Griechenland

Hei­mat der Göt­ter, Wie­ge der Demo­kra­tie: Grie­chen­land blickt auf eine stol­ze Ver­gan­gen­heit. Von ESC-Fans heiß­ge­liebt für hoch­dra­ma­ti­schen Eth­no-Pop, errang die Halb­in­sel ihre größ­ten Erfol­ge in der Pha­se des rei­nen Televoting.
Dabei seit: 1974: Sie­ge: 2005; Rote Later­nen: keine. 

Zwei­tes ESC-Semi 2014: Euro­pa liebt die Wurst!

Zwei­tes ESC-Semi 2014: Euro­pa liebt die Wurst!

Ganz ehrlich: euphorisierenderes Fernsehen als die gerade eben zu Ende gegangenen zwei Stunden Eurovision habe ich selten erlebt. Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Dank an die Grand-Prix-Fans in den B&W-Hallerne in Kopenhagen in Worte fassen soll: so viel kollektive Liebe ist wohl noch nie über einer Grand-Prix-Teilnehmerin ausgeschüttet worden wie heute über Conchita Wurst. Dass der Saal der bärtigen Frau zujubeln würde, stand zu erwarten - dass die Stimmung dermaßen brodelte, dass man am TV-Schirm dachte, jeden Moment trägt es das Hallendach weg, machte mich sehr, sehr glücklich. Ebenso wie die Art und Weise, wie das dänische Fernsehen,…
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Grie­chen­land 2014: The only Way is up

Mit einem Tag Verspätung erreicht die Meldung über das Ergebnis des griechischen Eurosong 2014 meine geschätzten Leserinnen und Leser - ich bitte um Nachsicht, aber ich sah mich nach der gestrigen Darbietung einer gewissen Josephine (gemeinsam mit dem DJ Mark Angelo die Vierte im Starterfeld) genötigt, wegen eines nicht mehr abklingenden Tinnitus die Klinik aufzusuchen. Nein, so schlimm war es natürlich nicht - wobei die verzweifelten und stets fehlgehenden Versuche der jungen Blondine (bei der sich alle Fragen erübrigen, wie sie wohl zu dem Job kam), den richtigen Ton zu treffen, dem Zuschauer durchaus durch Mark und Bein gingen. Doch…
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EBU ver­län­gert Frist für Griechenland

"Sicherzustellen, dass so viele Länder wie möglich in Kopenhagen teilnehmen, hat für uns hohe Priorität," sagte der EBU-Beauftragte für den Eurovision Song Contest, Jan Ola Sand, heute in Genf. Daher räumt die EBU den Griechen eine verlängerte Anmeldefrist ein. An sich endet die Deadline für die verbindliche Zusage der teilnahmewilligen Sender am kommenden Freitag. Abgesagt haben bislang Zypern und Kroatien, dafür will Portugal wieder mitmachen. Die Griechen auch - allerdings verfügen sie derzeit über keinen teilnahmeberechtigten TV-Sender. Im Juni diesen Jahres löste die griechische Regierung in einer bislang beispiellosen Aktion vom einen auf den anderen Tag den bisherigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk…
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Trau­er und Bestür­zung: Ili­as Kozas hat geheiratet!

Ein Schock erschüttert die schwule ESC-Fan-Gemeinde: Ilias Kozas, Leadsänger der griechischen Ska-Band Koza Mostra (GR 2013) und zweifelsohne der sexieste Eurovisionsteilnehmer aller Zeiten, ist unter der Haube. Wie die Seite apospasma.gr berichtet, ehelichte der 29jährige bereits vor vier Tagen seine Freundin Charis in der Hagia-Sophia-Kirche in Thessaloniki. Anschließend habe es eine "Rock-Party" mit 250 geladenen Gästen gegeben - man kann wohl mit recht großer Sicherheit davon ausgehen, dass das Motto "Alcohol is free" lautete.  Und selbigem werde ich mich jetzt erst mal ergeben, um diese alle Illusionen und Hoffnungen zerstörende Nachricht zu verdauen... Grrrrrr.... iechenland!
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Schluss mit lus­tig: Grie­chen­land schal­tet den Rund­funk ab

Es ist ein beispielloser Vorgang: auf Betreiben der griechischen Regierung - genauer genommen: als Folge des Spardiktates von EZB, EU und IWF - stellt der staatliche Sender ERT mit Ablauf des heutigen Tages den Betrieb ein und schaltet das Sendesignal ab. Damit versorgen ab Mitternacht nur noch Privatsender die Hellenen. Alle 2.900 ERT-Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Die EBU legte bereits Protest gegen die Stilllegung eines ihrer Gründungsmitglieder ein und appellierte an den griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras, die Entscheidung umgehend zu revidieren. Samaras traf nach Informationen des Spiegel die Anordnung im Alleingang und gegen den Willen seiner Regierungspartner. Der Sender soll…
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Emme­lie de Forest steigt auf Platz 5 der deut­schen Charts ein

Mittlerweile scheinen es die Plattenfirmen mit der zeitnahen Bereitstellung der digitalen Downloads zu kapieren: insgesamt 13 von 26 Eurovisionstiteln steigen in die offiziell am Freitag erscheinende deutsche Top 100 ein. Erwartungsgemäß führt Eurovisionssiegerin Emmelie de Forest die Liste an: ihr gelang mit 'Only Teardrops' der höchste Neueinstieg auf Rang 5. Damit überrundet sie sogar Cascadas beste Platzierung noch um eine Position. 'Glorious' war bereits letzte Woche im Vorfeld des Song Contest auf #78 in die Charts zurückgekehrt. Die weiteren Neueinsteiger: auf #24 Margaret Berger, auf #39 ByeAlex, der die deutschen Douze Points erhielt, sowie zehn Plätze tiefer Anouks sterbende Vögel. Kleine…
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ESC-Fina­le 2013: Bei jedem Kuss

ESC-Fina­le 2013: Bei jedem Kuss

Nun liegt er also hinter uns, der Eurovision Song Contest 2013. Etliche Änderungen nahmen die schwedischen Veranstalter am bestehenden Konzept vor, selbstredend begleitet von reflexhaftem Weltuntergangsgejammer der Fans: eine deutlich kleinere Halle gab es, keine LED-Orgie bei der Beleuchtung, nur Stehplätze im Innenraum, ein verändertes Stimmauszählungsverfahren und eine handgemachte Startreihenfolge. Und was soll man sagen: die Welt ging nicht unter - im Gegenteil entpuppte sich die Show aus Malmö als intimer, freundlicher, runder. Was vor allem der großartigen Selbstironie geschuldet ist, mit der die gastgebenden Schweden sich selbst und den Contest sanft auf die Schippe nahmen. Seien es die fabelhaften…
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Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

"Wie der Philosoph schon sagt: es steckt eine Frau im Rock eines jeden großen Mannes": schöner hätte Gastgeberin Petra Mede (ich bleibe dabei: ein Glücksgriff für den Grand Prix) den letzten Auftritt des heutigen Abends, Rumäniens Transsylvestie-Star Cezar, nicht abmoderien können. Ein wunderschön runder Eurovisionsabend liegt hinter uns, mit einem wunderschön runden Ergebnis: 90% verdiente Finalisten, das findet sich selten in einer Qualifikationsrunde. Ärgern dürften sich nur die Verschwörungstheoretiker: mit Mazedonien und Albanien schieden heute auch noch die letzten Balkanstaaten aus, der Balkanblock ist damit Geschichte und hat als Ausrede für schlechte Westergebnisse ausgedient. https://www.youtube.com/watch?v=JEiWOQAyJdo Einen hübsch glitternden, energiegeladenen Auftakt…
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Sechs­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: zwei­tes Semi, die Chancen

Ein langer Tag liegt vor uns: in Malmö proben heute die 17 Semifinalisten der zweiten Qualifikationsrunde vom Donnerstag zum zweiten Mal. Wie die Blogger berichten und meine Facebook-Meldungen mir bestätigen, trudeln immer mehr Fans in Malmö ein, das EuroFanCafé und der EuroClub füllen sich und die ersten bizarren Musikwünsche werden gespielt. Auch die deutsche Delegation landete heute in Schweden. Wenden wir uns aber nun den Teilnehmern des zweiten Semis und ihren Finalchancen zu, basierend auf dem heutigen Probentag. EuroClub-Track des Tages: 'Hullu yö' (FI 1991) (mehr …)
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Vier­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: von Blut und Alkohol

'Alcohol is free' ist nicht nur der Titel des griechischen Beitrags, es war auch das gelebte Motto der irischen Party am gestrigen Abend, was bei etlichen Malmö-Bloggern heute früh für personelle Ausfälle und dicke Schädel sorgte, wie zu lesen war. Glücklicherweise waren es auch die Griechen, die als erste heute früh probten und mit ihrem Energie- und Testosteronlevel die Sinne belebten. Leider verzichteten Koza Mostra an ihrem ersten Probentag - noch, wie ich hoffe! - auf die sexy Kilts, dafür brachten sie beleuchtbare Instrumente mit, die bei abgedunkelter Bühne während des Breaks für einen schönen visuellen Effekt sorgen. Natürlich dürfen…
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Ouzo – für mei­ne guten Freun­de! (GR 2013)

Wenn das Angela Merkel erfährt: da sparen die chronisch klammen Griechen für ihren Vorentscheid zwar an der Menge der teilnehmenden Songs: wie schon im Vorjahr nur vier Titel (für mehr als drei Stunden Sendung). Fliegen für das Pausenprogramm aber Alexander Rybak, Ruslana, Maria Šerifovic und Dima Bilan ein, um sie dann ihren jeweiligen Siegersong nur halb singen zu lassen! Und als ob das nicht der Verschwendung genug wäre, bestimmen sie auch noch den fröhlichen Bukovina-Ska-Song 'Alcohol is free' zu ihrem Siegertitel - dieses Versprechen dürfte sie in Malmö bei den gesalzenen Ouzo-Preisen in den schwedischen Systembolaget-Alkoholmonopolläden noch teuer zu stehen…
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Die Grie­chen schmei­ßen eine Lokalrunde

Heute stellte der griechische Musiksender MAD TV, der in diesem Jahr für die Vorentscheidungsbeiträge des chronisch klammen Landes verantwortlich zeichnet, die vier Songs des für den 18. Februar terminierten Eurosong 2013 vor. Sympathisch: mein Lieblingsact unter den Vieren, die Bukovinaband Koza Mostra, lässt sich von der akuten Finanzkrise schon mal nicht die Laune verderben und skandiert fröhlich 'Alcohol is free'! Damit ihnen diese freigiebige Losung im für seine gepfefferten Branntweinpreise berüchtigten Schweden nicht zu teuer kommt, singen sie allerdings ein so undeutliches Englisch (im Refrain, der Rest des Textes ist in Griechisch), dass man sie im Zweifel nicht auf eine…
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Grrrrrrrrr! Schickt Grie­chen­land die Mafia?

Heute gab der griechische Musiksender MAD TV, der in diesem Jahr für die hellenische Kandidatenauswahl die Verantwortung trägt, die vier Acts für die im Februar stattfindende Vorentscheidung des Mittelmeerlands bekannt. Es sind dies Thomais Apergi (nicht vom Vornamen täuschen lassen: eine Sängerin), Aggeliki Iliadi sowie Alex Leon mit Giorgina (doch hoffentlich nicht die rothaarige Zicke aus dem Dschungelcamp?). Ich muss zugeben, von denen bislang noch nie etwas gehört zu haben. Sie interessieren mich aber auch gar nicht weiter, denn ich will, dass der vierte Act gewinnt: das "Mafia Musik-Kollektiv" (Eigenbezeichnung) Koza Mostra nämlich! Das kriminell gut aussehende Herrensextett tritt stets in Kilt und Kniestrümpfen…
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ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

Europa altert - und der Eurovision Song Contest reflektiert das. Musste die EBU noch 1990 eine Altersuntergrenze von 16 Jahren einführen, um den Wettbewerb nicht zur Mini Playback Show verkommen zu lassen, so schienen sich die Teilnehmerländer dieses Jahrgangs einen Wettstreit um den ältesten Grand-Prix-Partizipanten zu liefern. Nicht nur die Jugos schickten mit dem serbischen Balkanballadenkönig Željko Joksimović (40) und der mazedonischen Nina Hagen, Kaliopi (46), lebenserfahrene Barden. Gleich der erste Starter des Abends riß die bisherige, vom kroatischen Gerontorapper 75 Cents gelegte Meßlatte: das Vereinigte Königreich entsandte nämlich den sich nach einem schon lange verschiedenen deutschen Komponisten nennenden, mittlerweile…
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Hei­lung durch Hand­auf­le­gen? Zwei­te Pro­ben ME, IS, GRLV

Überschattet von den schwulenfeindlichen Angriffen auf Eurovisionsseiten starteten heute Morgen in Baku die zweiten Kameraproben für die Semis. Einige Kostüme gab es zu sehen, unsittliche neue Chorografiedetails, verbesserte Hintergrundbilder und gelegentlich markerschütternde stimmliche Leistungen. Im Wesentlichen verfestigten sich aber die Einschätzungen aus den ersten Proben vom Sonntag. Hier die Zusammenfassung der ersten vier Starter. Eine Demonstration weiblicher Selbstheilungssolidarität bei 2:24 Min. (GR) (mehr …)
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Buy cheap Via­gra online: 1. Pro­be Griechenland

Gute Güte, Griechenland! Wir wissen ja alle, dass Euer Eurovisionsbudget begrenzt ist. Aber so lustlos und billig muss es doch trotzdem nicht sein! Beim Vorentscheid im Einkaufszentrum habt ihr doch noch eine überzeugende Show hinbekommen - was ist denn da in aller Welt nur passiert? Wo sind die vier Hunk-A-Daddy-Tänzer aus Athen hinverschwunden und wieso stehen da jetzt zwei mal Justin Bieber und zwei Fische (!) mit Eleftheria auf der Bühne und verstolpern eine halbherzige, uninspirierte Choreografie, die diesen Namen noch nicht mal verdient? Dass Frau Eleftheriou bei der ersten Probe Jeans anstelle des freizügigen Nuttenkleidchens mit freier Sicht auf die Unterwäsche…
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Grie­chen­land: Ich kauf mir was (GR 2012)

Sinn für Selbstironie haben sie ja, die Griechen. Hätte man angesichts der aktuellen Finanzkrise einen (un-)passenderen Ort für die nationale Vorentscheidung auswählen können als Athens größtes Einkaufszentrum? Vier Acts mussten dort - wegen der völlig ungeeigneten Raumakustik im Vollplaybackverfahren - auf einer wackelig aussehenden Bühne direkt vor den Rolltreppen zu ihren Beiträgen mimen. Und zwar offensichtlich ungeprobt, so verkrampft und unsynchron, wie sie das taten. Erwartungsgemäß und völlig zu Recht siegte Eleftheria Eleftheriou mit 'Aphrodisiac': sie vermochte am überzeugendsten an die alten Glanzzeiten von Helena Paparizou zu erinnern, um jetzt mal das unschöne Wort von einer verwässerten Kopie zu vermeiden. Und…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: Uni­ver­sel­les aus Griechenland

Nachdem die einstige Wiege der Demokratie derzeit gerade unter fleißiger Mithilfe von Angela Merkel durch deutsche Banken ausgeplündert wird[ref]Bitte nicht vergessen: die sogenannten "Milliardenhilfen" sind nichts anderes als Umschuldungen, mit deren Hilfe die Griechen ansonsten faule Bankenkredite zurückzahlen können. Mit anderen Worten: der Steuerzahler springt mal wieder für die unverantwortlich handelnden Banken ein, die für ihre (ja bereits in die Zinsen eingepreisten) Kreditausfallrisiken selbst nicht gerade stehen wollen. Geschenkt bekommen die Griechen also nichts, wie es die Bild so gerne darstellt. Ganz im Gegenteil![/ref], ist beim staatlichen Sender natürlich auch kein Geld mehr für den Eurovision Song Contest übrig. Man legte das…
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This sounds Greek to me (GR 2011)

Wie ungefähr 90% aller anderen Eurovisionsländer machten auch die Griechen in ihrem gerade zu Ende gegangenen Vorentscheid deutlich, dass sie (aus bekannten finanziellen Gründen) in diesem Jahr unter gar keinen Umständen gewinnen möchten. Der unter sechs Beiträgen in einem Jury-Televoting-Mix ausgesuchte Beitrag 'Watch my Dance' besteht aus drei voneinander völlig unabhängigen, unsynchronen Einzelbestandteilen: einem schlechten Rapper; einem selbstverliebten, unmelodisch herumjaulenden Sänger und davon völlig losgelöst im Hintergrund vor sich hin plingendem Bouzoukigeklampfe. Immerhin: bei stumm geschaltetem Ton ist der Auftritt von Loucas Yiorkas + Stereo Mike durchaus ein Genuß! httpv://www.youtube.com/watch?v=_gkeJlTSMY4 Auf der vergeblichen Suche nach dem roten Faden (mehr …)
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ESC-Fina­le 2010: Do I have to sing again?

ESC-Fina­le 2010: Do I have to sing again?

Ein Meilensteincontest und das Ende eines heimischen Traumas: 28 Jahre, nachdem eine blockflötenhafte junge Saarländerin im Kommunionskleid Europa überzeugen konnte, dass Deutschland nicht mehr den totalen Krieg will, sondern nur noch "ein bißchen Frieden" (DE 1982), und zwölf Jahre, nachdem ein zottelhaariger Derwisch dem ungläubig staunenden Ausland demonstrierte, dass Deutsche doch Humor haben ('Guildo hat Euch lieb', DE 1998), verdrehte eine charmante Hannoveranerin einem ganzen Kontinent den Kopf, in dem sie bewies, dass wir auch lässig sein können. Im Gegensatz zu den diesjährigen Fluten von hörbar auf den vermuteten Jurygeschmack hin produzierten, saft- und kraftlosen Seichtballaden oder den mit viel…
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Ers­tes ESC-Semi 2010: Der Wür­ger von Wolfenbüttel

Ers­tes ESC-Semi 2010: Der Wür­ger von Wolfenbüttel

Jurys sind Wichser!™ Meine Leser mögen mir diese etwas unfeine Ausdrucksweise verzeihen, aber manchmal ist die Wahrheit grausam und profan. Nicht nur sorgte die Wiedereinführung des Bevormundungsgremiums, welches den Grand Prix bereits zu Zeiten seiner Alleinherrschaft von 1956 bis 1997 mit schier unfasslichen Entscheidungen in Misskredit gebracht hatte, wie nicht anders zu erwarten, für eine geballte Rückkehr verstaubter und längst überwunden geglaubter musikalischer Schrecknisse (jawohl, Malta, der Finger zeigt auf Dich!). Nein, die geschmacksbehinderten Geronten schafften es auch, in beiden Qualifikationsrunden jeweils den besten Beitrag gegen den Willen der klaren Zuschauermehrheit herauszumanipulieren. Und das, obwohl ihr Urteil "nur" zu 50%…
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Elli­ni­kós Teli­kós 2010: Hossa!

Elli­ni­kós Teli­kós 2010: Hossa!

Pleiten, Pech und Pannen begleiteten die hellenische Vorauswahl im Jahre 2010. Nach der internen Nominierung von Sakis Rouvas im Vorjahr wollte man heuer wieder einen öffentlichen Vorentscheid abhalten, für die ERT Ende Dezember 2009 nach etlichen wilden Gerüchten zehn Namen offiziell bestätigte. Mitte Januar kam dem Sender dann mit Despina Ricci die erste Teilnehmerin abhanden: mit Blick auf ihren vollen Terminkalender, der es ihr unmöglich mache, sich für Ellinikós Telikós und den Eurovision Song Contest zeitlich zu verpflichten, sagte die Interpretin ab. Katerine Avgoustakis und die fabelhafte Eleftheria Eleftheriou scheiterten an geschwätzigen Fans: aus unerfindlichem Grunde hatte ERT im Vorfeld…
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ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

Als haushoher Favorit ging er ins Rennen, als wolkenkratzerhoher Sieger ging er daraus hervor: der norwegische Knuffel Alexander Rybak. Punkte aus allen 42 abstimmenden Ländern, darunter sechzehn Mal die Höchstwertung; hundert Punkte Abstand zur Zweitplatzierten: das Abschneiden des nordischen Eurovisionsmärchens geriet zum erwartbarsten Sieg seit 1976. Und stand somit leider auch am Ende der wohl langweiligsten Punkteauszählung seit Menschengedenken. Die auch durch den neu eingeführten 50/50-Jury-Televoting-Mix nicht spannender wurde. Im Gegenteil: auch die Juror:innen setzten den norwegischen Geigentroll mit astronomischem Abstand an die Spitze. https://www.youtube.com/watch?v=WXwgZL4zx9o Alex und die Manamana-Singerettes (NO). Meine Vermutung, zubrotfreudige Juror:innen könnten gar die Verantwortung für das…
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Grie­chen­land 2009: Noch­mal! Nochmal!

Jawohl, auf die TV-Zuschauer ist Verlaß! Gestern pickten die Televoter unter den drei Songs, mit denen der Eurovisionsadonis Sakis Rouvas die hellenische Vorentscheidung bestreiten durfte, zielsicher die eine und einzige Nummer heraus, mit welcher der gutgebaute Sänger, der bereits 2004 durch artistischen Einsatz entzückte und für sein Land den dritten Platz erreichte, zumindest eine Chance auf eine erneute Top-Platzierung haben könnte. Zwar handelt es sich bei 'This is our Night' um einen im Vergleich zu 'Shake it' eher unterdurchschnittlichen Discosong, aber wenigstens geht er ins Ohr und in die Hüften. Hochleistungsturnen zum Vollplayback: so mögen wir unseren Sakis Tzazikis! (mehr …)
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ESC-Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

ESC-Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

Zwölf Anläufe hatte der flächengrößte und einwohnerstärkste Teilnehmerstaat des Eurovision Song Contest für seinen ersten Grand-Prix-Sieg gebraucht. Seinen Führungsanspruch und seine kulturelle Zugehörigkeit zu Europa wollte Russland damit unterstreichen - und vertiefte doch nur die Gräben, denn kaum ein Siegertitel rief im Westen so eine starke Ablehnung hervor wie Dima Bilans musikalisch malades und überanstrengt dargebotenes 'Believe', welches der Sargnagel für das hundertprozentige Zuschauervoting sein sollte. Für den russischen Plattenmillionär, dem bei seinem Erstversuch 2006 mit dem deutlich besseren 'Never let you go' nur die finnischen Monsterrocker Lordi in die Quere kamen, reichte es lediglich für einen schwachen Rang 54 in…
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