Barbara Cassy

Ein Lied für Rom 1991: Und wir lern­ten zu verlieren

Ein Lied für Rom 1991: Und wir lern­ten zu verlieren

Das Jahr Eins nach der deutschen Wiedervereinigung: die ursprünglichen Pläne der Bürgerbewegung für eine eigenständige Deutsche Demokratische Republik, die diesen Namen auch verdient, waren zugunsten der schnellen D-Mark und der berühmten "blühenden Landschaften" (Helmut Kohl - wer ahnte schon, dass er damit von Unkraut überwucherte, eingestürzte VEB-Fabrikationshallen meinte?) zu Grabe getragen. Das ehemalige Fernsehen der DDR war unter dem Übergangsnamen Deutscher Fernsehfunk (DFF) gerade der ARD beigetreten. Diese nutzte die vermeintlich günstige Gelegenheit und stellte die Eurovisionsvorauswahl 1991 auf eine besonders breite Basis: sowohl der seit 1979 federführende Bayerische Rundfunk als auch der im Westteil der Stadt beheimatete Sender Freies Berlin und eben…
Weiterlesen
Ein Lied für Brüs­sel 1987: Geh ins Licht, Carol-Anne

Ein Lied für Brüs­sel 1987: Geh ins Licht, Carol-Anne

In diesem Jahr degenerierte die deutsche Vorentscheidung vollends zu einem Ralph-Siegel-Festspiel. Fast die Hälfte aller vorgestellten Titel, nämlich fünf von zwölf, stammten aus seiner Feder. Entweder hatte der Münchener Fließbandkomponist die Vorauswahljurys geschickt durch ihm hörige Menschen unterwandern lassen - oder, und das erscheint mir wahrscheinlicher, es wollte außer ihm tatsächlich niemand mehr mit dem Grand Prix in Verbindung gebracht werden. Dem Bayerischen Rundfunk schien das Ganze so peinlich zu sein, dass er die Show aus dem angestammten Münchener Sendestudio in die ungeliebte fränkische Provinz abschob: offenbar eine Bestrafungsaktion für das aufsässige Nordbayern. (mehr …)
Weiterlesen