Armenien

Das Land der Apri­ko­sen fällt beim ESC ger­ne mal durch klei­ne Sei­ten­hie­be auf den Erz­feind Aser­bai­dschan auf. Es schwankt bestän­dig zwi­schen wech­seln­den Vor­ent­schei­dungs­for­ma­ten und inter­ner Aus­wahl, zwi­schen guten Final­plat­zie­run­gen und dem Semi-Aus sowie zwi­schen leicht­fü­ßi­gem Pop und mit natio­na­lem Pathos auf­ge­la­de­nem, ein­schlä­fern­dem Jazz-Genudel.
Dabei seit: 2006; ESC-Sie­ge: kei­ne; Rote Later­nen: keine.

ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

Schon der Einspieler hätte es erahnen lassen können, in dem die Dänen die Eurovisionstrophäe, das gläserne Mikrofon, vom 14 Kilometer entfernten Malmö nach Kopenhagen holten - mit abenteuerlichen Stunts in bester James-Bond-Manier und unterlegt von den jazzigen Klängen des 1963er Siegertitels 'Dansevise' vom dänischen Filmmusikkomponisten Jørgen Ingman. Dennoch: dass am Ende dieses grandiosen Abends eine österreichische Diva mit Bart und einer shirleybasseyesken Bond-Ballade selbige Trophäe mit einem triumphalen "We are unstoppable!" in die Luft recken würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. Doch Europa zeigte sich an diesem denkwürdigen, geschichtsträchtigen Samstag toleranter und offener als erwartet. Und…
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Ers­tes Dele­ga­tio­nen­tref­fen in Kopen­ha­gen: die Uhr tickt

Heute fand das erste Delegationentreffen in Kopenhagen statt - zeitgleich die Deadline für die finalen Remixe der Beiträge für den Eurovision Song Contest 2014. Zumindest auf dem Papier, denn noch immer fehlen die Songs aus Russland (wo wir immerhin schon mal den Titel kennen, den die Tomalchevy-Zwillinge singen werden, nämlich - wie originell! - 'Shine') und Österreich, wo man Conchita Wurst schon vorab den Preis für die beste Diva zuerkennen muss: bereits Anfang September 2013 als erste Grand-Prix-Teilnehmerin des Jahrgangs überhaupt annonciert - und dann als Letzte, noch nach dem offiziellen Abgabeschluss, den Song präsentiert. Respekt! Morgen Vormittag sollen beide…
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Arme­ni­en 2014: You are not alone

Nach monatelanger, atemloser Spannung war es heute Abend endlich soweit: der armenische Mohamed Compact-Disc, Verzeihung: Aram MP3, stellte am Ende eines Fernsehspecials, in dem sämtliche bisherigen Eurovisionsvertreter des Landes auftreten und ihre aktuelle Scheibe zu Gehör bringen durften, seinen Song für Kopenhagen vor. Und was soll ich sagen: das Warten hat sich gelohnt! 'Not alone' ist eine extrem spannungsreich und geschickt aufgebaute, hochdramatische Ballade, die mich in großen Gefühlen baden lässt. Als sanfter Klavierreigen anfangend, steigert er sich mit schwelgerischen Streichern und hübschen Marschtrommel-Verzierungen langsam, aber unaufhaltsam zu einem furiosen Höhepunkt empor, bei dem sogar aggressiver Dubstep zum Einsatz kommt,…
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Eine MP3 von Aram für Arme­ni­en 2014

In einer Silvestergala präsentierte das armenische Fernsehen im vergangenen Jahr (also vor wenigen Stunden) den Vertreter des Landes beim Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen. Selbiger ist nach Recherche des Prinz-Blogs Comedian, TV-Moderator (u.a. X-Factor Armenien) und Komponist, heißt mit bürgerlichem Namen Aram Sargsyan, hört auf der Bühne aber auf den etwas merkwürdigen Künstlernamen Aram MP3 - das ließe sich allenfalls mit einer Doris Download für Deutschland kontern. Arams Grand-Prix-Titel soll voraussichtlich im Februar nachgereicht werden, ob eine öffentliche Songauswahl wie bei Emmy (AM 2011) oder den Dorians (AM 2013) stattfindet, steht noch nicht fest. Eine schnelle Youtube-Werkschau offenbart eine einprägsame…
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Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

"Wie der Philosoph schon sagt: es steckt eine Frau im Rock eines jeden großen Mannes": schöner hätte Gastgeberin Petra Mede (ich bleibe dabei: ein Glücksgriff für den Grand Prix) den letzten Auftritt des heutigen Abends, Rumäniens Transsylvestie-Star Cezar, nicht abmoderien können. Ein wunderschön runder Eurovisionsabend liegt hinter uns, mit einem wunderschön runden Ergebnis: 90% verdiente Finalisten, das findet sich selten in einer Qualifikationsrunde. Ärgern dürften sich nur die Verschwörungstheoretiker: mit Mazedonien und Albanien schieden heute auch noch die letzten Balkanstaaten aus, der Balkanblock ist damit Geschichte und hat als Ausrede für schlechte Westergebnisse ausgedient. https://www.youtube.com/watch?v=JEiWOQAyJdo Einen hübsch glitternden, energiegeladenen Auftakt…
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Sechs­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: zwei­tes Semi, die Chancen

Ein langer Tag liegt vor uns: in Malmö proben heute die 17 Semifinalisten der zweiten Qualifikationsrunde vom Donnerstag zum zweiten Mal. Wie die Blogger berichten und meine Facebook-Meldungen mir bestätigen, trudeln immer mehr Fans in Malmö ein, das EuroFanCafé und der EuroClub füllen sich und die ersten bizarren Musikwünsche werden gespielt. Auch die deutsche Delegation landete heute in Schweden. Wenden wir uns aber nun den Teilnehmern des zweiten Semis und ihren Finalchancen zu, basierend auf dem heutigen Probentag. EuroClub-Track des Tages: 'Hullu yö' (FI 1991) (mehr …)
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Vier­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: von Blut und Alkohol

'Alcohol is free' ist nicht nur der Titel des griechischen Beitrags, es war auch das gelebte Motto der irischen Party am gestrigen Abend, was bei etlichen Malmö-Bloggern heute früh für personelle Ausfälle und dicke Schädel sorgte, wie zu lesen war. Glücklicherweise waren es auch die Griechen, die als erste heute früh probten und mit ihrem Energie- und Testosteronlevel die Sinne belebten. Leider verzichteten Koza Mostra an ihrem ersten Probentag - noch, wie ich hoffe! - auf die sexy Kilts, dafür brachten sie beleuchtbare Instrumente mit, die bei abgedunkelter Bühne während des Breaks für einen schönen visuellen Effekt sorgen. Natürlich dürfen…
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Essen­zi­el­les aus Italien!

So, und damit steht nun auch der letzte Beitrag für den Eurovision Song Contest 2013 fest. Es ist ein Lied, welches wir bereits kennen: 'L'Essenziale', den Siegertitel des San-Remo-Festivals 2013, wird Marco Mengoni in Malmö zu Gehör bringen. Und auch, wenn ein Teil von mir sich laut schreiend auf dem Boden wälzen und sich die Haare ausreißen möchte, weil auch der allerletzte verfügbare Platz nun mit noch einer Ballade belegt wurde, so freut sich klammheimlich der andere Teil, der sich bei der Siegerreprise dann im Zweifel doch viel lieber von einem rehäugigen Ragazzo mit Mafiabärtchen ansülzen lassen möchte als von…
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Arme­ni­en und der Pla­net Eurovision

Welchen Sinn macht es, eine Rockband zum Eurovision Song Contest zu schicken, die nicht rockt? Das blieb nicht das einzige Rätsel beim heutigen Eurostuhl (ich muss immer wieder drüber schmunzeln, auch wenn ich mich damit des billigen Fäkalhumores schuldig mache), dem Song-Entscheid Armeniens. Angetreten war die Band The Dorians, die Hardrocklegenden wie Led Zeppelin und Black Sabbath zu ihren Vorbildern zählt. Allerdings nicht unter ihrem Namen, sondern als "Begleitung" ihres Frontsängers Gor Sujyan. Und streckenweise verbreiteten die kernigen Jungs um Gor herum auch mimisch den Eindruck, als sei ihnen die Eurovisionsteilnahme ziemlich unangenehm oder sie von den vier vorgetragenen Songalternativen…
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Boit du Cham­pa­gne: drei neue Künst­ler für Malmö

Als hätten sie sich verabredet, direktnominierten gestern Abend gleich drei Länder ihre Kandidaten für den Eurovision Song Contest 2013. Und weil sie den mit Abstand schönsten Namen hat, beginnen wir mit der französischen Vertreterin: Amandine Bourgeois (nein, das habe ich mir nicht ausgedacht. Die heißt wirklich so!) gewann 2008 eine Castingshow und veröffentlichte seither zwei Alben, Presseberichten zufolge allerdings ohne all zu großen Erfolg. Ihr Song für Malmö heißt 'L'Enfer et moi' ('Die Hölle und ich') und nach einer kleinen Youtube-Recherche beabsichtigt sie wohl, uns durch Langeweile zu foltern. Vermutlich geht es in dieser Nummer nicht um Amadine, denn... ...die klingt…
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Arme­ni­en, nein dan­ke: kei­ne Apri­ko­sen­ker­ne im Euroclub

Wie der deutsche DJ DouzePoints gerade im Prinz-Blog berichtet, ist es im Bakuer Euroclub - der extra für die Eurovision unweit der Crystal Hall errichteten Eurovisionsdisco für die Delegationen und Akkreditierten - nicht gestattet, armenische Titel aufzulegen. Nachdem DouzePoints, dem diese angeblich bereits publizierte Regel nicht bekannt gewesen sei, in seinem heutigen DJ-Set unter anderem einen Remix von Eva Rivas 'Apricot Stone' spielte, sei eine halbe Stunde später der Clubchef bei ihm aufgekreuzt und wies darauf hin, das dies im Euroclub strikt untersagt sei: "sonst bekommen wir ein richtiges Problem". So viel zu den Zusagen der aserbaidschanischen Regierung, auch die…
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Wein nicht um mich, Armenien

Lange zierte sich das mit dem Gastgeberland verfeindete Armenien. Heute Morgen gab die EBU bekannt, dass in Baku nur 42 Nationen gegeneinander antreten werden - das Land der Aprikose habe die EBU offiziell über seinen Rückzug vom Eurovision Song Contest 2012 informiert. Die zeigte sich in einem Pressestatement "zutiefst enttäuscht", schließlich habe man alles getan, um die Teilnahme des sich mit Aserbaidschan in einem eingefrorenen Krieg um Berg-Karabach befindliche Land zu ermöglichen. Gründe für den Rückzug wurden keine genannt, es existiert aber ein Boykottaufruf armenischer Künstler, der sich auf einen umstrittenen Todesfall von Ende Januar 2012 im Zusammenhang mit diesen Auseinandersetzungen bezieht.…
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Fang­fri­sche Musikvideos

Gut einen Monat liegt das Ende der Vorentscheidungssaison 2011 nun zurück. Zwischenzeitlich reichten einige Länder noch professionelle Musikvideos nach, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Da ist an vorderster Front Eric "Marquis de" Saade zu nennen, der in seinem (sehr düsteren) Clip auf Michael Jacksons Spuren wandelt und die Geschichte des Tanzwettbewerbs mit einer Straßengang aus 'Beat it' nacherzählt. Nur, dass es in Erics Fassung nicht bei der sublimen Verlagerung der Rivalität zwischen Gut und Böse in den Tanz bleibt, sondern er von den fiesen Bullies gleich zu Anfang erst mal richtig die Fresse poliert bekommt. Nichts für empfindliche…
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Hip Pop Hoor­ay! Ho! Hey! (AM 2001)

Hurra! Endlich ein richtiger Popsong für Düsseldorf! Die Armenier entschieden sich soeben unter vier Titeln für den fabelhaften Eurodance-Knaller 'Boom Boom'. Da werden Erinnerungen an goldene Vengaboys-Zeiten wach! httpv://www.youtube.com/watch?v=HVa9NzXlVpA Boom boom tschakka tschakka, my Love is Laka Laka - ja, den verrückten Bosnier lieben wir doch alle! (mehr …)
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ESC-Fina­le 2010: Do I have to sing again?

ESC-Fina­le 2010: Do I have to sing again?

Ein Meilensteincontest und das Ende eines heimischen Traumas: 28 Jahre, nachdem eine blockflötenhafte junge Saarländerin im Kommunionskleid Europa überzeugen konnte, dass Deutschland nicht mehr den totalen Krieg will, sondern nur noch "ein bißchen Frieden" (DE 1982), und zwölf Jahre, nachdem ein zottelhaariger Derwisch dem ungläubig staunenden Ausland demonstrierte, dass Deutsche doch Humor haben ('Guildo hat Euch lieb', DE 1998), verdrehte eine charmante Hannoveranerin einem ganzen Kontinent den Kopf, in dem sie bewies, dass wir auch lässig sein können. Im Gegensatz zu den diesjährigen Fluten von hörbar auf den vermuteten Jurygeschmack hin produzierten, saft- und kraftlosen Seichtballaden oder den mit viel…
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Zwei­tes ESC-Semi 2010: Sca­red to lose my Fun

Zwei­tes ESC-Semi 2010: Sca­red to lose my Fun

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: das habt Ihr nun davon, liebe Juryfreunde! Kaum knackte das diabolische Bevormundungsgremium auch die Qualifikationsrunden, waren wir wieder genau dort angekommen, von wo der Wettbewerb einst in eine knapp zehnjährige Hochphase zeitgenössischer Popmusik aufbrach: es ist wieder 1996! Und wir sind zurück beim Eurovision Schnarch Contest, wo es keine Rolle spielt, wie beschissen man singt und wie stark man die Töne versemmelt, Hauptsache man präsentiert eine lahme, tödlich einschläfernde Ballade! Doch nicht nur musikalisch wurden wir heuer Zeuge des Eurovision Horror Contest: nach dem fachgerechten Würgen zarter Frauenhälse im ersten Semi lautete das Leitthema dieser…
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Arme­ni­en 2010: Aus­ge­rech­net Bananen

Welch wunderbar absurde Darbietung: kaum hat man sich kurz darüber beömmelt, dass die armenische Vorentscheidung aus irgendeinem Grund Eurostuhl zu heißen scheint (so viel Scheiße dabei?), erschrickt man schon zu Tode. Denn aus dem tiefen Dunkel der Bühne taucht unvermittelt Gevatter Hein, der grimme Schnitter, auf und quäkt ein paar jaulende Töne durch eine Blockflöte. Gerade ältere Zuschauer könnten an dieser Stelle denken, nun habe ihr letztes Stündlein geschlagen. Gefolgt von einem mafiös aussehender Gitarristen und einer haarverlängerten Yvonne Schnatterfeld (unter dem Tarnnamen Eva Rivas), die im Hochzeitskleid und in einem Mischmasch aus typisch grottigem Ostblock-Englisch und anderen, genau so…
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ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

Als haushoher Favorit ging er ins Rennen, als wolkenkratzerhoher Sieger ging er daraus hervor: der norwegische Knuffel Alexander Rybak. Punkte aus allen 42 abstimmenden Ländern, darunter sechzehn Mal die Höchstwertung; hundert Punkte Abstand zur Zweitplatzierten: das Abschneiden des nordischen Eurovisionsmärchens geriet zum erwartbarsten Sieg seit 1976. Und stand somit leider auch am Ende der wohl langweiligsten Punkteauszählung seit Menschengedenken. Die auch durch den neu eingeführten 50/50-Jury-Televoting-Mix nicht spannender wurde. Im Gegenteil: auch die Juror:innen setzten den norwegischen Geigentroll mit astronomischem Abstand an die Spitze. https://www.youtube.com/watch?v=WXwgZL4zx9o Alex und die Manamana-Singerettes (NO). Meine Vermutung, zubrotfreudige Juror:innen könnten gar die Verantwortung für das…
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Arme­ni­en 2009: Es fährt ein Zug nach nirgendwo

So, Halbzeit und ich hänge schon wieder: nun im Schnelldurchlauf die Eurovisionsbeiträge der letzten Woche. Armenien schickt zwei Schwestern (Inga & Anush Arshakyan), die den Achtzigerjahre-Look mit Stirnbändern und voluminösen Klamotten mit Neunzigerjahre-Schwarz und Ethnoschmuck kreuzen. Und auch musikalisch bedient ihr Song 'Jan jan' Retrotrends: zu ethnolastigem Dudelsack-Geflöte, das einem bereits nach wenigen Sekunden stark auf die Nerven geht, kommen Riverdance-Stampfrhythmen und ein Rumms-Bumms-Hammerrefrain. Angesichts des in diesem Jahr bejammernswert schwachen Wettbewerbsumfelds mit bislang vielleicht drei oder vier Titeln, die das Weiterkommen ins Finale verdienen, und der starken armenischen Diaspora scheint ein Scheitern im Semi dennoch unwahrscheinlich. In Armenien flötet man…
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ESC-Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

ESC-Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

Zwölf Anläufe hatte der flächengrößte und einwohnerstärkste Teilnehmerstaat des Eurovision Song Contest für seinen ersten Grand-Prix-Sieg gebraucht. Seinen Führungsanspruch und seine kulturelle Zugehörigkeit zu Europa wollte Russland damit unterstreichen - und vertiefte doch nur die Gräben, denn kaum ein Siegertitel rief im Westen so eine starke Ablehnung hervor wie Dima Bilans musikalisch malades und überanstrengt dargebotenes 'Believe', welches der Sargnagel für das hundertprozentige Zuschauervoting sein sollte. Für den russischen Plattenmillionär, dem bei seinem Erstversuch 2006 mit dem deutlich besseren 'Never let you go' nur die finnischen Monsterrocker Lordi in die Quere kamen, reichte es lediglich für einen schwachen Rang 54 in…
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Arme­ni­en 2008: Kel­le Family

Arme­ni­en 2008: Kel­le Family

Auch in Armenien stand die Interpretin - Sirusho - schon länger fest. Vorige Woche fand dann auch die Songauswahl statt. Unter vier Beiträgen setzte sich das hauptsächlich in so etwas wie Englisch gesungene Lied 'Qele qele' durch, mit dem Sirusho ein wenig auf den Pfaden von Helena Paparazzi Paparizou (GR 2005) wandelt. Der eingängige, eher einfach strukturierte Popsong überzeugt durch einen Rumms-Bumms-Powerrefrain, dezenten Ethnoflavour und eine hinreißende Interpretin. Ein kluger Mix: die Ethno-Instrumentierung mit einem haarscharf an der Grenze zwischen interessant und nervig quäkenden Dudelsack (oder ähnlichem) und possierlichen Flöten rettet den armenischen Ohrwurm vor einer all zu offensichtlichen Flachheit. Und…
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ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

Ein kollektives, erleichtertes Seufzen ging durch Europa: nach fünf Jahren Vorherrschaft der Show über die Musik siegte endlich wieder ein Lied! Ein sanftes, melodiöses, in der Landessprache gesungenes noch dazu. Eines ganz ohne Choreografie! Allerdings: so ganz stimmte das nicht. Molitva' gewann natürlich auch aufgrund seiner Show - nur, dass diese halt sehr viel unaufdringlicher daherkam als beispielsweise bei den finnischen Monsterrockern. Genau diese charmante Präsentation zärtlicher Solidarität zwischen fünf gut aussehenden und einer stimmgewaltigen Frau (nicht zu vergessen der subtil lesbische Unterton) hob den serbischen Beitrag aus der Flut aufwändiger Tanzchoreografien heraus und führte ihn zum hoch verdienten Sieg.…
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Vier­ter Super­sams­tag 2007

Vier­ter Super­sams­tag 2007

Massig neue Eurovisionsbeiträge liefen dieses Wochenende auf. Können natürlich nicht alles Knaller sein. Hier also die Sektion "Ferner liefen". Es beginnt mit einer optischen Kreuzung aus David Hasselhoff und Tom Jones für Armenien. Akustisch ein Mix aus Hari Mata Hari (BA 2006) und Nuno Resende (BE 2005), ist 'Anytime you need' von Hayko (leider ohne Mayko, harr harr) Hakobyan nichts anderes als drei Minuten gepflegte Langeweile. Hayko hat noch nicht mal eine unangenehme Stimme und er singt mit Leidenschaft, dennoch bleibt das Stück fade. Vielleicht klänge es in Landessprache etwas weniger dröge als in dem hörbar schlechten Englisch, mit dem er sich abmüht. Sorry, das…
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