Juergen Renfordt

Ein Lied für Göte­borg 1985: Sie läu­ten auch zur letz­ten Stunde

Ein Lied für Göte­borg 1985: Sie läu­ten auch zur letz­ten Stunde

Ein besonderer Zweikampf spielte sich ab bei der deutschen Grand-Prix-Vorentscheidung des Jahres 1985; einer, der das ganze unfassbare Elend der Veranstaltung vortrefflich illustriert. Der Kampf der Gigant:innen lautete nämlich Ralph Siegel versus Hanne Haller. Der Grand-Prix-Junkie und die gefühlssehnsüchtige Schranklesbe traten als Komponist:innen und Produzent:innen jeweils mit gleich zwei (Siegel) bzw. sogar drei (Haller) Acts an, die allesamt nicht weniger repräsentativ für die deutsche Musikszene hätten sein können (zum Vergleich: die erfolgreichste Single aus deutscher Produktion hieß 'You're my Heart, you're my Soul', bestverkauftes deutschsprachiges Lied war 'Rock me, Amadeus' von Falco). Auf Seiten der antretenden Interpret:innen fehlten bekannte Namen…
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Ein Lied für Luxem­burg 1984: Mit Stolz in mei­nen Augen

Ein Lied für Luxem­burg 1984: Mit Stolz in mei­nen Augen

Der 1979 mit dem Wechsel des Vorentscheids zum Bayerischen Rundfunk begonnene, knapp fünfjährige deutsche Lauf beim Grand Prix Eurovision neigte sich unaufhaltsam dem Ende entgegen. Die Beiträge der diesjährigen "Endausscheidung", vom BR aus dem heimischen Sendestudio ins prachtvolle Deutsche Theater verlegt und zu allem Übel moderiert durch den personifizierten Sprechdurchfall Sabine Sauer, zeichneten sich samt und sonders durch musikalische Grausamkeit und inhaltliche Belanglosigkeit aus. 'Wo warst Du, als ich starb?', diese von Frank Daniels (wer?) gestellte Frage konnte stellvertretend für den dahinsiechenden deutschen Schlager stehen. Und aus Sicht der Zuschauer:innen beantwortet werden mit: zu Hause, vor dem TV-Gerät. Und das…
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Ein Lied für Dub­lin 1981: Lie­der kön­nen grau­sam sein

Ein Lied für Dub­lin 1981: Lie­der kön­nen grau­sam sein

Business as usual beherrschte die deutsche Vorentscheidung im Jahre 1981. Der Bayerische Rundfunk führte nach dem nur haarscharf verpassten Beinahesieg von Katja Ebstein (die zum Dank heuer stockend moderieren durfte) das Konzept der beiden letzten Jahre unverändert fort. Selbst die Studiodekoration blieb die gleiche. Stutzig machte indes das weitestgehende Fehlen prominenter Namen und das miserable künstlerische Niveau - dass es im Verlaufe des anstehenden Jahrzehnts in noch abgründigere Tiefen sänke, vermochte man sich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht vorstellen. Das hatte mit einem popmusikalischen Generationswechsel zu tun, den man in München hartnäckig ignorierte. Während in den Verkaufscharts mit Ideal…
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