Belgien

Das poli­tisch wie kul­tu­rell zwei­ge­teil­te Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na West­eu­ro­pas: im jähr­li­chen Wech­sel nomi­niert der eher des­in­ter­es­sier­te wal­lo­ni­sche Sen­der intern eine:n ehemalige:n Castingshow-Teilnehmer:in und hat damit oft Erfolg, wäh­rend die durch­weg euro­vi­si­ons­be­geis­ter­ten Fla­men ordent­li­che Vor­ent­schei­dun­gen abhal­ten, bei denen aller­dings meist nix raus­kommt. Außer, man bedient sich einer Fantasiesprache.
Dabei seit: 1956; Sie­ge: 1986; Rote Later­nen: 8; Nul­poin­ter: 2.

Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Gleich vorneweg ein Wort der Vorwarnung: vermutlich sehe ich dieses Jahr einen komplett anderen Contest als ein Großteil meiner Leser/innen. Denn ich bin seit langem erstmals wieder vor Ort, und bekanntlich sind die Eindrücke in der Halle stets völlig andere als die zu Hause an den Flachbildschirmen. So hörte ich, zumindest schon mal heute im ersten Semifinale, beispielsweise nur satten, vollen Sound und weitestgehend fehlerfreien Gesang - dies also zur Erklärung, falls das an den Rundfunkempfängern anders herüberkam. Dann ein weiteres Wort der Vorwarnung: ich bin stocksauer! Auf Europa! Und zwar, weil die fantastischen Finnen nicht weiterkamen. Nein, 'Aina Mun Pitää' wird…
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Die Vil­la­ge Peop­le sind in Wien: ers­te Pro­ben ers­tes Semi 2015

Seit Montag Mittag sind die Spiele offiziell eröffnet: in der Wiener Stadthalle probten gestern und heute die 16 Teilnehmer/innen des ersten Semifinales am kommenden Dienstag. Und obgleich es sich um den allerersten, technischen Durchlauf handelte, der hauptsächlich zum Finden der richtigen Kameraeinstellungen und Beleuchtung diente, berichteten die zahlreich in Wien bereits aufgeschlagenen Schwurnalisten natürlich ausführlich über jedes noch so kleine Detail und erstellten umgehend neue Prognosen. Wenn nicht gerade kontrovers über den Aufreger des Tages debattiert wurde: so rüstet die Wiener Stadtverwaltung derzeit 120 Fußgängerampeln mit mit neuen Symbolen aus: händchenhaltend gemeinsam wartende bzw. laufende Pärchen - darunter auch gleichgeschlechtliche -…
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Hoff­nung ist Abwe­sen­heit von Wis­sen (CZ, BE 2015)

Zwei bereits längere Zeit feststehende Beiträge zum Eurovision Song Contest 2015 erblickten gestern erstmals das Licht der Öffentlichkeit. Beginnen wir mit Tschechien, denn hier waren meine Erwartungen am höchsten. Hatte der Sender ČT doch die auch hierzulande als Gastsängerin von Oomph! und anderen Bands bekannte Marta Jandová und den Rocksänger Václav "Noid" Bárta nominiert, dessen bisheriges Portfolio auf einen düsteren, atmosphärischen Kracher hoffen ließ. Wie das bei hohen Erwartungen immer ist: sie müssen zwangsläufig enttäuscht werden. Nun ist 'Hope never dies' kein schlechter Song: Noids sexy tiefe Stimme und Martas engagierter Gesang ergänzen sich perfekt, dramatische Geigen und eine ordentliche Percussion heben die Rockballade ein…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Es tut mir (nicht) leid

Fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit, schrägte es vergangene Woche erneut einige hoffnungsvolle Bewerber/innen für den Eurovision Song Contest 2015 in Wien, darunter einige mit wundervoll schrägen Beiträgen, die es an dieser Stelle zu würdigen gilt. Dazu zählt an vorderster Stelle natürlich die Litauerin Reda Striškaitė und ihr barjazziger Cabaret-Versuch 'Es tut mir nicht leid'. Jawohl, mit deutschem Titel! Wobei: auch wenn Reda, die den Song bis auf diese Zeile auf Englisch vortrug, an der Aussprache noch etwas feilen sollte, pressiert es nicht mehr. Denn obgleich es aufgrund der für Außenstehende schlichtweg undurchdringbaren Kompliziertheit des litauischen Auswahlverfahrens widersprüchliche Angaben darüber gibt, ob der…
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Bel­gi­en 2015: Loïc Not­tet ist ihr Stimmdiamant

Jetzt geht's aber Schlag auf Schlag: kaum ergatterte am Wochenende Montenegro den Preis für die früheste Bekanntgabe des Eurovisionsrepräsentanten, da legt Belgien nach. Hier sind für 2015 die Wallonen (der frankophone Teil des Landes) an der Reihe, und die schicken einfach wieder einen Teilnehmer der populären Castingshow The Voice Belgique. Die Billiglösung, die dem Sender RTBF eine kostspielige Vorentscheidung[ref]Auch Axel Hirsoux war ein The-Voice-Teilnehmer, musste aber erst durch die aufwändige flämische Vorentscheidung Eurosong, um 2012 das Land vertreten zu dürfen.[/ref] erspart, wählte man dort schon 2013, was angesichts des in diesem Part Belgiens sehr überschaubaren Zuschauerinteresses am Grand Prix nahe liegt.…
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ESC 2014: Semi-Start­rei­hen­fol­ge steht fest

Sehr zügig: bereits wenige Tage nach Ende der Einreichungsfrist für die 37 Länderbeiträge gab die EBU heute die Startreihenfolge in den beiden Qualifikationsrunden am 6. und 8. Mai bekannt. Wie bereits 2012 wurden die Songs vom ausführenden Sender von Hand platziert, um "alle Beiträge glänzen zu lassen", wie es in EBU-Prosa heißt. Fast alle: Aarzemniekis 'Cake to bake', einer meiner Lieblingslieder, leider jedoch in fast allen Fan-Umfragen regelmäßig weit hinten landend, dürfte zwischen den beiden hochprofessionellen Nummern aus Armenien und Estland noch kirchentagsmäßiger wirken als so schon und seinen handgemachten Charme kaum entfalten können. Es erstaunt außerdem, dass die neun…
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Bel­gi­en schickt das Muttersöhnchen!

Wer es schon süß fand, wie die Elaiza-Frontfrau Ela nach ihrem Sieg im deutschen Unser Song für Dänemark ins Mikrofon quietschte, sie wolle jetzt "die Mama!" anrufen, der wird beim Contest in Kopenhagen einen Zuckerschock erleiden - alle anderen Zuschauer vielleicht nur einen Schock. Aber was für einen! Denn in Belgien ist soeben das von vielen Befürchtete, fast allen aber Erwartete eingetreten: Axel Hirsoux gewann mit seiner Ode an die 'Mother' den dortigen Eurosong - und das mit einem Erdrutschsieg! Guildohorneske sechzig Prozent der eingegangenen Anrufe konnte der Tenor mit der Ich-bin-zwei-Pavarottis-Figur auf sich vereinen, womit seine zeitgleiche Top-Position im Juryvoting schon…
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Bel­gi­en 2014: Viva la Mamma

Ein Niederländer war es, der in meinem Geburtsjahr 1967 die maßgeblichste Mütterschnulze aller Zeiten auf den Markt brachte: der seinerzeit zwölfjährige Heintje und sein wohl für jeden, der damals Ohrenzeuge wurde, für alle Zeiten traumatisierendes 'Mama'. Die Grand-Prix-Variante besorgte zwei Jahre später der ebenfalls zwölfjährige Franzose Jean-Jaques Bertolai, der für Monaco die 'Maman, Maman' anschmachtete. Nun ist es der deutlich über dreißigjährige Wallone Axel Hirsoux, der die heutige dritte Vorrunde des belgischen Eurosong im flämischen Teil des zweisprachigen Landes haushoch gewann, der mit einem auf Englisch gesungenen Lied für seine 'Mother' die Nation spaltet - und womöglich im Mai auch…
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Aser­bai­dschan 2014: Ich will ’nen Cow­boy als Mann

Ach, wie soll da ein Mensch durchblicken in Aserbaidschan! Nach monatelangen Vorrunden, in denen zahllose Kandidaten bekannte Hits verstümmelten, trafen im heutigen Finale von Böyük Səhnə die letzten drei Überlebenden aufeinander, um vor einer fünfköpfigen Jury (unter Beteiligung von Eldar Qasımov [AZ 2011, Ell & Nikki] und dem schwedischen Komponisten Stefan Örn [u.a. 'Running scared']) um das Ticket nach Kopenhagen wettzusingen. Jeder der drei Kombattanten musste drei Songs, größtenteils ebenfalls Coverversionen, präsentieren. Am Ende gewann Dilarə Kazimova - wenig überraschend, denn bei der heutigen Show handelte es sich um eine Aufzeichnung vom Samstag, und ihr Sieg sickerte bereits gestern durch. Unter den…
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Bel­gi­en zieht in den Kitschkrieg

Mit einem zweifachen Sieg der Schleimballade über den jeweils etwas gewagteren Sound ging heute Abend das erste Semifinale des Eurosong in Belgien zu Ende, bei dem die Kandidaten das erste Mal ihren möglichen Eurovisionsbeitrag singen mussten (und nicht alte Grand-Prix-Hits wie noch in den Castings). Als interessantester Kandidat des Abends entpuppte sich dabei der belgische Doppelgänger der RTL-Grinsebacke Oliver Geissen, ein Mann mit dem Namen Udo Mechels. Der zeigte sich in höchstem Maße unzufrieden mit allen ihm von der vierköpfigen Sender-Jury (und der flämischen Musikindustrie) zur Auswahl vorgelegten Songs und zog zunächst gen Berlin, später nach Stockholm, etwas besseres zu…
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Bel­gi­en, das Land der Kinder

Die jüngste Eurovisionssiegerin aller Zeiten verdanken wir bekanntlich den Belgiern: 1986 siegte die damals erst Dreizehnjährige Sandra Kim im norwegischen Bergen. Und mit Kindern scheinen es die Belgier noch immer zu haben: im heutigen Recall, der Zweite-Chance-Runde des Eurosong, siegte ein aus vier Milchgesichtern bestehendes Quartett mit dem originellen Namen The Bandits, von dem ich beim besten Willen nicht glauben kann, dass deren Mitglieder das aktuell gültige EBU-Mindestalter für den Eurovision Song Contest von 16 Jahren bereits erfüllen bzw. dass nur einem der Jungs bereits Schamhaare wachsen. Das hielt jedoch weder die kreischenden Teens im Studio noch die erstmalig mitabstimmungsberechtigten…
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Bel­gi­en: gib Kate kei­ne Chance!

Da muss das Kätchen wohl weiterzittern, so denn die Gerüchte stimmen, dass es tatsächlich Kate Ryan (BE 2006) ist, die sich als Leadsängerin des komplett maskierten Quartetts Day One beim heutigen zweiten Teil der flämischen Casting-Audition Eurosong um ein erneutes Eurovisionsticket bewarb. Kätchens mit Sturmhauben unkenntlich gemachte Mitmusikanten lieferten eine durchaus ansprechende, schräge Elektroversion von Lena Meyer-Landruts 'Satellite' (DE 2010) ab, welche die mit schwarzer Partyperücke und venezianischer Vogelmaske komplett albern aussehende Frau Ryan mit dem ihr eigenen stimmlichen und textlichen Unvermögen gnadenlos zersägte. Und so reichte es für Day One lediglich für die Zweite-Chance-Runde (ich hätte sie achtkantig rausgeworfen!).…
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Irland: Schwes­ter Schwes­ter, für mich bist Du die Sahnetorte

Schon seit vielen Jahren stellt das irische Fernsehen RTÉ den fünf Teilnehmern seiner nationalen Vorentscheidung sogenannte Mentoren zur Seite, bekannte Personen oder Musikproduzenten, die als Fürsprecher und Begleitpersonen ihrer Schützlinge auftreten, ähnlich den Promi-Paten bei deutschen Vorentscheidungen der späten Achtziger und frühen Neunziger (unvergessen Siw "Musik: Ralph Sieger" Malmkvist anno 1985). So beispielsweise Valerie Roe, einstige Miss Universe Irland und zeitweise Mitglied der britischen Siebzigerjahre-Disco-Formation The Dooleys. Sie musste nicht lange nach ihrem Protegé suchen: es ist ihre Schwester Patricia Roe, die bereits 1992 und 1993 an der irischen Vorentscheidung teilnahm. Auf die Grand-Prix-Bühne schaffte sie es im Jahr darauf…
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Bel­gi­en: Je me reconnaître

Am Sonntag startete die erste Runde der siebenteiligen belgischen Vorentscheidung, in welcher 30 Acts gegeneinander kämpfen. Und da die meisten von ihnen eine Castingshow-Vergangenheit mitbringen, zog der in diesem Jahr zuständige flämische Sender den Eurosong 2014 gleich als solche auf. Grand-Prix-Songs vergangener Jahre oder Dekaden mussten die 15 ersten Kandidaten heute also vortragen, eine Jury siebte daraus vier Glückliche für die Semis und vier weitere für eine Second-Chance-Runde aus. Eine der vier Höchstwertungen der Jury ging dabei an den einzigen wallonischen Teilnehmer: Axel Hirsoux überzeugte mit einer stimmgewaltigen Interpretation von Anne-Marie Davids 'Tu te reconnaîtras' (LU 1973). Und ich erkannte mich,…
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Clash der Kul­tu­ren in Belgien

Während NDR-Hofblogger Jan Feddersen angesichts der Ergebnisse der gestrigen Semifinalauslosung von "Glücksgefühlen" bei den Österreichern und Schweizern fabuliert, weil beide in der zweiten Qualifikationsrunde am Donnerstag landeten, in der auch Deutschland stimmberechtigt ist und - ungeachtet aller eigenen Beschwerden über das Nachbarschaftsvoting der bösen Osteuropäer und den "Schummel-Grand-Prix" (Bild, 2007) - den beiden sprachlich und kulturell nahestehenden Nachbarnationen massenhaft Punkte zuschanzen könnte, zeigte die Glücksfee den Belgiern mit der Zulosung zum ersten Semi am Dienstag die Arschkarte. An selbigem Dienstag findet nämlich in Wallonien, dem französischsprachigen Teil des Frittenlandes, das Finale der Castingshow The Voice Belgique statt, wie Eurovoix berichtet. Nehmen am…
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Emme­lie de Forest steigt auf Platz 5 der deut­schen Charts ein

Mittlerweile scheinen es die Plattenfirmen mit der zeitnahen Bereitstellung der digitalen Downloads zu kapieren: insgesamt 13 von 26 Eurovisionstiteln steigen in die offiziell am Freitag erscheinende deutsche Top 100 ein. Erwartungsgemäß führt Eurovisionssiegerin Emmelie de Forest die Liste an: ihr gelang mit 'Only Teardrops' der höchste Neueinstieg auf Rang 5. Damit überrundet sie sogar Cascadas beste Platzierung noch um eine Position. 'Glorious' war bereits letzte Woche im Vorfeld des Song Contest auf #78 in die Charts zurückgekehrt. Die weiteren Neueinsteiger: auf #24 Margaret Berger, auf #39 ByeAlex, der die deutschen Douze Points erhielt, sowie zehn Plätze tiefer Anouks sterbende Vögel. Kleine…
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Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Tack Sverige! Die zahlreichen Änderungen, die das schwedische Fernsehen unter Federführung von Christer Björkman in diesem Jahr am Song Contest vornahm, trafen gerade unter den Fans ja eher auf Ablehnung. Nach dem heutigen ersten Semiabend muss ich jedoch sagen: aus Sicht des TV-Zuschauers sind zumindest die Entscheidungen für eine kleinere Halle mit Stehplätzen im Innenraum, die technische Abrüstung (keine Bühnen-LEDs) und die Rückkehr zu "nur" noch einer Moderatorin goldrichtig. Atmosphärisch deutlich dichter, fast schon intim die Fernsehbilder aus Malmö, die Künstler wirkten nicht mehr verloren auf der Bühne oder vom Hintergrund erschlagen, wie es in den letzten Jahren meist der…
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Fünf­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: ers­tes Semi, die Chancen

Heute ging es richtig los in Malmö: das Pressezentrum eröffnete mit einer Pressekonferenz der EBU, die erwartungsgemäß alle ihre von den Fans teilweise heftig kritisierten Entscheidungen zu den Regeländerungen beim Contest als sinnvoll und gelungen bezeichnete und ansonsten ausführlich ihre brandneue Eurovisions-App für iPhones und Android-Handys bewarb (zu der ich nichts weiter sagen kann, weil bei mir der Anmeldeprozess nicht klappte, man zum Voten per App aber ohnehin ein PayPal-Konto braucht, das ich weder habe noch will und ich auf fesselnde News vom eurovision.tv-Team auf meinem Smartphone verzichten kann). Gegen Mittag starteten dann die zweiten Probendurchläufe für die Teilnehmer des…
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Zwei­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: It’s a small World

Gleich die ersten Interpreten des zweiten Probentages sorgten heute früh für die größte Überraschung: im weißen 2001-Weltraumanzug als Montenauten verkleidet, lieferten die beiden Jungs von Who see? eine astreine Performance ab, getoppt von ihrer ebenfalls kompetenten Sängerin Nina Žižić, die pünktlich zum Beginn ihres Vokalparts per transparentem Lift aus den Bühnenboden geschossen kommt. Der antizipierte Car-Crash bleibt also aus; ganz im Gegenteil räumen die Blogger in Malmö den ursprünglich als sichere Sitzenbleiber gehandelten Schwarzberglern mittlerweile große Chancen auf einen Finaleinzug ein. Den umgekehrten Weg gingen die drei Serbinnen, die ihren fabelhaften Faschingsschlampenlook aus der Vorentscheidung gegen augenwehbunte Zuckerbäckerkostüme austauschten. In denen sehen…
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Quel­ques Mil­li­ons, Trei­ze à la Dou­ze (AZ, BE, CH, FR, ME 2013)

Nur noch ein paar Tage bis zum EBU-Einsendeschluss, und schon stapeln sich die neuen Eurovisionsbeiträge bis unter die Decke, so dass man kaum noch hinterherkommt! Aber der Reihe nach: in Aserbei... Asrbdsch... in Baku kam die gefühlt achthundertteilige Vorentscheidungsshow Milli Seçim Turu heute Abend völlig überraschend doch zu einem Ergebnis. Farid Mamedov wird also in Malmö in die Fußstapfen Johnny Logans treten und inbrünstig 'Hold me' schmachten, einen geradezu lehrbuchmäßigen Eurovisionsschlager aus griechisch-schwedischer Feder. Nur, dass Farid ein wenig jünger ist als der irische Barde seinerzeit und über deutlich mehr Augenbraue verfügt. Und an der Aussprache muss er noch ein wenig -…
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Rober­to Bel­la­ro­s­as töd­li­che Lie­be zum Jau­len (BE 2013)

Dreieinhalb Stunden für drei Titel: die Wallonen wissen, wie man etwas in die Länge zieht! In einer scheinbar endlosen, mit schrecklichster Eurovisionskaraoke durchsetzten Radioshow suchten die Landsleute des siebzehnjährigen Haarmoppträgers aus drei mehr oder minder gleich schlechten Angeboten den von Roberto Bellarosa nach eigener Aussage auch selbst präferierten Titel 'Love kills' heraus. Der radiofreundliche Midtempopopsong wäre an sich auch gar nicht so übel, wenn der Castingshowsieger ihn nicht mit einem so deutlich vernehmbaren französischen Akzent sänge. Und wenn er bei den hohen Stimmpassagen - vor allem nach der wohl erst in letzter Sekunde eingefügten Rückung - nicht dergestalt jaulen würde…
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Rober­to Bel­la­ro­sa für Belgien

Dieses Jahr sind die Benelux-Länder ganz weit vorne in der Kandidatenkür: nach den Niederlanden gab heute als zweites Teilnehmerland überhaupt Belgien seinen Eurovisionsvertreter bekannt. Es handelt sich um den 18jährigen Roberto Bellarosa (von bösartigen britischen Eurovisionsfans umgehend als "Bobby Prettypink" veralbert), den aktuellen Sieger der wallonischen Ausgabe der auch hierzulande beliebten Castingshow The Voice. Wie die bislang einzige belgische Eurovisionssiegerin Sandra Kim verfügt der samtäugige Roberto über italienische Wurzeln, allerdings auch über eine erschütternd schlimme Justin-Toter-Bieber-Frisur. Bereits am 16. Dezember findet eine öffentliche Vorentscheidung statt, in der Bellarosa mehrere Songs vorstellt, aus denen die Zuschauer den Beitrag für Malmö bestimmen.…
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Déjà vu: 2. Pro­ben AL, RO, CH, BEFI

Wenig Neues erbrachten die zweiten Probendurchläufe für die nächsten fünf Starter. Rona Nishliu hängt sich nach wie vor stimmlich bei 'Suus' mit voller Hingabe rein - ich hoffe und bete, dass sie am Dienstagabend noch bei Stimme ist, so wie sie sich verausgabt! Dankenswerterweise legte sie das Haarnetz mit den bunten Billardkugeln heute nicht mehr an, und auch ihr aus Rastalocken geflochtener Dutt sah nicht mehr so aus, als wohnten Tiere in ihm. Selbst ihr heutiges Kleidchen stand ihr viel besser. Im Semi, das sagte sie bereits, wird sie aber etwas anderes tragen. Augenscheinlich suchte sie vor der heutigen Probe…
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Well, would you? 1. Pro­be Schweiz, Bel­gi­en, Finnland

Und zum Schluß des heutigen ersten Probentages noch das Ödnis-Trio im Dreierpack. Es beginnt mit den beiden Pseudorockbrüdern aus dem schweizerischen Tessin, SinPlus, die zwischenzeitlich erstaunlicherweise gelernt haben, nicht mehr "swiem agänst ze Strimm" zu singen. Sondern "swimm against de Strimm". Ist ja schon mal ein Fortschritt. Einer der Beiden trat bei der Probe in engen Lederjeans an - leider der Falsche, nämlich der Leadsänger. Der verfügt immer noch über so viel Charisma wie ein Aufbackbrötchen, und selbst wenn man hoch repetitiven Rockpop mag: hinter dem rumänischen Sommerhit ist diese dröge Nummer verloren. Zu Recht. httpv://youtu.be/1y04q-5Clfo Ein echter Rockschuppen-Auftritt. Wie…
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Bel­gi­en: La la Lan­ge­wei­le (BE 2012)

Die haben ja eine lustige Vorstellung von Demokratie, die Belgier! In der letzten Vorentscheidung der diesjährigen Saison[ref]Es fehlt nur noch die Songpräsentation des britischen Beitrags[/ref] stellte der flämische Sender Één das Publikum vor die schwierige Wahl: Kaffee Hag oder Kaffee Hag? In einer nur fünfzehnminütigen Präsentation stellte die erst siebzehnjährige, allerdings dem diesjährigen Eurovisions-Leitmotiv folgend wie ihre eigene Großmutter gestylte Sängerin Iris zwei an Ödnis kaum zu überbietende Langweilerballaden vor, unter denen sich die Anrufer mit 53 zu 47 Prozent dankenwerterweise für die ein winziges Quentchen weniger schnarchnasige, 'Would you', entschieden. Womöglich glaubten sie nach den gestrigen, schockierenden Enthüllungen von Ralph…
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