Lettland

Das Jury-Gate: Il Volo sind die wah­ren Sie­ger 2015!

Das Jury-Gate: Il Volo sind die wah­ren Sie­ger 2015!

Seit der Wiedereinführung der Jurys, im besonderen Maße aber seit ihrer stärkeren Gewichtung gegenüber dem Televoting seit 2013, stand es zu befürchten, und nun trat es ein: erstmalig seit 1997 gewannen beim Eurovision Song Contest 2015 nicht die Lieblinge des Publikums - nämlich die italienischen jungen Tenöre Il Volo mit ihrem Popera-Schlager 'Grande Amore' - sondern der Juryfavorit, in diesem Falle der Schwede Måns Zelmerlöw mit 'Heroes'. Was erstaunt, weil ich gerade nach dem überraschenden Ergebnis von 2011, als das nach ewiger ESC-Pause von der EBU mit Engelszungen zur Rückkehr überredete Italien, mit einem furchtbaren Bar-Jazz-Geklimper beim Publikum auf Rang 11 landend, von…
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The King of Fun: zwei­tes ESC-Semi 2015

The King of Fun: zwei­tes ESC-Semi 2015

Na, das war aber auch an der Zeit! Da musste erst ein kerniger siebzehnjähriger 'Golden Boy' aus Tel Aviv kommen, um den Fluch von 'Ding-Dong'-Dana (IL 1998, 2011) abzuschütteln und die Israelis nach einer fünfjährigen Durststrecke endlich wieder ins Gelobte Land zu führen. Dramaturgisch geschickt hatte sich der ORF die Verkündung des Finaleinzugs von Nadav Guedj bis ganz am Schluss aufgehoben, und der kollektive Erleichterungsschrei aus über zehntausend Fankehlen ließ die Wiener Stadthalle beinahe in ihren Grundfesten erbeben. Wäre Israel diesmal wieder kleben geblieben, hätte ich auch endgültig den Glauben an die Menschheit verloren. Doch dazu erwies sich die Mischung aus…
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Schwe­den und die HJ: ers­te Pro­ben zwei­tes Semi 2015

In Wien setzten sich am Mittwoch und Donnerstag die ersten Probedurchläufe fort, diesmal mit den Teilnehmer/innen des zweiten Semifinales vom kommenden Donnerstag. Eine Fortsetzung fand auch die Saga um die händchenhaltenden Ampelmännchen: ausgerechnet die sich selbst als "freiheitlich" titulierende FPÖ drohte an, die hübsche Geste gegenüber der Eurovisions-Kernzielgruppe (und Umsetzung der Toleranzbotschaft der aktuell regierenden Eurovisionskaiserin Conchita) zur Anzeige zu bringen. Es handele sich um "grüne Klientelpolitik und Steuergeldverschwendung in Reinkultur," so der FPÖ-Mann Toni Mahdalik laut Kronenzeitung. Da Beides nicht verboten ist, begründete die FPÖ die Anzeige offiziell mit einem "Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung" - und musste sich prompt belehren lassen,…
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Lett­land 2015: Taken by a Beaver

Was ist denn da nur auf einmal mit dem Baltikum passiert? Legten gestern Abend bereits Estland und Litauen mit zwei Siegeskandidaten für Wien vor, so komplettierte Lettland vor wenigen Minuten das Trio der Fabelhaftigkeit mit einem rundweg fantastischen Beitrag, bestehend aus vier Teilen Rihanna, zwei Teilen Björk und einem Teil 'Taken by a Stranger' (Lena Meyer-Landrut, DE 2011): dunkel, dräuend, kraftvoll und treibend - passend zum Songtext über die Liebe, der mit unkitschigen Worten wie "Verlangen" und "nackt" spielt und doch vor allem die entfesselnde Kraft der Himmelsmacht besingt. Und das ganze von der sensationell performenden und hinreißend anzuschauenden Aminata Savadogo und…
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Spa­ni­en 2015: Edur­ne und der “Qua­li­täts-Pop”

Noch nachzureichen gilt es die ebenfalls gestern vom Sender TVE annoncierte spanische Vertreterin: die 29jährige Edurne García Almagro, die nur unter ihrem Vornamen auftritt, soll die iberischen Farben in Wien vertreten. Bekanntheit erlangte sie durch die Castingshow Operación Triunfo, aus der 2002 Rosa López hervorging, deren Fans damals sämtliche Eurovisionsforen trollten. 2005, als Edurne teilnahm, wurde die Show aber schon nicht mehr als Vorentscheidungsformat genutzt. Mit Auftritten in weiteren TV-Formaten wie You can dance, einer Daily Soap sowie der Hauptrolle im Musical Grease sicherte sich die schwerpunktmäßig in tanzbarem Pop machende Sängerin seither durchgehende Präsenz. Ihr ebenfalls uptemporärer, noch nicht veröffentlichter Eurovisionsbeitrag heißt 'Amanecer' und…
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Split­vo­ting: das kai­ser­li­che Kuchengate

Noch gestern Nacht veröffentlichte die EBU die detaillierten Einzelergebnisse aus den Wertungen der Jurys und des Televotings. Und erneut zeigte sich, dass das kollektive Bevormundungsorgan generell alles massiv herabwertete, was ein bisschen Spaß und Tempo in die Sendung brachte. Als besonders ärgerlich erweist sich die Macht der Juroren natürlich in den Semis: dort hatten sie erneut einige Titel auf dem Gewissen, die es ohne sie ins gestrige Finale geschafft hätten. So beispielsweise die lettischen Kuchenbäcker Aarzemnieki rund um den sympathischen Bochumer Jöran Steinhauer: sein charmant-philosophisches Lagerfeuerliedchen 'Cake to bake' landete im Zuschauerranking auf dem zehnten Platz und wäre damit ebenso im…
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Ers­tes ESC-Semi 2014: Drei Mal dabei, bit­te weiterwählen!

Ers­tes ESC-Semi 2014: Drei Mal dabei, bit­te weiterwählen!

Sie sind doch einfach jedes Mal für Überraschungen gut, diese Qualifikationsrunden und insbesondere die Antworten, die Europas Zuschauer und Juroren auf die Frage geben, welche der gezeigten Performances sie am Samstag im Finale wiedersehen wollen. So gut wie niemand hatte wohl ernsthaft Valentina Monetta auf seinem Tippzettel, und nachdem der unter langjährigen Leidensgenossen nur noch "der Unvermeidliche" genannte Ralph Siegel diesmal auch noch prominent am Flügel saß, als sei er die Reinkarnation von Andrew Lloyd-Webber (UK 2009), sah ich offen gestanden endgültig schwarz für die sanmarinesische Lys Assia (CH 1956-1958). Ob die Verleihung der Finalkarte nun den Lohn für die Persistenz der…
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Geor­gi­en 2014: Dafuq?

Liebe Leserinnen und Leser, Sie sehen mich verwirrt. Nein, nicht wegen des Überraschungssieges von Elaiza beim deutschen Vorentscheid oder des dortigen, hochkomplizierten Abstimmungsverfahrens. Die Georgier tragen Schuld an meinem Zustand der geistigen Desorientiertheit. Denn sie präsentierten heute ihren Beitrag 'Three Minutes to Earth', dargeboten vom schon seit längerem feststehenden Fusion-Jazz-Trio The Shin und von der Popsängerin Mariko Ebralidze. Das dazugehörige Video zeigt eine von grünem Nebel durchwaberte Szene in Stadtpark von Tiflis, wo bekifft wirkende, aber gut aussehende junge Pärchen auf der Bank sitzen oder wie eingefroren herumstehen (der weibliche Part meist unerklärlicherweise als Squaw verkleidet - ist denn dort grad…
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Drit­ter Super­sams­tag 2014: Tan­zend im Regen Kuchen backen

Ein ereignisreicher Supersamstag liegt hinter uns, gleich vier weitere Eurovisionsbeiträge stehen nunmehr fest. Die längste Show des Abends leisteten sich die Letten, die mehr als drei Stunden und ein Superfinale benötigten, um in der Dziesma aus den zwölf Finalisten ihren Song für Dänemark herauszupicken. Immerhin lohnte es sich: ganz entgegen sonstiger Gewohnheiten und zu meiner völligen Überraschung und Begeisterung entschieden sie [ref]Gemeint sind die Televoter, die den possierlichen Vier an dem von der Jury favorisierten Superlangweiler Dons vorbei auf den Thron hievten.[/ref] sich für meinen neuen offiziellen Lieblingsbeitrag dieses Jahrgangs, das lustig-charmante 'Cake to Bake' von Aarzemnieki. Nun dürfen sich der…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Von Robin Hood und Marie N

Die eurovisionäre Hochsaison läuft: am gestrigen Sonntag fand das zweite Semifinale der lettischen Dziesma statt, das allerdings im Vergleich zum ersten vom Samstag deutlich weniger Perlen abwarf. Zu denen, die ins Finale weiterkamen, zählte der äußerst schnucklige Ralfs Eilands von PeR (LV 2013), der gemeinsam mit einem Valters Pūce ein ziemliches krudes, bis zum unvermittelten Tempowechsel bei Minute 2:30 aber irgendwie geiles Kampflied namens 'Revelation' darbot und auch vor dem Einsatz der Flüstertüte nicht zurückschreckte. Immerhin geht Ralfs wohl als Erfinder des Grand-Prix-Selfies in die Geschichte ein, so wie er zu Beginn seiner Show mit der Bühnenkamera spielte. Ziemlich lettisch, das…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: von Meer­jung­frau­en und Kuchen

Einige neue (und einige bereits bekannte) Vorentscheidungsperlen bescherte uns der gestrige erste Supersamstag, abseits der bereits kommentierten Länder, wie meine heutige Nachschau ergab. Beginnen wir mit Ungarn, wo sich in der zweiten von drei Vorrunden von A Dal weitere zehn Kombattanten dem Urteil einer fünfköpfigen Jury und der Zuschauer stellten. Nicht in die Endrunde schaffte es die Band Belmondo: vier ganz kernige gestandene Kerle und, dem optisch-akustischen Eindruck nach, ein Transmann am Klavier (anders kann ich mir die Diskrepanz zwischen äußerer Erscheinung und Stimme nicht erklären). Ihre nette Rockballade 'Miért ne higgyem?' erfand das Genre nicht neu und wirkte insgesamt…
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Weiß­russ­land und das Käsekuchenkomplott

So langsam gehört es zum Standardrepertoire osteuropäischer Eurovisionsvorentscheidungen: das nachträgliche Anfechten der Ergebnisse durch unterlegene Parteien. So wie aktuell in Weißrussland, wo die Jury vergangenen Freitag den Sieger des Televotings, Max Lorens, um die Fahrkarte nach Kopenhagen brachte. Der startete nun eine Petition an Präsident Lukaschenko zur Annullierung der in seinen Augen "unfairen" Entscheidung, wie Eurovoix berichtet. Max plädiert (aus nicht ganz uneigennützigen Gründen) dafür, dass in Anlehnung an die EBU-Regeln auch in den nationalen Vorentscheidungen bei einem Punktegleichstand zwischen Jury- und Publikumsfavoriten, wie es beim Eurofest der Fall war, das Plazet der Televoter den Ausschlag geben sollte. Er erhob…
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Lett­land: PeR und Lau­ris Rei­niks bei der Dziesma?

Das lettische Fernsehen LTV veröffentlichte heute die 24 Songvorschläge für die beiden Vorrunden der dortigen Vorentscheidung Dziesma, allerdings ohne Nennung der Sänger/innen. Noch bis 7. Januar 2014 haben die Komponisten - in diesem Jahr ausschließlich Letten - Zeit, ihren Interpreten zu bestimmen. Alle Beiträge sind hier anhörbar. Unter den vorgestellten Songs befinden sich etliche gute Titel, darunter die fabelhaft lustige Folknummer 'Cake to Bake', mein aktuelles Lieblingslied der laufenden Saison, sowie das mit hübschen textlichen Analogien aufwartende 'I need a Soul-Twin'. Letzteres erinnert in seiner musikalischen Machart stark an das 2011 unglücklich nur zweitplatzierte 'Banjo Laura' von Lauris Reiniks (LV…
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Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

"Wie der Philosoph schon sagt: es steckt eine Frau im Rock eines jeden großen Mannes": schöner hätte Gastgeberin Petra Mede (ich bleibe dabei: ein Glücksgriff für den Grand Prix) den letzten Auftritt des heutigen Abends, Rumäniens Transsylvestie-Star Cezar, nicht abmoderien können. Ein wunderschön runder Eurovisionsabend liegt hinter uns, mit einem wunderschön runden Ergebnis: 90% verdiente Finalisten, das findet sich selten in einer Qualifikationsrunde. Ärgern dürften sich nur die Verschwörungstheoretiker: mit Mazedonien und Albanien schieden heute auch noch die letzten Balkanstaaten aus, der Balkanblock ist damit Geschichte und hat als Ausrede für schlechte Westergebnisse ausgedient. https://www.youtube.com/watch?v=JEiWOQAyJdo Einen hübsch glitternden, energiegeladenen Auftakt…
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Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Tack Sverige! Die zahlreichen Änderungen, die das schwedische Fernsehen unter Federführung von Christer Björkman in diesem Jahr am Song Contest vornahm, trafen gerade unter den Fans ja eher auf Ablehnung. Nach dem heutigen ersten Semiabend muss ich jedoch sagen: aus Sicht des TV-Zuschauers sind zumindest die Entscheidungen für eine kleinere Halle mit Stehplätzen im Innenraum, die technische Abrüstung (keine Bühnen-LEDs) und die Rückkehr zu "nur" noch einer Moderatorin goldrichtig. Atmosphärisch deutlich dichter, fast schon intim die Fernsehbilder aus Malmö, die Künstler wirkten nicht mehr verloren auf der Bühne oder vom Hintergrund erschlagen, wie es in den letzten Jahren meist der…
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Sechs­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: zwei­tes Semi, die Chancen

Ein langer Tag liegt vor uns: in Malmö proben heute die 17 Semifinalisten der zweiten Qualifikationsrunde vom Donnerstag zum zweiten Mal. Wie die Blogger berichten und meine Facebook-Meldungen mir bestätigen, trudeln immer mehr Fans in Malmö ein, das EuroFanCafé und der EuroClub füllen sich und die ersten bizarren Musikwünsche werden gespielt. Auch die deutsche Delegation landete heute in Schweden. Wenden wir uns aber nun den Teilnehmern des zweiten Semis und ihren Finalchancen zu, basierend auf dem heutigen Probentag. EuroClub-Track des Tages: 'Hullu yö' (FI 1991) (mehr …)
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Drit­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: Miss Kiss Ding Dong

Zehn Jahre ist es her, dass das russische Fake-Lesben-Duo t.A.t.U. beim Eurovision Song Contest mit einem gleichgeschlechtlichen Kuss auf offener Bühne für Aufmerksamkeit sorgen wollte - was ihnen die EBU seinerzeit verbot. Übrigens drei Jahre, nachdem sich zwei männliche Bandmitglieder der israelischen Band Ping Pong vor laufenden Kameras abschmatzten (beim ESC 2000, in Stockholm, Schweden). Gespannt dürfen wir also verfolgen, ob es der Kuss zwischen Krista Siegfrids und einer ihrer Chorsängerinnen, den sie bei der heutigen Probe zelebrierte ("aber ohne Zunge!", wie ein Produktionsscherge sie anwies), auch in die Livesendung schaffen wird. Damit will die blonde Sängerin für die Einführung…
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Lett­land: rich­ti­ge Grup­pe, fal­scher Song! (LV 2013)

Das dürfte wohl eine Premiere sein: in Lettland entschied sich das Publikum in der heutigen Dziesma unter 12 Angeboten für den richtigen Interpreten - und den falschen Song. Die Gruppe PeR, die bereits letztes Jahr mit 'Disco Superfly' den einzigen guten Titel des Vorentscheids ablieferte, war heute Abend mit gleich zwei Beiträgen vertreten. Nämlich 'Sad Trumpet', einer zu weiten Teilen instrumentalen, melancholischen und leicht skurrilen Jazz-Nummer - und wiederum der einzige gute Beitrag der gesamten Vorentscheidung. Und zweitens mit 'Here we go', einem wirren, blamablen und leicht nationalistischen Rap-Gestammel mit fußnägelaufrollenden Falsetteinlagen, dargeboten in Glitzeranzügen. Wohl um ein Stimmensplitting zu…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: It’s Life, Jim, but not as we know it

Eine skurrile Veranstaltung, die Dziesma 2013, von welcher das erste Semi gerade noch läuft. Als Song Contest im klassischen Sinne kann man die lettische Vorentscheidung nicht bezeichnen, denn dafür fehlt es an Songs im klassischen Sinne. Also an Liedern mit so traditionalistischen Zutaten wie Strophen, Refrains oder, Gott behüte, gar einer Melodie. Eher ist sie so etwas wie ein Festival für experimentelle Klangcollagen, bei der es dann auch auf die handwerkliche Umsetzung nicht so sehr ankommt. Bestes Beispiel des heutigen Abends und würdiger Eintrag in die Kollektion "Perlen der Vorentscheidungen": 'Tirpini' der Gruppe Fox Lima, meiner wilden Vermutung nach eine Art…
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Ers­tes ESC-Semi 2012: Scham­lip­pen­lap­pen und Popos

Ers­tes ESC-Semi 2012: Scham­lip­pen­lap­pen und Popos

Flammentürme. Immer und immer wieder diese Flammentürme! Der überdeutliche Wille der aserbaidschanischen Herrschersippe der Aliyews, ihren autokratisch regierten, postsowjetischen Kaukasusstaat anläßlich des in Baku auszutragenden Contests als modernes Land zu präsentieren, fand seinen ersten Niederschlag in den zwischen den Auftritten gezeigten Postkarten: wunderschön gemachte touristische Hochglanzbilder, die allerdings in ihrer starken Fokussierung auf die beeindruckenden Prachtbauten der Hauptstadt, darunter die besagten futuristischen - und noch nicht ganz fertiggestellten - gläsernen Drillingshochhäuser, auf Dauer doch ein wenig ermüdeten. https://www.youtube.com/watch?v=ttPqxZOJ-E4 So, wie auch die Moderationen des deutschen Kommentators Peter Urban. Ausgewogen, fundiert und amüsant zwar - aber leider an allen drei Abenden die…
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Hei­lung durch Hand­auf­le­gen? Zwei­te Pro­ben ME, IS, GRLV

Überschattet von den schwulenfeindlichen Angriffen auf Eurovisionsseiten starteten heute Morgen in Baku die zweiten Kameraproben für die Semis. Einige Kostüme gab es zu sehen, unsittliche neue Chorografiedetails, verbesserte Hintergrundbilder und gelegentlich markerschütternde stimmliche Leistungen. Im Wesentlichen verfestigten sich aber die Einschätzungen aus den ersten Proben vom Sonntag. Hier die Zusammenfassung der ersten vier Starter. Eine Demonstration weiblicher Selbstheilungssolidarität bei 2:24 Min. (GR) (mehr …)
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Despe­ra­te House­wi­ves: 1. Pro­be Lettland

Ein Händchen für Mode und lustige Bühnenkostüme bewies Anmary bereits bei der lettischen Vorentscheidung und beim Eurovisionskonzert in Amsterdam. Bei der heutigen Probe erschienen sie und ihre vier Backups dann zur Abwechslung mal casual - äußerst casual, wenn man mich fragt. So ein bisschen wie eine Horde Hausfrauen bei der gemeinschaftlichen Gartenarbeit. Dazu passte auch der Bühnenhintergrund: eine Sammlung der scheußlichsten Stoffmusterbögen, wie sie noch nicht einmal die Buranovskiye Babushki zum Nähen von Gardinen für die Gartenlaube verwenden würden. Anmary und ihr Chor liefen dazu beschwingt über die Bühne und grinsten vor sich hin: das wirkte alles ganz niedlich und…
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Die Gna­de der spä­ten Geburt (LV, HR, SI 2012)

Die Vorentscheidungssaison liegt gerade in den letzten Zügen, da geht das große Remixen schon wieder los. Lettland präsentierte heute das offizielle Musikvideo zu Anmarys 'Beautiful Song'. Mit einer leider deutlich camperen Instrumentierung und einem leider etwas glattgebügelten Text: so nennt die großäugige Blondine den irischen Grand-Prix-Großmeister Johnny Logan nicht mehr "alt", sondern umschreibt diesen Umstand nunmehr feinfühlig als "auch 30 Jahre später noch unvergessen". Und auch das Rolling-Stone-Knautschgesicht heißt jetzt nicht mehr "Jaggermick", sondern "Sir Mick Jagger", muss sich aber nach wie vor mit einem offensichtlich nicht ernst gemeinten Rückrufversprechen abspeisen lassen. Kultnummer! httpv://youtu.be/BeXo4HzpmuU Ob Anmary wohl einen kostenlosen Upgrade in die…
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Groß­mutter, war­um hast Du so gro­ße Augen? (LV 2012)

Nein, subtil geht anders. Sie, die sie in einem weit entfernten 1980 geboren sei, das Jahr, als der Ire Johnny Logan gewann, habe da ein 'Schönes Lied', von dem sie hoffe, dass sie damit siegreich sei, einen großen, europaweiten Hit lande und überall im Fernsehen und Radio laufe. Sagt die lettische Vertreterin Anmary nicht in einem Interview, sondern singt sie. In ihrem Beitrag 'Beautiful Song'. Das ganze in Diggiloo-Goldstiefelchen, mit Napoleon-Hut und im Blümchenwiesen-Trickkleid. Und vorgetragen mit den am weitesten aufgerissenen Kuhaugen seit Sue Ellen aus Dallas (ein Fall für einen RTL2-Bericht über die Gefahren von Schönheits-OPs?). Einen schamloseren Grand-Prix-Song…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: ers­ter Supersamstag

So, die Saison läuft auf vollen Touren, und wie jedes Jahr reagiere ich auf die völlige Überforderung durch mehrere gleichzeitig laufende Vorentscheidungsvorrunden und die parallele Veröffentlichung von gefühlt 7 Millionen Wettbewerbsbeiträgen mit Schockstarre. Ich bitte um Vergebung, aber ich erhebe hier ja ohnehin nicht den Anspruch, ein topaktuelles ESC-Newsblog zu sein (dazu finden Sie eine Auswahl viel kompetenterer Seiten in meinen Links). Hier nun also der Versuch, die Geschehnisse der letzten Tage abzuarbeiten, beginnend mit dem vergangenen Supersamstag. httpv://youtu.be/GX11r20GbR0 Liebe Kinder: bitte nicht zuhause nachmachen! (Elizabete Zagorska, LV) (mehr …)
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