Estland

That Esto­ni­an Cool” galt ein­mal als Güte­sie­gel für die benei­dens­wer­te künst­le­ri­sche Expe­ri­men­tier­freu­de, wel­che die Eesti Laul eine Zeit lang zum span­nends­ten Vor­ent­scheid Euro­pas mach­te. Lei­der belohn­ten die Est:innen die­se Qua­li­tät nie, und so regiert auch hier mitt­ler­wei­le dritt­klas­si­ge schwe­di­sche Durch­schnitts­wa­re. 2001 steu­er­te Est­land einen der drei uner­träg­lichs­ten ESC-Sie­ger­ti­tel der Geschich­te bei.
Dabei seit: 1993; Sie­ge: 2001; Rote Later­nen: eine. 

Eesti Laul 2018: Ein Furz, ja?

Eesti Laul 2018: Ein Furz, ja?

Sie ist eingetreten, die einerseits erwartete und andererseits undenkbare Katastrophe. Mit, wie man hört, 70% der Anrufe und der vollen Jury-Unterstützung schickt mein einstmals geliebtes Estland, der kleine, heldenhafte Baltenstaat, die Nation des unnachahmlichen "Estonian Cool" das vielleicht schlimmste Machwerk aus der furchtbarsten Musikgattung der Welt zum Eurovision Song Contest 2018. Die Sopranistin Elina Netšajeva (englische Schreibweise: Nechayeva), im Vorjahr noch Moderatorin des Eesti-Laul-Semis, gewann gestern mit dem pompösen Popera-Stück 'La Forza' den Vorentscheid ihres Heimatlandes und spaltet nun die Fan-Nation in zwei erbittert sich gegenüberstehende Lager: während (erstaunlich viele) Menschen mit einer chronischen Geschmacksbehinderung bereits die Hotelzimmer für Tallinn im…
Weiterlesen
Fünf­ter Super­sams­tag 2018, Teil 1: schö­nes Haar ist Dir gegeben

Fünf­ter Super­sams­tag 2018, Teil 1: schö­nes Haar ist Dir gegeben

Es war ein Abend der endlosen eurovisionären Überforderung, der gestrige Supersamstag, an dem gleich acht Vorrunden und ein nationales Finale gleichzeitig um die Aufmerksamkeit des Grand-Prix-Fans rangen. Darunter mit den Semis der slowenischen EMA und der Eesti Laul diejenigen aus gleich zwei meiner liebsten Perlen-vor-die-Säue-Ländern, in denen jedes Jahr die allerschönsten Lieder unter die Räder kommen und stattdessen (fast) immer der größte Mist zum Song Contest geschickt wird. Die Esten trugen ihre Finalchancen ja bereits vergangenen Samstag zu Grabe (und vergaben gestern eine weitere Gelegenheit), in Ljubljana hingegen rettete man zu meinem großen Erstaunen gleich mehrere vielversprechende Titel ins EMA-Finale. Dennoch…
Weiterlesen
Vier­ter Super­sams­tag 2018: ent­mün­digt die Esten!

Vier­ter Super­sams­tag 2018: ent­mün­digt die Esten!

Reihenweise fanden am gestrigen Supersamstag neben den abschließenden Entscheidungen in Dänemark und Italien noch Semifinale quer durch Europa statt, bei denen sich die abstimmungsberechtigten Zuschauer/innen und Juror/innen mal wieder von ihrer schlechtesten Seite zeigten und eine katastrophale Fehlentscheidung nach der anderen trafen. Am wenigstens ausgeprägt erstaunlicherweise diesmal in Schweden, wo sich das zweite Semifinale des allgemein beliebten Melodifestivalen musikalisch noch schwächer präsentierte als das eigentlich schon unterirdische erste vom vorvergangenen Samstag. Mit den Augenschmäusen Limaoo und Samir & Victor wählten die Skandinavier/innen drei kernige Knaben mit träshigen Titeln ins Finale weiter, wogegen sich natürlich nicht das Geringste einwenden lässt. In…
Weiterlesen
Lost in Vero­na: wen die Jurys 2017 im Semi killten

Lost in Vero­na: wen die Jurys 2017 im Semi killten

"Wie unterschiedlich die Meinungen von Publikum und Jury sind, Wahnsinn!" entfuhr es einem erstaunten Peter Urban Samstagnacht während der Punktevergabe im Finale des Eurovision Song Contest 2017, wo sich mal wieder zeigte, dass die angeblichen Musikprofessionellen, die im sich übrigen hemmungslos dem → Nachbarschaftsvoting hingaben (sollten sie eigentlich nicht genau das einst verhindern?), auf einem völlig anderen Planeten leben als der Rest der Menschheit. Oder auch nur, dass eine zufällige Auswahl von gerade mal fünf Personen schon aus statistischer Notwendigkeit heraus immer nur zufällige, nicht repräsentative und damit völlig wertlose Ergebnisse hervorbringt. Immerhin waren sich die Jurys diesmal ausnahmsweise mit den Zuchauer/innen…
Weiterlesen
Zwei­tes ESC-Semi 2017: We have lost our Verona

Zwei­tes ESC-Semi 2017: We have lost our Verona

Warum macht ihr so etwas, liebe Bühnenbildverantwortliche? Warum versteckt ihr in diesem Jahr praktisch alle die Chorsänger/innen hinter der Bühne? Schon im ersten Semifinale 2017 am vergangenen Dienstag irritierte es maßlos, wenn man mit den Augen lediglich eine einzelne, völlig verloren im Farbenwirbel des Backdrops verschwindende Person auf der Bühne sah, gleichzeitig jedoch mit den Ohren wahre Choräle erschallen hörte und das völlig überforderte, bedauernswerte Gehirn diese beiden sich gegenseitig widersprechenden Sinneswahrnehmungen irgendwie zusammen bekommen sollte, ohne dabei zu implodieren. Bei der gestrigen zweiten Qualifikationsrunde dann, erneut ausgetragen in der nur mäßig besetzten Internationalen Ausstellungshalle zu Kiew, erneut bestückt mit der irgendwo…
Weiterlesen

Euro­vi­si­on Death­match #15: Mar­le­en, eine von uns bei­den muss nun gehn

Der Samstag: Zeit für hemmungsloses Tanzvergnügen! Und da wir uns hier beim Eurovision Song Contest befinden, heißt das natürlich: Schlagerdisco! Gleich zwei Schlagerpärchen beliefern uns in diesem Jahr mit rettungslos altmodischem, herrlich campem, gnadenlos tanzbarem Schlagerspaß und geben gerade den Lebenserfahreneren unter uns (*hüstel*) den Glauben an den Grand Prix zurück. Anfangen möchte ich mit den estnischen Rückkehrern Koit Toome (→ EE 1998) und Laura Põldvere (→ EE 2005, ebenfalls in Kiew), die heuer gemeinsam die Eesti Laul gewannen und sich - in schlauer Vorahnung hinsichtlich des potentiellen Siegers des diesjährigen Contests - zum gemeinsamen romantischen Sommerurlaub auf den Spuren…
Weiterlesen
Namas­té oweh: die Euro­vi­si­ons­re­mi­xe 2017, Part 2

Namas­té oweh: die Euro­vi­si­ons­re­mi­xe 2017, Part 2

Nachdem in den vergangenen Monaten innerhalb der nunmehr abgeschlossenen Vorentscheidungssaison 2017 nach und nach alle 43 Beiträge für den Eurovision Song Contest 2017 in Kiew ausgewählt wurden, trafen in der vergangenen Woche, rund um die Deadline für das Einreichen der Lieder bei der EBU, diverse Remixe der bereits feststehenden Titel ein, die es hier noch zu besprechen gilt. Dazu zählt natürlich in erster Linie die unvermeidliche Überarbeitung des albanischen Songs. Der hieß, als er Ende Dezember 2016 das heimische Festivali i Kënges gewann, noch 'Botë': eine hochdramatische, verschwenderisch orchestrierte Grand-Prix-Ballade in Landessprache, die von dem stimmsicher, präzise und mit Hingabe dargebotenen Gekreische seiner…
Weiterlesen
Eesti Laul 2017: Lost in the Semi

Eesti Laul 2017: Lost in the Semi

Zeitgleich zum Schweden-Schocker wählten die Esten am gestrigen Samstagabend ihre Vertreter für den Eurovision Song Contest 2017 in Kiew aus. Sie schicken zwei alte Bekannte: Koit Toome vertrat 1998 als damals Neunzehnjähriger das baltische Land bei der Meilenstein-Veranstaltung von Birmingham; bei Laura Põldvere handelt es sich neben Sloweniens Repräsentanten Omar Naber um die zweite Eurovisions-Wiederkehrerin, die beim Grand Prix 2005 bereits an gleicher Stelle - ebenfalls in Kiew - am Start war, seinerzeit als Teil der Girlgroup Suntribe. Gemeinsam präsentiert das Duo mit dem Titel 'Verona' einen gefälligen, rhythmusbetonten Schlager für die Ü-50-Disco, der an manchen Stellen entfernt an die epochemachenden Werke von Modern Talking erinnert und in…
Weiterlesen
Drit­ter Super­sams­tag 2017: extrem heterosexuell

Drit­ter Super­sams­tag 2017: extrem heterosexuell

Es war mal wieder ein Abend der eurovisionären Überforderung gestern: neben den gleich drei finalen Entscheidungen in Ungarn, Malta und Polen liefen zeitgleich noch fünf (!) weitere Vorrunden und Semis. Und in den meisten von ihnen fielen ähnlich deprimierende Fehlentscheidungen. Das begann bereits im schwedischen Växjö, wo das bislang schwächste Viertelfinale des Melodifestivalen mit durch die Bank völlig egalen Beiträgen über die Bühne ging und wo die wunderbare, quirlige Krista Siegfrids (→ FI 2013) mit dem wunderbaren, quirligen Mello-Schlager 'Snurra min jord', fraglos dem einzigen guten Song des gesamten Abends, unfassbarerweise auf dem letzten Platz landete. Und das trotz vorschriftsmäßiger Choreografie…
Weiterlesen
Zwei­ter Super­sams­tag 2017: Rotz­gö­ren und schlech­te Lover

Zwei­ter Super­sams­tag 2017: Rotz­gö­ren und schlech­te Lover

Was für ein Abend: insgesamt sieben Vorentscheidungsrunden liefen am gestrigen Samstagabend parallel zueinander, davon zwei Finale (nämlich in Italien und Spanien). Den Auftakt machte mal wieder das Gastgeberland Ukraine, wo sich weitere acht Semifinalisten dem Jury-Trio aus Vorjahressiegerin Jamala, Andrij Danylko (der Mann hinter der Bühnenfigur Verka Serdutschka [→ UA 2007]) und einem TV-Produzenten stellen mussten. Das kegelte mit seiner Stimmmacht einen der Publikumsfavoriten heraus, den Sänger Ruslan Kuznetsov, umstrittener Gewinner der Wildcard-Vorrunde im Internet und Zweitplatzierter im Televoting. Umstritten deswegen, weil das ukrainische Fernsehen ihm und ein paar Mitstreitern im November 2016 Manipulationsversuche vorwarf und all seine bis dato angesammelten Stimmen annullierte. Innerhalb…
Weiterlesen
Ers­tes ESC-Semi 2016: Auf in den Kampf!

Ers­tes ESC-Semi 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt vielleicht nicht auf ungeteilte Zustimmung bei all meinen Leser/innen stoßen und beschreibt auch das Gegenteil meiner eigenen Empfindungen von vor einem Jahr, aber nach der ersten Qualifikationsrunde 2016 aus dem Stockholmer Globen (der immer noch aussieht wie ein Schneller Brüter) am Dienstagabend muss ich sagen: von mir aus können die Schweden gerne jedes Jahr gewinnen. Solange sie Petra Mede weiter moderieren lassen: locker, flockig, eigenironisch, herrlich! Am schönsten der Gag, als auf die Worte "Welcome, Europe!" die ersten Takte von 'The Final Countdown' der gleichnamigen schwedischen Achtzigerjahre-Rockband ertönten, live von besagter Kapelle intoniert, die Petra und Måns aber schnell…
Weiterlesen
Eesti Laul 2016: vom Bes­ten das Schlechteste

Eesti Laul 2016: vom Bes­ten das Schlechteste

Die Esten sind ein erstaunliches Volk: da stellten sie gestern, mal wieder, die mit Abstand beste Vorentscheidung aller 43 teilnehmenden Nationen auf die Beine, gespickt mit fantastischen Liedern und hervorragenden Darbietungen. Und dann schafften sie es, die besten davon auf der Strecke zu lassen und ihr Superfinale lediglich mit einem unsympathisch blasierten James-Bond-Imitatoren und zwei gesanglich gehandicappten Frauen in Leuchtkostümen zu bestücken. Gewonnen hat, um es vorweg zu nehmen, der Junge-Union-Sprecher (und, wie sollte es anders sein, aktuelle Estland-sucht-den-Superstar-Sieger) Jüri Pootsmann mit dem vom Vorjahresvertreter Stig Rästa mitkomponierten 'Play' - tatsächlich kein schlechter Song, wenn man während der drei Minuten die Augen…
Weiterlesen
Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: der Maul­trom­me­lirr­sinn am Supersamstag

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: der Maul­trom­me­lirr­sinn am Supersamstag

Ein weiterer ereignisreicher Supersamstag liegt hinter uns. Neben der Entscheidung in Island liefen in fünf Ländern weitere Vorrunden. Im Gastgeberland des ESC 2016, Schweden, war es bereits die dritte, und noch immer nichts dabei, das mich besonders berührt hätte. Selbstredend flogen die beiden einzigen Beiträge des gestrigen Melodifestivalen, die mich nicht komplett zu Tode langweilten, unisono raus. Nämlich zum einen den ursprünglich unter dem Titel 'Love take me higher' für Alcazar geschriebenen Schwedenschlager 'Kom ut som en stjärna', stattdessen nun dargeboten von Drag-Act After Dark, vom dem allerdings das pinke Kleid und der ohrenzermürbend schiefe Gesang als eindrücklichste Erinnerung bleibt. Sowie zum anderen das…
Weiterlesen
Super­sams­tag 2016: Ret­tet die Schlagerdiven

Super­sams­tag 2016: Ret­tet die Schlagerdiven

Er geht als Abend der Überforderung ein in die Annalen der Eurovisionsforschung, der gestrige Samstag: in zehn Ländern gleichzeitig liefen Grand-Prix-Vorentscheidungen. Darunter drei Finale, von denen eines, nämlich das italienische San-Remo-Festival, ohne Ergebnis zu Ende ging, weil die dortigen Sieger einen Kümmert pullten und das angebotene Ticket nach Stockholm erst mal ausschlugen, sich dann aber doch Bedenkzeit ausboten. Befassen wir uns hier nun aber zunächst mit sechs der sieben Nationen, in denen Vorrunden stattfanden (Island wird von mir, wie angekündigt, mit Nichtachtung gestraft). Die meisten Eurovisionsfans entschieden sich angesichts des massiven Überangebotes wohl für das beliebteste Format, nämlich das schwedische…
Weiterlesen
Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Cham­pa­gner für die Disco-Cowboys

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Cham­pa­gner für die Disco-Cowboys

Vor wenigen Tagen veröffentlichte das finnische Fernsehen YLE auf einen Schlag alle 18 Beiträge für die drei Vorrunden der Uuden Musiikin Kilpailu (UMK), inklusive dazugehöriger, in einem eigenen Youtube-Kanal bereit gestellter, professionell produzierter Musikvideos (und ja, ich schäme mich dafür, dass der ungleich finanzstärkere öffentlich-rechtliche Sender meines Landes nicht mal das hinbekommt). Einziger mir bekannter Name im Line-Up ist Tapio Huuska alias Cristal Snow, der 2008 schon mal am finnischen Vorentscheid teilnahm. Er hat mit 'Love is blind' eine klassische Liebesballade mit cleveren Textzeilen wie "You look like Jesus / but you taste like Sin" im Gepäck, für die ich wirklich gerne entflammen würde. Zumal…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

Okay, ich geb's zu: sie kommt ein bisschen spät, diese Besprechung. Direkt nach dem Finale im Mai ging das Buch vor und danach brauchte ich erst mal ein bisschen Abstand. Mit eben diesem Abstand habe ich mir nun, mehr als zwei Monate nach dem eigentlichen Event, die TV-Aufzeichnung des von mir live besuchten Jubiläums-Contests angeschaut. Und prompt stellte es sich wieder ein: dieses schon ihn Wien sehr subtil vorhandene Gefühl, dass es des Guten einfach irgendwie zu viel war. Zu viel von allem: zu viel Sendung (geschlagene vier Stunden ging die Show diesmal), zu viele Lieder (27, so viele wie noch nie zuvor…
Weiterlesen

Die Vil­la­ge Peop­le sind in Wien: ers­te Pro­ben ers­tes Semi 2015

Seit Montag Mittag sind die Spiele offiziell eröffnet: in der Wiener Stadthalle probten gestern und heute die 16 Teilnehmer/innen des ersten Semifinales am kommenden Dienstag. Und obgleich es sich um den allerersten, technischen Durchlauf handelte, der hauptsächlich zum Finden der richtigen Kameraeinstellungen und Beleuchtung diente, berichteten die zahlreich in Wien bereits aufgeschlagenen Schwurnalisten natürlich ausführlich über jedes noch so kleine Detail und erstellten umgehend neue Prognosen. Wenn nicht gerade kontrovers über den Aufreger des Tages debattiert wurde: so rüstet die Wiener Stadtverwaltung derzeit 120 Fußgängerampeln mit mit neuen Symbolen aus: händchenhaltend gemeinsam wartende bzw. laufende Pärchen - darunter auch gleichgeschlechtliche -…
Weiterlesen

Bal­ti­kum, wir kom­men! (Est­land und Litau­en 2015)

Merkt Euch meine Worte: der Eurovision Song Contest wird 2016 im Baltikum stattfinden. Punktum. Nachdem die bisherige Vorentscheidungssaison so ziemlich eine Enttäuschung nach der anderen hervorbrachte, legten heute Abend direkt hintereinander die beiden Baltenstaaten Litauen und Estland Punktlandungen hin und wählten die ersten beiden Knaller des aktuellen Jahrgangs und heißesten (oder richtiger: einzigen) Anwärter auf die Eurovisionskrone 2015. Sollte unter den noch offenen Vorentscheidungen kein absoluter Überflieger mehr dabei sein (und für Deutschland können wir das beispielsweise definitiv ausschließen), so haben wir den Siegersong dieses Jahrgangs heute Abend gehört. Die Frage ist nur noch: Tallin oder Vilnius? http://youtu.be/ziXkmxouw8Y?t=2m9s It's in his…
Weiterlesen

Zwei­ter Super­sams­tag 2015: zwi­schen ges­tern und morgen

Ein geschäftiger Samstag mal wieder: neben den beiden eher enttäuschenden Entscheidungen in Island und Italien fanden gestern Abend noch fünf Semifinalrunden, verteilt über ganz Europa statt. Das unter Fans am meisten beachtete natürlich in Malmö: in der zweiten Vorrunde des schwedischen Melodifestivalen trafen bekannte Namen wie Linus Svenning, Marie Bergman (SE 1994) und Magnus Carlsson aufeinander. Das Ex-Alcazar-Mitglied qualifizierte sich mit seinem klassischen Schwedenschlager 'Möt mig i gamla stan' denn auch direkt fürs MF-Finale, wie auch eine Mariette Hansson, von der am ehesten der merkwürdig deplaziert aussehende Dreadlock-Dutt in Erinnerung bleibt. Frau Bergman schaffte es nicht weiter, für den bis zum…
Weiterlesen

Ers­ter Super­sams­tag 2015: der Wind von Jönköping

Es war ein geschäftiger Samstagabend in Europa: neben dem dänischen MGP mit seinem vorhersehbaren Katastrophenergebnis fanden gestern in sechs weiteren Ländern Vorentscheidungsvorrunden statt. So beispielsweise in Finnland, wo sich im ersten Semi des Uuden Musiikin Kilpailu (UMK) erwartungsgemäß die aus vier gestandenen Kerlen mit Down-Syndrom bestehende Punkband Pertti Kurikan Nimipäivät (PKN) mit einem knackigen, dankenswerterweise kurzen Punksong durchsetzte. Sowie die musikalischen Coldplay-Eleven Satin Circus, deren Beitrag 'Crossroads' im Gegensatz zu dem suizidalen Gejammer der Briten immerhin über ein klein wenig Pep verfügte, und mit dem vollbärtigen Wuschelhaarträger Paul Uotila über einen der bestaussehendsten Leadsänger des Abends. Wobei ich das Lied besser fände,…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Est­land ist der ers­te Favorit

Kaum verkündete der ORF gestern die Auslosung der diesjährigen Teilnahmeländer auf das erste und zweite Semi, da öffneten auch schon die Wettbüros wieder ihre Pforten - und gaben die ersten Quoten bekannt. Dabei stehen erst eine Handvoll Beiträge fest, was Hardcore-Fans natürlich nicht davon abhält, sich einen frühen Favoriten herauszupicken. Derzeit führt Estland in den Rankings, basierend wohl vor allem auf einem Vorentscheidungslied, das viele Fans bereits für den sicheren Sieger der Eesti Laul, wenn nicht gar des Eurovision Song Contest 2015 halten: 'Goodbye to Yesterday' von Elina Born und Stig Rästa. Wenig überraschend, vereint die elegante Nummer gewissermaßen die Ingredienzen…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Unrät­sel mich, Estland!

Ob Alexander Rybak (NO 2009) damit die Eurovisionsrückkehr schafft? Heute ging in Minsk die erste Hälfte des öffentlichen Vorsingens für die weißrussische Vorentscheidung über die Bühne. Dabei auch die vom norwegischen Grand-Prix-Sieger mit belarussischen Wurzeln gecastete Girlgroup Milki (das Way musste wohl aus Gründen des Markenschutzrechts entfallen) mit dem von unserem in Malta bereits ausgeschiedenen Geigentroll geschriebenen Titel 'Accent', einer etwas notdürftig zusammengezimmert klingenden, zweisprachigen Turbofolknummer, von fünf leicht überfordert wirkenden Mädels in farblosen Trachten tapsig vorgetanzt. Ein bisschen so eine Kreuzung aus Neiokõsõ (EE 2004) und den Buranovskiye Babushki (RU 2012): da braucht es noch hartes Feilen an Song und Act, um…
Weiterlesen

Geor­gi­en 2014: Dafuq?

Liebe Leserinnen und Leser, Sie sehen mich verwirrt. Nein, nicht wegen des Überraschungssieges von Elaiza beim deutschen Vorentscheid oder des dortigen, hochkomplizierten Abstimmungsverfahrens. Die Georgier tragen Schuld an meinem Zustand der geistigen Desorientiertheit. Denn sie präsentierten heute ihren Beitrag 'Three Minutes to Earth', dargeboten vom schon seit längerem feststehenden Fusion-Jazz-Trio The Shin und von der Popsängerin Mariko Ebralidze. Das dazugehörige Video zeigt eine von grünem Nebel durchwaberte Szene in Stadtpark von Tiflis, wo bekifft wirkende, aber gut aussehende junge Pärchen auf der Bank sitzen oder wie eingefroren herumstehen (der weibliche Part meist unerklärlicherweise als Squaw verkleidet - ist denn dort grad…
Weiterlesen

Vier­ter Super­sams­tag: die Nacht der leben­den Leichen

Gute Güte, was für ein katastrophaler Eurovisionssamstag! In gleich zwei ehemals supercoolen Grand-Prix-Nationen verschissen es die Jurys nach wirklich allen Regeln der Kunst, in einem dritten verschissen sie es nur ganz knapp nicht, obwohl man dort eigentlich nichts falsch machen konnte, und in einem vierten war das Resultat nur halb erfreulich. Doch der Reihe nach! Die wohl schlimmste Fehlentscheidung dieser Saison fällten die Juroren in Rumänien. Die dortige Selecția Națională wartete heuer mit zwölf Titeln auf, deren Niveau das diesjährige maltesische Finale in Sachen Harmlosigkeit und Nullrelevanz locker unterbot und die größtenteils noch nicht mal als Unterhaltung auf einem Kreuzfahrtschiff, wo…
Weiterlesen

Est­land: man singt deutsh

'Für Elise' hieß der beste Beitrag im heutigen zweiten Semifinale der Eesti Laul. Genau: so wie die Beethoven-Komposition, wobei der schmissige Folk-Titel der Band Traffic weder etwas mit dem Klassik-Klassiker zu tun hat noch auf deutsch gesungen wurde. Dennoch überzeugten die fünf größtenteils bärtigen, entspannt wirkenden Herren und ihr engagierter Backingsänger nicht nur das anwesende Studiopublikum auf ganzer Linie: Jury und Televoter wählten den Song übereinstimmend ins estnische Finale weiter. Dabei plätschert die Nummer zum Auftakt erst mal fünfzig Sekunden relativ unspektakulär vor sich hin - dann aber reißen der charmant-verspielte, dennoch unmittelbar eingängige Refrain und die sanften Mandolinenklänge den…
Weiterlesen