Maggie Mae

Ein Lied für Dub­lin 1981: Lie­der kön­nen grau­sam sein

Ein Lied für Dub­lin 1981: Lie­der kön­nen grau­sam sein

Business as usual beherrschte die deutsche Vorentscheidung im Jahre 1981. Der Bayerische Rundfunk führte nach dem nur haarscharf verpassten Beinahesieg von Katja Ebstein (die zum Dank heuer stockend moderieren durfte) das Konzept der beiden letzten Jahre unverändert fort. Selbst die Studiodekoration blieb die gleiche. Stutzig machte indes das weitestgehende Fehlen prominenter Namen und das miserable künstlerische Niveau - dass es im Verlaufe des anstehenden Jahrzehnts in noch abgründigere Tiefen sänke, vermochte man sich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht vorstellen. Das hatte mit einem popmusikalischen Generationswechsel zu tun, den man in München hartnäckig ignorierte. Während in den Verkaufscharts mit Ideal…
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Ein Lied für Den Haag 1976: Auf Dir Pur­zel­bäu­me machen

Ein Lied für Den Haag 1976: Auf Dir Pur­zel­bäu­me machen

Zum zweiten Mal nach 1963 versuchte es der seinerzeit federführende Hessische Rundfunk (hr) beim heimischen Vorentscheid mit Demokratie: genervt vom niemals verstummenden Publikumsgemecker und dem unverdient katastrophalen Abschneiden Joy Flemings im Vorjahr beschloss man in Frankfurt am Main, die Verantwortung für das deutsche Scheitern auf die Allgemeinheit abzuschieben. Abstimmen durften die Zuschauer:innen per Postkarte, die seinerzeit noch niedliche 40 Pfennige (21 Cent) Porto kostete. Als Anreiz zum Mitmachen griff der hr ganz tief in die Gewinnspielkasse und verloste unter allen Einsender:innen sage und schreibe zwölf Farbfernsehgeräte (mit atemberaubender 36-cm-Bildröhre!) und 120 Langspielplatten. Und das von unseren TV-Gebühren, ein Skandal! https://www.youtube.com/watch?v=4xnV63ligzg&list=PLji9GlefK7JozpXOVW2Tl4LSZTVCsK1PY…
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Ein Lied für Stock­holm 1975: Jeder Ton ist wie ein Stein

Ein Lied für Stock­holm 1975: Jeder Ton ist wie ein Stein

Nach dem Katastrophenergebnis der hausinternen deutschen Grand-Prix-Vorauswahl im Abbajahr 1974 (ein geteilter letzter Platz für den deutschen Beitrag von Cindy & Bert) besann sich sich der seinerzeit verantwortliche Hessische Rundfunk darauf, dass er bereits 1970 und (in Zusammenarbeit mit dem Sender Freies Berlin) 1972 sehr glamouröse öffentliche Vorentscheidungen auf die Beine gestellt und mit den dort ausgewählten Künstlerinnen jeweils einen gloriosen Medaillenplatz beim europäischen Wettsingen erzielt hatte. Mit diesem Wissen im Rücken und dem daraus resultierenden Glauben an die eigenen Fähigkeiten zimmerte man in Frankfurt am Main diesmal eine der bestbestückten Veranstaltungen in der deutschen Grand-Prix-Geschichte zusammen. Dabei half, dass der Sender…
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