Griechenland

Hei­mat der Göt­ter, Wie­ge der Demo­kra­tie: Grie­chen­land blickt auf eine stol­ze Ver­gan­gen­heit. Von ESC-Fans heiß­ge­liebt für hoch­dra­ma­ti­schen Eth­no-Pop, errang die Halb­in­sel ihre größ­ten Erfol­ge in der Pha­se des rei­nen Tele­vo­ting.
Dabei seit: 1974: Sie­ge: 2005; Rote Later­nen: kei­ne.

Grie­chen­land 2020: Aga­the Bau­er

Nur echt mit der BanAnanas: wie schon weiland bei der Eurovisionszypresse Eleni Foureira sponsort die in Irland beheimatete Fruchtimportfirma Fyffes in diesem Jahr die bereits vor gut einem Monat intern als Repräsentantin Griechenlands beim Eurovision Song Contest 2020 ausgewählte Sängerin Stefania Liberakakis. Und wie bei jener Eleni macht sich dies bemerkbar an der völlig unpassenden Platzierung eines Tellers mit gelabelten Südfrüchten im heute Nachmittag veröffentlichten Videoclip zu Stefanias Song 'Supergirl'. Der erzählt eine hochgradig unterhaltsame, anrührende Geschichte, bei welcher der ehemaligen niederländischen Junior-Eurovisions-Teilnehmerin ihre Erfahrung als Schauspielerin zugute kommt. Die in Utrecht geborene und aufgewachsene 17jährige spielt im Clip sehr…
Weiterlesen
Fina­le 2019: <span class="caps">ESC</span> is a losing Game

Fina­le 2019: ESC is a losing Game

Da hatte die EBU in diesem Jahr eigens erneut das Auszählungsverfahren geändert, um die Sache spannender zu gestalten. Und doch trat die langweiligste aller möglicher Optionen ein: wie bereits seit Monaten von allen Wettbüros eisern vorhergesagt, gewann heute Nacht der Niederländer Duncan Laurence den Eurovision Song Contest 2019. Der 24jährige Musiker vereinte die in diesem Jahr augenscheinlich wichtigsten Eigenschaften für eine erfolgreiche Grand-Prix-Teilnahme: er ist männlich, vollbärtig, gutaussehend und er jaulte weite Teile seiner gefühlvollen Klavierballade 'Arcade' in Falsettstimme. Sein Lied handelt dem reinen Text nach von einer unglücklichen Beziehung, die der Protagonist nicht beenden kann, weil er süchtig nach…
Weiterlesen

Rank & File 2019: Platz 32 – Bet­ter Love

Lange rätselte ich, was mich eigentlich im Speziellen so sehr gegen den intern ausgewählten griechischen Eurovisionsbeitrag 2019 aufbringt, dass er auf meiner Hassliederliste landet. Der Song selbst löst nämlich allenfalls ein müdes Schulterzucken aus. Platz 32: Griechenland - Katerina Duska: Better Love (Bessere Liebe) Ohne erkennbare Richtung, ohne nennenswerten Refrain und ohne erkennbaren Wärmeimpuls läuft das elektronisch aufgemotzte Musikbett vor sich hin: kann man sich anhören, ohne schreiend wegrennen zu wollen, packt einen aber auch an keiner Stelle. Klassisches Hintergrundgedudel also, mehr will 'Better Love' offensichtlich gar nicht sein. Und befindet sich damit letztlich in guter Gesellschaft mit zirka 90%…
Weiterlesen

WSV 2019: das Bes­te und die Res­te

Mit Riesenschritten nähern wir uns dem Ende der Vorentscheidungssaison 2019. Mit dem Finale des schwedischen Melodifestivalen steht an diesem Samstag der letzte öffentliche Vorentscheid an. Ausgerechnet all jene Nationen, die zu faul oder zu geizig waren, einen solchen zu organisieren, haben sich nun verabredet, Fans und Eurovisionsblogger in den Stressinfarkt zu schicken, in dem sie all ihre - teils seit vielen Wochen im Tresor gebunkerten - Beiträge mehr oder minder gleichzeitig veröffentlichten. Den Beginn in unserer kleinen Werkschau macht das mittlerweile auch vonseiten der EBU offiziell umbenannte Nordmazedonien, das als einzige der beteiligten Nationen einen validen Grund vorweisen kann, seinen…
Weiterlesen

Inter­pre­ten­kür 2019: Bar­ce­lo­na, what a beau­ti­ful iced Cof­fee

Zwei weitere Künstler/innen für Tel Aviv stehen fest, was strenggenommen gar keine Nachricht ist, denn in beiden Fällen fehlt das wirklich Entscheidende: der Song! Der Aktualität wegen sei es dennoch rapportiert: vor einigen Minuten verkündete das griechische Fernsehen ERT, dass Katerina Duska die hellenische Flagge beim Eurovision Song Contest vertreten werde. Die gebürtige Kanadierin veröffentlichte 2015 ihr erstes und bislang einziges Album mit Indie-Pop-Songs, teils in Zusammenarbeit mit einem schwedischen Songschreiber; ein Track fand in einem Werbespot von Nescafé Verwendung. Und zwar interessanterweise in Kanada und nicht in Griechenland, wo man dem Instant-Getränk deutlich intensiver zuspricht. Eine rasche Youtube-Sichtung förderte…
Weiterlesen

Ers­tes Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ganze 53 Jahre musste das kleine, geografisch etwas randständige und kulturell auf europäischer Ebene nicht unbedingt massenkompatible Portugal von seiner Erstteilnahme im Jahre 1964 bis zu seinem Eurovisionssieg 2017 warten. Ein verschrobener Barde namens Salvador Sobral holte bekanntlich den Pott und die Gastgeberschaft nach Lissabon, mit einer intimen, aus der Zeit gefallenen Trennungsschmerzballade in seiner Muttersprache. Mit "Musik, die wirklich etwas ausdrückt", wie es der lebensbedrohlich erkrankte Adelsspross, dem es nach einer Herztransplantation mittlerweile wieder besser geht, im Überschwang seiner Siegesansprache formulierte. Und nun das: ein Jahr später, im ersten Semifinale des in der portugiesischen Hauptstadt abgehaltenen 2018er Grand Prix, fliegen gleich…
Weiterlesen

GR 2018: Was vom Tage übrig blieb

Da war es nur noch Eine: eurovision.tv bestätigte heute unter Berufung auf den griechischen Sender ERT die Spekulationen der letzten Tage, wonach die ursprünglich geplante öffentliche Vorentscheidung Eurosong 2018 mangels Masse ausfallen musste und die Hellenen die einzige verbleibende Bewerberin nach Lissabon entsenden. Nämlich Yianna Terzi mit ihrem midtemporären, sphärisch-panflötig gewürzten 'Oneiro mou' ('Mein Traum'), einem weiteren Grand-Prix-Beitrag in Landessprache. Das griechische Auswahlverfahren entfaltete in diesem Jahr alle Züge eines klassischen Dramas: nach einem entsprechenden Aufruf des hellenischen Fernsehens an die Plattenfirmen des Landes reichten diese zunächst 20 Vorschläge beim Sender ein, darunter Acts wie Stereo Soul (→ GR 2011)…
Weiterlesen

Pro­ben ers­tes Semi 2017: Schüt­tel Dein Haar, wil­des Mäd­chen

Seit Sonntag haben die Pforten des Internationalen Ausstellungszentrums in Kiew ihre Pforten geöffnet für die 42 Delegationen des diesjährigen Eurovisionsjahrganges und für alle besonders unerschrockenen Schwurnalisten, die trotz der widrigen Umstände um die Vorbereitungen und den Ticketverkauf die Reise in die ukrainische Metropole antraten. Das erste Semifinale ist bereits einmal komplett durchgeprobt, für die Zurückgebliebenen offeriert der offizielle Youtube-Kanal der EBU allerdings, wie schon aus den Vorjahren gewohnt, lediglich kurze, frontal gefilmte Ausschnitte von den Auftritten. Was durchaus Sinn macht, denn eigentlich verfügt der erste Probendurchgang nur über eine sehr eingeschränkte Aussagekraft, geht es doch zunächst hauptsächlich um die richtigen…
Weiterlesen

Euro­vi­si­on Death­match #8: der flot­te Drei­er

Als wir das eurovisionäre Todesduell letzte Woche starteten, befanden sich inklusive des russischen Beitrags offiziell noch 43 Titel im Rennen (wonach es aktuell immer weniger aussieht). Da sich ungerade Zahlen bekanntlich nicht durch zwei teilen lassen, müssen wir diesmal ausnahmsweise ein Oxymoron einschieben, nämlich ein Dreierduell. Gleich drei Damen aus benachbarten Staaten des Balkan steigen also heute in den Ring, um sich die fetten Beats ihrer Dance-Songs um die Ohren zu hauen. Wir beginnen ganz im Süden: unsere erste Kombattantin ist die 25jährige Griechin Dimitra Papadea alias Demy, vom wiederauferstandenen hellenischen Staatssender ERT intern ausgewählt und in einem Song-Vorentscheid mit dem flachen, voll auf…
Weiterlesen

Grie­chen­land 2017: Ella­da, Hora tou Tief­schlaf

Weit über zwei Stunden benötigte das griechische Fernsehen ERT heute Abend, um ganze drei Videoclips zu zeigen: die möglichen Beiträge der bereits seit Januar 2017 intern ausgewählten Dimitra Papadea alias Demy. Zunächst musste fast eine Stunde lang Süßholz geraspelt und sowohl die hübsche und sympathisch wirkende Interpretin als auch ihr hochkarätiges Team um Komponist Dimitris Kontopoulos und Choreograf Fokas Evangelinos mit Lob und Schmeicheleien überschüttet werden. Schönste Szene hierbei: spontane Tränen, als Demys Vater ihr via Einspieler Glück wünschte. Danach stellte man noch via Skype die zu 30% stimmberechtigten internationalen Jurys vor, bestehend aus allerlei Exilgriechen, die man auf diese Weise in die Abstimmung einbinden…
Weiterlesen

Grie­chen­land schickt Demy nach Kiew

Die Gerüchte geisterten schon seit etlichen Tagen durch die Gegend, und wie immer stellten sie sich als wahr heraus: die 25jährige Dimitra Papadea, besser bekannt unter ihrem Künstlerinnennamen Demy, vertritt im Mai 2017 in Kiew die hellenische Flagge, wie der Sender ERT heute offiziell bestätigte. Die Teilzeit-Jurastudentin und Musicalsängerin, die 2011 im Heimatland ihren ersten von etlichen großen Hits landete, und die nach einer ersten Youtube-Sichtung insgesamt dem bouncenden, fröhlichen Uptempo-Song zugeneigt scheint, darf nun drei englischsprachige Titel aus der Komponistenfeder von Dimitris Kontopoulos einsingen, die das griechische Fernsehen zu einem noch nicht genannten Termin dem Publikum zur Abstimmung vorstellen will. Und zwar allem…
Weiterlesen

Ers­tes Semi­fi­na­le 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt vielleicht nicht auf ungeteilte Zustimmung bei all meinen Leser/innen stoßen und beschreibt auch das Gegenteil meiner eigenen Empfindungen von vor einem Jahr, aber nach der ersten Qualifikationsrunde 2016 aus dem Stockholmer Globen (der immer noch aussieht wie ein Schneller Brüter) am Dienstagabend muss ich sagen: von mir aus können die Schweden gerne jedes Jahr gewinnen. Solange sie Petra Mede weiter moderieren lassen: locker, flockig, eigenironisch, herrlich! Am schönsten der Gag, als auf die Worte "Welcome, Europe!" die ersten Takte von 'The Final Countdown' der gleichnamigen schwedischen Achtzigerjahre-Rockband ertönten, live von besagter Kapelle intoniert, die Petra und Måns aber schnell…
Weiterlesen

Von Wöl­fen und Lum­pen­sä­cken: die Pro­ben zum ers­ten Semi 2016

In Stockholm gingen heute die ersten Probendurchgänge für die beiden Qualifikationsrunden zu Ende. Seit Montag üben die Teilnehmer/innen aller 42 Nationen ihre Auftritte erstmals auf der echten Eurovisionsbühne. Noch nicht immer im späteren Bühnenoutfit und oftmals mit stimmlich angezogener Handbremse - in der ersten Runde geht es hauptsächlich um die richtigen Kamerapositionen und Bühnenhintergründe und ums letzte Feilen an den Choreografien. Die von den internationalen Bloggern vor Ort natürlich schon fleißig verbreiteten ersten Eindrücke sind daher mit Vorsicht zu genießen, zumal es für zu Hause Gebliebene wie mich nur kurze Dreißigsekünder zu sehen und zu beurteilen gibt. Dennoch will, ja muss…
Weiterlesen

Rus­si­sche Zöll­ner hin­der­ten Hovi Star an der Ein­rei­se

Wie schrecklich es mit der institutionellen russischen Homophobie bestellt ist, erfuhr in dieser Woche der israelische Eurovisionsvertreter Hovi Star am eigenen Leibe. Wie er einem Bericht von Wiwibloggs zufolge gestern Abend in der maltesischen Talkshow Xarabank erzählte, hinderten ihn Zöllner am Flughafen Moskau bei der Einreise in das Land, das er im Zuge einer Promotour besuchen wollte. Hovi: "Sie sagten mir, ich dürfte nicht rein. Sie schauten in meinen Pass, zerrissen ihn und lachten mich aus". Gründe für diese unglaubliche Behandlung seien nicht genannt worden: "vielleicht, weil ich schwul bin, vielleicht, weil ich mich so anziehe, vielleicht, weil ich Make-up trage…
Weiterlesen

Neu im Kino: Sakis Rou­vas beim Schwanz­ver­gleich

Wer, wie ich, schon immer wissen wollte, ob Griechengott Sakis Rouvas sich bei seinen Auftritten eine Hasenpfote in die Hose stopfte oder nicht, kann sich nun mit eigenen Augen überzeugen: der hellenische Eurovisionsvertreter von 2004 und 2009 spielt im neuesten Kinofilm der griechischen Regisseurin Athina Rachel Tsangari, 'Chevalier', mit, der ab heute in ausgewählten deutschen Programmkinos läuft. In der von der Kritik hoch gelobten Tragikomödie treffen sechs Männer auf einer Yacht auf dem Ägäischen Meer zusammen und wetteifern - zunächst zum Spaß - um den Titel des "besten Mannes". Schnell wandelt sich das Spiel in einen "harten und immer irrwitzigeren Wettbewerb," wie…
Weiterlesen

Grie­chen­land 2016: eine Hel­den­rei­se nach Uto­pia

Vor wenigen Minuten stellte das griechische Fernsehen ERT den Videoclip des hellenischen Eurovisionsbeitrags 2016 in einer TV-Show vor. Wie schon länger bekannt, vertritt in diesem Jahr die nach dem Helden der mythischen Argonautensage eigens für den Contest in Argo umbenannte Band Europond das Land. Der Name weist den Weg: trotz stürmischer Zeiten, unsicherer Gewässer und den von einem übermächtigen Gegner in den Weg gelegten, unüberwindbar scheinenden Gefahren will man sich nicht davon abbringen lassen, das Goldene Vlies holen. Diese trotzige Tollkühnheit prägt auch 'Utopian Land': die auf griechisch und pontisch vorgetragenen Strophen beschäftigen sich mit der aktuellen, aussichtslos erscheinenden Lage des Landes,…
Weiterlesen

Ein Schiff wird kom­men: ERT greift zur Sage

Heute gab der Sender ERT offiziell bekannt, dass das Sextett Argo Griechenland beim Song Contest in Stockholm vertritt. Die Band existiert bereits seit über zehn Jahren, allerdings als Europond (da mit sieben Mitgliedern), und mixt traditionelle hellenische Klänge mit Elektro und Ska. Der mysteriöse Namenswechsel gehört zum Gesamtpaket, schließlich suchte der ERT-Senderchef Dionysis Tsaknis den Act persönlich aus. Der frühere Singer-Songwriter Tsaknis, der selbst auf eine langjährige Musikkarriere mit 27 veröffentlichten Alben zurückblickt, führt den im Zuge der von der Troika zwangsverordneten Austeritätspolitik im Jahre 2013 gegen massive Proteste (auch solche der EBU) geschlossenen Staatssender seit seiner Wiedereröffnung als öffentlich-rechtliche Anstalt im Juni 2015.…
Weiterlesen

Die Vil­la­ge Peop­le sind in Wien: ers­te Pro­ben ers­tes Semi 2015

Seit Montag Mittag sind die Spiele offiziell eröffnet: in der Wiener Stadthalle probten gestern und heute die 16 Teilnehmer/innen des ersten Semifinales am kommenden Dienstag. Und obgleich es sich um den allerersten, technischen Durchlauf handelte, der hauptsächlich zum Finden der richtigen Kameraeinstellungen und Beleuchtung diente, berichteten die zahlreich in Wien bereits aufgeschlagenen Schwurnalisten natürlich ausführlich über jedes noch so kleine Detail und erstellten umgehend neue Prognosen. Wenn nicht gerade kontrovers über den Aufreger des Tages debattiert wurde: so rüstet die Wiener Stadtverwaltung derzeit 120 Fußgängerampeln mit mit neuen Symbolen aus: händchenhaltend gemeinsam wartende bzw. laufende Pärchen - darunter auch gleichgeschlechtliche -…
Weiterlesen

Grie­chen­land 2015: Birds fal­ling down

Unfassbar: vier mehr oder minder gute, mehr oder minder originelle Uptemposongs tummelten sich im heutigen griechischen Vorentscheid - Songs, die durch das Ausgedürstetsein der Fans nach etwas Schnellem und Fröhlichem im diesjährigen eurovisionären Meer der balladesken Langeweile von ganz alleine einen enormen Wettbewerbsvorteil gehabt hätten. Und was wählen die hirnrissigen Hellenen (bzw. ihre Jury)? Selbstredend die einzige Ballade des gesamten Abends! Dazu noch eine, die erst gar nicht versucht, zu vertuschen, ein wirklich extrem dünner Aufguss von 'Rise like a Phoenix' sein zu wollen (man achte nur mal auf die letzten 30 Sekunden) - natürlich, ohne auch nur auf Lichtjahre an…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Opa, Pasha!

In erschreckender Weise führt uns die griechische Eurovisionsvorentscheidung die verheerenden Folgen der Austeritätspolitik vor: noch nicht mal mehr Autos können sich die Hellenen leisten, so dass in Athener Parkhäusern nun ganze Etagen leerstehen. Dies nutzte der vom Staatssender NERIT mit der Eurovisionsauswahl beauftragte private Musikkanal MAD und drehte die Clips zu den fünf diese Woche der Öffentlichkeit präsentierten Vorentscheidungsbeiträge in einer schäbigen, klaustrophobieauslösenden Parketage. Andererseits könnte man sich das für den kommenden Mittwoch terminierte Finale auch ganz sparen, gibt es doch ohnehin nur einen einzigen denkbaren Siegertitel: 'Jazz & Sirtaki' von Thomaï Apergi! Der Song liefert exakt das ab, was sein Titel…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Unrät­sel mich, Est­land!

Ob Alexander Rybak (NO 2009) damit die Eurovisionsrückkehr schafft? Heute ging in Minsk die erste Hälfte des öffentlichen Vorsingens für die weißrussische Vorentscheidung über die Bühne. Dabei auch die vom norwegischen Grand-Prix-Sieger mit belarussischen Wurzeln gecastete Girlgroup Milki (das Way musste wohl aus Gründen des Markenschutzrechts entfallen) mit dem von unserem in Malta bereits ausgeschiedenen Geigentroll geschriebenen Titel 'Accent', einer etwas notdürftig zusammengezimmert klingenden, zweisprachigen Turbofolknummer, von fünf leicht überfordert wirkenden Mädels in farblosen Trachten tapsig vorgetanzt. Ein bisschen so eine Kreuzung aus Neiokõsõ (EE 2004) und den Buranovskiye Babushki (RU 2012): da braucht es noch hartes Feilen an Song und Act, um…
Weiterlesen

Fina­le 2014: The Secret is Love

Schon der Einspieler hätte es erahnen lassen können, in dem die Dänen die Eurovisionstrophäe, das gläserne Mikrofon, vom 14 Kilometer entfernten Malmö nach Kopenhagen holten - mit abenteuerlichen Stunts in bester James-Bond-Manier und unterlegt von den jazzigen Klängen des 1963er Siegertitels 'Dansevise' vom dänischen Filmmusikkomponisten Jørgen Ingman. Dennoch: dass am Ende dieses grandiosen Abends eine österreichische Diva mit Bart und einer shirleybasseyesken Bond-Ballade selbige Trophäe mit einem triumphalen "We are unstoppable!" in die Luft recken würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. Doch Europa zeigte sich an diesem denkwürdigen, geschichtsträchtigen Samstag toleranter und offener als erwartet. Und…
Weiterlesen

Split­vo­ting: das kai­ser­li­che Kuchen­ga­te

Noch gestern Nacht veröffentlichte die EBU die detaillierten Einzelergebnisse aus den Wertungen der Jurys und des Televotings. Und erneut zeigte sich, dass das kollektive Bevormundungsorgan generell alles massiv herabwertete, was ein bisschen Spaß und Tempo in die Sendung brachte. Als besonders ärgerlich erweist sich die Macht der Juroren natürlich in den Semis: dort hatten sie erneut einige Titel auf dem Gewissen, die es ohne sie ins gestrige Finale geschafft hätten. So beispielsweise die lettischen Kuchenbäcker Aarzemnieki rund um den sympathischen Bochumer Jöran Steinhauer: sein charmant-philosophisches Lagerfeuerliedchen 'Cake to bake' landete im Zuschauerranking auf dem zehnten Platz und wäre damit ebenso im…
Weiterlesen

2. Semi 2014: Euro­pa liebt die Wurst!

Ganz ehrlich: euphorisierenderes Fernsehen als die gerade eben zu Ende gegangenen zwei Stunden Eurovision habe ich selten erlebt. Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Dank an die Grand-Prix-Fans in den B&W-Hallerne in Kopenhagen in Worte fassen soll: so viel kollektive Liebe ist wohl noch nie über einer Grand-Prix-Teilnehmerin ausgeschüttet worden wie heute über Conchita Wurst. Dass der Saal der bärtigen Frau zujubeln würde, stand zu erwarten - dass die Stimmung dermaßen brodelte, dass man am TV-Schirm dachte, jeden Moment trägt es das Hallendach weg, machte mich sehr, sehr glücklich. Ebenso wie die Art und Weise, wie das dänische Fernsehen,…
Weiterlesen

Grie­chen­land 2014: The only Way is up

Mit einem Tag Verspätung erreicht die Meldung über das Ergebnis des griechischen Eurosong 2014 meine geschätzten Leserinnen und Leser - ich bitte um Nachsicht, aber ich sah mich nach der gestrigen Darbietung einer gewissen Josephine (gemeinsam mit dem DJ Mark Angelo die Vierte im Starterfeld) genötigt, wegen eines nicht mehr abklingenden Tinnitus die Klinik aufzusuchen. Nein, so schlimm war es natürlich nicht - wobei die verzweifelten und stets fehlgehenden Versuche der jungen Blondine (bei der sich alle Fragen erübrigen, wie sie wohl zu dem Job kam), den richtigen Ton zu treffen, dem Zuschauer durchaus durch Mark und Bein gingen. Doch…
Weiterlesen