt gar zwei engelsgleichen Frauenstimmen Teile des Refrains. Was nicht heißen soll, dass der Song nicht noch immer positiv herausstäche aus…
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HaS­h­ir HaBa 2020: Let the Sun shi­ne in

HaS­h­ir HaBa 2020: Let the Sun shi­ne in

Ein echtes Novum bescherte uns gestern Abend das israelische Fernsehen bei der Auswahl des Songs für seine schon länger feststehende Eurovisionsrepräsentantin Eden Alene, der Siegerin der wie jedes Jahr gefühlt über mehrere hundert Runden laufenden Castingshow HaKokhav HaBa 2020. Vier Lieder standen für die 19jährige mit den äthiopischen Wurzeln bei der etwas über einstündigen Auswahlshow HaShir HaBa zur Auswahl: eine Ballade und drei formidable Pop-Banger. Die Chance, es zu versauen, lag also rein rechnerisch bei nur 25%, und zu meinem großen Erstaunen zogen die Israelis diese Option nicht (aufgemerkt, Moldawien und Rumänien!). Die mit 60% Entscheidungsgewalt ausgestatteten, auf mehrere Gruppen…
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Beo­vi­zi­ja 2020: Im Auge des Orkans

Beo­vi­zi­ja 2020: Im Auge des Orkans

Sie kommen wie ein Wirbelwind über Europa, die drei serbischen Pop-Königinnen Ivana Nikolić, Ksenija Knežević (die im Chor ihres Papas beim ESC 2015 in Wien mit auf der Bühne stand) und Sanja Vučić ('Shelter'), welche gemeinsam die (übrigens wirklich nach zwei tropischen Orkanen benannte) Girlgroup Hurricane bilden. Als haushohe Favoritinnen gingen sie im Finale der Beovizija 2020 am vergangenen Sonntag ins Rennen, und haushoch räumten sie im Televoting ab. Selbst die Jury, die sich ansonsten bei so gut wie keinem der elf Konkurrenztitel mit dem Publikum auch nur im Entferntesten einig zeigte, ergab sich kampflos und schob den drei Glitzerelsen…
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