ESC Hall of Shame, Raum 3: 1964

9. Nil­poin­ter: Deutsch­land (1) Nora Nova Man gewöhnt sich so schnell an das Schöne

Oh ja: auch 1964, beim aus den Video­ar­chi­ven ver­schwun­de­nen Skan­dal-Con­test von Kopen­ha­gen, teil­ten sich gleich vier Sänger:innen die Gol­de­ne Null. Das ers­te von bis dato drei Malen traf es dabei Deutsch­land. Das aber mit Gran­dez­za: immer­hin hält die damals für uns sin­gen­de gebür­ti­ge Bul­ga­rin Nora Nova bis heu­te den Rekord für den längs­ten Lied­ti­tel und den cools­ten Künst­le­rin­nen­na­men. Neben ihrem fabel­haf­ten Schla­ger im flot­ten Sie­be­nach­tel­rhyth­mus über­zeug­te sie auch durch eine fan­tas­ti­sche Bie­nen­korb­fri­sur. Wenn auch lei­der nicht die uptem­po­aver­sen Juroren.

10. Nil­poin­ter: Por­tu­gal (1) Antó­nio Cal­vá­rio Ora­ção

Por­tu­gal fei­er­te in Kopen­ha­gen sei­ne Grand-Prix-Pre­miè­re. Und kas­sier­te zur Begrü­ßung, neben Pro­tes­ten gegen sei­nen dama­li­gen Dik­ta­tor, gleich mal zero Points. Ein (lei­der unver­stan­den geblie­be­ner) Wink mit dem Zaun­pfahl für die Freun­de des Fado, die bis heu­te zu den erfolg­lo­ses­ten Natio­nen beim euro­päi­schen Wett­sin­gen zäh­len. Und das mit Recht! Hier übri­gens aus­nahms­wei­se mal nicht: Sen­hor Cal­vá­rio da Paz’ Got­tes­prei­sung ver­füg­te zwar über kei­ner­lei Ohr­wurm­qua­li­tä­ten, wur­de aber mit abso­lut ado­rabler Hin­ga­be inter­pre­tiert. Ein dickes Plus in mei­nem Buch, jedoch ein abso­lu­tes No-go bei den gefühls­kal­ten Juroren.

11. Nil­poin­ter: Jugo­sla­wi­en (1) Saba­hu­din Kurt Život je sklo­pio krug

Das Leben ist rund”, so sang der in Sara­je­wo gebo­re­ne Saba­hu­din, sei­nes Zei­chens der vier­te Ver­tre­ter des block­frei­en, sozia­lis­ti­schen Staa­ten­bun­des beim Euro­vi­si­on Song Con­test. Rund lief es für ihn und sei­ne sanf­te Schnul­ze in Kopen­ha­gen aller­dings nicht: null Punk­te. Und, nun­ja, mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen.

12. Nil­poin­ter: Schweiz (1) Ani­ta Tra­ver­si I miei Pensieri

Sie gehör­te in der ers­ten Deka­de des Grand Prix Euro­vi­si­on prak­tisch zur Grund­aus­stat­tung des Schwei­zer Vor­ent­scheids, die im Tes­sin gebo­re­ne Ani­ta Tra­ver­si. Zwei­mal durf­te sie die Eid­ge­nos­sen denn auch ver­tre­ten, stets mit getra­ge­nen Grand-Prix-Bal­la­den. Beim ers­ten Mal (1960) genüg­te es für einen ach­ten Rang, hier aber erreich­te sie das Ende der Fah­nen­stan­ge. Danach ver­leg­te sie ihr Wir­ken auf den häus­li­chen Bereich, sicher nicht die schlech­tes­te Entscheidung.

Kaum zu glau­ben, schon wie­der ein Nil­poin­ter-Quar­tett! Und ja, auch im nächs­ten Raum gibt’s wie­der eins:

→ Raum 01: 1962 → Raum 02: 1963 ↑ Raum 03: 1964 → Raum 04: 1965
→ Raum 05: 1966 → Raum 06: 1967 → Raum 07: 1970 → Raum 08: 1978
→ Raum 09: 1981 → Raum 10: 1982 → Raum 11: 1983 → Raum 12: 1987
→ Raum 13: 1988 → Raum 14: 1989 → Raum 15: 1991 → Raum 16: 1994
→ Raum 17: 1997 → Raum 18: 1998 → Raum 19: 2003 → Raum 20: 2004
→ Raum 21: 2009 → Raum 22: 2015 → Raum 23: 2021 → Aus­gang