Anita Spanner

Ein Lied für Rom 1991: Kein Land in Sicht

Ein Lied für Rom 1991: Kein Land in Sicht

Vier Mal innerhalb der letzten Dekade ein Platz ganz weit hinten beim europäischen Wettsingen, darunter zwei letzte und ein Nulpointer, ein nachträglich disqualifizierter Vorentscheidungssieger im Vorjahr: der Eurovision Song Contest genoss bei den Österreicher:innen Anfang der Neunziger nicht unbedingt das beste Ansehen. Zumal er sich musikalisch niemals weiter weg vom aktuellen Popgeschehen präsentierte als zu jener Zeit, nicht zuletzt aufgrund des noch immer geltenden Landessprachenzwangs: auch in der heimischen Hitparade dominierten seinerzeit fast ausschließlich englischsprachige Pop-Produktionen, als einzige Ausnahmen konnten sich die frühere Vorentscheidungsteilnehmerin Jazz-Gitti und die Blödeltruppe EAV unter die Top 30-Jahrescharts mischen. Von den beiden war jedoch beim…
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Aus Zwölf wird eins 1984: Sonst ver­lier’ ich noch den Verstand

Aus Zwölf wird eins 1984: Sonst ver­lier’ ich noch den Verstand

"Die Schatten der Vergangenheit sind nicht für uns da [...] / Vergangenes, das zählt nicht mehr, wir schieben es weg": sehr selten wurde in der deutschsprachigen Populärkultur der von aktiver Verdrängung geprägte Umgang mit der Nazi-Zeit so offensiv thematisiert wie beim österreichischen Eurovisionsvorentscheid im Jahre 1984. Allerdings sollte der vom Wiener Musiker Peter Janda ('Die Zeit ist einsam', 1986) komponierte und bei Ralph Siegels Firma Jupiter Records veröffentlichte Schlager 'Die Schatten der Vergangenheit' keinesfalls als Kritik an der Verweigerung der geschichtlichen Aufarbeitung zu verstehen sein. Sondern ganz im Gegenteil als nachgerade aggressive Aufforderung, die unerträglichen Bilder des Holocaust für immer…
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