Griechenland

Hei­mat der Göt­ter, Wie­ge der Demo­kra­tie: Grie­chen­land blickt auf eine stol­ze Ver­gan­gen­heit. Von ESC-Fans heiß­ge­liebt für hoch­dra­ma­ti­schen Eth­no-Pop, errang die Halb­in­sel ihre größ­ten Erfol­ge in der Pha­se des rei­nen Televoting.
Dabei seit: 1974: Sie­ge: 2005; Rote Later­nen: keine. 

Iri­scher Bei­trag wird zen­siert – wegen Mazedonienfrage

Iri­scher Bei­trag wird zen­siert – wegen Mazedonienfrage

Zum jüngsten Opfer des völlig absurden griechisch-mazedonischen Namensstreites gerät ausgerechnet der irische Spaßvogel Dustin. Dessen umstrittener Beitrag 'Irelande Douze Points' muss sich dem Zensurdruck der EBU beugen - dabei geht es jedoch nicht etwa um den Einsatz einer playbacksingenden Gummipuppe oder grand-prix-feindlicher Schmähungen wie "Drag Acts and bad Acts". Den Stein des Anstoßes bildet eine Aufzählung teilnehmender Nationen, im Verlaufe derer Dustin die Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien, wie jeder normale Mensch, schlicht "Mazedonien" nennt. Da aber verstehen die Griechen überhaupt keinen Spaß. Bei 2:49 nennt er das verbotene M-Wort Obgleich die EBU sich über den Namen des Denunzianten beharrlich ausschweigt,…
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Grie­chen­land 2008: Win­ning Combination

Grie­chen­land 2008: Win­ning Combination

So, zwischendurch muss ich mal meine Rückstände abarbeiten - bei der Flut der nationalen Vorentscheidungen kommt man ja kaum noch hinterher. Griechenland schickt, wie sich am Mittwoch entschied, die junge Kaloderma Spears Kalomoira Sarantis. Überhaupt keine 'Secret Combination' ist ihr Song, der all die Ingredienzien enthält, die das Land der Hellenen zur erfolgreichsten westeuropäischen Eurovisionsnation des Millenniums haben werden lassen: perfekt produzierter, leicht konsumierbarer Radiopop mit einem Hauch ethnischer Instrumentierung. "Never change a winning Formula" muss sich das griechische Fernsehen wohl gesagt haben - und warum auch? Klar ist das Konzept des mediterranen Discopops mit eingängigem Refrain und ganz dezent eingearbeiteten…
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ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

Ein kollektives, erleichtertes Seufzen ging durch Europa: nach fünf Jahren Vorherrschaft der Show über die Musik siegte endlich wieder ein Lied! Ein sanftes, melodiöses, in der Landessprache gesungenes noch dazu. Eines ganz ohne Choreografie! Allerdings: so ganz stimmte das nicht. Molitva' gewann natürlich auch aufgrund seiner Show - nur, dass diese halt sehr viel unaufdringlicher daherkam als beispielsweise bei den finnischen Monsterrockern. Genau diese charmante Präsentation zärtlicher Solidarität zwischen fünf gut aussehenden und einer stimmgewaltigen Frau (nicht zu vergessen der subtil lesbische Unterton) hob den serbischen Beitrag aus der Flut aufwändiger Tanzchoreografien heraus und führte ihn zum hoch verdienten Sieg.…
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Grie­chen­land 2007: Un, dos, tres

Grie­chen­land 2007: Un, dos, tres

Griechenland entschied sich für Sarbel Michael, den "Ricky Martin mit Bouzouki" (doteurovision). Eine treffliche Wahl, auch wenn man seinem Beitrag 'Yassou Maria' nun sicher keine Originalität vorwerfen kann. Zu sehr erinnert der extrem eingängige Uptempo-Song an erfolgreiche griechische Beiträge der letzten Jahre. Von Sakis Rouvas (2004) übernahm er das "Shake it", von Helena Paparizou (2005) das Komponistenteam und den Tanzstil. Und an Ricky Martins Smashhit 'Maria' erinnert sein Song nun nicht nur vom Titel her. Sarbel fügt dem Ganzen noch ein paar dezent eingestreute Bouzoukiklänge und ein paar lustige Tanzbewegungen, die an orientalische Schleiertänze erinnern, hinzu. Genau das könnte sich allerdings auch als…
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ESC-Fina­le 2006: Hard Rock? Hallelujah!

ESC-Fina­le 2006: Hard Rock? Hallelujah!

Dass ich das noch erleben durfte: die Finnen gewinnen! Athen warf ein bis dato unumstößliches Grand-Prix-Gesetz über den Haufen. Was kommt als nächstes? Ein Sieg Portugals? Andorra im Finale? Eine osteuropäische Sängerin, deren Rock die Scham bedeckt? Man darf gespannt sein! Die meistens Fans in der Athener Olympiahalle reagierten geschockt, als der Sieg der Monsterrocker sich abzeichnete. Nur wenige zeigten sich (wie ich) begeistert, unterstützten jede Zwölf-Punkte-Wertung für Lordi mit einem spontanen "Lapponia"-Gesang oder rockten bei der Siegerreprise auf dem Stuhl stehend mit. https://youtu.be/SGnnH2gbsdE Dabei ist 'Hard Rock Hallelujah' unter der harmlos-albernen Monstermaskierung ein echter Gute-Laune-Schlager, zu dem man herrlich…
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Anna Vis­si: The Poli­tics of Dancing

Anna Vis­si: The Poli­tics of Dancing

Ganz weit vorne bei den Buchmachern liegt der diesjährige griechische Beitrag. Superstar Anna Vissi hat zu ihrem - in meinen Ohren leider superdrögen - Poprockstück 'Everything' einen sehr aufwändigen und originellen Videoclip gedreht, in dem der für ihr Alter eindeutig zu jugendlich gekleideten Sängerin in schon slapstickhafter Weise aller nur erdenklich Unbill zuteil wird. Genau jenes Promovideo hat nun den Unwillen des als extremkonservativ geltenden, umstrittenen griechischen Europapolitikers Georgios Karatzaferis erregt. In seiner schriftlichen Anfrage Nr. 1447/06 an den Europarat behauptet er, der Clip beleidige Griechenland und die EU. Grund: Es "wird eine Szene gezeigt, in der Jugendliche der Sängerin…
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ESC-Fina­le 2005: Why don’t you kill me?

ESC-Fina­le 2005: Why don’t you kill me?

Angedroht war, dass die letztjährige Siegerin, die von Staatschef Wiktor Juschtschenko zur Eurovisionsbeauftragten ernannte Volksheldin Ruslana, durch den Abend führen solle. Die Galionsfigur der Orangenen Revolution sagte aber in letzter Sekunde ab. Weil sie so viel zu tun habe, dass sie sich nicht richtig vorbereiten könne, so die offizielle Begründung. Jegliche Spekulation über einen Zusammenhang mit ihren eher fragmentarischen Englischkenntnissen ist hingegen so bösartig wie wohl begründet. Ob Mascha und Pascha, die Ersatzmoderatoren, nun so viel besser Englisch sprachen? Es gab an diesem Abend keine rechte Antwort darauf. Denn sie zwitscherte ihre Texte zwischen stets zum debilen Dauergrinsen gebleckten Perlweißzähnen heraus…
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ESC-Fina­le 2004: Just may­be I’m crazy

ESC-Fina­le 2004: Just may­be I’m crazy

Man möge es mir nachsehen: diesen Jahrgang kann ich nicht nach den üblichen Maßstäben beurteilen. Denn zum ersten Mal verfolgte ich das Geschehen nicht mehr zu Hause am Fernseher, sondern live vor Ort in der Halle. Ein völlig anderes Erlebnis, das ich jedem nur empfehlen kann! Die EBU hatte just in jenem Jahr erstmals dem eigentlichen Grand Prix eine Qualifikationsrunde vorgeschaltet, die ich als bekennender Trashgourmet seither noch mehr liebe als das Finale, weil sich dort die tragischeren Beiträge sammeln. In dieser Endrunde nun tummelten sich die Big Four und die zehn bestplatzierten Länder aus 2003. Sowie eben die zehn Besten…
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ESC-Fina­le 2002: Yoorub’s lea­ving a Celebration

ESC-Fina­le 2002: Yoorub’s lea­ving a Celebration

Zwei Jahre vor der offiziellen Osterweiterung der EU fand der Eurovision Song Contest erstmals in einem ehemals hinter dem Eisernen Vorhang liegenden Land statt. Das kleine, aufstrebende Estland begriff die Ausrichtung der Show wohl auch als Visitenkarten für den EU-Beitritt und gab sich erkennbar viel Mühe: die aufwändig produzierten Postkarten zwischen den Songs waren unterhaltsam und oft subversiv beziehungsreich. Dass die Gastgeberin Annely Peebo ihre Moderationen mehr sang als sprach, entzückte genauso wie ihre windschnittige Seitenspoilerfrisur. Den einzigen kleinen Kontrapunkt setzte der gefühlt dreisekündige Auftritt der Vorjahresgewinner Tanel Padar und Dave Benton, zwischen denen Frost zu herrschen schien. https://youtu.be/9YPiUNrmPnQ Mit der…
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ESC-Fina­le 2001: …is always repea­ting itself

ESC-Fina­le 2001: …is always repea­ting itself

Seit jeher bekenne ich mich, wie der geneigte Leser sicher ahnt, als eiserner Verfechter des hundertprozentigen Televoting, eben weil es ein demokratisches Verfahren ist. Und zwar auch dann, wenn ich, wie in diesem Jahr, selbst unter den Ergebnissen zu leiden habe wie ein Hund. Gleich drei der besten Eurovisionsbeiträge aller Zeiten bot dieser Jahrgang auf: gerade mal einer davon schaffte es unter die ersten Drei. Die ersten beiden Plätze des Zuschauerrankings belegen unterdessen Spitzenpositionen in meiner persönlichen Haßlieder-Liste. Kehrseite der Medaille: seit sich der Contest, eben auch dank des Televoting, von einer nur noch von Schwulen verfolgten Randveranstaltung wieder zu einem Massenevent entwickelte, stimmt leider auch…
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ESC-Fina­le 1997: Ich brauch was Größeres

ESC-Fina­le 1997: Ich brauch was Größeres

In diesem Jahr fand die beinahe unumkehrbar geglaubte irische Siegesserie ihr abruptes Ende. Auch wenn es  für Marc Roberts und seine 'Mysterious Woman' noch zu einem zweiten Platz reichte: 70 Punkte Abstand zum Sieger sprachen eine deutliche Sprache. Und das sollte erst der Anfang sein! Nach dem Quoten- und Finanzdesaster des Vorjahres, bedingt durch das unfreiwillige Ausscheiden Deutschlands, begann hinter den Kulissen ein folgenreiches Umgestalten. Aufgrund hinhaltenden Widerstands der Grand-Prix-Traditionalisten kamen die dringend notwendigen Reformen zwar nur scheibchenweise - aufzuhalten waren sie aber nicht mehr. https://youtu.be/Gg1Gq2XdY-Q Vier mal dabei, bitte nicht wiederwählen: der bislang letzte Contest aus Irland. So galt ab…
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ESC-Fina­le 1996: Bin fieb­rig vor Verlangen

ESC-Fina­le 1996: Bin fieb­rig vor Verlangen

Für ein deutlich höheres Interesse als das eigentliche Teilnehmerfeld sorgte in diesem Jahr der Auswahlskandal im Vorfeld des Wettbewerbs. Nach der Erweiterung der EBU gen Osteuropa, wo beinahe stündlich neue Staaten entstanden, wollten heuer 30 Länder mitmachen beim Grand Prix Eurovision. Laut EBU-Reglement darf die Show erst um 21:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit anfangen. Das entspricht 20:00 Uhr britischer Zeit, dem Beginn der abendlichen Primetime bei der BBC, welche bei der Festlegung dieser Zeitmarke das Sagen hatte. Weswegen die ARD die Lücke zwischen dem Ende der tagesschau und dem Beginn der ESC-Übertragung stets mit dieser furchtbaren, verregneten Grand-Prix-Party von der Reeperbahn…
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ESC-Fina­le 1995: Auch die Nacht geht mal vorüber

ESC-Fina­le 1995: Auch die Nacht geht mal vorüber

Möchte man den definitiven Tiefpunkt des Eurovision Song Contest verorten: hier ist er! Das Elend begann bereits Zuhause: der zuständige Zonensender MDR nominierte ohne jegliches Vorauswahlverfahren das christliche Songschreiberehepaar Cheyenne Stone und Glen Penniston (Stone & Stone), die Komponisten des in seiner Naivität irgendwie putzigen Drogen-sind-pfui-Hits 'Julian', gesungen von der Eintagsfliege Mandy Winter. Das unterirdische, von den Stones selbst vorgetragene Preiset-den-Herrn-Liedchen 'Verliebt in Dich' stellte die ARD - entgegen bisheriger Gepflogenheiten - noch nicht einmal in irgendeiner Show mehr vor. Vermutlich, um eine offene Revolte der deutschen TV-Zuschauer vor Dublin zu unterbinden. https://youtu.be/C5jF4-twUkI Denn mir ist die brennende Pein noch…
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ESC-Fina­le 1994: Sie zu berüh­ren ist Sünde

ESC-Fina­le 1994: Sie zu berüh­ren ist Sünde

Ralph Siegel hält sich gerne zugute, dass er den europäischen Musikgeschmack kenne, oder vielmehr den der Jurys. Und ganz kann man ihm da nicht widersprechen: MeKaDo, deren 'Party'-Versuch sich als eines der wenigen schnelleren Stücke des Abends erwies und noch heute als garantierter Tanzflächenfüller bei jeder Eurovisionsdisco funktioniert, erreichten in Dublin den dritten Platz. Der deutsche Grand-Prix-Großvater dürfte sich wohl als Einziger richtig darüber gefreut haben. Denn zu Hause rief das gute Abschneiden Deutschlands nach langer Durststrecke nur noch Ratlosigkeit, Ablehnung und Desinteresse hervor. Ein peinliches Popstück, das niemand kaufen wollte und für das auch keiner abgestimmt hatte, bescherte uns…
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ESC-Fina­le 1993: Nur wer lei­det, ist am Leben

ESC-Fina­le 1993: Nur wer lei­det, ist am Leben

Bereits zum vierten Mal seit seiner Erstteilnahme 1965 hatte der Siegesfluch das verhältnismäßig kleine, verhältnismäßige arme Irland getroffen. Dort war man natürlich stolz, wollte aber nicht schon wieder das komplette Jahresbudget des Senders RTÉ  für die Ausrichtung des Song Contests auf den Kopf hauen. So recycelte man das Bühnenbild von 1988 und nahm dankbar das Angebot eines irischen Stahlindustriellen an, der RTÉ bei den Produktionskosten unter die Arme griff - auch wenn das hieß, dass der Wettbewerb in einer alten Pferdereithalle in einem am Arsch der Welt liegenden Kuhkaff weitab jeglicher Zivilisation stattfand. (mehr …)
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ESC-Fina­le 1992: Why her?

ESC-Fina­le 1992: Why her?

Im Gegensatz zu ihrem legendären italienischen Vorgänger zwar kompetent, doch nordisch unterkühlt und bar jeden Charismas: das schwedische Moderationspaar. Musikalisch blieb sehr wenig hängen vom Aufgebot dieses Abends, auch in den Charts resümierte dieses Jahrgang in einer kompletten Fehlanzeige. Und das verwunderte nicht, hatten die fast ausschließlich eigens für den Contest und den Geschmack der internationalen Juror:innen geschriebenen Lieder nun wirklich nicht das Geringste mehr mit aktuellem Hitparadenpop zu tun. Und so blieben mal wieder nur die optischen Eindrücke, die den Bericht lohnen. Wie beispielsweise der als Gimmick eingesetzte, kregle Zeichentrickvogel Song Trush, der jeweils die Postkarten vor den eigentlichen…
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ESC-Fina­le 1991: Hier decke ich den Tisch

ESC-Fina­le 1991: Hier decke ich den Tisch

Mit einer Hymne auf das neu vereinte Europa ('Insieme: 1992') hatten die Italiener im Vorjahr dieses merkwürdige Wettsingen gewonnen, das bekanntlich auf dem Vorbild ihres heißgeliebten San-Remo-Festivals basiert. Da lag es auf der Hand, selbigem Vorbild zu huldigen und den Contest in nämlichem ligurischen Kurort auszutragen. Doch je näher das Ereignis heranrückte, desto stärker nagten die Zweifel: würde man mit diesem obskuren Eurotrashspektakel in der geheiligten Stätte des Ariston-Theaters zu San Remo nicht das Ansehen des im Lande wesentlich beliebteren Originals beschmutzen? Wollte man sich als selbst empfundener kultureller Nabel Europas wirklich diese Laus in den Pelz setzen? Also verlegte…
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ESC-Fina­le 1990: Für uns, Lie­be ohne Grenzen

ESC-Fina­le 1990: Für uns, Lie­be ohne Grenzen

Deutschland schrieb in diesem Jahr Geschichte: mit der von mutigen DDR-Bürgern friedlich herbeidemonstrierten Revolution und der sich anschließenden, von den meisten Westlern wie mir gedanklich längst abgeschriebenen Wiedervereinigung. Allerdings auch mit den beiden ersten deutschen Eurovisionsteilnehmern, die beim Versuch des Singens kaum einen Ton sauber zu treffen vermochten. Hätte man einen Schock Hundewelpen 'Frei zu leben' jaulen lassen, das Ergebnis wäre gewiss musikalisch überzeugender ausgefallen. Doch nicht genug, dass sich einem beim Anhören die Fußnägel kräuselten, auch der Anblick des peinlichen Duos sorgte für Fremdschämattacken: Daniel Kovac erschien im C&A-Anzug, Chris Kempers mit tuffiger Dauerwelle und noch tuffigerer Kostümjacke, die…
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ESC-Fina­le 1979: Er zeug­te sie­ben Kin­der in einer Nacht

ESC-Fina­le 1979: Er zeug­te sie­ben Kin­der in einer Nacht

Heftige Auseinandersetzungen entbrannten im Vorfeld dieses Jahrgangs um den deutschen Beitrag. Ausgerechnet nach Jerusalem mit einem Song zu fahren, der von einem gewalttätigen Imperatoren handelt und mit Textzeilen wie "Sie trugen Angst und Schrecken in jedes Land" aufwartet, zeugte nicht eben von ausgeprägtem geschichtlichen Feingefühl. Es hagelte Proteste und Verbotsforderungen, man befürchtete eine Belastung der diplomatischen Beziehungen und die damalige Familienministerin Antje Huber (SPD) geißelte den Text gar als "dumm und geschmacklos". Ach was! (mehr …)
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ESC-Fina­le 1978: Mei­le um Mei­le um Meile

ESC-Fina­le 1978: Mei­le um Mei­le um Meile

Erstmalig in diesem Jahrzehnt (und letztmalig überhaupt) kam das in den sechziger Jahren so vom Eurovisionserfolg verwöhnte Frankreich wieder zu Gastgeberehren. Was das aus einer aufgedonnerten Schabracke und einem schätzungsweise weit über hundertjährigen Sportreporter mit dem schönen Namen Léon Zitrone bestehende Moderatorenpaar (ein Eurovisions-Novum: bis 1977 führte stets nur ein/e einzelne/r Gastgeber/in durch den Abend) zum Anlass nahm, die Zuschauer zu belehren, dass selbstverständlich ihr Land bislang am häufigsten gewonnen habe. Tja: Hochmut kommt vor dem Fall! Die Bildregie des französischen Fernsehens überzog die Sendung mit einem Weichzeichnerschleier nach Art der Zärtlichen Cousinen, der sämtliche Darbietungen optisch zu einem einzigen pastellfarbenen Matsch…
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ESC-Fina­le 1977: Kojak, Hijack, me and you

ESC-Fina­le 1977: Kojak, Hijack, me and you

Der diesen Wettbewerb ausrichtende britische Sender hatte in diesem Jahr kein glückliches Händchen: nur zwei Stunden vor der geplanten Ausstrahlung seiner Vorentscheidung A Song for Europe traten die Kameraleute der BBC in einen unbefristeten Streik, weswegen auch der ursprünglich für den 2. April 1977 terminierte Song Contest verschoben werden musste. Dann fielen die Postkarten zwischen den Songs, die - wie schon 1970 - in den jeweiligen Teilnehmerländern aufgezeichnet werden sollten, Budgetkürzungen zum Opfer. Zwar drehte die BBC stattdessen mit den angereisten Delegationen in einem Londoner Restaurant, entschloss sich dann aber, das Filmmaterial nicht einzusetzen: Bilder von den Sänger/innen, wie sie auf Kosten der Gebührenzahler speisen, kämen…
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ESC-Fina­le 1974: Could­n’t escape if I wan­ted to

ESC-Fina­le 1974: Could­n’t escape if I wan­ted to

Grün ist ja bekanntlich die Farbe der Hoffnung. Besonders optimistisch erschienen also die deutschen Vertreter Cindy & Bert zu diesem Grand Prix: Cindy in einem lindgrünen Maxikleid, Bert im popelgrünen Anzug mit giftgrün leuchtendem Sommerschal. Half aber nichts: die von einer ARD-Jury hinter verschlossenen Türen ausgewählte, schwächliche 'Sommermelodie' verendete auf dem letzten Platz. Aufgrund der fehlenden öffentlichen Vorentscheidung und des daraus folgenden mangelnden Interesses am internationalen Wettbewerb sahen das nur 28 % der deutschen TV-Zuschauer:innen. Was man insofern bedauern muss, da auf diese Art und Weise viele Deutsche den historischen Contest schlechthin verpassten. (mehr …)
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