Bulgarien

Die Erfin­der mei­ner Lieb­lings­spei­se, des Joghurts, schei­ter­ten beim ESC stets in der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de, solan­ge sie an ihren (meist skan­dal­um­wit­ter­ten) Vor­ent­schei­den fest­hiel­ten. Nach einer zwei­jäh­ri­gen Denk­pau­se schi­cken sie seit 2016 jedes Jahr einen intern bestimm­ten Song aus der Feder von Boris Mila­nov. Mit Erfolg.
Dabei seit: 2005; Sie­ge: kei­ne; Rote Later­nen: kei­ne.

Bul­ga­ri­en 2020: Mor­gens bin ich immer müde

Kennen Sie das, liebe:r Leser:in? Wenn man manchmal nur noch elendiglich müde ist? Müde der Hinhaltetaktik von immer mehr Eurovisionsnationen, die wie Bulgarien ihre Repräsentantin für Rotterdam bereits im November letzten Jahres bekanntgaben, sich aber, unterbrochen von ständigen nutzlosen Teasern, bis heute früh Zeit ließen mit der vollständigen Veröffentlichung des Wettbewerbsbeitrags? Müde der Flut von deprimierenden Jammerballaden, zu denen das vom Symphonix-Kollektiv und der Interpretin Victoria Georgieva selbst geschriebene 'Tears getting sober' einen weiteren Tropfen beiträgt? Müde der Texte, die sich nach offizieller Darstellung mit wichtigen, zeitgemäßen Themen wie psychischen Erkrankungen befassen, sich tatsächlich aber in einer lyrischen Beliebigkeit und…
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Unsub­stan­ti­al Blues: BNT nomi­niert Vic­to­ria Geor­gi­e­va für Rot­ter­dam

Die 22jährige Victoria Georgieva wird beim Eurovision Song Contest 2020 Bulgarien vertreten, wie der verantwortliche Sender BNT heute annoncierte. Bekanntheit erlangte die intern bestimmte Repräsentantin durch ihre Teilnahme an der Castingshow X Factor Bulgaria, wobei sie sich durch Beharrlichkeit auszeichnete: schon bei der Erstausstrahlung des Formats in ihrem Heimatland im Jahre 2011 bewarb sie sich, schaffte es aber - auch aufgrund ihres Alters - nicht in die Sendung. Was sie nicht davon abhielt, es so lange immer wieder zu versuchen, bis sie Ende 2015 in der vierten Staffel endlich antreten durfte. Übrigens unter Jurorenschaft von Lucy Diakovska von den No…
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Offi­zi­ell: 41 Natio­nen star­ten beim ESC 2020

Zwei raus - zwei rein: mit 41 bleibt die Anzahl der von der EBU heute bestätigten Teilnehmernationen beim Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam gegenüber Tel Aviv unverändert hoch. Oder, je nach Sichtweise, niedrig: den bisherigen Rekord von 43 Ländern, zuletzt eingestellt in Lissabon, holt die EBU nicht wieder ein. Von dem im Vorjahr beteiligten Nationen sagten zwei ab: das kleine Montenegro aus finanziellen Gründen, das unter dem Populisten Viktor Orbán zusehends ins Faschistische driftende Ungarn wohl eher aus kulturellen. Dort folgt man dem traurigen Vorbild der seit 2013 beim ESC absenten Türkei und igelt sich kulturell ein: zwar ist…
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Die Rück­kehr des Flat­ter­lap­pens: ers­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

So, höchste Zeit, dass dieser Blog aus seinem Dornröschenschlaf erwacht: am gestrigen Sonntag eröffnete das - angereisten Schwurnalisten zufolge viel zu kleine - Pressezentrum in der Lissabonner Altice-Arena zur Übertragung der ersten Kameraproben für das in acht Tagen angesetzte erste Semi des Eurovision Song Contest 2018. 19 Songs buhlen in diesem bekanntlich um einen der knappen zehn Plätze für das Finale. Und auch wenn diese hauptsächlich für die Kameraeinstellungen und den Soundcheck gedachten Proben noch keinen umfassenden Aufschluss über die endgültige Performance in den beiden Shows geben, in denen es zählt - nämlich dem Juryfinale am kommenden Montag und der TV-Show…
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BG 2018: Es lebe der Zen­tral­fried­hof

Als "düster", "mystisch" und "spirituell" kündigte das bulgarische Fernsehen den als strenge Verschlusssache gehandhabten und massiv gehypten Beitrag des Landes für den Eurovision Song Contest 2018 an, den es heute Morgen enthüllte. Um 7:30 Uhr in der Frühe, an einem Montagmorgen, dem denkbar unspirituellsten und nüchternsten Punkt der Woche. Gutes Timing, BNT! Dementsprechend ernüchtert fielen die meisten Reaktionen auf den Titel 'Bones' aus. Eine etwas glibbrige Variante von Dihajs 'Skeletons' (→ AZ 2017), so könnte man es vielleicht zusammenfassen, dargeboten von einem Quintett mit dem Namen Equinox (Sonnenwende), deren Mitglieder - eine bulgarische X-Factor-Siegerin, ein rumänischer X-Factor-Teilnehmer, einer der Chorsänger…
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Kin­der­bo­nus: Kris­ti­an Kos­tovs Krim-Kon­zert bleibt ohne Kon­se­quenz

Ein Krim-Auftritt des diesjährigen bulgarischen Eurovisionsrepräsentanten Kristian Kostov bleibt für den knapp siebzehnjährigen Sänger sanktionslos, wie Eurovoix heute unter Bezugnahme auf ukrainische Online-Portale rapportiert. Am gestrigen Abend - nur einen Tag vor dem geplanten Auftritt in der heutigen zweiten Qualifikationsrunde des Eurovision Song Contest 2017 - machten Gerüchte die Runde, dass der in Moskau als Kind bulgarisch-kasachischer Eltern geborene Kostov, ebenso wie die hierfür von Seiten der ukrainischen Sicherheitsbehörden mit einem dreijährigen Einreiseverbot belegte ursprüngliche russische Partizipantin Julia Samoylova, nach der Annexion der Krim durch Russland im Februar 2014 auf der Halbinsel aufgetreten sein soll. Dies bestätigte sich heute: die russische Ausgabe der…
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Euro­vi­si­on Death­match #9: The dire Wire is on Fire

Nichts klassifiziert einen Song so sehr als "typisch Grand Prix" wie der immer wieder gerne genommene Fire-Desire-Reim. Besonders Länder wie Malta und Rumänien machten sich in der Vergangenheit schon des Öfteren dieses Verbrechens schuldig. Doch die stehen beim heutigen Eurovision Deathmatch gar nicht in der Arena, denn zwischenzeitlich legten andere Nationen diesbezüglich noch einen drauf. So wie beispielsweise Bulgarien, das unseren ersten Kombattanten schickt, den intern ausgewählten Kristian Kostov, nicht nur der jüngste Teilnehmer des aktuellen Jahrgangs, sondern auch der erste in diesem Jahrtausend Geborene - Gott, ich bin so alt *grein*! Kristian führt einen sprechend betitelten Beitrag namens 'Beautiful Mess' mit sich: eine mit glockenheller,…
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Bul­ga­ri­en 2017: Genera­ti­on Lys Assia

Heute gab der bulgarische Sender BNT endlich seinen Vertreter beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew bekannt, den erst siebzehnjährigen (und bedeutend jünger aussehenden) Kristian Kostov. Das Schockierende daran: der frühere Finalist der russischen Castingshow The Voice Kids (sein Mentor damals: Dima Bilan [→ RU 2006, 2008]) ist ein Kind dieses Jahrtausends, er kam am 15. März 2000 als Sohn eines bulgarischen Vaters und einer kasachischen Mutter zur Welt (und es nerve mich bitte niemand in den Kommentaren damit, dass das 21. Jahrhundert kalendarisch erst 2001 begonnen habe: das interessiert keine Sau!). Während lebensältere Grand-Prix-Fans wie der Blogger, die damit offiziell…
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Klei­der­ka­ta­stro­phen und Gän­se­haut: die Pro­ben zum zwei­ten Semi 2016

Und weiter geht's mit der noch ausstehenden Kommentierung zu den ersten Probedurchläufen des zweiten Semifinales. Der Lette Justs darf dieses mit seinem von der Vorjahresteilnehmerin Aminata geschriebenen Elektrokracher 'Heartbeat' eröffnen, ebenso wie die Proben am Mittwoch. Dort gab er schon mal alles, was ihm zwar Lob bei den Bloggern eintrug, sich im dritten Durchgang dann aber stimmlich bemerkbar machte. Haushalten mit den Kräften ist hier die Devise! Leider müssen wir erneut auf den Riga-Biber verzichten, ansonsten gibt es eine visuell etwas aufgebügelte Version des Vorentscheidungsauftritts, was auch gut funktioniert. Nur die Paola-Gedächtnis-Föhnwelle von Justs stört mich nach wie vor. Kann…
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Bul­ga­ri­en 2016: was lan­ge währt, wird end­lich gut

Das Diplom für Attention Whores hat die quirlige Poli Genova schon mal bestanden: bis heute Abend ließ die Bulgarin die ungeduldig mit den Hufen scharrenden Eurovisionsfans warten, die seit über einer Woche nichts sehnlicher tun möchten, als endlich alle 43 diesjährigen Teilnehmertitel gegeneinander zu ranken und die Chancen aller Semifinalisten auszuloten. Doch das Warten hat sich gelohnt: mit 'If Love was a Crime' präsentiert uns die Eurovisionsrückkehrerin einen knalligen, uptemporären (man möchte vor Dankbarkeit weinend niederknien!) Popsong mit einer Art doppeltem Refrain: auf die englischsprachige, gut gemachte Strophe und die etwas blasse, ebenfalls englische Titelzeile folgt ein deutlich besserer, bulgarisch gesungener Einschub, der…
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Bul­ga­ri­en kommt uns Poli-amou­rös

Das überrascht nun wirklich niemanden: nach entsprechenden Vorankündigungen, zur Beendigung der zweijährigen Grand-Prix-Pause Bulgariens "jemand Bekanntes" zum Eurovision Song Contest schicken zu wollen, ließ der Sender heute endlich die Katze aus dem Sack. Wie von allen Fans bereits einhellig vorhergesagt, versucht es das mit einer einzigen Ausnahme bislang stets im Semifinale gescheiterte Land erneut mit Poli Genova. Die sorgte 2011 in Düsseldorf bereits als Balkan-Pink für Aufsehen (konnte sich aber auch nicht qualifizieren) und war 2015 als Gastgeberin beim Junior-ESC in Sofia in Einsatz, für den der Sender viel Lob kassierte. Letzteres spielte wohl die entscheidende Rolle bei ihrer Direktnominierung: "Unsere Reputation wurde die…
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Auch Bul­ga­ri­en und Kroa­ti­en keh­ren zum ESC zurück

Heute früh veröffentlichte die EBU zeitgleich mit dem seit 10 Uhr laufenden Vorverkauf für die Eintrittskarten die offizielle Teilnehmerliste für den 61. Eurovision Song Contest in Stockholm, Schweden. Erfreuliche Überraschung: neben den bereits bekannten 41 Nationen kehren auch Kroatien und Bulgarien, die in den letzten beiden Jahren mit Abwesenheit glänzten, zum Wettbewerb zurück. Für die professionelle Ausrichtung des diesjährigen Junior-ESCs in Sofia erntete der bulgarische Sender viel Lob - möglicherweise ein Ansporn, es auch wieder beim "richtigen" Contest zu versuchen? Gerüchte besagen, dass das Land - wie schon die Balkan-Kollegen aus Bosnien und Mazedonien - eine/n vormalige/n Repräsentant/in schicken wolle,…
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Kasach­stan gewinnt die Türk­vi­zyon 2014

Mit einem Überraschungssieg für das zwischen dem Kaspischen Meer und China gelegene Kasachstan, das neuntgrößte Land der Erde, ging heute Abend das Finale der zweiten Türkvizyon, des osmanischen Gegenentwurfs zum Eurovision Song Contest, zu Ende. Überraschend vor allem deswegen, weil Zhanar Dugalova im Semifinale am Mittwoch, in dem exakt die selben 25 Juroren abstimmten wie heute, noch auf dem dritten Rang landete. Doch anscheinend war den ausrichtenden Tataren ein Heimsieg des vorgestern noch haushoch oben liegenden Aydar Suleyman, der heute auch noch vom letzten Startplatz aus ins Rennen durfte, zu offensichtlich, und so einigte man sich auf die während der Trophäenübergabe ob…
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Teil­neh­mer­re­kord bei der Türk­vi­zyon 2014

Während beim richtigen Eurovision Song Contest die Zitterpartien um die Teilnahme Bosniens (Geldsorgen) und Griechenlands (der neue Staatssender NERIT wartet noch auf die Aufnahme in die EBU) weitergehen, expandiert der osmanische Ableger Türkvizyon fröhlich und chaotisch weiter. Sah es dort zunächst so aus, als ob der im kulturellen Bewusstsein noch nicht sehr stark verankerte Contest schrumpfen würde, so übertrifft die aktuelle Teilnehmerzahl der zweiten Ausgabe am 19. und 21. November 2014 im tatarischen Kasan mittlerweile diejenige der Premierenausgabe von Eskişehir. Neben Baschkortostan, wo bei der gestrigen Vorentscheidung die achtköpfige, aus Moskauer und baschkirischen Musikstudenten bestehende Gruppe Zaman (Zeit), die es sich…
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ESC 2015: sans Sham­pio­ni, aber mit San Sie­ge­li­no

39 Teilnehmerländer, so lautet der aktuelle Stand für den 60. Eurovision Song Contest im Mai 2015 in der Wiener Stadthalle. Traurigerweise zog Bulgarien die vorläufige Zusage zur Teilnahme in Österreich wieder zurück, da es dem Sender nicht gelungen sei, die notwendigen finanziellen Mittel zusammenzukratzen. Erfolgreicher scheint da das sanmarinesische Fernsehen gewesen zu sein: der inneritalienische Kleinststaat, der sich zuletzt drei Mal hintereinander von Ralph Siegel aushalten kompositorisch betreuen und durch dessen Schützling Valentina Monetta vertreten ließ, sagte heute für Wien zu. Der Sender San Marinos steht im Ruf, die Grand-Prix-Sause durch Drittmittel zu refinanzieren und hierfür bei interessierten Songschreibern oder…
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ESC 2014: Ser­bi­en setzt aus, Bul­ga­ri­en bockt, Rumä­ni­en rein

Neben Kroatien wird mit Serbien ein zweites exjugoslawisches Land beim Eurovision Song Contest 2014 fehlen. Aus finanziellen Gründen habe der Verwaltungsrat des serbischen Senders RTS die Entscheidung getroffen, Kopenhagen fern zu bleiben. Man behalte sich aber für 2015 vor, wieder mitzumachen, sofern dann wieder "stabile und ausreichende Haushaltsmittel" zur Verfügung stünden, wie der Sender mitteilte - nicht ohne schnell noch darauf zu verweisen, dass man "2008 als Gastgeber einen neuen Standard in organisatorischen und technischen Fragen" gesetzt habe, "der immer noch als Beispiel" diene. Das ebenfalls aus pekuniären Gründen bis zuletzt als Wackelkandidat geltende Rumänien, das uns 2013 mit Cezar…
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ESC 2. Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht aus­ge­schlos­sen

"Wie der Philosoph schon sagt: es steckt eine Frau im Rock eines jeden großen Mannes": schöner hätte Gastgeberin Petra Mede (ich bleibe dabei: ein Glücksgriff für den Grand Prix) den letzten Auftritt des heutigen Abends, Rumäniens Transsylvestie-Star Cezar, nicht abmoderien können. Ein wunderschön runder Eurovisionsabend liegt hinter uns, mit einem wunderschön runden Ergebnis: 90% verdiente Finalisten, das findet sich selten in einer Qualifikationsrunde. Ärgern dürften sich nur die Verschwörungstheoretiker: mit Mazedonien und Albanien schieden heute auch noch die letzten Balkanstaaten aus, der Balkanblock ist damit Geschichte und hat als Ausrede für schlechte Westergebnisse ausgedient. (mehr …)
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Sechs­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: zwei­tes Semi, die Chan­cen

Ein langer Tag liegt vor uns: in Malmö proben heute die 17 Semifinalisten der zweiten Qualifikationsrunde vom Donnerstag zum zweiten Mal. Wie die Blogger berichten und meine Facebook-Meldungen mir bestätigen, trudeln immer mehr Fans in Malmö ein, das EuroFanCafé und der EuroClub füllen sich und die ersten bizarren Musikwünsche werden gespielt. Auch die deutsche Delegation landete heute in Schweden. Wenden wir uns aber nun den Teilnehmern des zweiten Semis und ihren Finalchancen zu, basierend auf dem heutigen Probentag. EuroClub-Track des Tages: 'Hullu yö' (FI 1991) (mehr …)
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Drit­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: Miss Kiss Ding Dong

Zehn Jahre ist es her, dass das russische Fake-Lesben-Duo t.A.t.U. beim Eurovision Song Contest mit einem gleichgeschlechtlichen Kuss auf offener Bühne für Aufmerksamkeit sorgen wollte - was ihnen die EBU seinerzeit verbot. Übrigens drei Jahre, nachdem sich zwei männliche Bandmitglieder der israelischen Band Ping Pong vor laufenden Kameras abschmatzten (beim ESC 2000, in Stockholm, Schweden). Gespannt dürfen wir also verfolgen, ob es der Kuss zwischen Krista Siegfrids und einer ihrer Chorsängerinnen, den sie bei der heutigen Probe zelebrierte ("aber ohne Zunge!", wie ein Produktionsscherge sie anwies), auch in die Livesendung schaffen wird. Damit will die blonde Sängerin für die Einführung…
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Bul­ga­ri­en nimmt nun doch lie­ber die Sahnepil­ze

Wenn ich mich mal eben ganz kurz selbst zitieren darf: "Mal schauen, ob Bulgarien da nicht noch eine Ukraine pullt und den Titel in letzter Minute austauscht!" So schrieb ich es am 3. März, kurz nach dem Finale der bulgarischen Vorentscheidung, die nach einem Gleichstand zwischen Jury und Publikumsvoting überraschend schnell zu Ende ging - ohne die übliche Reprise des Siegertitels 'Kismet' (die Publikumswahl). Denn wie ein vor Ort anwesender Blogger kolportierte, soll Elitsa Todorova angesichts des Ergebnisses geschäumt und sämtliche Interviews verweigert haben - war es doch kein Geheimnis, dass sie, wie wohl auch die meisten Menschen außerhalb Bulgariens, den Song…
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Bul­ga­ri­en wählt: wir haben einen Gleich­stand. Tschüss!

Selten so eine bizarre Vorentscheidung erlebt wie den soeben völlig unvermittelt zu Ende gegangenen bulgarischen Vorentscheid! Die bereits vorab nominierten Vertreter Elitsa Todorova & Stoyan Yankoulov (BG 2007) stellten die bereits bekannten drumlastigen Ethnotitel vor: drei gleichermaßen gute Drogeneinwurfbegleitsongs in den Geschmacksrichtungen Kiffen / Pilze / Ecstasy. Es folgten lustige Interval Acts, unter anderem eine fabelhafte bulgarische Babuschka, begleitet von einem DJ namens Bimbo und sensationell guten Elektrosounds, sowie die grottenschlecht live performende schweizerische Heilsarmee, deren schnuckliger Gitarrist Jonas Gygax auf dem glatten Studioboden ausrutschte und hinschlug. Und sodann die sekundenschnelle Verkündung der Ergebnisse des Televotings und der Abstimmung der…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die Kol­lek­ti­on Bvlga­ri

Das bulgarische Fernsehen stellte heute Nachmittag die drei möglichen Titel für Elitsa Todorova und Stoyan Yankoulov vor, über die am 3. März in einer 50/50-Abstimmung entschieden wird. Und ich muss sagen: drei Mal Perlen der Vorentscheidungen, da gefällt mir eine besser als die andere! Es geht los mit 'Dzupai libe boso', einem sphärisch floatenden Ethno-Song mit sanften Reggae-Einlagen, perfekt geeignete Chill-Out-Musik nach einer durchtanzten Nacht auf einem Goa-Festival. Song Nummer 2, 'Kismet', mixt treibende Elektrobeats mit orientalisch anmutenden, für westliche Ohren fast schon schmerzhaft schief wirkenden Gesangsbögen und Dudelsackklängen: der Warmup zu einer wilden, substanzgestützten, sommerlichen Partynacht am Bosporus. Klarer Sieger…
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Zwei­ter Super­sams­tag: Toter Fisch nach Haus­frau­en­art

Es klang nach einem Konzept, bei dem jeder aufrechte Schlagerfan schon im Vorfeld ein feuchtes Höschen kriegt: die Melodifestival-erfahrenen Schlagerdiven Hanna Hedlund, Pernilla Wahlgren und Jenny Silver ('Something in your Eyes') als Trio. Unter dem rundweg fabelhaften Namen Swedish House Wives, ein perfektes Wortspiel aus der angesagten Dancecombo Swedish House Mafia und der US-Kultserie Desperate Housewives. Mit einem vom Frederik Kempe Thomas G:son geschriebenen, dancebeatgetriebenen Schwedenschlager namens 'On Top of the World'. Dazu eine beleuchtete Showtreppe, Goldlamé-Glitzerkostümchen und eine simple Choreografie. Und dennoch scheiterte die Nummer beim gestrigen zweiten MF-Semi und schaffte es noch nicht mal in die Trostrunde. Woran…
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ESC 2. Semi 2012: Ver­jam­mern

Ganze fünf (von sechs) exjugoslawische Länder versammelten sich in diesem zweiten Semi, und sie brachten fünf mehr oder minder dramatische, klassische Balkanballaden mit. Drei von ihnen kamen weiter ins Finale, darunter echte Überraschungen. Nicht so sehr beim Eröffnungsact des Abends: Željko Joksimović, auf dessen Konto das selbst gesungene 'Lane moje' (RS 2004, 2. Platz), 'Lejla' (BA 2006, 3. Platz) und 'Oro' (RS 2008, 6. Platz) gehen, bewies mit 'Nije Ljubav Stvar' erneut, warum er mit Fug und Recht als unumschränkter Balkanballadenkönig gilt: ein wunderschön instrumentierter, sanft beginnender und nach und nach immer eindringlicher und dramatischer werdender Folkschlager mit einem ergreifend kitschigen Text,…
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Style over Sub­s­tance: 2. Pro­ben BY, PT, UA, BG

Ich bin ja normalerweise kein Freund der von Bloggern in der Halle mitgedrehten Probenvideos, alleine schon aufgrund der Qualität. Die offiziellen Mitschnitte der letzten vier heutigen Starter waren aber im youtube-Kanal von eurovision.tv zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Meldung aus technischen Gründen nicht verfügbar (ein weiterer Hackerangriff?). Und manchmal haben die statischen Fan-Aufnahmen auch ihr Gutes. Gerade bei stark durchchoreografierten Darbietungen wie der von Gaytana für die Ukraine. Im Fernsehen werden wir von den (nur noch) vier Tänzern und ihrem faszinierenden Spiel mit ihren LED-Doubles nämlich wieder die zentralen Elemente verpassen, der blöden, schnittgeilen Kameraregie wegen. Also, schaut und genießt das…
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