Alex

Ein Lied für Dub­lin 1994: Wor­te die wehtun

Ein Lied für Dub­lin 1994: Wor­te die wehtun

Ein letztes Mal noch wollte der ORF der klassischen öffentlichen Vorentscheidung eine Chance geben. Im verzweifelten Bemühen, ein bisschen zeitgeistiger zu wirken, verlegte man die Show aus dem ORF-Fernsehtheater in den Club Nachtwerk und engagierte den yuppiehaft wirkenden, sich 1997 als schwul outenden Schauspieler Alfons Haider, bekannt geworden vor allem als rasender TV-Reporter auf dem glamourösen Opernball, als Moderator. Von den acht im extra reduzierten Starterfeld angetretenen Beiträgen schmückte sich die Hälfte mit italienischen oder englischen Titeln, obschon nach den gültigen Sprachregeln weiterhin auf Deutsch gesungen werden musste. Dieser Etikettenschwindel setzte sich bis in die Musik hinein fort: so wirbelte…
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Ein Lied für Rom 1991: Kein Land in Sicht

Ein Lied für Rom 1991: Kein Land in Sicht

Vier Mal innerhalb der letzten Dekade ein Platz ganz weit hinten beim europäischen Wettsingen, darunter zwei letzte und ein Nulpointer, ein nachträglich disqualifizierter Vorentscheidungssieger im Vorjahr: der Eurovision Song Contest genoss bei den Österreicher:innen Anfang der Neunziger nicht unbedingt das beste Ansehen. Zumal er sich musikalisch niemals weiter weg vom aktuellen Popgeschehen präsentierte als zu jener Zeit, nicht zuletzt aufgrund des noch immer geltenden Landessprachenzwangs: auch in der heimischen Hitparade dominierten seinerzeit fast ausschließlich englischsprachige Pop-Produktionen, als einzige Ausnahmen konnten sich die frühere Vorentscheidungsteilnehmerin Jazz-Gitti und die Blödeltruppe EAV unter die Top 30-Jahrescharts mischen. Von den beiden war jedoch beim…
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Ein Lied für Zagreb 1990: Da legst di nieder

Ein Lied für Zagreb 1990: Da legst di nieder

Es ist aber auch wie verhext: da entschloss sich das österreichische Fernsehen ORF ausgerechnet im Jahre 1990, wo im deutschen Sprachraum nun wirklich niemand mehr auch nur einen Pfifferling auf den Eurovision Song Contest gab, nach einer halben Dekade ausschließlich interner Auswahlen wieder zu einem öffentlichen Vorentscheid zurückzukehren, lustigerweise unter dem selben Namen wie die Veranstaltung im nördlichen Nachbarland, nämlich Ein Lied für Zagreb. Durch mehrere hundert Songvorschläge musste sich eine bedauernswerte Jury durchquälen, um die zehn am wenigsten furchtbaren Titel herauszusieben. Für den Kreis der Interpret:innen sichtet man das Archiv der hauseigenen Talentshow Die große Chance und rekrutierte alles,…
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