Albanien

Beim Fes­ti­va­li i Kën­gës, dem tra­di­ti­ons­rei­chen alba­ni­schen Lie­der-Fes­ti­val mit fest­li­chen Roben, üppi­gem Orches­ter und aus ver­dien­ten Künst­lern des Vol­kes zusam­men­ge­setz­ter Jury bestimmt das Land der Ski­pe­ta­ren stets schon Ende Dezem­ber sei­nen Euro­vi­si­ons­bei­trag, der anschlie­ßend fast immer musi­ka­lisch kom­plett umge­krem­pelt und angli­fi­ziert wird. Es domi­niert die dis­so­nant krei­schen­de ein­zel­ne Dame.
Dabei seit: 2004; ESC-Sie­ge: kei­ne; Rote Later­nen: keine.

Strea­ming: <span class="caps">EBU</span> lässt Vor­ent­schei­dungs­fans im Regen stehen

Strea­ming: EBU lässt Vor­ent­schei­dungs­fans im Regen stehen

Vorgestern begannen mit dem Festivali i Kënges die für Eurovionsfans sowohl schönsten als auch anstrengendsten zwölf Wochen des Jahres, die der Vorentscheidungssaison nämlich, da verdirbt uns die EBU die festlich-erwartungsvolle Stimmung. Anders als in den Vorjahren wolle man nämlich, so auf eurovision.tv in einem Nebensatz zu lesen, die diversen nationalen Vorentscheidungen nicht mehr auf der eigenen Seite streamen - ein Angebot, das von vielen Fans in der Vergangenheit sehr gerne genutzt wurde, um die Shows bequem und weitgehend ruckelfrei mitverfolgen zu können. Begründung für die massive Serviceverschlechterung: fast alle nationalen Sender würden ihren Vorentscheid mittlerweile selbst im Netz streamen oder hierfür…
Weiterlesen
Fes­ti­va­li i Kën­gës: mehr Demo­kra­tie wagen

Fes­ti­va­li i Kën­gës: mehr Demo­kra­tie wagen

Wie Eurovoix heute berichtet, soll das Publikum beim albanischen Eurovisionsvorentscheid erstmalig ein Mitspracherecht erhalten. Das seit 2008 als nationales Finale genutzte, seit 55 Jahren bestehende und in Anlehnung an das italienische San-Remo-Festival gegründete Festivali i Këngës, bei dem bislang eine mit verdienten Künstler/innen des Volkes und Funktionären besetzte Jury das alleinige Sagen hatte, öffnet sich damit erstmalig der Vox populi. Wenn auch mit ganz behutsamen Babyschritten: in den beiden Semis des FiK, in denen insgesamt 24 Acts antreten, bestimmt ein aus handverlesenen Zuschauer/innen zusammengesetztes Panel drei Titel, die ins Finale einziehen dürfen. Eine Pressejury wählt weitere drei Finalisten, die eingangs erwähnte Senderjury hingegen…
Weiterlesen
Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

"Måns ist sehr enttäuscht": das war er, der Satz des Abends, gesprochen vom deutschen Kommentator Peter Urban, nachdem Gastgeberin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auftritt des Weißrussen Ivan informierte, dass dieser ursprünglich nackt und in Begleitung von Wölfen zu performen gedachte, was die EBU im Hinblick auf die Regeln leider verbieten musste. Zum Missfallen des komoderierenden Vorjahressiegers, der gerade hinter Petra die Bühne enterte - im Adamskostüm, leider mit einem strategisch platzierten Plüschwolf vor dem Gemächt. Wie dankbar bin ich dem Schweden dafür, dass er ein dergestalt schamlos selbstverliebter, zeigefreudiger Exhibitionist ist, der wirklich keine Gelegenheit auslässt, seinen durchtrainierten Körper…
Weiterlesen
Alba­ni­en mas­sa­kriert sein Märchen

Alba­ni­en mas­sa­kriert sein Märchen

Kaum tadele ich die Albaner, dass sie noch immer nicht die angloterrifizierte Fassung ihres Eurovisionsbeitrags abgeliefert haben, da kommt der Sender mit dem Video von 'Fairytale' um die Ecke. So heißt die ehemals ergreifend schöne Balkanballade 'Përrallë' jetzt, und das Adria-Land investierte erkennbar viel Mühe und Geld, aus dem stolzen Songschwan ein billiges Plastikentchen zu machen. Es gelang: alles, was 'Përrallë' groß und edel machte - die schwelgerischen Geigen, der dramatische Liedaufbau, Eneda Tarifas geschmackvolles Abendkleid vom FiK-Auftritt - wurde herausoperiert und durch Talmi ersetzt. Sei es die beinahe quäkige Instrumentierung, der durchlaufende und äußerst unpassende Plastikbeat oder die Flurschäden, die…
Weiterlesen
Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Von blon­dier­ten Bar­bies und toten Schlagerdiven

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Von blon­dier­ten Bar­bies und toten Schlagerdiven

So, ein verregneter Sonntagnachmittag, noch ein paar Minuten bis zum Beginn des rumänischen Vorentscheidungsfinales: kurz Zeit also, über einige Phänomene der letzten Tage zu sinnieren. Beginnen wir zunächst mit dem scheinbar merkwürdigen Abstimmungsverhalten in einigen Ländern und den dazugehörigen Hintergründen. Da ist das allgemein unerwartete und schockierende Ergebnis in Polen, wo die Zuschauer/innen eine zottelige Jack-Sparrow-Kopie wählten und den von vielen Fans bereits als möglichen Siegertitel des ESC 2016 gehandelten Song 'Cool me down' von Margaret verschmähten. Was vielleicht weniger verwundert, wenn man sich vor Augen führt, dass der Sender TVP beim gestrigen Televoting pro Anschluss lediglich einen Anruf wertete. Sicherlich fairer…
Weiterlesen
Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mund­ge­schäl­te Bana­nen aus Israel

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mund­ge­schäl­te Bana­nen aus Israel

Früher einmal stand das englische Wörtchen "gay" sowohl für "schwul", als auch - im Originalsinne - für "fröhlich". Das scheint lange her: mittlerweile hat sich bei vielen Berufshomos leider eine nervtötende Humorlosigkeit breit gemacht, wie sich am Beispiel der gerade laufenden israelischen Vorentscheidung Rising Star zeigt. Dort kam der junge Künstler Maor Gamliel eine Runde weiter, mit einem Song, der sich nach meinem Empfinden in freundschaftlich-neckender Weise über einen Schrankschwulen lustig macht. 'Moshiko', so der Name des titelgebenden Homos, "liebt Ärsche", "treibt keinen Sport", hält sich aber ständig im Umkleideraum auf, "lässt die Seife fallen", "schält Bananen mit dem Mund" und sollte…
Weiterlesen
Fes­ti­va­li i Kën­gës 2015: Angriff der James-Bond-Borgs

Fes­ti­va­li i Kën­gës 2015: Angriff der James-Bond-Borgs

Drei Abende, dreißig Songs, gefühlte dreihundert Stunden voll zäher Moderation, zäherer Lieder und zähester Interval-Acts sowie ungefähr dreitausend Wiederholungen der selben drei Werbeclips liegen hinter uns. Mit anderen Worten: ein ganz normales Festivali i Këngës! Und auch wenn man gegen Ende des dreieinhalbstündigen Finales schon alle Hoffnungen hatte fahren lassen: zuletzt schaffte es die (nach wie vor allein abstimmungsberechtigte) albanische Jury doch, eine Siegerin zu küren und uns damit das erste Lied für den Eurovision Song Contest 2016 zu schenken! 'Përrallë' heißt es, - jawohl, mit gleich zwei Diakrit-ës, wir sind schließlich in Tirana! - was sich mit 'Märchen' übersetzt. Und…
Weiterlesen
Ret­tet eine Dis­qua­li­fi­ka­ti­on die Schweiz?

Ret­tet eine Dis­qua­li­fi­ka­ti­on die Schweiz?

Unerhörtes trug sich heute in der Schweiz zu. Dort hatte, so viel kurz zur Vorgeschichte, am 6. Dezember 2015 die senderinterne Jury des deutschschweizerischen Senders SRF aus den wenigen Vorschlägen, welche die Internet-Vorrunde des dortigen Auswahlverfahrens überlebt hatten, die sechs Untauglichsten für das Finale am 13. Februar 2016 in Kreuzlingen herausgesucht. 'Holz vor dr Hüttn' von Platzhirsch, der einzige Song mit guten Chancen im internationalen Wettbewerb, blieb dabei natürlich auf der Strecke. Heute aber mussten die Züricher einen der ausgewählten Beiträge, 'Perché mi guardi cosi?' von Stéphanie Palazzo, disqualifizieren - die Dame hatte das Lied vor zwei Jahren bereits in einer französischen Fassung veröffentlicht.…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

Okay, ich geb's zu: sie kommt ein bisschen spät, diese Besprechung. Direkt nach dem Finale im Mai ging das Buch vor und danach brauchte ich erst mal ein bisschen Abstand. Mit eben diesem Abstand habe ich mir nun, mehr als zwei Monate nach dem eigentlichen Event, die TV-Aufzeichnung des von mir live besuchten Jubiläums-Contests angeschaut. Und prompt stellte es sich wieder ein: dieses schon ihn Wien sehr subtil vorhandene Gefühl, dass es des Guten einfach irgendwie zu viel war. Zu viel von allem: zu viel Sendung (geschlagene vier Stunden ging die Show diesmal), zu viele Lieder (27, so viele wie noch nie zuvor…
Weiterlesen
Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Gleich vorneweg ein Wort der Vorwarnung: vermutlich sehe ich dieses Jahr einen komplett anderen Contest als ein Großteil meiner Leser/innen. Denn ich bin seit langem erstmals wieder vor Ort, und bekanntlich sind die Eindrücke in der Halle stets völlig andere als die zu Hause an den Flachbildschirmen. So hörte ich, zumindest schon mal heute im ersten Semifinale, beispielsweise nur satten, vollen Sound und weitestgehend fehlerfreien Gesang - dies also zur Erklärung, falls das an den Rundfunkempfängern anders herüberkam. Dann ein weiteres Wort der Vorwarnung: ich bin stocksauer! Auf Europa! Und zwar, weil die fantastischen Finnen nicht weiterkamen. Nein, 'Aina Mun Pitää' wird…
Weiterlesen

Die Vil­la­ge Peop­le sind in Wien: ers­te Pro­ben ers­tes Semi 2015

Seit Montag Mittag sind die Spiele offiziell eröffnet: in der Wiener Stadthalle probten gestern und heute die 16 Teilnehmer/innen des ersten Semifinales am kommenden Dienstag. Und obgleich es sich um den allerersten, technischen Durchlauf handelte, der hauptsächlich zum Finden der richtigen Kameraeinstellungen und Beleuchtung diente, berichteten die zahlreich in Wien bereits aufgeschlagenen Schwurnalisten natürlich ausführlich über jedes noch so kleine Detail und erstellten umgehend neue Prognosen. Wenn nicht gerade kontrovers über den Aufreger des Tages debattiert wurde: so rüstet die Wiener Stadtverwaltung derzeit 120 Fußgängerampeln mit mit neuen Symbolen aus: händchenhaltend gemeinsam wartende bzw. laufende Pärchen - darunter auch gleichgeschlechtliche -…
Weiterlesen

Der Lum­pen­samm­ler nach Wien (NO, AZ, RU, SM 2015)

Eigentlich sollte heute Vormittag noch ein ausführlicher Bericht zum Melodi Grand Prix folgen, das ich am Samstag nicht mehr schaffte und Sonntag früh nachzuholen gedachte. Doch dann machte mir die Technik einen Strich durch die Rechnung - nie wieder PCs oder Laptops von Acer! Und zwischenzeitlich stapeln sich hier die noch in letzter Minute vor dem Einsendeschluss ausgewählten oder upgedateten Beiträge für Wien. Daher jetzt im Schnelldurchlauf alles Wichtige vom Wochenende. Die Norweger entschieden sich am Samstag sehenden Auges für noch eine Ballade - und sie trafen damit eine gute Wahl. 'Monster like me' von Mørland und Debrah Scarlett klingt nicht nur vom…
Weiterlesen

Elhai­da Dani pullt eine Elitsa

Eigentlich gehört der unverhoffte Songtausch ja zu den weißrussischen oder ukrainischen Spezialitäten. Nun übt sich auch Albanien in dieser Kunst: wie die Gewinnerin des 53. Festivali i Kenges und diesjährige skipetarische Eurovisionsvertreterin Elhaida Dani gestern auf ihrer Facebook-Seite verkündete, steht ihr Siegertitel 'Diell' nicht mehr für Wien zur Verfügung. Nach ihren Angaben habe Aldo Shllaku, der Komponist des Liedes, sein Einverständnis für die Verwendung als Wettbewerbsbeitrag zurückgezogen. Ob dies im Zusammenhang mit der geplanten Transferierung in Englische und / oder der notwendigen Kürzung auf die regelkonformen drei Minuten steht, ist nicht bekannt. Denkbar scheint auch, dass Dani und / oder RTSH…
Weiterlesen

Alba­ni­en 2015: from Zero to Hero

Ein Herz für Randgruppen scheinen sie zu haben, die Skipetaren: als eindrücklichster Auftritt des 53. Festivali i Këngës (FiK), der seit 2004 zur Eurovisionsvorentscheidung genutzten albanischen Variante des feierlichen San-Remo-Festivals, bleibt eine zur Halbzeit eingeschobene, spielerisch-anrührende Vollplaybackperformance des jugendlichen Moderators Turjan Hyska in Begleitung eines aus Kindern aller Altersgruppen mit Down-Syndrom bestehenden Chores in Erinnerung. Aber auch für Ältere war viel Platz beim FiK: so berichtete der schätzungsweise achtzigjährige Enver Petrovci von seinem Besuch in der Oper letzten Sonntag und der darauffolgenden einwöchigen Sauftour durch die Spelunken Tiranas - jedenfalls ließen Outfit (ein fleckenstarrender, zerlumpter Frack und Zylinder), seine Knitterfalten sowie seine Grabesstimme keinen anderen…
Weiterlesen

No Coke: Dr. Alba­ni­en ist tot

Heute morgen starb unter noch ungeklärten Ursachen der mehrfache Festival i Këngës-Teilnehmer und Komponist des albanischen Eurovisionsbeitrags von 2006, 'Zjarr e Ftohtë', dargeboten seinerzeit von Luiz Ejlli und den lustigen Kondomhütchenmännern. Wie die Balkan News Agency berichtet, wurde der 39jährige Rapper Florand Kondo alias Dr. Flori bereits leblos in der Notaufnahme des Mutter-Theresa-Krankenhauses in Tirana eingeliefert. Vermutliche Todesursache sei eine Drogen-Überdosis. Sängerin Juliana Pasha (AL 2010) zeigte sich schockiert: "Die Drogen haben ein weiteres Leben genommen, diesmal das eines albanischen Künstlers. Worte können den Schmerz nicht richtig fassen, den Schmerz über diesen unerwarteten Verlust. Möge Gott mit Deiner Seele sein,…
Weiterlesen

Türk­vi­zyon 2014 ohne alba­ni­sches Feuer?

Nur noch eine Woche bis zum Finale der Türkvizyon 2014 im tatarischen Kasan, und erneut regiert das völlige Chaos. Hieß es ursprünglich einmal, alle Teilnehmer sollten bis zum 30. September feststehen, so tauchte gestern wie aus dem Nichts die am kaspischen Meer gelegene Erdöldiktatur Turkmenistan auf der offiziellen Länderliste des osmanischen Gegen-Grand-Prixs auf. Heute reichte man sogar die Repräsentantin des nach seiner Abspaltung von der Sowjetunion vor allem durch einen bizarren Personenkult um den 2006 verstorbenen, selbsternannten "Türkmenbaşy" (den ehemaligen KP-Vorsitzenden und anschließenden Diktator Saparmyrat Nyýazow) bekannt gewordenen Staates nach: Züleyha Kakayeva heißt sie und verhüllt sich auf dem Pressefoto der Türkvizyonsseite unter…
Weiterlesen

Türk­vi­zyon 2014: da waren’s wie­der 24

Albanien, das dieser Tage erst verbindlich seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2015 zusagte, ist zugleich das neueste Mitglied im Kreis der Türkvizyon-Länder. Somit bleibt - falls es nicht noch zu weiteren kurzfristigen Änderungen kommt - die Anzahl der Teilnehmerländer bei der zweiten Ausgabe des osmanischen Grand-Prix-Gegenentwurfs im tatarischen Kasan genau so hoch wie bei der Premiere im türkischen Eskişehir, nämlich bei 24. Anstelle der autonomen russischen Republiken Altai und Kemerowo sowie des Kosovos und Weißrusslands treten nach derzeitigem Stand Albanien, Deutschland, der Iran und Russland an. Die skipetarische Vertreterin in Kasan heißt Xhoana Bejko, auch unter Xhoi bekannt (diejenige für Wien entscheidet sich…
Weiterlesen

Wie ärger­lich: Alba­ni­en ver­saut sich den Song

Seit wenigen Minuten ist die von Anfang an fest eingeplante englischsprachige Fassung des albanischen Beitrags 'Zemërimi i një Nate' von Herciana Matmuja, akkurat in 'One Night's Anger' übersetzt, bekannt. Musikalisch gab es keine all zu großen Änderungen - bis auf eine, allerdings entscheidende: der dreißigsekündige, mit großer Streicherbesetzung und harten Rockgitarren live gespielte Prolog zum eigentlichen, dreiminütigen Lied fällt ersatzlos weg. Und damit leider auch der beste Part des Beitrags, der dem Zuhörer schon mal die Ohren öffnete und die Neugier auf den folgenden Titel weckte. Der plätschert nun anderthalb Minuten unentschieden und strukturlos vor sich hin; bis dann endlich…
Weiterlesen

Alba­ni­en 2014: All Kinds of Everything

'Zemërimi i një Nate' ('Der Ärger einer Nacht') heißt der albanische Eurovisionsbeitrag 2014 und fasst das Geschehen beim 52. San Roma Festival Festivali i Këngës ganz gut zusammen. Es ist ein musikalischer Kessel Buntes, den Herciana Matmuja, auch bekannt als Hersi, hier präsentiert: auf ein dramatisches James-Bond-Intro mit Rockgitarren folgen überraschend Trompeten und Geigen, dann kippt der Song unvermittelt in eine relativ klassische Klavierballade um. Hersi, ganz in edlem Schwarz und mit, ahem, interessantem Pagenschnitt, singt mit Inbrunst und angemessen zornigem Gesicht. Bei den besonders intensiven Tönen könnte man eine komplette Wassermelone in ihrem Mund versenken. Das wäre alles ganz prima, hätte…
Weiterlesen
Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

"Wie der Philosoph schon sagt: es steckt eine Frau im Rock eines jeden großen Mannes": schöner hätte Gastgeberin Petra Mede (ich bleibe dabei: ein Glücksgriff für den Grand Prix) den letzten Auftritt des heutigen Abends, Rumäniens Transsylvestie-Star Cezar, nicht abmoderien können. Ein wunderschön runder Eurovisionsabend liegt hinter uns, mit einem wunderschön runden Ergebnis: 90% verdiente Finalisten, das findet sich selten in einer Qualifikationsrunde. Ärgern dürften sich nur die Verschwörungstheoretiker: mit Mazedonien und Albanien schieden heute auch noch die letzten Balkanstaaten aus, der Balkanblock ist damit Geschichte und hat als Ausrede für schlechte Westergebnisse ausgedient. https://www.youtube.com/watch?v=JEiWOQAyJdo Einen hübsch glitternden, energiegeladenen Auftakt…
Weiterlesen

Sechs­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: zwei­tes Semi, die Chancen

Ein langer Tag liegt vor uns: in Malmö proben heute die 17 Semifinalisten der zweiten Qualifikationsrunde vom Donnerstag zum zweiten Mal. Wie die Blogger berichten und meine Facebook-Meldungen mir bestätigen, trudeln immer mehr Fans in Malmö ein, das EuroFanCafé und der EuroClub füllen sich und die ersten bizarren Musikwünsche werden gespielt. Auch die deutsche Delegation landete heute in Schweden. Wenden wir uns aber nun den Teilnehmern des zweiten Semis und ihren Finalchancen zu, basierend auf dem heutigen Probentag. EuroClub-Track des Tages: 'Hullu yö' (FI 1991) (mehr …)
Weiterlesen

Vier­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: von Blut und Alkohol

'Alcohol is free' ist nicht nur der Titel des griechischen Beitrags, es war auch das gelebte Motto der irischen Party am gestrigen Abend, was bei etlichen Malmö-Bloggern heute früh für personelle Ausfälle und dicke Schädel sorgte, wie zu lesen war. Glücklicherweise waren es auch die Griechen, die als erste heute früh probten und mit ihrem Energie- und Testosteronlevel die Sinne belebten. Leider verzichteten Koza Mostra an ihrem ersten Probentag - noch, wie ich hoffe! - auf die sexy Kilts, dafür brachten sie beleuchtbare Instrumente mit, die bei abgedunkelter Bühne während des Breaks für einen schönen visuellen Effekt sorgen. Natürlich dürfen…
Weiterlesen

Die fri­schen Euro­vi­si­ons-Remi­xe sind eingetroffen!

Eine knappe Woche noch bis zur offiziellen Deadline der EBU für das Einreichen der Eurovisionsbeiträge, und so langsam trudeln immer mehr offizielle Videoclips beim Youtube-Kanal von eurovision.tv ein. Ihre aufpolierten Eurovisionsfassungen präsentierten heute sowohl Albanien als auch die Ukraine. Große Überraschung: gerade die Skipetaren, die ja für das heftige Herumschrauben an ihren Songs bekannt sind, schafften es erstaunlicherweise, trotz massiven Kürzens von über vier auf regelkonforme drei Minuten die 'Identitet' ihres Beitrags zu bewahren. Albanien, das Land des Plattenbaus: Adrian & Bledar (mehr …)
Weiterlesen

Alba­ner klau­en jetzt sogar schon ihre Iden­ti­tät! (AL 2013)

Überraschend für die meisten westlichen Zuschauer siegte gestern Abend beim 51. Festivali i Këngës das Duo Adrian Lulgjuraj und Bledar Sejko mit dem Ethnorockstampfer 'Identitet'. Sie setzten sich mit der druckvollen Rockballade im reinen Juryvoting gegen die Exvertreterinnen Anjeza Shahini (2004) und Kejsi Tola (2009) durch, die beide mit stimmlich sauberen Leistungen überzeugten, aber ebenso einschläfernde Lieder performten wie der Rest des albanischen Teilnehmerfeldes. Der Siegersong, obschon auch kein Meisterwerk der Komponierkunst und von sehr begrenzter Eingängigkeit, unterhielt hingegen mit seiner Mischung aus Ethnoklängen, großer Streicherinstrumentierung, nach vorne gehendem Rocksound und einem mit der Zunge gespielten, virtuosen Gitarrensolo. Dieses zentrale Songelement…
Weiterlesen
Ers­tes ESC-Semi 2012: Scham­lip­pen­lap­pen und Popos

Ers­tes ESC-Semi 2012: Scham­lip­pen­lap­pen und Popos

Flammentürme. Immer und immer wieder diese Flammentürme! Der überdeutliche Wille der aserbaidschanischen Herrschersippe der Aliyews, ihren autokratisch regierten, postsowjetischen Kaukasusstaat anläßlich des in Baku auszutragenden Contests als modernes Land zu präsentieren, fand seinen ersten Niederschlag in den zwischen den Auftritten gezeigten Postkarten: wunderschön gemachte touristische Hochglanzbilder, die allerdings in ihrer starken Fokussierung auf die beeindruckenden Prachtbauten der Hauptstadt, darunter die besagten futuristischen - und noch nicht ganz fertiggestellten - gläsernen Drillingshochhäuser, auf Dauer doch ein wenig ermüdeten. https://www.youtube.com/watch?v=ttPqxZOJ-E4 So, wie auch die Moderationen des deutschen Kommentators Peter Urban. Ausgewogen, fundiert und amüsant zwar - aber leider an allen drei Abenden die…
Weiterlesen