Cindy Berger

Ein Lied für Rom 1991: Und wir lern­ten zu verlieren

Ein Lied für Rom 1991: Und wir lern­ten zu verlieren

Das Jahr Eins nach der deutschen Wiedervereinigung: die ursprünglichen Pläne der den friedlichen Umsturz einmal herbeigeführt habenden Bürgerbewegung für eine eigenständige Deutsche Demokratische Republik, die diesen Namen auch verdient, waren zugunsten der schnellen D-Mark und der berühmten "blühenden Landschaften" (Helmut Kohl - wer ahnte schon, dass er damit von Unkraut überwucherte, eingestürzte VEB-Fabrikationshallen meinte?) zu Grabe getragen. Das ehemalige Fernsehen der DDR war unter dem Übergangsnamen Deutscher Fernsehfunk (DFF) gerade der ARD beigetreten. Diese nutzte die vermeintlich günstige Gelegenheit und stellte die Eurovisionsvorauswahl 1991 auf eine besonders breite Basis: sowohl der seit 1979 federführende Bayerische Rundfunk als auch der im Westteil der neu-alten…
Weiterlesen
Ein Lied für Dub­lin 1988: Das ist nicht viel

Ein Lied für Dub­lin 1988: Das ist nicht viel

'Ich wünsch Dir Liebe ohne Leiden' hieß ein wunderschöner Song aus dem Jahr 1984, den der große Udo Jürgens gemeinsam mit seiner Tochter Jenny sang, die sich in diesem Jahr daran versuchte (und überhob), die deutsche Grand-Prix-Vorentscheidung zu moderieren. "Ich wünsch mir Lieder ohne Leiden": dieser sehnliche Gedanke überkam die Zuschauer:innen des televisionären Elends hingegen angesichts des unbeschreiblich miserablen Songtableaus dieser Veranstaltung. Bei der sich, wie gewohnt, völlig unbekannte Hoffnungslose und abgehalfterte Schlagerstars die Klinke in die Hand gaben. So beispielsweise der bereits wieder am Ende seiner Hitparadenkarriere stehende Tommy Steiner, der berüchtigte 'Ficker von San Juan', der in den Neunzigern im…
Weiterlesen
Deut­scher Vor­ent­scheid 1978: Heut will ich’s wissen

Deut­scher Vor­ent­scheid 1978: Heut will ich’s wissen

Im Jahr Eins nach Grünefeldt herrschte bei der ARD in Sachen Grand Prix heillose Konfusion. Der Hessische Rundfunk gab die Zuständigkeit für den Eurovision Song Contest ab, und niemand wollte sie haben. Gegen seinen erklärten Willen erhielt der Südwestfunk in Baden-Baden die Verantwortung zugeschoben. Der verlegte die nationale Vorentscheidung ins Radio, nachdem man die auf einen extrem kurzfristigen Aufruf hin eingereichten Songs als zu niveaulos für ein TV-Finale empfand. Und tatsächlich lassen solch klingende Künstler:innennamen wie die international renommierten Brunhilde Lamberty (wer?), Albatros (mit dem Beischlafschlager 'Bleib die Nacht bei mir und komm') oder das deutsch-österreichische Schlagerpärchen Freya & Bernd Wippich ('Ich…
Weiterlesen
Deut­scher Vor­ent­scheid 1974: Das darf doch nicht sein

Deut­scher Vor­ent­scheid 1974: Das darf doch nicht sein

Ständig das Gemecker von Presse und Öffentlichkeit über die Abstimmungsergebnisse bei den deutschen Grand-Prix-Vorentscheidungen: der damalige Eurovisionsverantwortliche Hans-Otto Grünefeldt hatte 1974 die Schnauze gestrichen voll! Er verzichtete auf eine öffentliche Auswahl und nominierte stattdessen seine persönlichen Protegés Cindy & Bert direkt für die hausinterne Entscheidung. Die waren erstmals 1972 mit dem besten Titel ihres umfangreichen Schlagerrepertoires, dem soulstarken 'Geh die Straße', arschknapp an der Jury gescheitert. 1973 und 1978 versuchten sie es erneut mit jeweils gleich zwei (schrecklichen) Schlagern, bleiben aber erfolglos. Und auch nach der Trennung von Bert sollte Cindy Berger bei ihren Solo-Anläufen 1988 und 1991 kein Glück…
Weiterlesen
Ein Lied für Luxem­burg 1973: Was ist Dein Geschenk an mich?

Ein Lied für Luxem­burg 1973: Was ist Dein Geschenk an mich?

"Was ist schon ein Jahr?", so lautet die originalgetreue Übersetzung eines späteren Siegertitels beim Grand Prix Eurovision. Nun: manchmal augenscheinlich ein ganzes Leben, wenn es zwischen zwei deutschen Grand-Prix-Vorentscheidungen liegt. Rein formal unterschied sich das diesjährige Finale aus Frankfurt am Main kaum vom dem ebenfalls durch den Hessischen Rundfunk mitveranstalteten aus Berlin anno 1972: wie schon dort gab es wiederum zwölf Beiträge und zehn Juror:innen (davon fünf "musikinteressierte Laien"), die jeden Song mit mindestens einem bis maximal fünf Punkten zu bewerten hatten. Selbst das deutsche Spitzenschlagerpärchen Cindy & Bert sowie deren sozialdemokratisch-liedermacherhafte Variante Inga & Wolf waren, wie bereits im…
Weiterlesen
Ein Lied für Edin­burgh 1972: Und es wird gelingen!

Ein Lied für Edin­burgh 1972: Und es wird gelingen!

1972: unbestreitbar das beste deutsche Grand-Prix-Jahr aller Zeiten, eingeleitet von einer Vorentscheidung der Superlative! Als Gemeinschaftsproduktion des Hessischen Rundfunks und des Senders Freies (vulgo: West-) Berlin trumpfte die Veranstaltung mit einem großen Orchester unter der kompetenten Leitung von Paul Kuhn, lustigen Balletteinlagen, einem fantastischen, sehr engagierten Chor (den Rosy Singers) und gleich zwei charmanten Moderatorinnen auf: nämlich Renate Bauer vom SFB und "Lottofee" Karin Tietze-Ludwig vom hr, die wir 1975 nochmals in dieser Tätigkeit sehen sollten. Sie hatten insgesamt zwölf Titel anzusagen, deren Interpret:innen erstmals direkt von den Plattenfirmen nominiert wurden. Was sich in einem hochkarätigen Angebot sowohl an aktuellen…
Weiterlesen