Belarus

Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

"Måns ist sehr enttäuscht": das war er, der Satz des Abends, gesprochen vom deutschen Kommentator Peter Urban, nachdem Gastgeberin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auftritt des Weißrussen Ivan informierte, dass dieser ursprünglich nackt und in Begleitung von Wölfen zu performen gedachte, was die EBU im Hinblick auf die Regeln leider verbieten musste. Zum Missfallen des komoderierenden Vorjahressiegers, der gerade hinter Petra die Bühne enterte - im Adamskostüm, leider mit einem strategisch platzierten Plüschwolf vor dem Gemächt. Wie dankbar bin ich dem Schweden dafür, dass er ein dergestalt schamlos selbstverliebter, zeigefreudiger Exhibitionist ist, der wirklich keine Gelegenheit auslässt, seinen durchtrainierten Körper…
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Bestä­tigt: nur die ers­ten zehn Plät­ze wer­den verlesen

Wie eurofire auf Nachfrage von der EBU erfahren hat, werden beim Eurovision Song Contest 2016 tatsächlich nur die ersten zehn Plätze im Televoting vorgelesen. Die Ränge 26 bis 11 sollen lediglich auf dem Scoreboard angezeigt werden. Immerhin will man die Ergebnisse wohl nicht gebündelt auf einmal einblenden, sondern so, dass sie vom Zuschauer noch nachvollzogen werden können. In welchem Tempo das vonstatten gehen soll, ließ die EBU jedoch offen, wie eurofire schreibt. Zu vermuten steht, dass die nationalen Kommentatoren die kumulierten Zuschauerpunkte für das eigene Land gesondert erwähnen, wenn dieses nicht unter den Top Ten landet, also beispielsweise Peter Urban die zu…
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Gans oder gar nicht: mehr nack­te Tat­sa­chen aus Belarus

Gans oder gar nicht: mehr nack­te Tat­sa­chen aus Belarus

Der geneigte Leser meines Blogs erinnert sich sicherlich noch mit Schaudern an die Androhung des diesjährigen weißrussischen Vertreters Ivan, in Stockholm nackt und in Begleitung zweier Wölfe auftreten zu wollen. Ein Ansinnen, das er trotz entsprechender Hinweise aus EBU-Kreisen auf das strikte Verbot von Tieren auf der Eurovisionbühne, seien es nun Wölfe oder Aale, angeblich weiterhin mit Vehemenz verfolgt. Und für das er nun Unterstützung von seinem Mitbewerber Vitaly Karpanov erhält. Der hatte es mit seiner Band Drozdy und einem Loblied auf die 'Provinz' ebenfalls in der Vorrunde des diesjährigen weißrussischen Vorauswahlverfahrens versucht, es aber nicht bis ins Finale geschafft. Als Geste der Solidarität…
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Nack­te graue Dis­co-Wöl­fe tan­zen im Gewitter

Fantastische Nachrichten kommen aus San Marino: der türkischstämmige Serhat Hacıpaşalıoğlu, der die Miniatur-Republik in Stockholm vertritt, hörte auf die Stimme der Vernunft der Fans und tritt mit der fabelhaft campen Disco-Version seines Titels 'I didn't know' an. Die eher im Bar-Jazz beheimatete Orginalversion des sanmarinesischen Beitrags erntete bislang (völlig zu Recht) überwiegend negative Kritik, während der kurze Zeit später veröffentlichte, hemmungslos discofizierte Remix klassisch veranlagte Grand-Prix-Elsen wie mich natürlich in pure Verzückung versetzte. Diese strahlte über die sozialen Medien auch auf den Künstler zurück, und so ersuchte das Team um den Ex-Mode-Zar Thierry Mugler die EBU, den Song trotz abgelaufener Deadline noch gegen…
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Euro­fest 2016: Luka­schen­ko, hilf ihm fliegen!

Euro­fest 2016: Luka­schen­ko, hilf ihm fliegen!

Das kommt dabei heraus, wenn man ein jahrzehntelang an die Diktatur gewöhntes Volk urplötzlich in die Demokratie entlässt. Nachdem bei der weißrussischen Vorentscheidung seit Menschengedenken fischige Jury-Entscheidungen und nachträgliche Eingriffe ins Ergebnis an der Tagesordnung waren, legte man in diesem Jahr die Entscheidung über den belarussischen Eurovisionsbeitrag alleine in die Hände der Televoter. Die zeigten sich erwartungsgemäß der Aufgabe nicht gewachsen und wählten einen langhaarigen, supernasigen Mike-Krüger-Imitatoren namens Alexander Ivanov zu ihrem Vertreter. Ivan, wie er sich für die Eurovision nennt, krächzt ein hirnstarreödes Poprockliedchen mit dem Titel 'Help you fly'. Das einzige, was Ivan (ver-)fliegen lässt, ist allerdings meine…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mir schwant Übles

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mir schwant Übles

Am gestrigen Dienstag ging in Minsk der zweite Teil des Vorsingens für den Vorentscheid Weißrusslands über die Bühne. Noch einmal rund 30 Hoffnungslose präsentierten sich im Sendestudio von BTRC und bewiesen neben unterirdischen Englischkenntnissen und fragwürdigem Klamottengeschmack vor allem großes stimmliches Unvermögen. Oder hatte der Tontechniker einen schlechten Tag? Jedenfalls jaulte die große Mehrzahl der Bewerber/innen derartig schief, dass einem das Ohrenschmalz gerann. Wenig Ausbeute gab es diesmal für den Trashfreund, und so ist vor allem die Band Drozdy lobend hervorzuheben: ein Quartett junger Herren in schauderhaft gemusterten Leggings, die zu einem akkordeongetriebenen Turbofolkstampfer lustig über die Bühne hüpften. Wohl, um…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Zom­bies und Killer

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Zom­bies und Killer

Vergangenen Donnerstag fand in Minsk das erste Vorsingen für die weißrussische Vorentscheidung Natsyjanal'ny Adborachny statt. Sechzig der insgesamt 91 Hoffnungsfrohen stellten im steril ausgeleuchteten Sendestudio von BTRC ihre Beiträge vor. Der Rest folgt am kommenden Mittwoch, dann wählt die 19köpfige Jury maximal 15 Glückliche aus, die sich voraussichtlich am 15. Januar dem Urteil der Zuschauer/innen stellen dürfen - diesmal heißt es hundertprozentiges Televoting im demokratischen Vorzeigestaat Weißrussland. Allerdings könnten es angesichts des Aufgebotes auch nur fünf Finalisten werden, wie die BTRC-Vorentscheidungsverantwortliche Olga Schlager - doch, die heißt so, das habe ich mir nicht ausgedacht! - gegenüber escKaz sagte. Hat man…
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Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Gleich vorneweg ein Wort der Vorwarnung: vermutlich sehe ich dieses Jahr einen komplett anderen Contest als ein Großteil meiner Leser/innen. Denn ich bin seit langem erstmals wieder vor Ort, und bekanntlich sind die Eindrücke in der Halle stets völlig andere als die zu Hause an den Flachbildschirmen. So hörte ich, zumindest schon mal heute im ersten Semifinale, beispielsweise nur satten, vollen Sound und weitestgehend fehlerfreien Gesang - dies also zur Erklärung, falls das an den Rundfunkempfängern anders herüberkam. Dann ein weiteres Wort der Vorwarnung: ich bin stocksauer! Auf Europa! Und zwar, weil die fantastischen Finnen nicht weiterkamen. Nein, 'Aina Mun Pitää' wird…
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Die Vil­la­ge Peop­le sind in Wien: ers­te Pro­ben ers­tes Semi 2015

Seit Montag Mittag sind die Spiele offiziell eröffnet: in der Wiener Stadthalle probten gestern und heute die 16 Teilnehmer/innen des ersten Semifinales am kommenden Dienstag. Und obgleich es sich um den allerersten, technischen Durchlauf handelte, der hauptsächlich zum Finden der richtigen Kameraeinstellungen und Beleuchtung diente, berichteten die zahlreich in Wien bereits aufgeschlagenen Schwurnalisten natürlich ausführlich über jedes noch so kleine Detail und erstellten umgehend neue Prognosen. Wenn nicht gerade kontrovers über den Aufreger des Tages debattiert wurde: so rüstet die Wiener Stadtverwaltung derzeit 120 Fußgängerampeln mit mit neuen Symbolen aus: händchenhaltend gemeinsam wartende bzw. laufende Pärchen - darunter auch gleichgeschlechtliche -…
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Remix-Schlacht: die Krie­ge­rin­nen rüs­ten auf

Noch fehlen eine ganze Reihe von Songs für den diesjährigen Eurovision Song Contest in Wien, da reichen die ersten Länder schon ihre Remixe ein. Am interessantesten hierbei natürlich der Krieg der Kriegerinnen: legte Maltas 'Warrior' Amber Bodin mit einer orchestral bombastisch aufgemotzten Überarbeitung ihres leider nach wie vor völlig melodiefreien Kriegsgesangs vor, so konnte das ihre Kontrahentin Nina Sublatti aus Georgien natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Sie präsentierte nur kurze Zeit später einen ebenfalls deutlich hörbar aufgepumpten Remix und verwies ihre Gegenspielerin damit erneut deutlich in die Schranken. Kann man noch prätentiöser singen als Amber (MT)? (mehr …)
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Alex­an­der Rybak: “Will die Jury nie mehr sehen”

Mit großen Hoffnungen und Erwartungen trat Alexander Rybak (NO 2009) gestern bei der Eurovisionsvorentscheidung in seinem Geburtsland Weißrussland als Komponist und Produzent der von ihm gecasteten Girlgroup Milki an. Im Televoting reichte es für seinen Song 'Accent' immerhin zu Rang 2, doch die sieben Juroren reichten den Titel nach unten durch. Nun ließ der ehemalige Eurovisionsgewinner auf Facebook seiner bitteren Enttäuschung freien Lauf: "Jedes Jahr treffe ich die belarussische Delegation und sie bitten mich immer wieder: 'Sascha, schreib uns ein Lied. Was braucht es, um die Eurovision zu gewinnen?'. Und so schrieb ich einen Song, habe dafür so viel Zeit…
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Bela­rus 2015: die ver­lo­re­ne Zeit

Gibt es eine schönere Art, Weihnachten abzuschließen als mit dem Eurofest, der weißrussischen Vorentscheidung? Danke, Belteleradiocompany, für (bis auf das Ergebnis) knapp drei Stunden fantastische Feiertagsunterhaltung! Von denen übrigens nur die ersten knapp anderthalb den 15 um die Fahrkarte nach Wien konkurrierenden Titeln gewidmet waren, die man nach einer länglichen Rückschau auf Teos (BY 2014) Kopenhagener Käsekuchen-Abenteuer recht zügig durchpeitschte. Freundlicherweise, denn außer sehr viel grottigem Ostblock-Englisch stach da wenig ins Ohr. Eher optisch nennenswert der schmucke barfüßige Glatzkopf vom Trio Napoli, die sich brummkreiselartig drehende Derwisch-Tänzerin von Daria, der mit großflächigen Fake-Tattoos bemalte Aleksey Gross, die drei aggressiv singenden Kampftransen von…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Wild White­rus­si­an Dances

Und ein weiteres Mal fällt unser Blick auf Weißrussland: dort sang am gestrigen Freitag die zweite Hälfte der insgesamt 91 Bewerber/innen um einen den 15 Plätze im Finale des Eurofest vor. Zwischenzeitlich steht denn auch fest, wer am zweiten Weihnachtsfeiertag in Minsk dabei ist, wenn es um das (in Europas lustigster Diktatur stets nur vorläufige) Ticket nach Wien geht. Nicht geschafft haben es zu meinem großen Bedauern die singenden Zombies von Sweet Brains - wie ich finde, ein großer Fehler, da wurde ein potentieller Kult-Beitrag verschenkt! Weiter ist hingegen die von Alexander Rybak (NO 2009) gecastete und mit einem Song…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Unrät­sel mich, Estland!

Ob Alexander Rybak (NO 2009) damit die Eurovisionsrückkehr schafft? Heute ging in Minsk die erste Hälfte des öffentlichen Vorsingens für die weißrussische Vorentscheidung über die Bühne. Dabei auch die vom norwegischen Grand-Prix-Sieger mit belarussischen Wurzeln gecastete Girlgroup Milki (das Way musste wohl aus Gründen des Markenschutzrechts entfallen) mit dem von unserem in Malta bereits ausgeschiedenen Geigentroll geschriebenen Titel 'Accent', einer etwas notdürftig zusammengezimmert klingenden, zweisprachigen Turbofolknummer, von fünf leicht überfordert wirkenden Mädels in farblosen Trachten tapsig vorgetanzt. Ein bisschen so eine Kreuzung aus Neiokõsõ (EE 2004) und den Buranovskiye Babushki (RU 2012): da braucht es noch hartes Feilen an Song und Act, um…
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Bela­rus 2015: Weiß, weiß, Baby

Ich weiß, es ist politisch unkorrekt, aber: was täten wir beim Song Contest nur ohne Weißrussland? Die unterhaltsamste Diktatur Europas verspricht auch dieses Jahr wieder Trash bis zum Abwinken: am Donnerstag und Freitag geht jeweils ab 10 Uhr das Vorsingen für das im Sinne der Bekämpfung der Festtagsobstipation freundlicherweise auf den zweiten Weihnachtsfeiertag terminierte Eurofest über die Bühne. 100 Aspiranten haben sich angekündigt, darunter die von Alexander Rybak (NO 2009) gecastete Mädchenfolkband Milki und die Türkvizyon-2013-Teilnehmerin Gunesh. Nur 15 von ihnen überleben das Hauen und Stechen. Andy von esckaz stellt in einer Youtube-Playlist freundlicherweise die bereits bekannten Titel vor, und vier…
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Kol­laps mora­li­scher Wer­te: steigt Russ­land aus dem Song Con­test aus?

Kol­laps mora­li­scher Wer­te: steigt Russ­land aus dem Song Con­test aus?

Es stand zu erwarten: nach dem Sieg von Conchita Wurst beim 59. Eurovision Song Contest in Kopenhagen fordern erste russische Politiker den Ausstieg des Landes aus der "Brutstätte der Sodomie", wie eine weißrussische Initiative den Wettbewerb bereits im Oktober vergangenen Jahres so hübsch bezeichnete. Wie das schweizerische Boulevardblatt Blick heute schreibt, fordere der Chef der Kommunistischen Partei, Waleri Raschkin: "Wir müssen diesen Wettbewerb verlassen, wir können diesen endlosen Wahnsinn nicht tolerieren." Ein Beratungskomitee des weißrussischen Präsidenten Lukaschenko habe sich dem Blatt zufolge der Forderung angeschlossen: "Wir brauchen Europa nicht," das Ergebnis stehe für einen "vollständigen Kollaps moralischer Werte." An die…
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ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

Schon der Einspieler hätte es erahnen lassen können, in dem die Dänen die Eurovisionstrophäe, das gläserne Mikrofon, vom 14 Kilometer entfernten Malmö nach Kopenhagen holten - mit abenteuerlichen Stunts in bester James-Bond-Manier und unterlegt von den jazzigen Klängen des 1963er Siegertitels 'Dansevise' vom dänischen Filmmusikkomponisten Jørgen Ingman. Dennoch: dass am Ende dieses grandiosen Abends eine österreichische Diva mit Bart und einer shirleybasseyesken Bond-Ballade selbige Trophäe mit einem triumphalen "We are unstoppable!" in die Luft recken würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. Doch Europa zeigte sich an diesem denkwürdigen, geschichtsträchtigen Samstag toleranter und offener als erwartet. Und…
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Weiß­russ­land und das Käsekuchenkomplott

So langsam gehört es zum Standardrepertoire osteuropäischer Eurovisionsvorentscheidungen: das nachträgliche Anfechten der Ergebnisse durch unterlegene Parteien. So wie aktuell in Weißrussland, wo die Jury vergangenen Freitag den Sieger des Televotings, Max Lorens, um die Fahrkarte nach Kopenhagen brachte. Der startete nun eine Petition an Präsident Lukaschenko zur Annullierung der in seinen Augen "unfairen" Entscheidung, wie Eurovoix berichtet. Max plädiert (aus nicht ganz uneigennützigen Gründen) dafür, dass in Anlehnung an die EBU-Regeln auch in den nationalen Vorentscheidungen bei einem Punktegleichstand zwischen Jury- und Publikumsfavoriten, wie es beim Eurofest der Fall war, das Plazet der Televoter den Ausschlag geben sollte. Er erhob…
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Weiß­russ­land 2014 und der bekiff­te Hamster

Es gibt ja nach wie vor diese Menschen, die über den Eurovision Song Contest das Näschen rümpfen, die dort dargebotenen Songs als trashig empfinden und die Show als camp. Diesen Menschen sei empfohlen, sich zum Vergleich mal hier die Aufzeichnung der heutigen Vorentscheidung aus Weißrussland anzuschauen. Danach sprechen wir uns wieder! 14 Titel umfasste die allenfalls als perfide Parodie zu goutierende Auswahl im Eurofest: einer schlechter als der andere, teils gar nicht mehr als Song zu erkennen, was auch an den grauenhaft schiefen Tönen und dem unterirdischen Ostblock-Englisch gelegen haben mag. Nicht nach Lodz, sondern gen Kopenhagen jedenfalls schickt Minsk nun einen…
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Weiß­russ­land: spiel es noch mal, Marc!

Wie (die allerdings nicht immer seriösen Grand-Prix-Newsseiten) ESCkaz und Oikotimes berichten, habe der Sänger Alexey Gross seine Teilnahme am Eurofest, dem belarussischen Vorentscheidungsverfahren, storniert. Er sollte dort ursprünglich mit einem Song aus der Feder des belgischen Komponisten Marc Paelinck - einer Art Benelux-Ralph-Siegel, der regelmäßig alle möglichen Vorentscheidungen mit seiner Ware überschwemmt - antreten. Nun stellte sich heraus, dass Alexeys Titel bereits 2011 beim Malta Song for Europe zur Erstaufführung gelangte. 'If I could do it all again', so heißt das Lied - und so dachte es sich wohl auch der Autor! Obwohl beim Eurofest nur über den Vertreter für Weißrussland…
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Gune­sh für Weiß­russ­land – bei der Türkvizyon

Wie Eurofire heute berichtet, schickt Weißrussland die Sängerin Gunesh Abasova ins Rennen. Allerdings nicht beim Eurovision Song Contest 2014, sondern beim türkischen Ableger Türkvizyon 2013 in der anatolischen Provinzhauptstadt Eskişehir. Die in Aserbaidschan geborene, mittlerweile jedoch im Reich des Despoten Lukaschenko lebende Sängerin bewarb sich schon mehrfach um das Grand-Prix-Ticket, konnte sich im - an Korruptionsvorwürfen und Merkwürdigkeiten nicht eben armen - weißrussischen Eurofest aber nie durchsetzen. Zuletzt belegte sie im umstrittenen Vorentscheid von 2012, der in der nachträglichen Disqualifikation der Publikumssiegerin Alena Lanskaya (die dann 2013 ran durfte) zugunsten der Juryfavoriten Litesound gipfelte, den dritten Rang. Bei der Türkvizyon tritt sie mit dem…
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Die Türk­vi­zyon: ein homo­frei­er Gegen-Grand-Prix?

Im Dezember diesen Jahres veranstaltet, wie bereits berichtet, das türkische Fernsehen TRT erstmalig die Türkvizyon, eine Art Gegen-Grand-Prix eurasischer Länder und Regionen mit starken Turkvolk-Anteilen. Zwanzig Kombattanten treten vom 19. bis 21. Dezember im anatolischen Eskişehir gegeneinander an. Auf der Liste der Teilnehmerländer findet sich zunächst das Erwartbare: neben der Türkei und dem Bruderstaat Aserbaidschan zählt dazu das türkisch besetzte Nordzypern sowie eine Reihe von osmanisch geprägten Kaukasusstaaten und autonomen ehemaligen Sowjetrepubliken. Auch die Teilnahme des mehrheitlich muslimisch orientierten Bosniens - wie viele der anderen Länder übrigens vertreten von einem Privatsender - überrascht nicht. Im Gegensatz zu Russland, der Ukraine,…
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ESC und Men­schen­rech­te: hilft ein Boykott?

Die Diskussionen tobten bereits im Vorfeld des Eurovision Song Contests in Baku, und die aktuelle Debatte um die homophoben russischen Gesetze bringen das Thema wieder auf die Tagesordnung: wie gehen wir beim Eurovision Song Contest mit Ländern um, welche die Menschenrechte nicht beachten? Lars Peters alias Douze Points vom Prinz-Blog veröffentlichte heute einen sehr persönlichen, sehr berechtigten Wutschrei über das tatenlosen Zusehen des Westens. Seine Forderung: Länder, welche die Europäische Menschenrechtskonvention verletzen, müssen von der Teilnahme und der Austragung des ESC gesperrt werden. Alternativ solle die ARD bei einem Sieg eines solchen Landes den Wettbewerb boykottieren. (mehr …)
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Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Tack Sverige! Die zahlreichen Änderungen, die das schwedische Fernsehen unter Federführung von Christer Björkman in diesem Jahr am Song Contest vornahm, trafen gerade unter den Fans ja eher auf Ablehnung. Nach dem heutigen ersten Semiabend muss ich jedoch sagen: aus Sicht des TV-Zuschauers sind zumindest die Entscheidungen für eine kleinere Halle mit Stehplätzen im Innenraum, die technische Abrüstung (keine Bühnen-LEDs) und die Rückkehr zu "nur" noch einer Moderatorin goldrichtig. Atmosphärisch deutlich dichter, fast schon intim die Fernsehbilder aus Malmö, die Künstler wirkten nicht mehr verloren auf der Bühne oder vom Hintergrund erschlagen, wie es in den letzten Jahren meist der…
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Fünf­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: ers­tes Semi, die Chancen

Heute ging es richtig los in Malmö: das Pressezentrum eröffnete mit einer Pressekonferenz der EBU, die erwartungsgemäß alle ihre von den Fans teilweise heftig kritisierten Entscheidungen zu den Regeländerungen beim Contest als sinnvoll und gelungen bezeichnete und ansonsten ausführlich ihre brandneue Eurovisions-App für iPhones und Android-Handys bewarb (zu der ich nichts weiter sagen kann, weil bei mir der Anmeldeprozess nicht klappte, man zum Voten per App aber ohnehin ein PayPal-Konto braucht, das ich weder habe noch will und ich auf fesselnde News vom eurovision.tv-Team auf meinem Smartphone verzichten kann). Gegen Mittag starteten dann die zweiten Probendurchläufe für die Teilnehmer des…
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