Litauen

Euro­vi­si­on Death­match #4: von durch­ge­knall­ten Balten

Litauen und Lettland: zwei benachbarte Baltikums-Republiken, die ich aufgrund ihrer namentlichen Ähnlichkeit öfters miteinander verwechsele. Die beiden Länder machen es einem aber auch nicht leicht: nicht nur, dass sie beide mit "L" anfangen und beim Eurovision Song Contest meist eher um die hinteren Plätze mitspielen. Sie schicken auch gerne mal ähnlich abstruse Beiträge, die selbst der geneigteste Fan nach einmaligem, pflichtbewussten Anhören schulterzuckend auf den Stapel mit dem Aufschrift "Auch. Das... auch" legt und so schnell wie möglich vergisst. 2017 bildet da keine Ausnahme: da ging aus dem gefühlt vierhundertwöchigen litauischen Vorentscheidsmarathon ein Künstlerkollektiv namens Fusedmarc als Sieger hervor, dem die…
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Euro­vi­zi­jos 2017: Every Song is a Cry

Euro­vi­zi­jos 2017: Every Song is a Cry

Unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit ging am gestrigen Samstagabend ebenfalls die schier unendliche Geschichte des litauischen Eurovisionsvorentscheids 2017 zu Ende. Nach insgesamt zehn Runden setzte sich in der finalen Sendung der Eurovizija das dreiköpfige, seit 2004 in wechselnden Zusammensetzungen bestehende Musik-Kollektiv Fusedmarc mit den Stimmen der Jury und der Zuschauer/innen gegen die langwöchige Favoritin Aistė Pilvelytė mit ihrem von Aminata (→ LV 2015) geschriebenen Wolfslied durch und ließ auch den einzigen einigermaßen erfolgversprechenden Trash-Titel 'Get frighten' der ursprünglich bereits abgewählten, in letzter Sekunde jedoch per Wildcard wieder hinzugefügten Turbo-Dragqueen Lolita Zero weit abgeschlagen hinter sich. Warum, bleibt allen Nicht-Litauer/innen ein völliges Rätsel:…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Doch kei­ne Null – Loli­ta Zero ist zurück!

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Doch kei­ne Null – Loli­ta Zero ist zurück!

Sehr erfreuliche Nachrichten aus Litauen: nachdem die hier bereits gründlich abgefeierte, fabelhafte Dragqueen Lolita Zero mit ihrem discotastischen Elektrobrett 'Get frighten' vor einigen Wochen in einer der gefühlt 700 Vorrunden (genauer gesagt: dem ersten Viertelfinale) des Nacionalinė Atranka herausflog - und das denkbar knapp bei Punktegleichstand, aber weniger Jurystimmen - und ich den Baltenstaat somit bereits abgeschrieben hatte, sinnierte man beim Sender LTR wohl einige Zeit über einen geeigneten Weg, den schrecklichen Fehler ungeschehen zu machen und die einzige ernsthafte Eurovisionshoffnung des Vorentscheids wieder ins Boot zu holen. Vergangenes Wochenende fand man die Lösung: in einer so überraschend wie kurzfristig angesetzten Internetabstimmung durften Fans…
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Zwei­ter Super­sams­tag 2017: Rotz­gö­ren und schlech­te Lover

Zwei­ter Super­sams­tag 2017: Rotz­gö­ren und schlech­te Lover

Was für ein Abend: insgesamt sieben Vorentscheidungsrunden liefen am gestrigen Samstagabend parallel zueinander, davon zwei Finale (nämlich in Italien und Spanien). Den Auftakt machte mal wieder das Gastgeberland Ukraine, wo sich weitere acht Semifinalisten dem Jury-Trio aus Vorjahressiegerin Jamala, Andrij Danylko (der Mann hinter der Bühnenfigur Verka Serdutschka [→ UA 2007]) und einem TV-Produzenten stellen mussten. Das kegelte mit seiner Stimmmacht einen der Publikumsfavoriten heraus, den Sänger Ruslan Kuznetsov, umstrittener Gewinner der Wildcard-Vorrunde im Internet und Zweitplatzierter im Televoting. Umstritten deswegen, weil das ukrainische Fernsehen ihm und ein paar Mitstreitern im November 2016 Manipulationsversuche vorwarf und all seine bis dato angesammelten Stimmen annullierte. Innerhalb…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: ich bin eine Vulva

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: ich bin eine Vulva

Neben dem finnischen Finale fanden am gestrigen Samstag ebenfalls - gewissermaßen wie immer - weitere Viertelfinale in Ungarn und in Litauen statt. Über die gibt es allerdings nur wenig Interessantes zu berichten. In der dritten Vorrunde von A Dal rangen erneut zehn Kombattant/innen um die Gunst der Jury - allesamt ziemlich kompetente Acts mit ziemlich kompetenten Songs; also nichts, was einen veranlassen würde, schreiend wegzurennen, aber auch nichts unfreiwillig Komisches oder sonstwie Herausragendes. Wie langweilig! Verdienter Spitzenreiter wurde der bereits aus Kopenhagen und vom A Dal bekannte András Kállay-Saunders (→ HU 2014, Vorentscheid 2016) mitsamt Band, der mit dem Beitrag '17' unter Beweis…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Tanz den Horn, Muttersöhnchen!

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Tanz den Horn, Muttersöhnchen!

Welch ein ereignisreiches Eurovisionswochenende! Es begann mit einem leider sehr traurigen Ereignis: nachdem in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Nähe der italienischen Stadt Verona ein Reisebus mit ungarischen Schüler/innen verunglückte, verhängte die magyarische Regierung angesichts von 16 Todesopfern verständlicherweise Staatstrauer, woraufhin die eigentlich für Samstagabend geplante zweite Vorrunde der heimischen Eurovisionsvorentscheidung A Dal bis auf Weiteres um eine Woche verschoben wurde. Neben dieser Tragödie und den bereits verbloggten zwei nationalen Endausscheidungen vom Samstag in Weißrussland und Georgien blieb kaum noch Zeit für eine Sichtung der bereits am Freitagabend veröffentlichten zwölf Songs des für den 11. März 2017 terminierten isländischen Söngvakeppnin,…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: beim Bar­te des Cäsaren!

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: beim Bar­te des Cäsaren!

So langsam beginnt in der laufenden Vorentscheidungssaison wieder der Aufmerksamkeitsstress, wenn auch noch in vergleichsweise moderater Dosierung: am gestrigen Samstagabend gingen zeitgleich zwei Vorrunden über die Bühne. Beginnen wir mit Ungarn, wo das erste Viertelfinale von Á Dal 2017 stattfand. Dort hat, wie sollte es in der lupenreinen Demokratie Viktor Orbans anders sein, die Jury das Zepter fest in der Hand. Um so erstaunlicher also vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Anfeindungen, die sich diese Minderheit im Land der Magyaren auch aus der Politik ausgesetzt sieht, dass selbige Jury eine Band mit dem selbsterklärenden Namen Roma Soul weiterwählte. Deren Song 'Nyitva a Ház' (in etwa…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: you smell like Lip­s­tick, again

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: you smell like Lip­s­tick, again

Während sich die ARD, eine der reichsten TV-Anstalten Europas, in diesem Jahr lediglich eine Show und zwei Songs leisten kann, fährt das litauische Fernsehen bei seiner Vorentscheidung mal wieder ganz groß auf. 50 Semifinalisten - jeder mit seinem eigenen Lied! - treten in dem kleinen Baltenstaat an, über zehn Wochen erstreckt sich das Vorauswahlverfahren. Am gestrigen Samstag kämpften die ersten 12 Acts gegeneinander, wobei die Show enttäuschend professionell ausfiel und Bizarres rar gesät war. Mit einer Ausnahme, nämlich dem Duo Tadas Rimgaila und Samanta Tina, die in ihrem unifarbenen Aufzug ein wenig an Besatzungsmitglieder des Raumschiffs Enterprise erinnerten. Ich bin nur…
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Klei­der­ka­ta­stro­phen und Gän­se­haut: die Pro­ben zum zwei­ten Semi 2016

Und weiter geht's mit der noch ausstehenden Kommentierung zu den ersten Probedurchläufen des zweiten Semifinales. Der Lette Justs darf dieses mit seinem von der Vorjahresteilnehmerin Aminata geschriebenen Elektrokracher 'Heartbeat' eröffnen, ebenso wie die Proben am Mittwoch. Dort gab er schon mal alles, was ihm zwar Lob bei den Bloggern eintrug, sich im dritten Durchgang dann aber stimmlich bemerkbar machte. Haushalten mit den Kräften ist hier die Devise! Leider müssen wir erneut auf den Riga-Biber verzichten, ansonsten gibt es eine visuell etwas aufgebügelte Version des Vorentscheidungsauftritts, was auch gut funktioniert. Nur die Paola-Gedächtnis-Föhnwelle von Justs stört mich nach wie vor. Kann…
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Euro­vi­zi­jos 2016: flüch­tet schnell, es ist Don­ny Montell!

Euro­vi­zi­jos 2016: flüch­tet schnell, es ist Don­ny Montell!

Irgendwann mal in der Steinzeit muss es gestartet sein, das litauische Vorentscheidungsverfahren, in dem in gefühlt achthundert Vorrunden immer wieder die selben Interpreten und Lieder gegeneinander antraten, und das heute Abend zeitgleich mit dem schwedischen Melodifestivalen zu Ende ging, so dass außerhalb des Baltenstaates garantiert niemand zuschaute, als der Wiederholungstäter Donny Montell endlich abschließend gewann. Vermutlich, weil sein Songtitel 'I've been waiting for this Night' auch die Gedanken der erschöpften Juroren und litauischen Zuschauer/innen zusammenfasste, die verdammt froh sein dürften, es nun endlich hinter sich zu haben. Donny, der bereits 2012 mit einer besonders abgeschmackten Darbietung mit Swarowski-Augenbinde und Überschlag unterhielt,…
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Super­sams­tag 2016: Ret­tet die Schlagerdiven

Super­sams­tag 2016: Ret­tet die Schlagerdiven

Er geht als Abend der Überforderung ein in die Annalen der Eurovisionsforschung, der gestrige Samstag: in zehn Ländern gleichzeitig liefen Grand-Prix-Vorentscheidungen. Darunter drei Finale, von denen eines, nämlich das italienische San-Remo-Festival, ohne Ergebnis zu Ende ging, weil die dortigen Sieger einen Kümmert pullten und das angebotene Ticket nach Stockholm erst mal ausschlugen, sich dann aber doch Bedenkzeit ausboten. Befassen wir uns hier nun aber zunächst mit sechs der sieben Nationen, in denen Vorrunden stattfanden (Island wird von mir, wie angekündigt, mit Nichtachtung gestraft). Die meisten Eurovisionsfans entschieden sich angesichts des massiven Überangebotes wohl für das beliebteste Format, nämlich das schwedische…
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Semi­fi­nal-Super­sams­tag 2016: I love to hate you!

Semi­fi­nal-Super­sams­tag 2016: I love to hate you!

Nun liegt er hinter uns, der ausschließlich aus diversen Vorrunden (ganze sechs an der Zahl!) bestehende Supersamstag, an dem sich in ganz Skandinavien und weiten Teilen des ehemaligen Ostblocks etliche Sänger/innen battelten, ohne dass eine finale Entscheidung für Stockholm fiel. Und natürlich endete er fast überall mit maßlosen Enttäuschungen. Fangen wir gleich mit der schlimmsten davon an, damit wir sie aus dem Weg bekommen: Island! Zwölf Kandidat/innen gibt es im Söngvakeppni insgesamt, sechs davon traten gestern an, darunter die Einzige mit einem hörenswerten Beitrag und meinem aktuellen Lieblingsohrwurm aller Zeiten und Sonnensysteme: Sigga Eyrún mit 'Kreisí'. Der klingt, wie er heißt, also…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Hey you, the Rock­s­teady Crew

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Hey you, the Rock­s­teady Crew

Von einer schweren Halsentzündung war er heimgesucht bei seinem Live-Auftritt in der gestrigen zweiten Vorrunde der ungarischen Vorentscheidung A Dal: der diesjährige Favorit András Kállay Saunders, der schon 2014 dem Land der Magyaren mit dem düster-druckvollen 'Running' seine zweitbeste Platzierung beim Eurovision Song Contest bescherte. Nun versucht er es erneut, diesmal begleitet von der Kállay Saunders Band, und trotz der deutlich hörbaren, krankheitsbedingten stimmlichen Schwächen ihres Frontmannes gewann selbige gestern aus dem Stand. Zu Recht: das rockige 'Who we are' (mit passender Dubstep-Einlage) überzeugt durch melodiöse Eingängigkeit und Biss, wenngleich es nicht ganz die finstere Tiefe seines vorgehenden Meisterwerks erreicht. András…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: eins, zwei, Fred­die kommt vorbei

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: eins, zwei, Fred­die kommt vorbei

Neben dem maltesischen Finale fanden dieses Wochenende auch die ersten bzw. die dritten Vorrunden für die nationalen Vorentscheidungen Litauens und Ungarns statt. Im Baltenstaat lautete das Motto offensichtlich "skandinavischer Samstag", denn alle Songs stammten - den Komponistennamen nach zu urteilen - aus schwedischer oder dänischer, jedenfalls aber nicht aus litauischer Feder. Einzige Ausnahme: 'You bet' von Aistė Pilvelytė. Den Titel schrieb die Interpretin und vielfache litauische Vorentscheidungsteilnehmerin nämlich selbst. Das macht ihn aber auch nicht besser: es ist ein zäher Propfen pseudodramatischen Balladenschleims, den sie mit der gesanglichen Feinfühligkeit einer Dampfwalze zerknödelt. Natürlich - fast schon unnötig, es angesichts des bekanntermaßen…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: wei­ne nicht, schnel­ler Ivan

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: wei­ne nicht, schnel­ler Ivan

Tief in die Abgründe des schlechten Geschmacks durften wir gestern Abend in der zweiten Runde des litauischen Vorentscheidungsmarathons schauen. Erneut buhlten acht (von der Jury bereits beurteilte) Acts um die Gunst der Zuschauer/innen, einer schlimmer als der andere. Dennoch schafften es die Anrufer/innen mit traumwandlerischer Sicherheit, das furchtbarste Angebot des Abends herauszupicken und mit großem Abstand zum Vorrundensieger zu befördern: 'United', ein vor abgestandenen Klischees nur so triefender Eurovisionsriemen, wie nicht einmal Ralph Siegel ihn sich zu schreiben getrauen würde, dargeboten von der zur Eurovizija-Grundausstattung gehörenden Rūta Ščiogolevaitė, übrigens auch die Jury-Favoritin (soviel zur These von den Juroren als notwendige Geschmackskorrektoren für…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Litau­en han­delt mit Zitronen(bäumen)

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Litau­en han­delt mit Zitronen(bäumen)

Gestern Abend begann in Litauen der endlose Abstimmungsmarathon für den Beitrag des Landes zum Eurovision Song Contest, der noch bis zum 27. Februar 2016 läuft und noch weitere sechs Vorrunden beinhaltet. Dabei steht der Sieger im Grunde genommen bereits fest: Donatas Montvydas, besser bekannt unter dem Namen Donny Montell, der den Baltenstaat bereits 2012 mit dem campen 'Love is blind' vertrat. Der bekennende Michael-Jackson-Fan, der sich bei seinem Vorentscheidungsauftritt mit dem eingängigen, wenn auch arg mittelmäßigen 'I've been waiting for this Night' sowohl optisch wie musikalisch als Eleve der Eric-Saade-Schule des Pop positionierte, gewann die erste Publikumsabstimmung aus dem Stand. Gefährlich werden…
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ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

Okay, ich geb's zu: sie kommt ein bisschen spät, diese Besprechung. Direkt nach dem Finale im Mai ging das Buch vor und danach brauchte ich erst mal ein bisschen Abstand. Mit eben diesem Abstand habe ich mir nun, mehr als zwei Monate nach dem eigentlichen Event, die TV-Aufzeichnung des von mir live besuchten Jubiläums-Contests angeschaut. Und prompt stellte es sich wieder ein: dieses schon ihn Wien sehr subtil vorhandene Gefühl, dass es des Guten einfach irgendwie zu viel war. Zu viel von allem: zu viel Sendung (geschlagene vier Stunden ging die Show diesmal), zu viele Lieder (27, so viele wie noch nie zuvor…
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Schwe­den und die HJ: ers­te Pro­ben zwei­tes Semi 2015

In Wien setzten sich am Mittwoch und Donnerstag die ersten Probedurchläufe fort, diesmal mit den Teilnehmer/innen des zweiten Semifinales vom kommenden Donnerstag. Eine Fortsetzung fand auch die Saga um die händchenhaltenden Ampelmännchen: ausgerechnet die sich selbst als "freiheitlich" titulierende FPÖ drohte an, die hübsche Geste gegenüber der Eurovisions-Kernzielgruppe (und Umsetzung der Toleranzbotschaft der aktuell regierenden Eurovisionskaiserin Conchita) zur Anzeige zu bringen. Es handele sich um "grüne Klientelpolitik und Steuergeldverschwendung in Reinkultur," so der FPÖ-Mann Toni Mahdalik laut Kronenzeitung. Da Beides nicht verboten ist, begründete die FPÖ die Anzeige offiziell mit einem "Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung" - und musste sich prompt belehren lassen,…
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Bal­ti­kum, wir kom­men! (Est­land und Litau­en 2015)

Merkt Euch meine Worte: der Eurovision Song Contest wird 2016 im Baltikum stattfinden. Punktum. Nachdem die bisherige Vorentscheidungssaison so ziemlich eine Enttäuschung nach der anderen hervorbrachte, legten heute Abend direkt hintereinander die beiden Baltenstaaten Litauen und Estland Punktlandungen hin und wählten die ersten beiden Knaller des aktuellen Jahrgangs und heißesten (oder richtiger: einzigen) Anwärter auf die Eurovisionskrone 2015. Sollte unter den noch offenen Vorentscheidungen kein absoluter Überflieger mehr dabei sein (und für Deutschland können wir das beispielsweise definitiv ausschließen), so haben wir den Siegersong dieses Jahrgangs heute Abend gehört. Die Frage ist nur noch: Tallin oder Vilnius? http://youtu.be/ziXkmxouw8Y?t=2m9s It's in his…
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Zwei­ter Super­sams­tag 2015: zwi­schen ges­tern und morgen

Ein geschäftiger Samstag mal wieder: neben den beiden eher enttäuschenden Entscheidungen in Island und Italien fanden gestern Abend noch fünf Semifinalrunden, verteilt über ganz Europa statt. Das unter Fans am meisten beachtete natürlich in Malmö: in der zweiten Vorrunde des schwedischen Melodifestivalen trafen bekannte Namen wie Linus Svenning, Marie Bergman (SE 1994) und Magnus Carlsson aufeinander. Das Ex-Alcazar-Mitglied qualifizierte sich mit seinem klassischen Schwedenschlager 'Möt mig i gamla stan' denn auch direkt fürs MF-Finale, wie auch eine Mariette Hansson, von der am ehesten der merkwürdig deplaziert aussehende Dreadlock-Dutt in Erinnerung bleibt. Frau Bergman schaffte es nicht weiter, für den bis zum…
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Ers­ter Super­sams­tag 2015: der Wind von Jönköping

Es war ein geschäftiger Samstagabend in Europa: neben dem dänischen MGP mit seinem vorhersehbaren Katastrophenergebnis fanden gestern in sechs weiteren Ländern Vorentscheidungsvorrunden statt. So beispielsweise in Finnland, wo sich im ersten Semi des Uuden Musiikin Kilpailu (UMK) erwartungsgemäß die aus vier gestandenen Kerlen mit Down-Syndrom bestehende Punkband Pertti Kurikan Nimipäivät (PKN) mit einem knackigen, dankenswerterweise kurzen Punksong durchsetzte. Sowie die musikalischen Coldplay-Eleven Satin Circus, deren Beitrag 'Crossroads' im Gegensatz zu dem suizidalen Gejammer der Briten immerhin über ein klein wenig Pep verfügte, und mit dem vollbärtigen Wuschelhaarträger Paul Uotila über einen der bestaussehendsten Leadsänger des Abends. Wobei ich das Lied besser fände,…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Es tut mir (nicht) leid

Fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit, schrägte es vergangene Woche erneut einige hoffnungsvolle Bewerber/innen für den Eurovision Song Contest 2015 in Wien, darunter einige mit wundervoll schrägen Beiträgen, die es an dieser Stelle zu würdigen gilt. Dazu zählt an vorderster Stelle natürlich die Litauerin Reda Striškaitė und ihr barjazziger Cabaret-Versuch 'Es tut mir nicht leid'. Jawohl, mit deutschem Titel! Wobei: auch wenn Reda, die den Song bis auf diese Zeile auf Englisch vortrug, an der Aussprache noch etwas feilen sollte, pressiert es nicht mehr. Denn obgleich es aufgrund der für Außenstehende schlichtweg undurchdringbaren Kompliziertheit des litauischen Auswahlverfahrens widersprüchliche Angaben darüber gibt, ob der…
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Spa­ni­en 2015: Edur­ne und der “Qua­li­täts-Pop”

Noch nachzureichen gilt es die ebenfalls gestern vom Sender TVE annoncierte spanische Vertreterin: die 29jährige Edurne García Almagro, die nur unter ihrem Vornamen auftritt, soll die iberischen Farben in Wien vertreten. Bekanntheit erlangte sie durch die Castingshow Operación Triunfo, aus der 2002 Rosa López hervorging, deren Fans damals sämtliche Eurovisionsforen trollten. 2005, als Edurne teilnahm, wurde die Show aber schon nicht mehr als Vorentscheidungsformat genutzt. Mit Auftritten in weiteren TV-Formaten wie You can dance, einer Daily Soap sowie der Hauptrolle im Musical Grease sicherte sich die schwerpunktmäßig in tanzbarem Pop machende Sängerin seither durchgehende Präsenz. Ihr ebenfalls uptemporärer, noch nicht veröffentlichter Eurovisionsbeitrag heißt 'Amanecer' und…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die Lati­nos vom Balkan

Eine ganze Latte an Vorentscheidungskandidat/innen ist in den letzten Tagen bekannt gegeben worden. Beginnen wir mit dem Big-Five-Land Italien: dort geht die Ehre der Eurovisionsteilnahme an den Sieger des prestigereichen San-Remo-Festivals, und zwar diesmal in der Kategorie "Campioni", also den etablierten Künstler/innen. Zu diesen Zwanzig zählen drei vormalige Grand-Prix-Teilnehmer/innen, nämlich Raf Riefoli (IT 1987, hierzulande besser bekannt durch den 1984 Discohit 'Self Control'), Lara Fabian (LU 1988) und die fabelhafte Diva Nina Zilli (IT 2012). Einen weiteren Versuch wagt auch Anna Tatangelo, meine Wunschkandidatin des Jahres 2011, seinerzeit mit dem sensationellen 'Bastardo'. Ihr diesjähriger (bislang noch nicht veröffentlichter) Beitrag heißt etwas…
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Zwei­tes ESC-Semi 2014: Euro­pa liebt die Wurst!

Zwei­tes ESC-Semi 2014: Euro­pa liebt die Wurst!

Ganz ehrlich: euphorisierenderes Fernsehen als die gerade eben zu Ende gegangenen zwei Stunden Eurovision habe ich selten erlebt. Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Dank an die Grand-Prix-Fans in den B&W-Hallerne in Kopenhagen in Worte fassen soll: so viel kollektive Liebe ist wohl noch nie über einer Grand-Prix-Teilnehmerin ausgeschüttet worden wie heute über Conchita Wurst. Dass der Saal der bärtigen Frau zujubeln würde, stand zu erwarten - dass die Stimmung dermaßen brodelte, dass man am TV-Schirm dachte, jeden Moment trägt es das Hallendach weg, machte mich sehr, sehr glücklich. Ebenso wie die Art und Weise, wie das dänische Fernsehen,…
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