Songfinale

Will ein:e Senderverantwortliche:r ihre/seine Lieblingsinterpret:in als nationale:n Repräsentant:in für den ESC gegen die hei­mi­schen Zuschauer:innen durch­set­zen, im Fal­le eines schlech­ten Ergeb­nis­ses aber nicht in der Ver­ant­wor­tung ste­hen, wählt sie/er die­ses For­mat: hier tritt nur ein Act mit meh­re­ren mög­li­chen Titeln an.

Songs für Rot­ter­dam 2021: Mut­ter, die Frau mit dem Koks ist da

Songs für Rot­ter­dam 2021: Mut­ter, die Frau mit dem Koks ist da

Fast sechs Wochen liegen nun seit dem letztem Eintrag auf diesem Blog zurück, und so möchte ich mich zunächst einmal bei allen meinen Leser:innen für die lange Funkstille entschuldigen und vor allem dafür, nicht auf die besorgten Nachfragen (die ich erst jetzt las, sorry!) reagiert zu haben. Zunächst einmal: es geht mir soweit gut, bislang hat mich das Virus noch nicht erwischt. Allerdings: mental ging die uns wohl alle zunehmend belastende Situation des halbherzigen und damit ineffektiven Endlos-"Lockdown"s und des katastrophalen Staatsversagens im Umgang mit dieser Pandemie nicht spurlos an mir vorüber. Und so konnte die ohnehin jedes Jahr drohende…
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Island 2021: Keeps get­ting better

Island 2021: Keeps get­ting better

Uff, was fällt mir gerade ein zentnerschwerer Stein vom Herzen! Seit der Direktnominierung meines isländischen Lieblingspopstars, letztjährigen Siegers des Söngvakeppnin und heißen Favoriten auf den Eurovisionssieg 2020, Daði Freyr, für 2021 verfolgte mich die Angst, dass mir sein neuer Beitrag weniger gut gefallen könnte als sein damaliger Geniestreich 'Think about Things'. Heute Abend stellte der Sender RÚV den Nachfolgetitel '10 Years' zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt der gesamten Vorentscheidungssaison vor, nämlich parallel zum Finale des schwedischen Melodifestivalen. Was meinen hysterischen Verdacht nährte, RÚV wolle den Beitrag womöglich absichtlich verstecken. Die Videopremiere begann sogleich mit einer Schrecksekunde in Form eines Rudels schwelgerischen…
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Lett­land 2021: Besuch von Tan­te Tīna

Lett­land 2021: Besuch von Tan­te Tīna

So naheliegend und gerecht sie auf den ersten Blick vielleicht erscheinen mochte: die Idee, die 2020 bereits ausgewählten Interpret:innen für den dann seuchenbedingt gecancelten Eurovision Song Contest dieses Jahr einfach noch mal zu nominieren, sie war keine gute. Für Lettland präsentiert uns Samanta Tīna, die dort vor Jahresfrist nach gefühlt 700 Vorentscheidungsteilnahmen mit 'Still breathing' endlich die Supernova gewann und diesmal direkt ran durfte, die feministische Hymne 'The Moon is rising'. In dem natürlich von Aminata Savadogo mitkomponierten, aggressiven Elektro-Banger schreit uns die gebürtige Litauerin mit der Lautstärke einer amerikanischen Touristin im bayerischen Brezelladen ins Gesicht, dass sie die "Königin…
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Songs für Rot­ter­dam 2021: nach der Uptem­po-Ebbe folgt die Balladenflut

Songs für Rot­ter­dam 2021: nach der Uptem­po-Ebbe folgt die Balladenflut

Es ist wieder diese Zeit des Jahres: im halben Dutzend veröffentlichen die Länder mit bereits intern ausgewählten bzw. vom Vorjahr übrig gebliebenen Interpret:innen gerade ihre Lieder für Rotterdam. Blinzelt man nur ein einziges Mal, kommt man nicht mehr hinterher. Daher hier am Stück die in den letzten Tagen aufgelaufenen Songs. Der erste im Reigen soll der Nordmazedonier Vasil Garvanliev sein. Der bereits für 2020 gesetzte, in den USA aufgewachsene Künstler nahm die Inspiration für seinen selbstgeschriebenen aktuellen Beitrag 'Here I stand' direkt aus der Corona-Krise und der daraus erfolgten Absage des Song Contests im letzten Jahr, wie er uns selbst…
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Bela­rus 2021: I’ll teach the World

Bela­rus 2021: I’ll teach the World

Wie die Titelmusik zur weißrussischen Version der Sendung mit Maus, so klingt der heute vorgestellte belarussische Eurovisionsbeitrag 2021. Das offizielle Video zeigt einen Haufen mittelalter weißer Männer und eine einsame jüngere Schellenkranz-Schüttlerin, die in einem nachgebauten Wohnzimmer auf dem Sofa sitzen und eine handgeklampfte, hauptsächlich aus dem Refrain bestehende Lagerfeuerhymne intonieren. In Landessprache, und eurovision.de zufolge übersetzt sich der Songtitel 'Ya nauchu tebya' mit 'Ich bringe dir bei', was zur Kinderliedhaftigkeit der Musik passt. Soweit auf den ersten Blick alles harmlos. Intern bestimmte der Staatssender BTRC die "aus Musikern und Komikern" bestehende Band Galasy ZMesta; die für ihre notorischen "Spasiba"-Auditionen…
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San Mari­no 2021: Nimm das, Samira!

San Mari­no 2021: Nimm das, Samira!

Na, jetzt haut der Winzstaat aber auf die Kacke! Wohl immer noch angesäuert, dass man sich letztes Jahr den wunderbar trashigen Nuttenpop-Banger 'Cleopatrrrrra' von Aserbaidschan wegkaufen lassen musste, baute das Team San Marino diesmal vor: 'Adrrrrrenalina', der heute veröffentlichte Beitrag der bereits letztes Jahr intern bestimmten und auch für 2021 erneut gesetzten Senhit, klingt nicht nur wie ein Eins-zu-Eins-Nachbau eben jenes Songs, sondern bietet bereits im Titel die von unserer rührigen Discoqueen fleißig genutzte Möglichkeit, das R ebenso schön hart zu rollen wie ihre Konkurrentin aus dem Land des Feuers. Um für die Publicity noch eins draufzusetzen, kaufte man sogar…
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Aus­tra­li­en 2021: Every­thing is frustrating

Aus­tra­li­en 2021: Every­thing is frustrating

Zum Kreis der letztjährigen Vorentscheidungsgewinner:innen, die vom Sender als Entschädigung für den ausgefallenen Eurovision Song Contest für 2021 fix gesetzt wurden, zählt auch die Australierin Montaigne. Die präsentierte ihr neues Lied für Rotterdam nun gestern Abend (heute Früh nach deutscher Zeit) beim Mardi Gras, dem CSD Sydneys, erstmalig live. Das Positive: sie ließ die schlimme Clownsschminke und das Kragenechsen-Kostüme von Australia Decides 2020 weg und präsentierte sich mit raspelkurzen roten Haaren und flankiert von zwei Synchrontänzerinnen optisch schon mal deutlich ansprechender. Das Negative: in den höheren Stimmlagen ihres nach vorne gehenden Elektro-Pop-Songs 'Technicolour' überschritt sie, anders als in der Studiofassung,…
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Ser­bi­en 2021: Du willst es doch auch

Ser­bi­en 2021: Du willst es doch auch

Letztes Jahr gewannen sie mit dem herrlich trashigen 'Hasta la Vista' den heimischen Vorentscheid Beovizija: die drei Grazien Ksenija Knežević, Ivana Nikolić und Sanja Vučić, bekannt als Girlgroup Hurricane. Wie in vielen anderen Nationen setzte auch der serbische Sender RTS sie nach dem Ausfall des Eurovision Song Contest 2020 fix für 2021. Heute droppten die drei Powergirls den Nachfolgetitel 'Loco Loco': wie es sich gehört, natürlich erneut ein brutal bollernder Uptempoknaller, von den Damen mit der ihnen eigenen Attitüde in Badewannen voller Discokugeln serviert. Ob sie die auch in Rotterdam mit auf die Bühne nehmen werden? Den in Serbisch gehaltenen…
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Mol­da­wi­en 2021: Men­schen­fres­ser­men­schen gibt’s nicht erst seit 33

Mol­da­wi­en 2021: Men­schen­fres­ser­men­schen gibt’s nicht erst seit 33

Vor langen Jahren gab es mal die nicht ganz ernst gemeinte Forderung von Eurovisionsfans, man möge Ralph Siegel eine eigene Landesflagge zuordnen, weil er Beiträge für so viele verschiedene Nationen schrieb. Mittlerweile könnte man überlegen, diese Idee auf Phillip Kirkorov auszudehnen, den in Bulgarien gebürtigen Grand-Prix-Serienkomponisten, der sich in letzter Zeit vor allem auf Moldawien eingeschossen hat. Dort korrumpierte er zuletzt 2020 die nationale Vorentscheidung, um die von ihm protegierte Natalia Giordenco und ihr furchtbares 'Prison' (oder "Briiieeson", wie Natalie es hartnäckig aussprach) durchzudrücken. Dieses Jahr strich der Sender TVM von vorne herein die Segel und gewährte den Beiden freie…
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Nie­der­lan­de 2021: You don’t want Broccoli

Nie­der­lan­de 2021: You don’t want Broccoli

Gut gemeint ist er nun wirklich, der heute vorgestellte Eurovisionsbeitrag der niederländischen Grand-Prix-Gastgeber im Jahr 2 der Seuche. Der bereits für 2020 intern ausgewählte Jeangu Macrooy will den Ausgelaugten und Erschöpften - also uns allen - mit 'Birth of a new Age' wieder Mut zusprechen und unsere Widerstandskraft im Kampf gegen unfähige und wirtschaftshörige Politiker:innen stärken, die gerade gegen jede Vernunft unsere Zukunft verkaufen. Der aus der ehemaligen holländischen Kolonie Suriname stammende Sänger bedient sich dabei auch seiner Heimatsprache Sranantongo, in welcher der prominent platzierte und von einem Gospelchor skandierte Schlachtruf 'Yo no broko me' ('Du zerbrichst mich nicht') gehalten…
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Rumä­ni­en 2021: Teu­fels­dro­ge Alkohol

Rumä­ni­en 2021: Teu­fels­dro­ge Alkohol

Kann mal bitte dringend jemand nach Roxen schauen? So langsam mache ich mir ernsthaft Sorgen um die rumänische Grand-Prix-Vertreterin. Bereits letztes Jahr berichtete die intern nominierte Sängerin in 'Alcohol you' von ihren Trink-Exzessen, und mittlerweile scheinen die Folgen nicht mehr länger ignorierbar. Denn nicht nur, dass sie zwischenzeitlich unter einer 'Amnesia' leidet, wie sie uns im heute veröffentlichten Beitrag für den Eurovision Song Contest 2021 gesteht: der ständige Substanzmissbrauch scheint auch ihr Sprachzentrum in Mitleidenschaft gezogen zu haben. Nicht ein einziges Wort ist von ihrem Gelalle zu verstehen, und das hat neben ihrer extrem verwaschenen Aussprache auch mit dem Einsatz…
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Bel­gi­en 2021: Am fal­schen Ort?

Bel­gi­en 2021: Am fal­schen Ort?

Vier Nationen mit bereits seit letztem Jahr feststehenden Künstler:innen veröffentlichen am heutigen Super-Donnerstag ihre Beiträge zum Eurovision Song Contest 2021. Den Anfang machte heute Morgen die belgische Band Hooverphonic. Die verlor bekanntlich Ende letzten Jahres ihre den Altersschnitt des Trios deutlich nach unten drückende Frontfrau Luka Cruysberghs und holte daraufhin ihre ehemalige Sängerin Geike Arnaert zurück. Die jammert sich nun durch das Musikvideo zu 'The wrong Place', dem Lied zum verkaterten Morgen danach. Denn sie gabelte gestern den falschen Typen auf und bedauert nun bei seinem Anblick ihren Irrtum mit jeder einzelnen Faser ihres Seins. Eine Geschichte, die wohl ein:e…
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Zypern 2021: Der Teu­fel hat’s Sham­poo gemacht

Zypern 2021: Der Teu­fel hat’s Sham­poo gemacht

Noch nachzuliefern ist die Besprechung des diesjährigen zyprischen Beitrags 'El Diablo' der griechischen Sängerin Elena Tsagrinou. Der wurde vonseiten der verantwortlichen hellenischen Plattenfirma Panik Records zwar bereits Mitte vergangene Woche mit großem Tamtam veröffentlicht, das dazugehörige, mit Werbung für ein Schuppenshampoo vollgestopfte Youtube-Video aber erst gestern für die Allgemeinheit freigeschaltet. Was mich dermaßen anpisst, dass ich die als kompositorisches Gemeinschaftswerk unter Mitwirkung des The-Voice-of-Germany-Stars Oxa vermutlich in einem der zahlreichen Songwritingcamps für den deutschen Vorentscheid 2021 entstandene Nummer ganz bewusst mit Nichtachtung strafte. Anders übrigens als eine Handvoll erzkonservativ-religiös Verblödeter, die sich über die angeblich "satanischen Verse" echauffierten und in…
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Slo­we­ni­en 2021: Can I get two Amen?

Slo­we­ni­en 2021: Can I get two Amen?

Rotzfrech ins Gesicht gelogen hat sie uns, die Ana Soklič. Es handele sich bei ihrem Eurovisionsbeitrag nicht um eine Ballade, so versprach uns die Siegerin der letztjährigen Vorentscheidung EMA und fix für 2021 gesetzte slowenische Vertreterin noch im Vorfeld der heute Abend erfolgten Liedpräsentation auf der offiziellen Senderwebsite. Gute 70 Minuten reservierte RTVSLO dafür im Hauptabendprogramm. Die wurden zunächst für einen von der fabelhaften Lea Sirk moderierten, einstündigen nostalgischen Trip durch die reiche Grand-Prix-Geschichte des Landes seit 1961 genutzt, sowohl noch während der Zugehörigkeit zu Jugoslawien als auch in eigenständiger Form. Und just, als es beim parallel laufenden Melodifestivalen gerade…
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Irland 2021: Im Kreis gelaufen

Irland 2021: Im Kreis gelaufen

Wie zahlreiche andere Nationen nominierte auch die Grüne Insel ihre ursprünglich für das Katastrophenjahr 2020 ausgewählte Vertreterin Lesley Roy erneut für Rotterdam. Und im Grunde genommen könnte ich meine diesbezügliche Meldung aus dem Vorjahr eins zu eins kopieren und weitestgehend unverändert nochmals einstellen. So klingt die blonde Mittdreißigerin nach wie vor nach einem verblüffend gut markengefälschten Katy-Perry-Klon, ihr wiederum teils selbst verfasster Beitrag 'Maps' entpuppt sich erneut als stimmungsstabil-gefälliger, radiotauglicher Uptempo-Pop, wenngleich eine Nuance minder eingängig als ihr technisch baugleicher Vorgängersong 'Story of my Life'. Eine Geschichte scheint 'Maps' indes nicht zu erzählen, jedenfalls keine, die ich mir aus den…
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Unser Lied für Rot­ter­dam 2021: der ADHS-Song

Unser Lied für Rot­ter­dam 2021: der ADHS-Song

Nun ist er also draußen, der deutsche Eurovisionsbeitrag 2021. Der von dem 26jährigen Hamburger Jendrik Sigwart selbst komponierte Song 'I don't feel Hate', der die beiden Vorauswahljurys dermaßen in helle Begeisterung versetzte, dass sie dafür nach Aussage der deutschen Delegationsleiterin Alexandra Wolfslast und des scheidenden NDR-Unterhaltungschefs Thomas Schreiber sogar etliche etablierte Künstler:innen und im Songwritingcamp zu Malmö entstandene Lieder ziehen ließen und stattdessen den quirligen Musical-Sänger "mit der höchsten Punktewertung, die wir bislang bei unserem System gesehen haben," zu ihrem Liebling kürten. Wie das immer so ist, wenn ein Titel bereits existiert, die Präsentation aber aus strategischen Gründen erst zu…
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Spa­ni­en 2021:  Cen­tí­me­tros de me

Spa­ni­en 2021: Cen­tí­me­tros de me

Gäbe es eine Ehrenmedaille für das schlechteste Preis-Leistungs-Verhältnis bei nationalen Eurovisionsvorentscheidungen, sie ginge 2021 wohl an den spanischen Sender RTVE. Denn obschon der bereits letztes Jahr hausintern für Rotterdam ausgesuchte Singeschnösel Blas Cantó erneut für Rotterdam gesetzt war, entschied man sich in Madrid diesmal für ein öffentliches Liedfinale mit ganzen zwei Titeln (!) zur Auswahl. Eine Vorgehensweise, die man üblicherweise an den Tag legt, wenn beide Alternativen sich als gleich schlecht erweisen und man nicht für das erwartbare Desaster verantwortlich gemacht werden möchte. Und genau so war es auch: sehr großzügig gab man dem Publikum sogar europaweit und bereits seit…
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Tsche­chi­en 2021: No Apocalypse

Tsche­chi­en 2021: No Apocalypse

Vor wenigen Minuten veröffentliche eurovision.tv den Videoclip des diesjährigen tschechischen Beitrags. Benny Cristo wurde ja bereits im letzten Jahr ausgewählt, das Land zu vertreten, seinerzeit mit dem (mehrfach revampten) Banger 'Kemama'. Auch sein neuer Titel kommt mit drei Silben und einem "Ma" in der Mitte aus: 'Omaga' ("Oh, my God") heißt er und liefert den dringend benötigten musikalischen Stimmungsaufheller in diesen finsteren Zeiten. Zu einem ansteckenden Groove bequatscht der schöne Benny in dem Song seine augenscheinlich wegen irgendeines Fehlverhaltens seinerseits angesäuerte Süße, ihm doch zu vergeben und zu ihm zu kommen, damit sie beide "es haben können". Nichts geht über…
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Ukrai­ne 2021: They can­not stop the Spring

Ukrai­ne 2021: They can­not stop the Spring

Einen rituellen Freudentanz zur Begrüßung des Frühlings beschert uns das ukrainische Quartett Go_A beim Eurovision Song Contest. 'Shum' heißt der unlängst senderintern von einer fünfköpfigen Jury (darunter Jamala) unter drei Liedvorschlägen ausgewählte und heute offiziell als Beitrag des Landes für Rotterdam präsentierte Titel, was sich wörtlich mit 'Der Krach' übersetzt. Als solchen könnte der Eine oder Andere die Nummer auch empfinden, denn wie schon im Vorjahr griff die Elektrofolk-Kapelle für ihren bereits im Januar veröffentlichten Song auf all die Elemente zurück, die ihren eigenwilligen Stil kennzeichnen. Nämlich den monotonen weißen Gesang, traditionelle Instrumente wie die Flöte und die Maultrommel sowie…
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Israe­li­scher Vor­ent­scheid 2021: Every­thing is chik-chak

Israe­li­scher Vor­ent­scheid 2021: Every­thing is chik-chak

Es stand ja von Vorneherein zu befürchten: unter lediglich drei eher mittelmäßigen Uptemposongs durfte das israelische Publikum in der heute Abend ausgestrahlten Sendung HaShir Shelanu L'Eurovizion 2021 (Unser Lied für die Eurovision) bestimmen, und unter zwei so-la-laen Tanzflächenfüllern mit passenderweise jeweils einem "La La" im Titel und einem Midtemposong wählte es die mittelmäßigste aller Alternativen, nämlich das sich nicht so recht zwischen Club-Banger und Ballade entscheiden könnende 'Set me free'. Die Nummer liefert in drei Minuten von allem ein bisschen was, außer einer zwingenden Hookline, und dürfte beim Hauptwettbewerb in Rotterdam am Ende des Schnelldurchlaufes bereits wieder dem Vergessen anheim…
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Sonn­tag ist Song­tag: die letz­ten Lie­der für Tel Aviv

Sonn­tag ist Song­tag: die letz­ten Lie­der für Tel Aviv

"Lieder, Lieder, die letzten Lieder hier! Der absolute Hauptgewinn ist hier in dieser Dose drin!" Oh, sorry, da ist es angesichts der in Kürze drohenden Nach-Vorentscheids-Eurovisions-Zwischendepressions-Phase wohl ein wenig mit mir durchgegangen. Bemühen wir uns um einen etwas sachlicheren Ton: von den insgesamt 41 Beiträgen für den Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv kannten wir bis gestern 38, die restlichen drei kamen am heutigen Sonntag hinzu. Darunter auch der Heimbeitrag des Gastgeberlandes Israel, dargeboten von dem in einer Castingshow ausgewählten, ausgebildeten Opernsänger Kobi Marimi. Dessen clever 'Home' betitelte Ballade sollte eigentlich als letzte des Tages veröffentlicht werden, sickerte jedoch…
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Das Bes­te und die Res­te: mehr Lie­der für Tel Aviv

Das Bes­te und die Res­te: mehr Lie­der für Tel Aviv

Mit Riesenschritten nähern wir uns dem Ende der Vorentscheidungssaison 2019. Mit dem Finale des schwedischen Melodifestivalen steht an diesem Samstag der letzte öffentliche Vorentscheid an. Ausgerechnet all jene Nationen, die zu faul oder zu geizig waren, einen solchen zu organisieren, haben sich nun verabredet, Fans und Eurovisionsblogger in den Stressinfarkt zu schicken, in dem sie all ihre - teils seit vielen Wochen im Tresor gebunkerten - Beiträge mehr oder minder gleichzeitig veröffentlichten. Den Beginn in unserer kleinen Werkschau macht das mittlerweile auch vonseiten der EBU offiziell umbenannte Nordmazedonien, das als einzige der beteiligten Nationen einen validen Grund vorweisen kann, seinen…
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Natio­naal Song­fes­ti­val 1971: Die Zeit macht nur vor dem Teu­fel halt

Natio­naal Song­fes­ti­val 1971: Die Zeit macht nur vor dem Teu­fel halt

Die mehr als fischige Abstimmung beim niederländischen Vorentscheid von 1970, wo eine fünfköpfige nationale Jury eine zweite, internationale, überstimmte, in dem sie all ihre Voten auf einen einzigen Act vereinte, hatte beim heimischen Publikum verständlicherweise für große Empörung und für naheliegende Bestechungsvorwürfe gesorgt. Wohl, um solch einem erneuten Eklat zu entgehen, aber auch, weil sich das Format beispielsweise für die Briten als überaus erfolgreich erwies, stellte das niederländische Fernsehen das Nationaal Songfestival ab 1971 auf eine reine Songauswahl mit fix gesetzten Interpreten um. Und was läge näher, als das im Vorjahr düpierte Folkschlagerpärchen Saskia & Serge mit einer Direktnominierung für…
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A Song for Euro­pe 1971: Das machen nur die Bei­ne von Dolores

A Song for Euro­pe 1971: Das machen nur die Bei­ne von Dolores

Auch nach dem frühen Tod des BBC-Unterhaltungschefs und Eurovisionsverantwortlichen Tom Sloan kurz nach dem Contest von 1970 im Alter von 50 führte sein Nachfolger Bill Cotton das seit Jahren bewährte Vorentscheidungsverfahren fort. Als Grand-Prix-Repräsentantin wählte man die Sängerin Clodagh Rodgers aus, die bereits eine Handvoll von Chart-Hits vorweisen konnte und auch aufgrund ihres attraktiven Äußeren ("The Best Legs in British Showbusiness") gern gesehener Gast in TV-Shows war. Da der Wettbewerb 1971 erstmalig in Irland stattfand, könnte man die Ernennung der gebürtigen Nordirin als Beschwichtigungsgeste im damals hitzig geführten Disput über den britisch besetzten Teil der Insel interpretieren, wobei von dort…
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A Song for Euro­pe 1970: The Door is always open wide

A Song for Euro­pe 1970: The Door is always open wide

Bereits im Sommer 1969 nominierte der BBC-Unterhaltungschef Tom Sloan mit der gebürtigen Waliserin Mary Hopkin einen weiteren topaktuellen Star von der heimischen A-Liste als Vertreterin des Vereinten Königreichs beim Eurovision Song Contest. Die blonde Sängerin mit der glockenhellen Sopranstimme hatte 1968 die Talentshow Opportunity knocks des britischen Privatsenders ITV gewonnen und wurde von Paul McCartney für das Apple-Plattenlabel gesignt. Ihre erste Singleveröffentlichung, das auf einer traditionellen russischen Volksweise basierende 'Those were the Days', wurde zum Welthit mit einer Nummer 2 in den amerikanischen Charts und einer Spitzenposition auch in der deutschen Verkaufshitparade. 1969 nahm sie am San-Remo-Festival teil und erzielte…
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