Litauen

Vier­ter Super­sams­tag: die Nacht der leben­den Leichen

Gute Güte, was für ein katastrophaler Eurovisionssamstag! In gleich zwei ehemals supercoolen Grand-Prix-Nationen verschissen es die Jurys nach wirklich allen Regeln der Kunst, in einem dritten verschissen sie es nur ganz knapp nicht, obwohl man dort eigentlich nichts falsch machen konnte, und in einem vierten war das Resultat nur halb erfreulich. Doch der Reihe nach! Die wohl schlimmste Fehlentscheidung dieser Saison fällten die Juroren in Rumänien. Die dortige Selecția Națională wartete heuer mit zwölf Titeln auf, deren Niveau das diesjährige maltesische Finale in Sachen Harmlosigkeit und Nullrelevanz locker unterbot und die größtenteils noch nicht mal als Unterhaltung auf einem Kreuzfahrtschiff, wo…
Weiterlesen

Litau­en möch­te unse­re Aufmerksamkeit

Einen wirren Weg beschritt in diesem Jahr mal wieder der Baltenstaat Litauen, dessen Vorentscheidungsverfahren irgendwann in einer grauen Vorzeit damit begann, dass man eine unüberschaubare Anzahl an Kandidaten vor einer Jury teils sehr schauderhafte Interpretationen ehemaliger Eurovisionsklassiker singen ließ. Zahllose Runden waren angekündigt, und als das litauische Fernsehen merkte, dass es mit dieser Car-Crash-Strategie für wenig Geld viel Sendezeit füllen und Zuschauer anlocken kann, schob es gar noch zusätzliche ein. Wie die meisten Grand-Prix-Fans fokussierte ich meine Aufmerksamkeit unterdessen auf andere Länder mit klarer strukturierten Prozeduren. Doch genau diese Aufmerksamkeit fordern die Litauer nun wieder ein, denn gestern Abend entschieden sie…
Weiterlesen

Die Euro­vi­si­ons­mor­de von Litauen

Die Litauer sind ja seither ein etwas eigenes Völkchen und tun die Dinge auf ihre besondere Art. In diesem Jahr beispielsweise ziehen sie ihre Eurovisionsvorentscheidung als zehnteilige (!) Castingshow auf, in der pro Sendung zehn Kandidaten Coverversionen singen müssen, unter denen dann das Publikum und eine Jury fünf in die nächste Runde weiter wählt. Erst am Finalabend am 15. Februar gibt es dann eigene Lieder. Klingt soweit erst mal nach Unser Star für Oslo, werden Sie sagen? Richtig, nur dass sich hier keine bis dato unbekannten Nachwuchskünstler an bekannten Popsongs versuchen, sondern etablierte Stars, die eigentlich über eine eigenes Repertoire…
Weiterlesen

Ich kauf mir was: betreibt Aser­bai­dschan Stimmhandel?

Erst seit 2008 dabei, stets im Finale, bereits ein Sieg und kein Ergebnis schlechter als #8: die Erfolgsbilanz Aserbaidschans beim Eurovision Song Contest kann sich wahrlich sehen lassen. Die ehrgeizige Diktatur am Kaspischen Meer verfügt anscheinend über ein gutes Gespür für das richtige Song- und Showkonzept beim härtesten Musikwettbewerb der Welt - und über die notwendigen finanziellen Mittel. Dass es diese Mittel auch für anderes als Internetwerbung oder spektakuläre Bühnenaufbauten aufwendet, vermuten aufmerksame Statistikfans schon länger, kassiert der Erdölstaat doch öfters mal Punkte gerade aus kleineren Teilnehmerländern wie Malta, wo sich das Televoting leichter beeinflussen lässt. Nun will eine litauische…
Weiterlesen

Fünf­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: ers­tes Semi, die Chancen

Heute ging es richtig los in Malmö: das Pressezentrum eröffnete mit einer Pressekonferenz der EBU, die erwartungsgemäß alle ihre von den Fans teilweise heftig kritisierten Entscheidungen zu den Regeländerungen beim Contest als sinnvoll und gelungen bezeichnete und ansonsten ausführlich ihre brandneue Eurovisions-App für iPhones und Android-Handys bewarb (zu der ich nichts weiter sagen kann, weil bei mir der Anmeldeprozess nicht klappte, man zum Voten per App aber ohnehin ein PayPal-Konto braucht, das ich weder habe noch will und ich auf fesselnde News vom eurovision.tv-Team auf meinem Smartphone verzichten kann). Gegen Mittag starteten dann die zweiten Probendurchläufe für die Teilnehmer des…
Weiterlesen

Zwei­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: It’s a small World

Gleich die ersten Interpreten des zweiten Probentages sorgten heute früh für die größte Überraschung: im weißen 2001-Weltraumanzug als Montenauten verkleidet, lieferten die beiden Jungs von Who see? eine astreine Performance ab, getoppt von ihrer ebenfalls kompetenten Sängerin Nina Žižić, die pünktlich zum Beginn ihres Vokalparts per transparentem Lift aus den Bühnenboden geschossen kommt. Der antizipierte Car-Crash bleibt also aus; ganz im Gegenteil räumen die Blogger in Malmö den ursprünglich als sichere Sitzenbleiber gehandelten Schwarzberglern mittlerweile große Chancen auf einen Finaleinzug ein. Den umgekehrten Weg gingen die drei Serbinnen, die ihren fabelhaften Faschingsschlampenlook aus der Vorentscheidung gegen augenwehbunte Zuckerbäckerkostüme austauschten. In denen sehen…
Weiterlesen

Drit­ter Super­sams­tag: Die­ter Boh­len braucht ein Alibi

Ich weiß, ich klinge wie eine kaputte Schallplatte mit einem Sprung, aber: kann bitte irgendjemand mal die Schweden kollektiv entmündigen? Was die da gestern bei der dritten Vorrunde des Melodifestivalen wieder zusammenwählten, schlägt nun wirklich dem Faß die Krone ins Gesicht! Einen ausgelutschten amerikanischen Softrock-Formatradio-Langweiler-Song und einen 'riktig jävla Schlager', vorgetragen von einem Alte-Herren-Trio unter Beteiligung von Tommy Körberg (SE 1988 und damals schon zum Wegdämmern) pickten sie für das Finale. Auf der Strecke blieb hingegen der superniedliche Eddie Razaz, der mit dem G:son-Beitrag 'Alibi' die bewährte Danny-Saucedo-Eric-Saade-Formel bediente: extrem eingängiger Discoschlager mit klassischem Formationstanz und Chorgesang vom Band. Seven…
Weiterlesen

Litau­en schickt… etwas (LT 2013)

Es gibt solche Acts, da tue ich mich wirklich schwer damit, sie angemessen zu beschreiben. Man stelle sich vor: der jüngere Bruder von a-ha-Frontmann Morten Harket (die Älteren werden sich erinnern) verkleidet sich mit Frack, Fliege, Zylinder und Schuhen in Krusty-the-Clown-Größe als Party-Conferencier, stellt sich auf die Bühne und blickt abwechselnd verschüchtert, verschmitzt und verloren in die Kameras. Soweit, so kompliziert? Und ich habe noch gar nicht angefangen, zu versuchen, den Song zu schildern! Ein treibender Elektrobeat; ein sphärisch wabernder, rockiger Synthiesoundteppich; eine klassisch-klagende Indiesängerstimme, passables Englisch und praktisch kein erkennbarer Refrain. Dazu tanzen im Bühnenhintergrund ein paar Harlekine auf…
Weiterlesen

Kroa­ti­en schickt uns in die Klapa

Interessante Strategie: mit einem traditionellen Männerchor versucht Kroatien, das sich in den letzten drei Jahren nicht mehr fürs Finale qualifizieren konnte, den Eurovisionsbann zu brechen. Für die dortige Vorentscheidung DORA sind, wie esctoday unter Bezugnahme auf den Sender HRT berichtet, diesmal ausschließlich Klapa zugelassen. Dabei handelt es sich, wie uns die Wikipedia aufklärt, um "Volksmusik-Gruppen, die in der südkroatischen historischen Region Dalmatien zu besonderen Anlässen, meist unbegleitet, polyphone Gesänge darbieten". Die bis zu 12 Mann starken Chöre singen mit Vorliebe von der Heimat, der Weinlese und der Liebe, wobei die Wurzeln des Acappella-Stils im liturgischen Kirchengesang liegen. Allenfalls eine Mandoline…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: die Ode an Viktoria

Dass die Litauer einen Hau weghaben, offenbart sich jedes Jahr aufs Neue in ihrer Eurovisionsvorentscheidung. So auch diesmal: die heute aufgezeichnete und morgen Abend zur Ausstrahlung kommende erste Vorrunde wartet bereits mit vielversprechenden Titeln wie 'Hey Chaki-Mami', 'Call to you Mum' oder 'Kate's Morning at 10:08' auf. Und auch eine 2010 begonnene, lustige Tradition führen die vom Grand-Prix-Erfolg nicht sonderlich verwöhnten Balten unbeirrt fort: die Ode an den aktuellen Eurovisionssieger. War es seinerzeit eine Jungschwuppe namens Ruslanas Kirilkinas, der das tragische Bekenntnis verkündete: 'I love a Boy who's in love with a Fairytale', so nimmt sich in diesem Jahr der Folkbarde Saulės Broliai…
Weiterlesen
Zwei­tes ESC-Semi 2012: Verjammern

Zwei­tes ESC-Semi 2012: Verjammern

Ganze fünf (von sechs) exjugoslawische Länder versammelten sich in diesem zweiten Semi, und sie brachten fünf mehr oder minder dramatische, klassische Balkanballaden mit. Drei von ihnen kamen weiter ins Finale, darunter echte Überraschungen. Nicht so sehr beim Eröffnungsact des Abends: Željko Joksimović, auf dessen Konto das selbst gesungene 'Lane moje' (RS 2004, 2. Platz), 'Lejla' (BA 2006, 3. Platz) und 'Oro' (RS 2008, 6. Platz) gehen, bewies mit 'Nije Ljubav Stvar' erneut, warum er mit Fug und Recht als unumschränkter Balkanballadenkönig gilt: ein wunderschön instrumentierter, sanft beginnender und nach und nach immer eindringlicher und dramatischer werdender Folkschlager mit einem ergreifend kitschigen Text,…
Weiterlesen

Bad Tas­te Day in Baku: 2. Pro­ben BALT

Ein cleverer Schachzug: nachdem es der Bosnierin Maya Sar zwischenzeitlich gedämmert sein dürfte, dass sie mit ihrer lendenlahmen Schnarchballade 'Korake ti znam' angesicht der massiven Balkanballadenübermacht aus Serbien, Mazedonien und Slowenien nicht den Hauch einer Chance besitzt, ins Finale einzuziehen oder gar den Grand Prix zu gewinnen, verlegte sie ihr Streben flugs auf eine andere, leichter erringbare Trophäe: den Barbara Dex Award. In welcher Crackhölle sie die amerikanische Schneiderin fand, die ihr das geschmacklose Ensemble kreierte, welches Maya das Aussehen einer tragisch veranlagten Sauerierechse verleiht, wissen wir nicht. Was wir wissen, ist: die Frau muss blind sein. Was uns zu Donny 'Love is…
Weiterlesen

Ein blin­der Esel fin­det auch einen Korn: 1. Pro­be Bos­ni­en, Litauen

Knapp vor Mitternacht nun das letzte Doppelpack des heutigen Probentages. Maya Sar leidet unter dem selben Handicap wie ihr Balkankollege Rambo Amadeus: sie darf den niedlichen Esel aus ihrem Vorschauvideo nicht mit auf die Bühne bringen. Ohne das herzerwärmend niedliche Tierchen aber ist ihre sterbenslangweilige Schnarchballade hoffnungslos verloren. Zumal auch Mayas Bühnenshow (sie alleine am Klavier, später aufstehend und zur Bühnenmitte wandernd sich das Herz aus dem Leib singend) vor depressionsfördernd düsterem Bühnenhintergrund nicht gerade Abwechslung oder gar Frohsinn in die Angelegenheit bringt. Zwar gehe ich davon aus, dass sie beim Semi wenigstens in etwas Festlicheres schlüpft als in die heutigen Klamotten vom…
Weiterlesen

Litau­en: ein blin­des Huhn fin­det auch kein Korn (LT 2012)

Dass die Litauer merkwürdige Menschen mit einem merkwürdigen Geschmack sind, bewiesen sie ja bereits in den Semis - und mit ihren bisherigen Eurovisionsbeiträgen. Sie bekräftigten es heute: Donatas Montvydas aka Donny Montell gewann übereinstimmend das Tele- und finale Juryvoting mit dem Song 'Love is blind'. Wobei: es sind mindestens drei verschiedene Songs, notdürftig mit dem Lötkolben zusammengetackert, die er da präsentiert. Es beginnt mit einer ganz schlimm abgeschmackten Ballade, wie noch nicht mal Engelbert sie sich anzufassen getrauen würde. Im ersten Refrain kämpfen sich dann langsam ein paar halbherzige Dancebeats aus dem Hintergrund hervor, und plötzlich kippt das Ganze in eine…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: fünf­ter Supersamstag

Kann die EBU nicht mal eine Koordinationsstelle für Eurovisionsvorentscheidungen einrichten? Denn so, wie es momentan läuft, artet es in Stress aus: neben gleich drei nationalen Vorentscheidungen in Norwegen, Ungarn und Island liefen gestern Abend zeitgleich auch noch zwei Semis, nämlich in Litauen und Schweden. Wie soll man sich bei so einem Angebot nur entscheiden? Jedenfalls am besten nicht, so wie ich, für das Melodifestivalen: nach einem fantastischen Auftakt letzte Woche enttäuschte die gestrige Vorrunde aus Göteborg auf ganzer Linie, fanden doch die schwedischen Televoter wieder zu ihrer altbekannten Geschmacksverirrung zurück. Ich hätte mich besser für das litauische Semi entschieden, in dem…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: Cra­zy for Life

Bereits im vergangenen Jahr schlug ich vor, einen mit Selbstschußanlagen bewehrten Elektrozaun um Litauen zu bauen, angesichts des Mentalzustands einer Mehrzahl seiner Vorentscheidungsvertreter. Eine Forderung, die ich nach Sichtung der gestrigen ersten Vorrunde der Eurovizija nur bekräftigen kann. Alle ins Finale Weitergekommenen vermitteln irgendwie den Eindruck, als seien sie frisch aus der Klapse entsprungen oder gehörten zumindest zügig dort eingewiesen. Das gilt beispielsweise für den Vorrundensieger Artūras Žabas alias Beissol, dessen melancholisch klagende Nummer 'Why' ja gar nicht so schlecht kommt. Wäre da nur nicht dieser mit Armeestiefeln und Pinguinfrack verkleidete Schlacks von Sänger mit seiner ekelhaften Guttenbergfrisur und seiner total enervierenden…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: von popo­wa­ckeln­den Polizisten

Die Vorentscheidungssaison 2012 läuft auf vollen Touren: Zypern ist im Discoschlampenmodus, Dänemark wild zum Sieg entschlossen, Litauen setzt auf Masse und Irland findet keine Gegner für Jedward. Aber das Wichtigste zuerst: Gerüchten zufolge heißt der Beitrag der bei der österreichischen Vorentscheidung erneut antretenden, grandiosen Bauerndiscoburschen Trackshittaz: 'Woki mit Deim Popo'. Und klingt so (Achtung, miserable Soundqualität, aber die Trash-Perle entschädigt dafür): httpv://youtu.be/mIDbTbA3-O4 Kann das mal bitte jemand deutsch untertiteln? Ich versteh nur Popo! (AT) Ich nehme meine geäußerten Zweifel, ob Lukas Plöchl & Co. nochmals so ein Brett wie 'Oida taunz!' hinlegen könnten, offiziell zurück. Spitze, Jungs! Sie reihen sich damit ein…
Weiterlesen

Je ne pour­rai plus viv­re (LT 2011)

Schlimmer geht immer: derzeit wirft jede neue nationale Vorentscheidung einen noch grauenhafteren Song für Düsseldorf ab als die vorangegangene. Glaubte ich gestern noch, mit dem bulgarischen Beitrag sei nun der Tiefpunkt erreicht, so belehrte mich die heutige litausche Entscheidung eines Schlechteren: in einem unglaublichen Anfall kollektiver Geschmacksverirrung entschieden sich die Litauer für eine Matrone in einem offensichtlich von Barbara Dex entworfenen Kleid - mit der schrecklichsten Muscial-Nummer aller Zeiten! httpv://www.youtube.com/watch?v=lgMv8TmT3cU Evelina Sašenko - C'est ma Vie (mehr …)
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: das Baltikum

Üblicherweise gehört das Baltikum zu den von mir wenig geliebten Eurovisionsregionen, kommt von dort doch meistens nur öder Mist. In diesem Jahr aber sind hier zwei vielversprechende Nummern im Rennen, von denen sich eine bereits komplett in mein Herz gespielt hat: das fabelhafte lettische 'Banjo Laura'! httpv://youtu.be/e90ZOEzFYkM Lauris Reiniks: Banjo Laura (mehr …)
Weiterlesen
Zwei­tes ESC-Semi 2010: Sca­red to lose my Fun

Zwei­tes ESC-Semi 2010: Sca­red to lose my Fun

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: das habt Ihr nun davon, liebe Juryfreunde! Kaum knackte das diabolische Bevormundungsgremium auch die Qualifikationsrunden, waren wir wieder genau dort angekommen, von wo der Wettbewerb einst in eine knapp zehnjährige Hochphase zeitgenössischer Popmusik aufbrach: es ist wieder 1996! Und wir sind zurück beim Eurovision Schnarch Contest, wo es keine Rolle spielt, wie beschissen man singt und wie stark man die Töne versemmelt, Hauptsache man präsentiert eine lahme, tödlich einschläfernde Ballade! Doch nicht nur musikalisch wurden wir heuer Zeuge des Eurovision Horror Contest: nach dem fachgerechten Würgen zarter Frauenhälse im ersten Semi lautete das Leitthema dieser…
Weiterlesen
Lie­tu­vos Dainų Dai­na 2009: Feu­er brennt nicht nur im Kamin

Lie­tu­vos Dainų Dai­na 2009: Feu­er brennt nicht nur im Kamin

Weiter zu Litauen: der dortige haushohe Sieger heißt eigentlich Dima Savrovas, nennt sich allerdings Sasha Son und gibt sich optisch als die osteuropäische Antwort auf Justin Timberlake. Seine gefühlvolle Klavierballade 'Pasiklydes Zmogus' verfügt wenigstens noch über eine gewisse ihr innewohnende Dramatik - jedenfalls in der (anderthalb mal so lang wie zulässigen) litauischen Originalfassung. Doch natürlich wird sich das Land mutwillig sämtliche Chancen mit einer sterilen und seelenlosen Übersetzung in die vermeintliche Weltsprache des Pop, Englisch, verderben. Da heißt der Song dann 'Love' und dürfte im Meer der diesjährigen Balladen untergehen. Gut behütet: der Son (mehr …)
Weiterlesen

Kein Euro­vi­si­ons­boy­kott durch das Baltikum

Der angedachte baltische Eurovisionsboykott fällt aus. Wie esctoday berichtet, entschied sich der estnische Sender ETV, nun doch am Gesangswettstreit in Mai in Moskau teilzunehmen, nachdem sich in einer Umfrage des TV-Senders zwei Drittel der befragten Esten ebenfalls dafür aussprachen. Der Vorsitzende des ETV-Verwaltungsrates, Margus Allmikaa, geißelte seine Landsleute daraufhin zwar als "naiv", wenn sie glaubten, man könnte Politik und Musik trennen, ordnete sich der Mehrheitsentscheidung aber unter. Damit bleibt das am Krieg beteiligte Georgien das einzige Land, das Konsequenzen aus dem Großmachtsgehabe Putins zieht. Da wollen sie dann doch alle hin, den Kaviar schmecken: nach Moskau (mehr …)
Weiterlesen
Euro­vi­zi­ja 2008: Hin­term Ozean

Euro­vi­zi­ja 2008: Hin­term Ozean

Litauen schickt die männliche Entsprechung zu Carolin Fortenbacher zum Eurovision Song Contest: Jeronimas Milius, im richtigen Leben Sänger einer Metal-Rock-Band, gewann mit dem ranzigen, klaviergesättigten Musicalsong 'Nomads in the Light' soeben die litauische Eurovizija. Er schlug unter anderem Aisté Pilvelytė (1999). Damit bleibt Litauen seiner lieb gewonnenen Tradition treu, ausschließlich grausames Zeugs zum Grand Prix zu senden. Alles an Jeronimas Auftritt ist entsetzlich: der Song, der süßliches Pianogeklimper mit halbgaren Rockgitarren und billigen Synthietönen zu einer klebrigen Melasse verkocht; sein unsauberes, knödelndes Gejaule, das einen klassischen Tenor vortäuschen soll, stattdessen aber klingt, als singe ein Mops, dem man einen Trichter…
Weiterlesen
Sechs­ter Super­sams­tag: Eine Bloo­dy Mary, bitte!

Sechs­ter Super­sams­tag: Eine Bloo­dy Mary, bitte!

So langsam geht's auf die Zielgeraden: das früher einmal glanzvolle Eurovisionsland Kroatien hat sich für schlimmen Softrock entscheiden, Litauen folgt dem spanischen Pfad des Easy Listening. Die Zeitansage ist spannender als das... (HR) Okay, fangen wir der Fairness halber mal mit dem Positiven an. Dado Topic, geschätzte 105, sieht nicht nur aus wie der kroatische Keith Richards, er hat auch eine wirklich beeindruckende Reibeisenstimme. So, als gurgle er jeden Tag mehrfach mit 40 rostigen Nägeln und mehreren Flaschen Jack Daniels. Was auch das Aussehen erklären würde. Die Sängerin der Band Dragonfly sieht aus wie ein aus den Achtzigern übriggebliebenes Rockchick…
Weiterlesen