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Melo­di­fes­ti­va­len 2019: I belie­ve I can fly

Melo­di­fes­ti­va­len 2019: I belie­ve I can fly

Wer hat an der Uhr gedreht? Mit dem Finale des schwedischen Melodifestivalen ging am gestrigen Samstagabend bereits die letzte öffentliche Vorentscheidung der Saison 2019 über die Bühne. Trotz - oder vielmehr wegen - des erneut geänderten Auszählungsverfahrens im Televoting, das die Stimmen des Publikums nunmehr nach verschiedenen Altersklassen gewichtet und damit den starken Einfluss der netzaffinen Jugend zurückdrängt, die seit der Einführung der Voting-App ihre Punkte gleichmäßig auf sämtliche Titel verteilte und damit die Entscheidungsgewalt faktisch in die Hände der Jury legte, geriet die Votingsequenz des MF 2019 zur langweiligsten seit Menschengedenken. Der bereits vorab in allen Umfragen stark favorisierte…
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Con­chi­ta Wurst: “Nur ein State­ment reicht nicht”

Der ORF nahm die Bekanntgabe der Entscheidung für Wien als Austragungsort des 60. Eurovision Song Contests gestern zum Anlass, Conchita Wurst zum Interview in die Nachrichtensendung Zeit im Bild 2, quasi den österreichischen Tagesthemen, einzuladen. Dort sprach die aktuelle Eurovisionssiegerin in gewohnt charmant-eloquenter Weise über den gesellschaftlichen Einfluss ihres Sieges, ihre Zukunftspläne und den kommenden Contest. Ihren Triumph von Kopenhagen bezeichnete sie als europäisches Statement für Toleranz, sagte aber auch: "Nur ein Statement reicht nicht, um eine ganze Gesellschaft zu ändern," vielmehr sei es wichtig, eine solche Haltung auch im Alltag zu leben. Doch auch, wenn viele im Schutze der…
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ESC 2. Semi 2011: Cau­se I know it’s pasi­bel

Es geht doch, wenn man nur will: die ARD kann eine Eurovisionssendung ohne peinliche Technikpannen stemmen; Anke Engelke kann auch richtige Abendkleider tragen (und darin fantastisch aussehen); Stefan Raab kann witzig sein (als Sidekick von Anke Engelke, die bereits mit der Moderation der beiden Semis allen Schmach, den uns Marlene Charells überambitioniertes Straucheln 1983 bescherte, mehr als wettmachte) und das Erste kann einen richtig guten Pausenact organisieren, der multikulturell wirkt und dennoch etwas mit dem veranstaltenden Land zu tun hat. A propos Multikulti: noch nie war ich so begeistert von den Postkarten! Die schönsten Seiten Deutschlands im Märklin-Style, verknüpft mit…
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Schwu­le Soli­da­ri­tät: Nie­der­lan­de dro­hen mit Final-Boy­kott

Endlich! Ein leuchtendes Zeichen für gelebte Homosolidarität setzt der offen schwule Sänger Gordon des niederländischen Golden-Girls-Trios De Toppers. In einem Interview mit NOS Radio kündigte er an, das Finale am Samstag boykottieren zu wollen, falls es bei der am gleichen Abend stattfindenden (und, wie immer, vom homophoben Moskauer Bürgermeister Juri Luschko verbotenen) Schwulendemo Slavic Pride zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Homos kommen sollte, wie die britischen Pink News heute berichten. Nun müssen die Niederländer erst mal ins Finale kommen, um wirkungsvoll mit Abreise drohen zu können (und die Chancen stehen mit ihrem futtigen Nostalgieschlager 'Shine' nicht besonders gut) - dennoch handelt…
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<span class="caps">ESC</span> Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kavi­ar

ESC Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kavi­ar

Zwölf Anläufe hatte der flächengrößte und einwohnerstärkste Teilnehmerstaat des Eurovision Song Contest für seinen ersten Grand-Prix-Sieg gebraucht. Seinen Führungsanspruch und seine kulturelle Zugehörigkeit zu Europa wollte Russland damit unterstreichen - und vertiefte doch nur die Gräben, denn kaum ein Siegertitel rief im Westen so eine starke Ablehnung hervor wie Dima Bilans musikalisch malades und überanstrengt dargebotenes 'Believe', welches der Sargnagel für das hundertprozentige Zuschauervoting sein sollte. Für den russischen Plattenmillionär, dem bei seinem Erstversuch 2006 mit dem deutlich besseren 'Never let you go' nur die finnischen Monsterrocker Lordi in die Quere kamen, reichte es lediglich für einen schwachen Rang 54 in…
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<span class="caps">ESC</span> 1999: Don’t work on a Mon­day

ESC 1999: Don’t work on a Mon­day

In diesem Jahr gelang es dem NDR-Verantwortlichen Jürgen Meier-Beer nach mehreren Anläufen, mit dem Wegfall der überkommenen Sprachenregel und des Orchesters die beiden letzten Bausteine seiner Grand-Prix-Reform durchzusetzen und den Contest so - kurz vor der Jahrtausendwende - endlich in die popmusikalische Gegenwart zu überführen. Die Teilnehmer nutzten die neue linguistische Freiheit weidlich: jeder zweite Beitrag kam auf Englisch daher, der Weltsprache des Pop. Das war und ist in einigen Fällen schade (Balkanballaden klingen in einem der zahlreichen slawischen Dialekte einfach eindringlicher), manchmal besser (die Mitsingbarkeit leidet im Hebräischen oder Isländischen nun mal), sorgte aber vor allem dafür, dass nicht mehr,…
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<span class="caps">ESC</span> 1998: Schön­heit, Grö­ße

ESC 1998: Schön­heit, Grö­ße

Ein Jahrgang für die Geschichtsbücher. Eine Zäsur. Der wichtigste Sieg in der Eurovisionsgeschichte. Der Superlative lassen sich viele bemühen, doch keines vermag die historische Dimension des von der britischen Kommentatorenlegende Terry Wogan moderierten Contests richtig zu fassen. Endlich war das Televoting für alle[ref]Mit Ausnahme zweier Länder, die noch über kein ausreichend stabiles Mobilfunknetz verfügten[/ref] Pflicht. Endlich konnten sich bei der Abstimmung die bei den Zuschauern mehrheitsfähigen Stücke durchsetzen und nicht diejenigen, die einem konservativ-verstaubten Musikverständnis obskurer "Experten"-Teams entsprachen. Endlich Schluss mit der Bevormundung, den krassen Fehlurteilen und dem Geschacher hinter den Kulissen. Endlich Demokratie! https://youtu.be/L1shaSDClF8 In einer Doppelrolle: Terry Wogan…
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