Nul Points

ESC Hall of Shame, Raum 11: 1983

24. Nil­poin­ter: Tür­kei (1) Çetin Alp Ope­ra

Die Magie der Euro­vi­si­on: wo sonst bekommt man so etwas zu sehen,” spot­te­te der bri­ti­sche Kom­men­ta­tor Ter­ry Wogan nach dem tür­ki­schen Auf­tritt von 1983 und fass­te es damit sehr schön zusam­men. Çetin Alp, optisch das gemein­sa­me Kind von Horst Tap­pert und John Tra­vol­ta, knö­del­te sich hilf­los durch eine grot­ti­ge Fahr­stuhl­be­schal­lungs-Musi­cal­num­mer. Über, aus­ge­rech­net, die Oper. Ver­mut­lich in dem Ver­such, die nach­tei­li­ge Spra­chen­re­gel zu umschif­fen und mit inter­na­tio­nal ver­ständ­li­chen Begrif­fen wie “Car­men, Aida” um sich wer­fen zu kön­nen. Man muss es selbst gese­hen haben, um es in all sei­ner pom­pö­sen Schreck­lich­keit zu begrei­fen. Nach­tra­gend, wie die Tür­ken sind, bekam Alp im Hei­mat­land nie wie­der einen Fuß an Deck und starb 2004, kurz vor dem ers­ten Con­test in Istan­bul, gram­ge­beugt an einem Herzinfarkt.

25. Nil­poin­ter: Spa­ni­en (3) Reme­di­os Ama­ya ¿Quién mane­ja mi Barca?

Direkt auf Çetin folg­te 1983 die spa­ni­sche Neo-Fla­men­co-Köni­gin Reme­di­os (oder “Ramm­edi­os”, wie unse­re Mode­ra­teu­se Mar­lè­ne Cha­rell sie so unnach­ahm­lich ansag­te) Ama­ya. Zu Hau­se von Puris­ten ver­teu­felt für das kom­mer­zi­el­le Weich­spü­len der gehei­lig­ten ibe­ri­schen Natio­nal­mu­sik, stieß sie in Mün­chen auf kul­tu­rell tau­be Ohren, die das zor­nig-exis­ten­tia­lis­ti­sche Geschrei des bar­füs­si­gen Kla­ge­wei­bes in ihrem Block­strei­fen-Bade­man­tel voll­kom­men ver­schreck­te. Mich als am TV-Gerät zuschau­en­den damals Fünf­zehn­jäh­ri­gen übri­gens auch. Heu­te lie­be ich die­ses viel­leicht unver­dien­tes­te Nul­poin­ter-Stück in der Geschich­te, bereits das drit­te für die Spa­ni­er, um so mehr.

Ein denk­wür­di­ger Jahr­gang! Nun haben Sie sich eine klei­ne Ver­schnauf­pau­se samt Ohren­spü­lung ver­dient. Sobald Sie sich erholt haben, geht es hier wei­ter nach 1987.

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