Kroatien

ESC-Fina­le 2003: Die Kotzn in da Wiesn

ESC-Fina­le 2003: Die Kotzn in da Wiesn

Seit seiner Erstteilnahme 1994 war Russland vom Ehrgeiz beseelt: mit Alla Pugatschowa (1997) hatte man bereits seinen größten Star geschickt, mit Alsou (2000) bereits einen zweiten Platz erreicht. Der Sieg zweier abtrünniger ehemaliger Sowjetrepubliken in Folge bestärkte die ehemalige, gerade wieder erstarkende Weltmacht nun um so mehr, ihren Führungsanspruch als größtes und einwohnerstärkstes Land der EBU auch auf popkulturellem Gebiet zu demonstrieren. Ein Sieg sollte her, auch wenn man dazu schweres Geschütz auffahren müsste. Und das hatten die Russen diesmal, in Form der als Lesben-Lolitas vermarkteten Skandalgören Jelena Katina und Julia Wolkowa, besser bekannt als t.A.T.u., die mit 'All the…
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ESC-Fina­le 2002: Yoorub’s lea­ving a Celebration

ESC-Fina­le 2002: Yoorub’s lea­ving a Celebration

Zwei Jahre vor der offiziellen Osterweiterung der EU fand der Eurovision Song Contest erstmals in einem ehemals hinter dem Eisernen Vorhang liegenden Land statt. Das kleine, aufstrebende Estland begriff die Ausrichtung der Show wohl auch als Visitenkarten für den EU-Beitritt und gab sich erkennbar viel Mühe: die aufwändig produzierten Postkarten zwischen den Songs waren unterhaltsam und oft subversiv beziehungsreich. Dass die Gastgeberin Annely Peebo ihre Moderationen mehr sang als sprach, entzückte genauso wie ihre windschnittige Seitenspoilerfrisur. Den einzigen kleinen Kontrapunkt setzte der gefühlt dreisekündige Auftritt der Vorjahresgewinner Tanel Padar und Dave Benton, zwischen denen Frost zu herrschen schien. https://youtu.be/9YPiUNrmPnQ Mit der…
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ESC-Fina­le 1999: Don’t work on a Monday

ESC-Fina­le 1999: Don’t work on a Monday

In diesem Jahr gelang es dem NDR-Verantwortlichen Jürgen Meier-Beer nach mehreren Anläufen, mit dem Wegfall der überkommenen Sprachenregel und des Orchesters die beiden letzten Bausteine seiner Grand-Prix-Reform durchzusetzen und den Contest so - kurz vor der Jahrtausendwende - endlich in die popmusikalische Gegenwart zu überführen. Die Teilnehmer nutzten die neue linguistische Freiheit weidlich: jeder zweite Beitrag kam auf Englisch daher, der Weltsprache des Pop. Das war und ist in einigen Fällen schade (Balkanballaden klingen in einem der zahlreichen slawischen Dialekte einfach eindringlicher), manchmal besser (die Mitsingbarkeit leidet im Hebräischen oder Isländischen nun mal), sorgte aber vor allem dafür, dass nicht mehr,…
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ESC-Fina­le 1998: Schön­heit, Größe

ESC-Fina­le 1998: Schön­heit, Größe

Ein Jahrgang für die Geschichtsbücher. Eine Zäsur. Der wichtigste Sieg in der Eurovisionsgeschichte. Der Superlative lassen sich viele bemühen, doch keines vermag die historische Dimension des von der britischen Kommentatorenlegende Terry Wogan moderierten Contests richtig zu fassen. Endlich war das Televoting für alle[ref]Mit Ausnahme zweier Länder, die noch über kein ausreichend stabiles Mobilfunknetz verfügten[/ref] Pflicht. Endlich konnten sich bei der Abstimmung die bei den Zuschauern mehrheitsfähigen Stücke durchsetzen und nicht diejenigen, die einem konservativ-verstaubten Musikverständnis obskurer "Experten"-Teams entsprachen. Endlich Schluss mit der Bevormundung, den krassen Fehlurteilen und dem Geschacher hinter den Kulissen. Endlich Demokratie! https://youtu.be/L1shaSDClF8 In einer Doppelrolle: Terry Wogan…
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ESC-Fina­le 1971: Ein Staub­korn nur in der Unendlichkeit

ESC-Fina­le 1971: Ein Staub­korn nur in der Unendlichkeit

Heftige Auseinandersetzungen tobten Anfang der Siebzigerjahre hinter den Kulissen des Song Contests, unter anderem um das schon mehrfach geänderte Wertungssystem und über die Besetzung der Jurys. Noch immer gärte der Eklat des Vierfachsieges von 1969 nach, der im Vorjahr für einen Teilboykott durch fünf Länder gesorgt hatte. Selbst Deutschland, seit jeher die unerschütterlichste Eurovisionsnation, drohte mit dem Ausstieg aus der Gemeinschaftsveranstaltung, sollte sie sich nicht endlich dem Zeitgeist annähern. Doch der Grand Prix ist bekanntlich unkaputtbar, und so einigte man sich, ganz europäisch, auf einen Kompromiss. Dessen augenfälligstes Ergebnis war, dass die Jurys jetzt vor der Kamera und damit für…
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