Italien

Ihr San-Remo-Fes­ti­val war das Vor­bild für den Euro­vi­si­on Song Con­test. Von Anfang an dabei, mit einer schmerz­lich lan­gen Pau­se wäh­rend der dunk­len Jah­re. Mischen seit 2011 als Big-Five-Land wie­der recht erfolg­reich mit. Lie­fern stets Qualität.
Dabei seit: 1956; ESC-Sie­ge: 1964, 1990, 2015 (Publi­kums­sie­ger), 2021; Rote Later­nen: 1; Nil­poin­ter: 1.

ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

Okay, ich geb's zu: sie kommt ein bisschen spät, diese Besprechung. Direkt nach dem Finale im Mai ging das Buch vor und danach brauchte ich erst mal ein bisschen Abstand. Mit eben diesem Abstand habe ich mir nun, mehr als zwei Monate nach dem eigentlichen Event, die TV-Aufzeichnung des von mir live besuchten Jubiläums-Contests angeschaut. Und prompt stellte es sich wieder ein: dieses schon ihn Wien sehr subtil vorhandene Gefühl, dass es des Guten einfach irgendwie zu viel war. Zu viel von allem: zu viel Sendung (geschlagene vier Stunden ging die Show diesmal), zu viele Lieder (27, so viele wie noch nie zuvor…
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Das Jury-Gate: Il Volo sind die wah­ren Sie­ger 2015!

Das Jury-Gate: Il Volo sind die wah­ren Sie­ger 2015!

Seit der Wiedereinführung der Jurys, im besonderen Maße aber seit ihrer stärkeren Gewichtung gegenüber dem Televoting seit 2013, stand es zu befürchten, und nun trat es ein: erstmalig seit 1997 gewannen beim Eurovision Song Contest 2015 nicht die Lieblinge des Publikums - nämlich die italienischen jungen Tenöre Il Volo mit ihrem Popera-Schlager 'Grande Amore' - sondern der Juryfavorit, in diesem Falle der Schwede Måns Zelmerlöw mit 'Heroes'. Was erstaunt, weil ich gerade nach dem überraschenden Ergebnis von 2011, als das nach ewiger ESC-Pause von der EBU mit Engelszungen zur Rückkehr überredete Italien, mit einem furchtbaren Bar-Jazz-Geklimper beim Publikum auf Rang 11 landend, von…
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Die Start­rei­hen­fol­ge fürs Fina­le: ORFs Gran­de Amore

Nachdem nun alle zwanzig Qualifikanten aus den beiden Semis feststehen, gab der ORF heute Nacht die handverlesene Startreihenfolge fürs Finale am Samstag bekannt. Und aus dieser lässt sich nur der eine Schluss ziehen: die EBU möchte wirklich ganz ganz dringend mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln einen Sieg Italiens beim Song Contest ermöglichen, um das Adrialand, das nach langem, guten Zureden seit 2011 trotz mehr als mäßigen Interesses der romanischen Zuschauer/innen wieder mitmacht beim europäischen Wettsingen, bei der Stange zu halten. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass man fast alle ernsthaften Konkurrenten, vor allem aber sämtliche der haarsträubend…
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Feu­er brennt nicht (nur) im Kamin: ers­te Pro­ben Fina­lis­ten 2015

So - endlich in Wien aufgeschlagen, vergnüglichen ersten Abend hinter mir und noch leicht unterkoffeiniert im Pressezentrum sitzend. Heute proben die fixen Finalisten zum ersten Mal, und bis dato sieht es nicht so aus, als ob sie diesen Status verdient hätten. Die im Vorfeld von vielen Seiten bereits als mögliche Sieger gehandelten italienischen Knödeltenöre von Il Volo erscheinen im Anzug, scheinen mit technischen Problemen zu kämpfen - es klingt alles andere als harmonisch - und lassen auf der Projektionswand die Standard-Powerpoint-Präsentation "Rom für Touristen in fünf ausgelutschten Klischees" laufen. Ja, ihr Klassikschlager träufelt sich in die Gehörgänge wie Blütenhonig, zwei von den…
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Ita­li­en 2015: die drei jun­gen Tumore

Der Alptraum ist wahr geworden: beim Samstagnacht bzw. Sonntagmorgen nach lediglich viereinhalb Stunden überraschend doch noch zu Ende gegangenen San Remo Festival setzte sich mit Il Volo ein Trio von Knödeltenören durch, die mit reziprok zu ihrem Aussehen stehenden Stimmen gesegnet sind - die zwei ganz Hübschen singen so mittelmäßig, der menschliche Spitzmäuserich mit der Brille trägt den Poperaschlager 'Grande Amore' ziemlich alleine. Kurz bestand noch Hoffnung, die drei jungen Tumore könnten - dieses Recht hatte die RAI vorab allen San-Remo-Finalisten eingeräumt - die Ehre der Landesverteidung ablehnen. Aber nein: sie wollen nach Wien. Nun gehört ihr Song unter den mir bislang…
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ESC 2015: Geor­gi­en erklärt Mal­ta den Krieg

2015 wird wohl ein kämpferisches Jahr, zumindest beim Eurovision Song Contest: nach Malta schickt nun auch Georgien eine gesungene Kriegserklärung gen Wien. Und nicht nur die Songtitel ('Warrior' ['Kriegerin']) gleichen sich wie ein Ei dem anderen: in beiden Fällen intoniert jeweils eine einzelne, offenbar sehr schlecht gelaunte, böse dreinblickende, im schwarzen Lederdress gekleidete Frau mit langen schwarzen Haaren den äußerst düsteren, unmelodischen Kampfgesang. Wer von den Beiden wird also die unausweichliche offene Konfrontation gewinnen? Amber Bodin (MT) wirft zwar ein höheres Kampfgewicht in die Waagschale, dafür aber verfügt Nina Sublatti (GE) über den deutlich giftigeren Blick, die eindringlichere Stimme, die angsteinflößendere Kriegsbemalung,…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die Lati­nos vom Balkan

Eine ganze Latte an Vorentscheidungskandidat/innen ist in den letzten Tagen bekannt gegeben worden. Beginnen wir mit dem Big-Five-Land Italien: dort geht die Ehre der Eurovisionsteilnahme an den Sieger des prestigereichen San-Remo-Festivals, und zwar diesmal in der Kategorie "Campioni", also den etablierten Künstler/innen. Zu diesen Zwanzig zählen drei vormalige Grand-Prix-Teilnehmer/innen, nämlich Raf Riefoli (IT 1987, hierzulande besser bekannt durch den 1984 Discohit 'Self Control'), Lara Fabian (LU 1988) und die fabelhafte Diva Nina Zilli (IT 2012). Einen weiteren Versuch wagt auch Anna Tatangelo, meine Wunschkandidatin des Jahres 2011, seinerzeit mit dem sensationellen 'Bastardo'. Ihr diesjähriger (bislang noch nicht veröffentlichter) Beitrag heißt etwas…
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ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

Schon der Einspieler hätte es erahnen lassen können, in dem die Dänen die Eurovisionstrophäe, das gläserne Mikrofon, vom 14 Kilometer entfernten Malmö nach Kopenhagen holten - mit abenteuerlichen Stunts in bester James-Bond-Manier und unterlegt von den jazzigen Klängen des 1963er Siegertitels 'Dansevise' vom dänischen Filmmusikkomponisten Jørgen Ingman. Dennoch: dass am Ende dieses grandiosen Abends eine österreichische Diva mit Bart und einer shirleybasseyesken Bond-Ballade selbige Trophäe mit einem triumphalen "We are unstoppable!" in die Luft recken würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. Doch Europa zeigte sich an diesem denkwürdigen, geschichtsträchtigen Samstag toleranter und offener als erwartet. Und…
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Ers­te Pro­ben Fina­lis­ten 2014

Heute probten in Kopenhagen zum ersten Mal die sechs direkt für das Finale Gesetzten, darunter auch die deutschen Vertreterinnen Elaiza, die gleich als Erste auf die Bühne durften. Leider bewahrheitete sich hier, was - wenn meine Erinnerung nicht trügt - Christer Björkman vom schwedischen Fernsehen während der Generalprobe zur deutschen Vorentscheidung andeutete: dass wir uns dort für die beste Geschichte entschieden haben und nicht für das beste Lied. Wurden Elaiza in Köln als irre sympathische Underdogs auf einer Welle des Welpenschutzes durch den Abend getragen, so spielen sie in Kopenhagen in einer anderen Liga. Die Bühnenshow gleicht der beim Vorentscheid: die…
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Geor­gi­en 2014: Dafuq?

Liebe Leserinnen und Leser, Sie sehen mich verwirrt. Nein, nicht wegen des Überraschungssieges von Elaiza beim deutschen Vorentscheid oder des dortigen, hochkomplizierten Abstimmungsverfahrens. Die Georgier tragen Schuld an meinem Zustand der geistigen Desorientiertheit. Denn sie präsentierten heute ihren Beitrag 'Three Minutes to Earth', dargeboten vom schon seit längerem feststehenden Fusion-Jazz-Trio The Shin und von der Popsängerin Mariko Ebralidze. Das dazugehörige Video zeigt eine von grünem Nebel durchwaberte Szene in Stadtpark von Tiflis, wo bekifft wirkende, aber gut aussehende junge Pärchen auf der Bank sitzen oder wie eingefroren herumstehen (der weibliche Part meist unerklärlicherweise als Squaw verkleidet - ist denn dort grad…
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Ita­li­en 2014: RAI nomi­niert Emma Mar­ro­ne (Update)

Gerade hatten wir uns daran gewöhnt, uns beim jährlichen San Remo Festival mit seiner üblicherweise circa fünfstündigen, dem nie versiegenden 'Fiumi di Paroli' (IT 1997) der Moderatoren geschuldeten Sendezeitüberziehung die Nacht um die Ohren zu schlagen, um dann irgendwann in einem Nebensatz zu erfahren, welcher der Teilnehmer an Italiens traditionellem Song Contest das Land beim Grand Prix vertritt - da erwischt uns die RAI eiskalt mit einer Direktnominierung. Emma Marrone heißt die Gute, erlangte 2010 durch ihren Sieg in einer Talentshow Bekanntheit, belegte bereits 2011 den zweiten Rang beim San Remo Festival und siegte im Jahr darauf gar mit dem…
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Emme­lie de Forest steigt auf Platz 5 der deut­schen Charts ein

Mittlerweile scheinen es die Plattenfirmen mit der zeitnahen Bereitstellung der digitalen Downloads zu kapieren: insgesamt 13 von 26 Eurovisionstiteln steigen in die offiziell am Freitag erscheinende deutsche Top 100 ein. Erwartungsgemäß führt Eurovisionssiegerin Emmelie de Forest die Liste an: ihr gelang mit 'Only Teardrops' der höchste Neueinstieg auf Rang 5. Damit überrundet sie sogar Cascadas beste Platzierung noch um eine Position. 'Glorious' war bereits letzte Woche im Vorfeld des Song Contest auf #78 in die Charts zurückgekehrt. Die weiteren Neueinsteiger: auf #24 Margaret Berger, auf #39 ByeAlex, der die deutschen Douze Points erhielt, sowie zehn Plätze tiefer Anouks sterbende Vögel. Kleine…
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Euro­vi­si­ons­vo­ting: wie Kon­sens­zwang zum Streit führt

"Stimmenraub": dieser Vorwurf aus dem Munde des russischen Außenministers Sergej Lawrow beschäftigt derzeit den aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyew und die EBU. Wie bereits am Dienstag berichtet, zeigte sich Moskau darüber erbost, für Dina Garipovas Beitrag 'What if' aus der ehemaligen Sowjetrepublik am kaspischen Meer keine Stimmen erhalten zu haben, obwohl der Song im dortigen Televoting auf dem zweiten Platz landete, wie der aserbaidschanische Machthaber sich beeilte, mitzuteilen. "Diese haarsträubende Aktion darf nicht unbeantwortet bleiben," zitiert der Spiegel den russischen Außenminister. Was zeigt, welchen politischen Stellenwert der Wettbewerb in Osteuropa genießt - man stelle sich vor, Guido Westerwelle kritisierte den 21. Platz…
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ESC-Fina­le 2013: Bei jedem Kuss

ESC-Fina­le 2013: Bei jedem Kuss

Nun liegt er also hinter uns, der Eurovision Song Contest 2013. Etliche Änderungen nahmen die schwedischen Veranstalter am bestehenden Konzept vor, selbstredend begleitet von reflexhaftem Weltuntergangsgejammer der Fans: eine deutlich kleinere Halle gab es, keine LED-Orgie bei der Beleuchtung, nur Stehplätze im Innenraum, ein verändertes Stimmauszählungsverfahren und eine handgemachte Startreihenfolge. Und was soll man sagen: die Welt ging nicht unter - im Gegenteil entpuppte sich die Show aus Malmö als intimer, freundlicher, runder. Was vor allem der großartigen Selbstironie geschuldet ist, mit der die gastgebenden Schweden sich selbst und den Contest sanft auf die Schippe nahmen. Seien es die fabelhaften…
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Essen­zi­el­les aus Italien!

So, und damit steht nun auch der letzte Beitrag für den Eurovision Song Contest 2013 fest. Es ist ein Lied, welches wir bereits kennen: 'L'Essenziale', den Siegertitel des San-Remo-Festivals 2013, wird Marco Mengoni in Malmö zu Gehör bringen. Und auch, wenn ein Teil von mir sich laut schreiend auf dem Boden wälzen und sich die Haare ausreißen möchte, weil auch der allerletzte verfügbare Platz nun mit noch einer Ballade belegt wurde, so freut sich klammheimlich der andere Teil, der sich bei der Siegerreprise dann im Zweifel doch viel lieber von einem rehäugigen Ragazzo mit Mafiabärtchen ansülzen lassen möchte als von…
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Allo­ra: Mar­co Men­go­ni für Italien

Die Presse mutmaßte es schon gestern Abend, weit nach Mitternacht rief die RAI ihn im Rahmen des San-Remo-Festivals, welches er dann auch noch gewann, zum italienischen Vertreter beim Eurovision Song Contest aus: Marco Mengoni, 24, bekannt geworden durch seinen Sieg in der Castingshow X-Factor im Jahre 2009 und bereits etablierter Act in seiner Heimat mit zwei bestverkauften Alben. Nun will der schnucklige Sänger mit dem auffällig hängenden Lid (das allerdings auch der späten Sendezeit geschuldet sein könnte) zu einer internationalen Karriere ansetzen. Über Aussehen und Stimme verfügt er schon mal, jetzt fehlt nur noch ein Lied. 'L'Essenziale', sein San-Remo-Siegersong, stimmt…
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Heils­ar­mee kriecht zu Kreuze

In der unendlichen und langsam nervtötenden Saga um den diesjährigen schweizerischen Beitrag scheint sich nun doch endlich eine Lösung abzuzeichnen: wie das Boulevardblatt 20 Minuten heute berichtet, sei die Heilsarmee nun doch bereit, den Auflagen der EBU (Änderung des Namens und des Outfits) vollumfänglich nachzukommen. "Wir sind bereit, unserer Band einen richtigen Namen zu geben und einen Teil unserer Uniform abzulegen," sagte der Pressesprecher der evangelikalen Freikirche der Zeitung. Man prüfe derzeit mehrere Optionen für die neuen Kostüme und einen (englischen) Bandnamen. Ein neuer Abnahmetermin bei der EBU sei für Mitte Februar anberaumt. Sollte der geänderte Vorschlag dort wieder durchfallen, will…
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Good Tas­te Day in Baku: zwei­te Pro­ben Big Five + AZ

Bei der heutigen zweiten Probenrunde bestätigten die Big Five dann noch mal, dass sie ihren pekuniär begründeten Sonderstatus in diesem Jahr gar nicht benötigten: so gut sind ihre Songs und Präsentationen, dass sie auch ohne ihn fest im Finale wären. Im Vergleich zur gestrigen ersten Kameraprobe legten die großen Fünf allesamt stimmlich noch mal zu, die meisten präsentierten sich heute auch in Bühnengarderobe - oder zumindest deutlich geschmackvolleren Klamotten. Engelbert Humperdinck erschien in einem schwarzen Hemd mit passender Hose und klang deutlich besser, wenn er auch die letzte, große Schlußnote noch immer nicht ganz schaffte. Aber dafür hat er auch noch…
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Nina hat den ESC im Sack (1. Pro­be Italien)

Rom 2013. Da führt wohl kein Weg mehr dran vorbei. Zu ihrer ersten Probe erschien die italienische Vertreterin Nina Zilli heute mit fettig glänzendem Gesicht, achtlos zusammengebundenem Haar und in einer Art gegürtetem Leinensack. Und auch ihre drei Backings, die Zillettis, kamen äußerst casual. So, als wollten sie demonstrieren: "Pfff, uns doch egal". Dennoch strahlte ihre motowneske, von einem schwarz-weißen LED-Bühnenhintergrund aufs Vortrefflichste unterstützte Darbietung von 'Out of Love' dermaßen viel Grazie und musikalische Klasse aus, dass das Ergebnis mit den richtigen Outfits umwerfend sein muss. Der Sieg im Juryvoting ist sicher, und auch die Zuschauer dürften sich der italienischen Amazone…
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Ita­li­en: mi vien da pia­n­ge­re (IT 2012)

Nein, Italien, das war nicht der Deal. All die Jahre, in denen wir Fans Euch immer wieder flehentliche Bettelbriefe und -mails schrieben, dass Ihr doch bitte wieder mitmachen sollt. In denen die üblicherweise sich neutral gebende EBU Euch öffentlich Lorbeerkränze flocht, wie sehr doch der italienische Qualitätspop vermisst werde beim Song Contest. In denen wir unsere Selbstachtung beiseite schoben, Euch Brücken bauten, rote Teppiche ausrollten - ja, in denen wir förmlich Eure wohlgeformten, behaarten Hintern küssten, nur damit ihr endlich wieder mitspielt bei unserem Lieblingsevent und wir uns endlich, endlich wieder am unverfälschten Genuss der schönsten Gesangssprache der Welt delektieren…
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Ita­li­en: heu­te so, mor­gen so (IT 2012)

Eigentlich keine Frage, dass es ohne ewiges Hin und Her in Italien nicht abgehen kann. Dort hatte man sich für die San-Remo-Teilnehmerin Nina Zilli als Repräsentantin entschieden, sich aber zunächst offen gehalten, mit welchem Song sie denn in Aserbaidschan antreten wolle. Dann bestätigte man, dass 'Per sempre', ihr San-Remo-Beitrag, auch ihr Lied für Baku sei. Vor ein paar Tagen zerstörte die RAI dann meine Vorfreude auf das balladeske Canzone Italiana mit der Mitteilung, Nina wolle in einem Sprachmix aus italienisch und englisch singen. Heute indes stornierte man 'Per sempre' und teilte mit, man habe sich gemeinsam mit Ninas Plattenfirma für das eher…
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Auf ewig… und drei Tage (IT 2012)

Nach einer Marathonsendung, die sämtliche Klischees über den Sprechdurchfall der Italiener aufs Schönste bestätigte, verkündeten die eigens für diese Aufgabe aus Baku eingeflogenen Ell & Nikki tief in der Nacht innerhalb weniger Sekunden die römische Gesandte für den ESC 2012: es ist Nina Zilli. Die 1980 als Maria Chiara Fraschetta Geborene und teilweise in Irland Aufgewachsene stammt diesmal nicht, wie ihr Vorgänger Raphael Gualazzi, aus der Nachwuchssektion des San Remo Festivals, sondern gehört zu den Finalistinnen der Kategorie "echte Stars". Wo sie zwar nicht unter die besten Sechs kam, aber im Gegensatz zur San-Remo-Siegerin Emma Marone Interesse an einer Teilnahme…
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Bas­tar­di! (IT 2011)

Die Italiener sind und bleiben versnobte Kulturegoisten, die auf das restliche Europa spucken. Anders ist die beim San Remo Festival Mitte Februar verkündete Entscheidung der RAI-Jury, einen Newcomer mit einem Jazz-Song zum "Eurosong" zu schicken und die guten Beiträge für sich zu behalten, nicht zu interpretieren. Zwischenzeitlich gibt es einen als "ESC-Version" bezeichneten italienisch-englischen Remix, der erneut Zeugnis darüber abgelegt, dass die romanischen Völker ein noch schlechteres Englisch sprechen als die Osteuropäer. Und das will schon was heißen. Der Song überschreitet allerdings immer noch die zulässigen drei Minuten. Vermutlich glauben die Italiener in ihrer Arroganz, auch hiermit durchzukommen... httpv://www.youtube.com/watch?v=bjJ-0Q6ZVUM Und…
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ESC-Fina­le 1997: Ich brauch was Größeres

ESC-Fina­le 1997: Ich brauch was Größeres

In diesem Jahr fand die beinahe unumkehrbar geglaubte irische Siegesserie ihr abruptes Ende. Auch wenn es  für Marc Roberts und seine 'Mysterious Woman' noch zu einem zweiten Platz reichte: 70 Punkte Abstand zum Sieger sprachen eine deutliche Sprache. Und das sollte erst der Anfang sein! Nach dem Quoten- und Finanzdesaster des Vorjahres, bedingt durch das unfreiwillige Ausscheiden Deutschlands, begann hinter den Kulissen ein folgenreiches Umgestalten. Aufgrund hinhaltenden Widerstands der Grand-Prix-Traditionalisten kamen die dringend notwendigen Reformen zwar nur scheibchenweise - aufzuhalten waren sie aber nicht mehr. https://youtu.be/Gg1Gq2XdY-Q Vier mal dabei, bitte nicht wiederwählen: der bislang letzte Contest aus Irland. So galt ab…
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ESC-Fina­le 1993: Nur wer lei­det, ist am Leben

ESC-Fina­le 1993: Nur wer lei­det, ist am Leben

Bereits zum vierten Mal seit seiner Erstteilnahme 1965 hatte der Siegesfluch das verhältnismäßig kleine, verhältnismäßige arme Irland getroffen. Dort war man natürlich stolz, wollte aber nicht schon wieder das komplette Jahresbudget des Senders RTÉ  für die Ausrichtung des Song Contests auf den Kopf hauen. So recycelte man das Bühnenbild von 1988 und nahm dankbar das Angebot eines irischen Stahlindustriellen an, der RTÉ bei den Produktionskosten unter die Arme griff - auch wenn das hieß, dass der Wettbewerb in einer alten Pferdereithalle in einem am Arsch der Welt liegenden Kuhkaff weitab jeglicher Zivilisation stattfand. (mehr …)
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