Irland

Die dunk­len Jah­re des ESC in den Neun­zi­gern waren die Blü­te­zeit der Grü­nen Insel: die die iri­sche Gast­freund­schaft genie­ßen­den Juro­ren lie­ßen das arg­lo­se Völk­chen Jahr für Jahr gewin­nen. Mit der Ein­füh­rung des Tele­vo­ting folg­te der Absturz in die Bedeu­tungs­lo­sig­keit.
Dabei seit: 1965; Sie­ge: 1970, 1980, 1987, 1992, 1993, 1994, 1996; Rote Later­nen: 3.

Irland 2020: Whe­re the Grass is real­ly gree­ner

Und als hätte man sich mit den am gleichen Tage veröffentlichenden Österreichern abgesprochen, setzt auch der irische Sender RTÉ, der seit Monaten großspurig und unablässig einen "Almighty Bop" ankündigte, für seinen heute endlich vorgestellten Eurovisionsbeitrag 'Story of my Life' auf gefälligen Retro-Pop. Wie eine stark verwässerte Variante von Katy Perrys Hit 'California Gurls' aus dem Jahre 2010 klingt die gitarrengetriebene, fröhliche Uptemponummer, die von Anfang an voll auf die Zwölf geht und auch inhaltlich eine lyrisch zwar gemäßigte, dennoch erfrischende Fick-Dich-ich-mach-was-ich-will-Attitüde an den Tag legt. Mit der Textzeile "I'm not a Puppet on a String" gleich im ersten Vers flicht…
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2. Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Madonna wird am Samstag im Finale des Eurovision Song Contest 2019 auftreten. Die seit Monaten als Gerücht gestreute, in den letzten Tagen mit einem entweder unnötigen oder gefakten Drama um nicht unterschriebene Verträge gehypte und gestern bestätigte Nachricht, dass die EBU der amerikanischen Großmutter des Pop, die hierfür sogar noch eine von einem israelischen Industriellen finanzierte Millionengage einstreicht, in der zuschauerstärksten TV-Show der Welt kostenlos die Möglichkeit zur Bewerbung ihres neuesten Albums einräumt, nahm am gestrigen Donnerstagabend gefühlt ein Viertel der Sendezeit, mindestens jedoch der Moderation ein und degradierte die achtzehn im Kampf um den Finaleinzug angetretenen Acts zur bloßen…
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Rank & File 2019: Platz 18 – 22

Am gleichen Tag wie das in der aufrechtgehn.de-Wertung einen Rang tiefer platzierte Nordmazedonien der Öffentlichkeit vorgestellt, konnte auch der irische Beitrag sich in der Rubrik "ganz nett" etablieren. Platz 18: Irland - Sarah McTernan: 22 Mit Zahlen scheinen es die Iren irgendwie zu haben. 'Playing with Numbers' hieß einer ihrer Beiträge aus der jüngeren Vergangenheit, mit 'Irelande Douze Points' illustrierten sie einst, warum ihnen niemand mehr den magischen Zwölfer zukommen lassen möchte und sie meist schon nach dem Semi wieder abreisen müssen, wo sie sich am 'Terminal 3' in einen unbekannten Passagier vergucken. Nun folgt mit '22' der nächste Streich,…
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WSV 2019: das Bes­te und die Res­te

Mit Riesenschritten nähern wir uns dem Ende der Vorentscheidungssaison 2019. Mit dem Finale des schwedischen Melodifestivalen steht an diesem Samstag der letzte öffentliche Vorentscheid an. Ausgerechnet all jene Nationen, die zu faul oder zu geizig waren, einen solchen zu organisieren, haben sich nun verabredet, Fans und Eurovisionsblogger in den Stressinfarkt zu schicken, in dem sie all ihre - teils seit vielen Wochen im Tresor gebunkerten - Beiträge mehr oder minder gleichzeitig veröffentlichten. Den Beginn in unserer kleinen Werkschau macht das mittlerweile auch vonseiten der EBU offiziell umbenannte Nordmazedonien, das als einzige der beteiligten Nationen einen validen Grund vorweisen kann, seinen…
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Ers­tes Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ganze 53 Jahre musste das kleine, geografisch etwas randständige und kulturell auf europäischer Ebene nicht unbedingt massenkompatible Portugal von seiner Erstteilnahme im Jahre 1964 bis zu seinem Eurovisionssieg 2017 warten. Ein verschrobener Barde namens Salvador Sobral holte bekanntlich den Pott und die Gastgeberschaft nach Lissabon, mit einer intimen, aus der Zeit gefallenen Trennungsschmerzballade in seiner Muttersprache. Mit "Musik, die wirklich etwas ausdrückt", wie es der lebensbedrohlich erkrankte Adelsspross, dem es nach einer Herztransplantation mittlerweile wieder besser geht, im Überschwang seiner Siegesansprache formulierte. Und nun das: ein Jahr später, im ersten Semifinale des in der portugiesischen Hauptstadt abgehaltenen 2018er Grand Prix, fliegen gleich…
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Griff ins Klo: zwei­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eigentlich gehört es zur Eröffnungstradition des Pressezentrums, dass die dort versammelten Schwurnalisten von der allerersten Probe aus technischen Gründen nichts mitbekommen, weil die Leitung von der Halle noch nicht steht. Das war am Sonntag zwar nicht der Fall, dafür aber am heutigen Montag: pünktlich zum Probenbeginn um zehn Uhr liefen noch Tourismuswerbeclips in Dauerschleife, während in der Altice-Arena bereits das mazedonische Duo Eye Cue auf der Bühne stand. Erst zum dritten Durchlauf drückte jemand den Knopf: auf den Monitoren erschien, wie OnU berichtete, bildfüllend der Hintern der Leadsängerin Marija. Und falls sich jemand noch mit Schaudern an das pinkfarbene Cameltoe-Outfit…
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IE 2018: Ein­mal wie immer

Heimlich, still und leise veröffentlichte am heutigen Freitag der irische Sender RTÉ sein Lied für Lissabon. Ohne große vorhergehende Ankündigung oder gar - wie beim österreichischen Kollegen - im Nachgang zu einer Pressekonferenz. So, als wolle man gar nicht, dass die Öffentlichkeit weiter Notiz davon nimmt. Und so klingt auch der Song: der ebenfalls bereits seit Monaten feststehende Ryan O'Shaugnessy intoniert mit enervierend weinerlicher, hoher Stimme eine bereits tausend Mal gehörte Midtempoballade namens 'Together'. An der ist das Interessanteste noch der dazugehörige Videoclip, in dem zwei junge Männer völlig selbstverständlich verliebt und Händchen haltend durch die Straßen Dublins tanzen. Das…
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It’s a Fami­ly affair: Irland schickt den Nef­fen

Erinnern Sie sich noch an den Eurovision Song Contest von 2001? Das Jahr, in dem Irland nach dem Ende seiner spektakulären Siegesserie in den Neunzigern bereits zum zweiten Mal so richtig eins auf die Fresse bekam und auf dem drittletzten Platz landete; völlig zu Recht übrigens, da es einen charismabefreiten, hauptberuflichen Rasenmäherverkäufer namens Gary O'Shaughnessy mit einer der schlechtesten jemals dargebotenen Schnarchballaden schickte? Warum ich Ihnen so merkwürdige Fragen stelle? Nun, wie das irische Fernsehen RTÉ heute bekannt gab, entsendet es 2018 Garys Neffen Ryan O'Shaughnessy nach Lissabon. Mit, man ahnt es bereits, einer von ihm mitkomponierten Ballade namens 'Together'. Der…
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Never mind the Bol­locks: singt der Sex-Pis­tols-Front­mann für Irland?

Schon seit einiger Zeit kursiert das Gerücht, der ehemalige Frontmann der britischen Punkband The Sex Pistols ('Anarchy in the UK', 'God save the Queen'), Johnny Rotten, zeige Interesse, die altehrwürdige Grüne Nachbarinsel beim Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon zu vertreten. Der irische Ableger des Revolverblattes The Sun konkretisierte das heute: danach habe sich der heimische Komponist Niall Mooney, unter anderem beteiligt an dem Eurovisionsbeitrag 'It's for you' von Niamh Kavanagh (→ IE 2010), mit einem von ihm verfassten Song namens 'Pleased to meet you' beim Sender RTÉ für den Grand-Prix-Vorentscheid beworben. Mooney beschreibt die Stilrichtung seines Liedes als "Cowpunk", einen…
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Euro­vi­si­on Death­match #19: Dude sings like a Lady

"Celebrate Diversity" - "Feiert die Vielfalt" ist das ansprechende Motto des Eurovision Song Contest 2017. Die beiden Landesvertreter/innen, die heute in unserem Leser/innenspiel in den Ring steigen, tragen hierzu besonders bei. Sie treten mit Songs an, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und doch eint sie - neben ihrer Jugend - eine gemeinsame Besonderheit, die ich mal keck als Transgender-Gesang bezeichnen will: eine Stimmlage, die vordergründig nicht sofort mit dem biologischen Geschlecht des Interpreten harmonieren will. Es beginnt - Ladies first - die Belgierin Ellie Delveaux, die sich den so gar nicht zu ihrem zarten Alter von nur 16 Lenzen passenden Künstlerinnennamen Blanche…
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Irland 2017: Uschi, mach kein Quatsch!

Müssen wir uns ernsthafte Sorgen machen? 'Trying to die' heißt der offensichtlich suizidale irische Beitrag für den Eurovision Song Contest 2017 in Kiew, mit dem der Sender RTÉ heute Nachmittag einen musikalischen Hilfeschrei... Wie bitte? Falsch herum? Oha, entschuldigen Sie bitte! Ich höre gerade, ich muss mich korrigieren: 'Dying to try' ist der korrekte Titel, so wie ihn der bereits vor Monaten ausgesuchte Castingshowbube Brendan Murray mit knabenhaft heller Stimme im eigens an der irischen Küste abgedrehten Strandvideo (das in einem hübschen ironischen Twist mit deutlich besserem Wetter aufwarten kann als der vor ähnlicher Kulisse spielende Clip zum spanischen Beitrag 2017) intoniert. Wie…
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River­dance-Macher tanzt für Donald Trump

1994 setzte Michael Flately mit dem von ihm choreographierten Riverdance Maßstäbe für die Pausenunterhaltung beim Eurovision Song Contest: die fünfminütige, grandiose Stepptanz-Einlage überstrahlte sämtliche offiziellen Liedbeiträge dieses - allerdings auch besonders grausligen - Jahrgangs und gilt bis dato als kulturelles Aushängeschild Irlands. Eine hohe mediale Beachtung dürfte auch Flatleys heutiger Gig erfahren: der gebürtige Chicagoer mit irischen Wurzeln tritt mit seiner aktuellen Tanztruppe beim Amtseinführungsball des hochgradig umstrittenen, neu gewählten US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf - ein Gala-Event, für das ansonsten so ziemlich jeder große Name im Showbusiness absagte, darunter die 1988er Grand-Prix-Gewinnerin Céline Dion. Flatley, der seine Karriere eigentlich 2015 aus…
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Irland schickt ein blü­ten­rei­nes Boy­band-Büb­chen

Nach einer Reihe von nicht ganz so erfolgreichen Eurovisionsbeiträgen in den letzten Jahren spart sich das irische Fernsehen für 2017 einen Vorentscheid. Stattdessen beauftragte RTÉ den Musikmogul Louis Walsh damit, einen geeigneten Vertreter für die Grüne Insel zu finden. Der musste nicht lange suchen, hatte er 2014 doch höchstselbst eine sechsköpfige Boyband namens HomeTown aus der Taufe gehoben, die nun, zwei Jahre und zwei Nummer-Eins-Hits später, bereits ihr Verfallsdatum überschritten hat. Und aus der HomeTown-Konkursmasse stammt der Zwanzigjährige, erheblich jünger aussehende Brendan Murray. Ein zartes Knäblein mit der glockenhellen Stimme eines Kelly-Family-Mitglieds vor dem Stimmbruch und einem dergestalt milchweißen Teint, dass…
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Irland: Obdach­lo­sen­chor will zum Song Con­test

Wie die irische Zeitung Independent berichtet, schmiedet ein Obdachlosenchor aus Cork Pläne für den Eurovision Song Contest 2017. Das 2014 auf Initiative des ehemaligen Dirigenten des RTÉ-Orchesters, David Brophy, aus der Taufe gehobene und vom Sender begleitete Projekt High Hopes Choir, mit dem Spendengelder für verschiedene Hilfsorganisationen gesammelt werden, landete bereits drei Hits in den irischen Charts. Der erste (und größte) davon, eine Coverversion des auch aus dem deutschen Kino-Kassenschlager 'Fuck ju, Göhte' bekannten Titels 'High Hopes' der irischen Band Kodaline, gab dem Chor, von dem mittlerweile drei Ableger bestehen, seinen Namen. Der jüngste davon, der aus Cork, trat vergangenes Wochenende bei…
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Zwei­tes Semi­fi­na­le 2016: der sich den Wolf tanzt

"Måns ist sehr enttäuscht": das war er, der Satz des Abends, gesprochen vom deutschen Kommentator Peter Urban, nachdem Gastgeberin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auftritt des Weißrussen Ivan informierte, dass dieser ursprünglich nackt und in Begleitung von Wölfen zu performen gedachte, was die EBU im Hinblick auf die Regeln leider verbieten musste. Zum Missfallen des komoderierenden Vorjahressiegers, der gerade hinter Petra die Bühne enterte - im Adamskostüm, leider mit einem strategisch platzierten Plüschwolf vor dem Gemächt. Wie dankbar bin ich dem Schweden dafür, dass er ein dergestalt schamlos selbstverliebter, zeigefreudiger Exhibitionist ist, der wirklich keine Gelegenheit auslässt, seinen durchtrainierten Körper…
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Super­sams­tag 2016: Ret­tet die Schla­ger­di­ven

Er geht als Abend der Überforderung ein in die Annalen der Eurovisionsforschung, der gestrige Samstag: in zehn Ländern gleichzeitig liefen Grand-Prix-Vorentscheidungen. Darunter drei Finale, von denen eines, nämlich das italienische San-Remo-Festival, ohne Ergebnis zu Ende ging, weil die dortigen Sieger einen Kümmert pullten und das angebotene Ticket nach Stockholm erst mal ausschlugen, sich dann aber doch Bedenkzeit ausboten. Befassen wir uns hier nun aber zunächst mit sechs der sieben Nationen, in denen Vorrunden stattfanden (Island wird von mir, wie angekündigt, mit Nichtachtung gestraft). Die meisten Eurovisionsfans entschieden sich angesichts des massiven Überangebotes wohl für das beliebteste Format, nämlich das schwedische…
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Von der Punk­te­fee zum Reprä­sen­tan­ten: Nicky Byr­ne für Irland

Drei Jahre hintereinander gab er beim Eurovision Song Contest die Punkte aus Dublin durch, nun hofft er selbst auf welche: wie bereits vor Tagen von der irischen Tageszeitung Independent geleakt, wird das ehemalige Westlife-Mitglied Nicky Byrne die grüne Insel vertreten. Der Sender RTÉ bestätigte gestern seine Direktnominierung (die erste in der Geschichte Irlands). Und auch der Titel steht schon fest: 'Sunlight' heißt der, wurde vom Sänger mitkomponiert und klingt wie eine Melange sämtlicher dänischer Beiträge der letzten 15 Jahre. Also hundertprozentig steril und völlig durchschnittlich. Wobei es dem früheren Boyband-Chorsänger (der aufgrund seiner eher mäßigen Vokalkraft in Stockholm wohl ziemlich…
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Litau­en han­delt mit Zitronen(bäumen)

Gestern Abend begann in Litauen der endlose Abstimmungsmarathon für den Beitrag des Landes zum Eurovision Song Contest, der noch bis zum 27. Februar 2016 läuft und noch weitere sechs Vorrunden beinhaltet. Dabei steht der Sieger im Grunde genommen bereits fest: Donatas Montvydas, besser bekannt unter dem Namen Donny Montell, der den Baltenstaat bereits 2012 mit dem campen 'Love is blind' vertrat. Der bekennende Michael-Jackson-Fan, der sich bei seinem Vorentscheidungsauftritt mit dem eingängigen, wenn auch arg mittelmäßigen 'I've been waiting for this Night' sowohl optisch wie musikalisch als Eleve der Eric-Saade-Schule des Pop positionierte, gewann die erste Publikumsabstimmung aus dem Stand. Gefährlich werden…
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Jed­wards dro­hen mit ESC-Come­back

Das hat man davon, wenn man seinen Vorentscheid für Jedermann öffnet: in der irischen Sun gaben die Jedwards heute zu Protokoll, erneut beim Eurovision Song Contest antreten zu wollen - diesmal für das Vereinigte Königreich. "Da wären wir definitiv gerne dabei, das wäre eine fantastische Gelegenheit," sagte Edward Grimes der Zeitung. "Dieses Mal sind wir aber dabei, um zu gewinnen". Die hyperaktiven Zwillingsbrüder mit der Viagra-Frisur traten auf dem Höhepunkt ihrer Popularität 2011 und 2012 für ihre Heimat Irland an und erreichten den achten respektive den 19. Platz. Derzeit spielen sie in den USA neues Material ein. Bekanntheit erlangte das…
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Schwe­den und die HJ: ers­te Pro­ben zwei­tes Semi 2015

In Wien setzten sich am Mittwoch und Donnerstag die ersten Probedurchläufe fort, diesmal mit den Teilnehmer/innen des zweiten Semifinales vom kommenden Donnerstag. Eine Fortsetzung fand auch die Saga um die händchenhaltenden Ampelmännchen: ausgerechnet die sich selbst als "freiheitlich" titulierende FPÖ drohte an, die hübsche Geste gegenüber der Eurovisions-Kernzielgruppe (und Umsetzung der Toleranzbotschaft der aktuell regierenden Eurovisionskaiserin Conchita) zur Anzeige zu bringen. Es handele sich um "grüne Klientelpolitik und Steuergeldverschwendung in Reinkultur," so der FPÖ-Mann Toni Mahdalik laut Kronenzeitung. Da Beides nicht verboten ist, begründete die FPÖ die Anzeige offiziell mit einem "Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung" - und musste sich prompt belehren lassen,…
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Irland 2015: When Words are not enough

Selbstaufgabe. Mit nur einen Wort lässt sich das Trauerspiel der irischen Eurovisionsvorentscheidung zusammenfassen, die gestern Abend (mal wieder) im Rahmen der RTÉ-Talkshow Late Late Show über die Bühne ging. Zwei Stunden lang zeigte man Clips der sieben irischen Grand-Prix-Gewinner/innen, präsentierte Medleys und Karaoke mit den bekanntesten Contestmelodien der grünen und ihrer britischen Nachbarinsel, natürlich keine davon frischer als von 1996, und erneut saß die unvermeidliche Linda Martin (IE 1984, 1992) im Kommentatorenpanel. Wohl im Angesicht des Sieges von Conchita Wurst ergänzte RTÉ die Kritikerrunde um eine zweite Dragqueen, Miss Panti Bliss, die laut Wikipedia Berühmtheit erlangte, weil sie 2014 im…
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2. Semi 2014: Euro­pa liebt die Wurst!

Ganz ehrlich: euphorisierenderes Fernsehen als die gerade eben zu Ende gegangenen zwei Stunden Eurovision habe ich selten erlebt. Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Dank an die Grand-Prix-Fans in den B&W-Hallerne in Kopenhagen in Worte fassen soll: so viel kollektive Liebe ist wohl noch nie über einer Grand-Prix-Teilnehmerin ausgeschüttet worden wie heute über Conchita Wurst. Dass der Saal der bärtigen Frau zujubeln würde, stand zu erwarten - dass die Stimmung dermaßen brodelte, dass man am TV-Schirm dachte, jeden Moment trägt es das Hallendach weg, machte mich sehr, sehr glücklich. Ebenso wie die Art und Weise, wie das dänische Fernsehen,…
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Irland 2014: River­dance und Cat­fights

Ein Hauch von Denver-Clan lag in der Luft, als es gestern beim irischen Eurovisionsvorentscheid in der Late Late Show beinahe zu einem Handgemenge zwischen der Grand-Prix-Siegerin von 1992, Linda Martin, und dem Songpaten Billy McGuinness (kann man sich einen irischeren Namen vorstellen?) kam. McGuinness, der dem gleichnamigen Starkbier vor Beginn der Sendung offenbar bereits zugesprochen hatte, echauffierte sich lautstark über die Mitwirkung des Boyzone-Erfinders, Jedward-Managers und X-Factor-Jurors Louis Walsh in der (nicht stimmberechtigen) "Expertenjury". Sein Zorn entzündete sich daran, dass Eoghan Quigg, einer der Favoriten des Abends und somit Konkurrent von McGuinness' Schützling Laura O'Neill, durch eben jenes X-Factor Berühmtheit erlangte,…
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Irland: Schwes­ter Schwes­ter, für mich bist Du die Sah­ne­tor­te

Schon seit vielen Jahren stellt das irische Fernsehen RTÉ den fünf Teilnehmern seiner nationalen Vorentscheidung sogenannte Mentoren zur Seite, bekannte Personen oder Musikproduzenten, die als Fürsprecher und Begleitpersonen ihrer Schützlinge auftreten, ähnlich den Promi-Paten bei deutschen Vorentscheidungen der späten Achtziger und frühen Neunziger (unvergessen Siw "Musik: Ralph Sieger" Malmkvist anno 1985). So beispielsweise Valerie Roe, einstige Miss Universe Irland und zeitweise Mitglied der britischen Siebzigerjahre-Disco-Formation The Dooleys. Sie musste nicht lange nach ihrem Protegé suchen: es ist ihre Schwester Patricia Roe, die bereits 1992 und 1993 an der irischen Vorentscheidung teilnahm. Auf die Grand-Prix-Bühne schaffte sie es im Jahr darauf…
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Ach was: Ryan Dolan ist schwul

Da muss selbst Captain Obvious gähnen: wie der irische Independant vermeldete, brachte der letztjährige Letztplatzierte Ryan Dolan gestern Vormittag in einer Radiosendung sein öffentliches Coming out hinter sich. Der 28jährige, der sich in Malmö von drei kernig durchtrainierten Tänzern mit nackten Oberkörpern auf der Bühne begleiten ließ, sprach in der Radioshow darüber, wie schwer es ihm als Jugendlichem gefallen sei, den Mut aufzubringen, sich seinen Eltern zu offenbaren: "Mein Vater war der Letzte, der es herausfand, weil ich Angst davor hatte, was er denken könnte. Dabei nahm er es besser auf als jeder, dem ich es sonst erzählte". Unter dem…
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