Songfinale

Will ein:e Senderverantwortliche:r ihre/seine Lieblingsinterpret:in als nationale:n Repräsentant:in für den ESC gegen die hei­mi­schen Zuschauer:innen durch­set­zen, im Fal­le eines schlech­ten Ergeb­nis­ses aber nicht in der Ver­ant­wor­tung ste­hen, wählt sie/er die­ses For­mat: hier tritt nur ein Act mit meh­re­ren mög­li­chen Titeln an.

Bel­gi­scher Vor­ent­scheid 1969: I love the PRS-Checks that you bring

Bel­gi­scher Vor­ent­scheid 1969: I love the PRS-Checks that you bring

Zwei Jahre zuvor, als der flämische Landessender BRT zuletzt für die belgische Eurovisionsteilnahme verantwortlich zeichnete, musste sich der ehemalige Technische Zeichner Louis Neefs (nicht zu verwechseln mit dem beim Chaos-Contest von 1991 in Rom zu Weltruhm gelangten EBU-Aufsichtsbeamten Frank Naef) noch in einem mehrstufigen offenen Vorentscheid gegen zahlreiche mit harten Bandagen kämpfende Konkurrent:innen durchsetzen. Seinen damaligen Sieg verdankte er auch seinem strategischen Geschick, alles auf eine Karte zu setzen und einen seiner beiden Finaltitel zurückzuziehen. Diesmal gestaltete sich die Sache für ihn deutlich entspannter: zur Belohnung für seine mit dem siebten Rang verhältnismäßige gute Platzierung beim Eurovision Song Contest in…
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Spa­ni­scher Vor­ent­scheid 1969: Wor­te, nur Worte

Spa­ni­scher Vor­ent­scheid 1969: Wor­te, nur Worte

Man muss sie nicht unbedingt verstehen, die Tendenz des spanischen Senders TVE, es sich unnötig schwer zu machen mit seiner nationalen Vorentscheidung. Speziell 1969, da man nach dem ersten, mit tatkräftiger deutscher Hilfe realisierten Eurovisionssieg des damals noch diktatorisch geführten Landes eigentlich alle Hände voll zu tun hatte, den diesjährigen Wettbewerb in Madrid auszurichten. So entschied sich der Sender, die seinerzeit 29jährige Maria Rosa Marco Poquet alias Salomé, die bereits im Vorjahr kurzzeitig als Ersatz für den von Franco geschassten Juan Manuel Serrat im Gespräch war, die Rolle als künstlerische Kollaborateurin jedoch ablehnte, direkt zur Repräsentantin des Landes zu ernennen.…
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A Song for Euro­pe 1969: Lala mit Lulu

A Song for Euro­pe 1969: Lala mit Lulu

Kein Problem sollte es für die BBC im Jahre 1969 darstellen, erneut einen aktuellen Popstar von der A-Liste als Eurovisionsrepräsentantin zu finden: die als Marie McDonald McLaughlin Lawrie geborene schottische Sängerin Lulu hatte bereits als Fünfzehnjährige mit einer robusten Coverversion der Isley-Brothers-Nummer 'Shout' ihren ersten von zahlreichen Tophits. Mehrere von ihr in Folge aufgenommene deutschsprachige Singles floppten zwar, dafür landete sie 1968 bei uns mit 'I'm a Tiger' ihren größten kommerziellen Erfolg, auch wenn dieser heutzutage weniger präsent ist als ihre Zusammenarbeit mit der Boyband Take That im Jahre 1993 mit der Neuauflage des Discoklassikers 'Relight my Fire'. Praktischerweise hatte…
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A Song for Euro­pe 1968: How sounds the Trumpet

A Song for Euro­pe 1968: How sounds the Trumpet

Die gelernte Sekretärin, beliebte Popsängerin und noch beliebtere TV-Moderatorin Cilla Black (bürgerlich: Priscilla White) präsentierte den britischen Vorentscheid 1968 als Gastgeberin im Rahmen ihrer wöchentlichen BBC-Show Cilla. Dabei hatte der Sender ursprünglich ihr selbst angeboten, Großbritannien beim Eurovision Song Contest zu vertreten, der nach dem Sieg ihrer Landsfrau Sandie Shaw im Jahr zuvor diesmal in London gastierte. Black glaubte jedoch nicht, dass eine Frau für das Vereinte Königreich ein zweites Mal in Folge die Grand-Prix-Krone holen könnte und sagte ab. An ihrer Stelle verpflichtete der BBC-Unterhaltungschef Tom Sloane für die Gage von 2.000 £ einen weit über die Insel hinaus…
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Fran­zö­si­scher Vor­ent­scheid 1958: Schla­fes Bruder

Fran­zö­si­scher Vor­ent­scheid 1958: Schla­fes Bruder

Nach dem aufwändigen und chaotischen französischen Vorentscheidungsverfahren von 1957 mit seinen zahlreichen Vorrunden und seinem Interpretinnenwechsel in letzter Minute stand in diesem Jahr der gallische Vertreter von vorneherein fest: der seinerzeit bereits 42jährige André Claveau, ein schon seit den Vierzigern im Lande sehr erfolgreicher und technisch versierter Pariser Schnulzensänger und Schlagerfilm-Mitwirkender, der sich durch seine samtene Stimme und seinen Hang zu schmalzigen Liedern besonderer Beliebtheit bei der weiblichen Zuhörerinnenschaft erfreute, wenngleich er selbst einer finnschwedischen Eurovisionsseite zufolge wohl dem eigenen Geschlecht zugeneigt gewesen sei. Was er, so der Journalist Tobson, im vergleichsweise toleranten "gay" Paris relativ offen ausleben konnte -…
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