Georgien

Der mit sei­nen abtrün­ni­gen Regio­nen und der ehe­ma­li­gen Besat­zungs­macht Russ­land kämp­fen­de Kau­ka­sus­staat nutzt den ESC in ers­ter Linie als kul­tu­rel­les und / oder poli­ti­sches Schau­fens­ter nach Euro­pa. Schickt ent­we­der eine Sopho oder einen aggres­siv röh­ren­den Kerl.
Dabei seit: 2007; Sie­ge: kei­ne; Rote Later­nen: eine.

Sechs­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: zwei­tes Semi, die Chancen

Ein langer Tag liegt vor uns: in Malmö proben heute die 17 Semifinalisten der zweiten Qualifikationsrunde vom Donnerstag zum zweiten Mal. Wie die Blogger berichten und meine Facebook-Meldungen mir bestätigen, trudeln immer mehr Fans in Malmö ein, das EuroFanCafé und der EuroClub füllen sich und die ersten bizarren Musikwünsche werden gespielt. Auch die deutsche Delegation landete heute in Schweden. Wenden wir uns aber nun den Teilnehmern des zweiten Semis und ihren Finalchancen zu, basierend auf dem heutigen Probentag. EuroClub-Track des Tages: 'Hullu yö' (FI 1991) (mehr …)
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Essen­zi­el­les aus Italien!

So, und damit steht nun auch der letzte Beitrag für den Eurovision Song Contest 2013 fest. Es ist ein Lied, welches wir bereits kennen: 'L'Essenziale', den Siegertitel des San-Remo-Festivals 2013, wird Marco Mengoni in Malmö zu Gehör bringen. Und auch, wenn ein Teil von mir sich laut schreiend auf dem Boden wälzen und sich die Haare ausreißen möchte, weil auch der allerletzte verfügbare Platz nun mit noch einer Ballade belegt wurde, so freut sich klammheimlich der andere Teil, der sich bei der Siegerreprise dann im Zweifel doch viel lieber von einem rehäugigen Ragazzo mit Mafiabärtchen ansülzen lassen möchte als von…
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Geor­gi­en will es um jeden Preis

Seit 2007 ist Georgien erst beim Eurovision Song Contest dabei, und seither arbeitet der Kaukasusstaat hart und ehrgeizig auf einen Eurovisionssieg hin. Verschiedenste Strategien kamen bereits zur Anwendung: bacchantische Länderpartys für die Schwurnalisten vor Ort, auf denen der georgische Wein in Strömen floss und für die vermutlich das halbe Staatsbudget drauf ging. Eine Blinde mit siegeleskem Friedenskitsch. Hochleistungsballette. Sophos, immer wieder Sophos. Und sogar dieses moderne Teufelszeug da: Rock. Diesmal schaute man sich die Strategie vom Nachbarland Aserbaidschan ab und bestellte ab Werk in Schweden, natürlich bei keinem Geringeren als Thomas G:son. Und wenn man sich das heute erstmals in…
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Geor­gi­en: ein Was­ser­fall des Eurokitschs

Erste Ausschnitte des georgischen Beitrags sind dank ESCkaz seit heute zu hören. Nach dem berechtigten Desaster mit dem Unkomiker Anri Jokhazde in Baku ging der Kaukasusstaat diesmal auf Nummer Sicher und buchte den schwedischen Fließbandschreiber Thomas G:son ('Euphoria') als Komponisten für sein bereits vorab intern bestimmtes Sangespärchen Sopho (wie sonst?) Gelovani und Nodiko Tatishvili. Der schrieb den beiden Castingshowsternchen eine vor Kitsch nur so triefende Euroballade namens 'Waterfall', von dem in einem Aufmacherbericht in den georgischen Hauptabendnachrichten (!) schon mal die brechreizerregendsten Bruchstücke präsentiert wurden. Und mehr muss man von der Nummer auch gar nicht hören, um zu wissen, dass die…
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Das geor­gisch-maze­do­ni­sche Duett-Duell

So, herzlich willkommen im Jahr 2013 (in dem sich Hardcore-Eurovisionsfans ja bereits seit Ende Mai 2012 befinden). Während der kleinen Feiertagspause von aufrechtgehn.de nominierten gleich zwei Länder ihre Vertreter für Malmö, nämlich Mazedonien und Georgien. Und beide entschieden sich für Duos. Die Frühere Jugoslawische Republik ließ sich dabei vom verhältnismäßig guten Erfolg ihrer letzten Sängerin Kaliope Buklé an der Wertungstafel und in der Fan-Kritik leiten und präsentiert mit der 69jährigen Esma Redžepova einen weiteren lebenserfahrenen Balkan-Superstar. Die im gesamten exjugoslawischen Raum verehrte "Königin der Zigeuner", deren bekanntester Hit Čaje Šukarije aus dem Jahre 1961 (!) stammt, ist nicht nur für…
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Von Mön­chen und Blut­saugern: 2. Pro­be GETR

Ein Carcrash-Doppel beschließt die heutige Probenrunde der zweiten Semifinalisten (gefolgt von den ersten Proben der Big 6, mit Roman Lob als Starter). Anri Jokhazde aus Georgien pellt sich zum Auftakt seines grauenerregenden und in augenscheinlich parodistischer Absicht vorsätzlich schmerzhaft schief gesungenen Nicht-Liedes 'I'm a Joker' aus einer roten Mönchskutte, patscht ein paar Mal tuntig auf eine riesige weiße Trommel (das ist dermaßen 2005!) und gebärdet sich auch anschließend wie der uneheliche Sohn von Liberace und Krassimir Avramov. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in der Geschichte der Eurovision eine flehendlichere Bitte um die Verleihung der Roten Laterne gesehen zu haben!…
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Sie scher­zen? 1. Pro­be Geor­gi­en, Türkei

Ugh. Anri Jokhazde. Ganz ehrlich: mir ist die georgische Nummer rundweg zu doof, um mich damit ernsthaft auseinanderzusetzen. Ein billig blondiertes Tuntenbärchen, vier Tänzerinnen in gigantischen Rollatoren, eine mit Glitzerstoff bespannte Flüstertüte und ein wehrloser Flügel. Sowie drei Minuten unangenehmstes Geschreie. Mehr gibt's dazu nicht zu sagen. Sollte Putin das Land doch noch vollannektieren, wäre es mir recht: dann müssen wir sowas wenigstens nie wieder ertragen. Mach's bitte einer weg: Anri (GE) (mehr …)
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Isch mösch­te das nicht! (GE 2012)

Georgien hat heute den Begriff "Comedybeitrag" neu definiert. Das bislang hauptsächlich für seine Sophos bekannte Kaukasusland schickt einen mit hängenden Hosenträgern, Stripperfliege und Micky-Maus-Handschuhen bekleideten Grottenolm nach Baku, der von sich behauptet: 'I'm a Jocker'. Ja, ganz recht, mit "ck". [ref]Dem Urban Dictionary zufolge ist ein "Jocker" ein schwuler Top (dominanter, ausschließlich aktiver Part beim Sex). Verratet das aber nicht der EBU, die zensieren den georgischen Beitrag sonst wieder![/ref]Er reimt das mit vielen anderen Zuschreibungen wie "Rocker", aber auch "Stalker", und genau so sieht er auch aus. Man kann diese Nummer mit Worten nicht beschreiben, sondern muss sie mit eigenen Augen…
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Rock the Boat (GE 2011)

Die Georgier, erst seit 2007 beim Contest, versuchen es lustigerweise jedesmal mit einer neuen Rezeptur. Nach Björk-lite ('Visionary Dream'), siegelesker Weltfriedenssülze ('Piss will cum'), gezielter Provokation ('We don't wanna put in') und kalkuliertem Hochleistungsgekreische ('Shine') ist nun Elektropunkrock mit Rapeinlage dran. Das einzige verbindende Element: schlechtes Englisch. httpv://www.youtube.com/watch?v=dGgQLN8bseM So helfe ihr doch jemand - sie quält sich doch nur noch... (mehr …)
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Zwei­tes ESC-Semi 2010: Sca­red to lose my Fun

Zwei­tes ESC-Semi 2010: Sca­red to lose my Fun

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: das habt Ihr nun davon, liebe Juryfreunde! Kaum knackte das diabolische Bevormundungsgremium auch die Qualifikationsrunden, waren wir wieder genau dort angekommen, von wo der Wettbewerb einst in eine knapp zehnjährige Hochphase zeitgenössischer Popmusik aufbrach: es ist wieder 1996! Und wir sind zurück beim Eurovision Schnarch Contest, wo es keine Rolle spielt, wie beschissen man singt und wie stark man die Töne versemmelt, Hauptsache man präsentiert eine lahme, tödlich einschläfernde Ballade! Doch nicht nur musikalisch wurden wir heuer Zeuge des Eurovision Horror Contest: nach dem fachgerechten Würgen zarter Frauenhälse im ersten Semi lautete das Leitthema dieser…
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Ers­tes ESC-Semi 2009: It’s kil­lin’ the Groove

Ers­tes ESC-Semi 2009: It’s kil­lin’ the Groove

Gerüchtehalber sechs Millionen Euro hatten sich die Russen im Vorjahr ihren auf Sieg getrimmten Beitrag 'Believe' kosten lassen. Bei der Ausrichtung des Wettbewerbs in Moskau protzten sie entsprechend hemmungslos: die größte Bühne aller Zeiten, die beeindruckendste Lichttechnik, die spektakulärsten Pausenacts. 42 Millionen Euro sollen sie für die Show ausgegeben haben, fast das Doppelte des üblichen Budgets. Und lieferten dennoch international ein beschämendes und unangenehmes Bild ab, aufgrund der rabiat exekutierten Auflösung des zeitgleich zum Eurovisionsfinale stattfindenden Moskauer CSD durch Sondereinsatzkräfte der Polizei. Und durch das wohl unfähigste Moderatorenteam der Grand-Prix-Geschichte. https://www.youtube.com/watch?v=ulVSOEuntOc Andrej Malakow, den männlichen Part, taufte meine liebe Kollegin Mery auf den…
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Geor­gi­scher Vor­ent­scheid 2009: Kein biss­chen Frieden

Geor­gi­scher Vor­ent­scheid 2009: Kein biss­chen Frieden

Es ist ein Trauerspiel: anstatt die für die Demokratie unabdingbare Meinungs- und Kunstfreiheit gegenüber dem ehemaligen Klassenfeind zu verteidigen, wie es als Verbund öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten ihr ureigenster Auftrag wäre, kriechen die rückgratlosen Feiglinge von der EBU dem russischen Despoten und diesjährigen Grand-Prix-Gastgeber Vladimir Putin bis zur Halskrause in den Allerwertesten und zensieren den (zugegebenermaßen provokanten) georgischen Eurovisionsbeitrag. Damit wird die Kaukasusrepublik in diesem Jahr definitiv nicht dabei sein. The negative move is killin' the groove Vermutlich bluteten Svante "Der Songcontest ist unpolitisch" Stockselius bereits die Ohren: nur zwei Jahre, nach dem eine ukrainische Discotranse mit einem subtilen "Lasha tumbai / Russia goodbye" beinahe…
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Kein Euro­vi­si­ons­boy­kott durch das Baltikum

Der angedachte baltische Eurovisionsboykott fällt aus. Wie esctoday berichtet, entschied sich der estnische Sender ETV, nun doch am Gesangswettstreit in Mai in Moskau teilzunehmen, nachdem sich in einer Umfrage des TV-Senders zwei Drittel der befragten Esten ebenfalls dafür aussprachen. Der Vorsitzende des ETV-Verwaltungsrates, Margus Allmikaa, geißelte seine Landsleute daraufhin zwar als "naiv", wenn sie glaubten, man könnte Politik und Musik trennen, ordnete sich der Mehrheitsentscheidung aber unter. Damit bleibt das am Krieg beteiligte Georgien das einzige Land, das Konsequenzen aus dem Großmachtsgehabe Putins zieht. Da wollen sie dann doch alle hin, den Kaviar schmecken: nach Moskau (mehr …)
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Geor­gi­en 2008: I belie­ve in Schrott

Geor­gi­en 2008: I belie­ve in Schrott

Das im letzten Jahr so fulminant gestartete Georgien entschied sich für seine zweite Teilnahme für musikalische Mittelmäßigkeit. 'Peace will come', das sich soeben bei der georgischen Vorentscheidung gegen elf andere Beiträge durchsetzte, ist eine völlig durchschnittliche, zirka bereits drei Millionen mal gehörte Midtempoballade ohne jede Eigenschaft. Interessant ist allenfalls die Sängerin: Georgiens Corinna May (DE 2002) alias Diana Gurtskaya. Die abchasische Sängerin, die im Vorjahr bereits bei der weißrussischen Vorentscheidung mitmachte und Zweite wurde, hat mit Frau May eine große Stimme und fehlendes Augenlicht gemeinsam. Im Gegensatz zur Bremerin kann sich sich jedoch auf der Bühne einigermaßen rhythmisch bewegen - und ist…
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ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

Ein kollektives, erleichtertes Seufzen ging durch Europa: nach fünf Jahren Vorherrschaft der Show über die Musik siegte endlich wieder ein Lied! Ein sanftes, melodiöses, in der Landessprache gesungenes noch dazu. Eines ganz ohne Choreografie! Allerdings: so ganz stimmte das nicht. Molitva' gewann natürlich auch aufgrund seiner Show - nur, dass diese halt sehr viel unaufdringlicher daherkam als beispielsweise bei den finnischen Monsterrockern. Genau diese charmante Präsentation zärtlicher Solidarität zwischen fünf gut aussehenden und einer stimmgewaltigen Frau (nicht zu vergessen der subtil lesbische Unterton) hob den serbischen Beitrag aus der Flut aufwändiger Tanzchoreografien heraus und führte ihn zum hoch verdienten Sieg.…
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ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

Natürlich hätte ich auf die Enttäuschung vorbereitet sein müssen. Schließlich bin ich lange genug Fan, um zu wissen, dass die fiesen, geschmacksgestörten Televoter im Semifinale immer die besten Songs aussortieren. Ganze 28 Länder traten in diesem Jahr in der Qualifikationsrunde gegeneinander an, so viele wie noch nie seit der Einführung der Semis. Lediglich zehn Slots für das Finale am Samstag gab es, aber 16 von mir favorisierte Titel, die unbedingt hätten weiterkommen müssen! Selbst unter Zuhilfenahme der Finger konnte ich mir also ausrechnen, dass ein Gutteil meiner Lieblinge auf der Strecke bleiben werden. (mehr …)
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Geor­gi­scher Vor­ent­scheid 2007: Köni­gin Sopho die Erste

Geor­gi­scher Vor­ent­scheid 2007: Köni­gin Sopho die Erste

Einen bombastischen Erstauftritt legt das Newcomerland Georgien hin: es entsendet einen singenden Eisbecher! Sopho Khalvashi heißt die Gute, und sie bringt zum Eurovisionsdebüt des ehemaligen Sowjetstaates nicht nur ein bizarres Ethnostück mit hart an der Grenze zum schmerzhaften liegenden Gesangs(dis-)harmonien und einer vagen Remineszenz an frühere Björk-Nummern mit, sondern auch das bislang wohl unglaublichste Trickkleid in der an Trickkleidern nicht gerade armen Grand-Prix-Geschichte. Leider ist nur das offizielle Video (ohne Eisbecherkleid) zu finden, da singt sie schon "My Sorry" Wie ein lebendiger Eisbecher wirkt die mit einer glassteinbesetzten Badekappe verkleidete Schönheit, die zunächst nur eben gerade so aus den Textilfluten…
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