Malta

Tanz den Horn: der <span class="caps">NDR</span> ret­tet erneut den Grand Prix

Tanz den Horn: der NDR ret­tet erneut den Grand Prix

Knappe sieben Wochen ist es nun her, dass die EBU den Eurovision Song Contest 2020 im Zuge der Corona-Pandemie absagen musste. Genau so lange herrschte hier auf dem Blog nun Funkstille. Das hatte hauptsächlich zu tun mit zwei maßgeblichen Entscheidungen der Genfer in diesem Zusammenhang, die dem Hausherren jegliche Lust auf die weitere Beschäftigung mit dem Jahrgang nachhaltig vertrieben. Denn - ausgerechnet der NDR macht dies nun vor - natürlich hätte man, entsprechenden Willen vorausgesetzt, einen virtuellen Wettbewerb mit allen 41 Beiträgen unter Einsatz von Liveaufzeichnungen oder Videoclips und mit Publikumsabstimmung organisieren können. Das von der EBU stattdessen konzipierte Ersatzevent…
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Rank & File 2019: Platz 27 – Cha­me­le­on

Das maltesische Fernsehen optierte für die Auswahl seiner Interpretin diesmal zu einer Castingshow. Aus Sendersicht eine kluge Wahl, bescherte sie TVM über Wochen hohe Einschaltquoten und gab den Inselbewohner/innen - anders als die jurylastigen Vorentscheidungen der Vorjahre - die Illusion der bevormundungsfreien Beteiligung, ohne dabei jedoch die Entscheidungshoheit über den Song aus der Hand zu geben, den TVM erst im Nachgang auswählte. Platz 27: Malta - Michela Pace: Chameleon (Chamäleon) Und dieser Song entzieht sich offen gestanden meiner Beurteilung. Er richtet sich ganz klar an ein anderes Zielpublikum, an eine deutlich jüngere Altersgruppe als die meinige. Er bedient sich dabei…
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WSV 2019: Sonn­tag ist Song­tag

"Lieder, Lieder, die letzten Lieder hier! Der absolute Hauptgewinn ist hier in dieser Dose drin!" Oh, sorry, da ist es angesichts der in Kürze drohenden Nach-Vorentscheids-Eurovisions-Zwischendepressions-Phase wohl ein wenig mit mir durchgegangen. Bemühen wir uns um einen etwas sachlicheren Ton: von den insgesamt 41 Beiträgen für den Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv kannten wir bis gestern 38, die restlichen drei kamen am heutigen Sonntag hinzu. Darunter auch der Heimbeitrag des Gastgeberlandes Israel, dargeboten von dem in einer Castingshow ausgewählten, ausgebildeten Opernsänger Kobi Marimi. Dessen clever 'Home' betitelte Ballade sollte eigentlich als letzte des Tages veröffentlicht werden, sickerte jedoch…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Euro­pa wird fal­len

Neben dem Finale der französischen Vorentscheidung Destination Eurovision wählten gestern Abend auch die Malteser/innen ihre Repräsentantin für Tel Aviv aus. Das notorisch grand-prix-begeisterte Eiland bediente sich in diesem Jahr erstmalig des britischen Castingshow-Formates X-Factor, das sich für den Sender TVM als Einschaltquotenerfolg herausstellte, aber auch für Kontroversen sorgte: vergangenen Oktober kritisierte die maltesische Gleichstellungsbeauftragte Helena Dalli die Show und den Sendert öffentlich, weil ein Vorrundenteilnehmer dort unwidersprochen Werbung für die ethisch verwerfliche, wissenschaftlich widerlegte und seit 2016 auf der Insel illegale Konversionstherapie machen durfte, die ihn von seiner "sündhaften" Homosexualität "geheilt" habe. "Junge Menschen, die schwul sind, brauchen weder Vergebung noch…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hams­ter

So langsam geht es in die Vollen: heute Abend steigt der erste Supersamstag der Vorentscheidungssaison 2019. Um so dringender ist es daher an der Zeit, rasch noch ein paar der in den letzten Wochen liegen gebliebenen Vorentscheidungsperlen abzuarbeiten. Und da kein ESC-Jahrgang komplett wäre ohne ihn, darf, nein: muss die moldawische Eurovisionslegende Alexandru "Sasha" Bognibov natürlich den Auftakt geben. Der machte bekanntlich erstmals 2008 von sich reden, als er sich mit dem lyrisch fragwürdigen Titel 'I love the Girls of 13 Years old' für den Vorentscheid des Landes bewarb und auch auf die vom Sender vorab veröffentlichte Auswahlliste kam, es dann aber nicht…
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Zwei­tes Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Sie haben es tatsächlich geschafft. Der mutmaßliche, sinistere Plan der Russen, erstmalig seit der Einführung der Qualifikationsrunden im Jahre 2004 in einer solchen auszuscheiden, ging auf. Zum zweiten Mal hintereinander wies das kaltherzige Europa die im Rollstuhl sitzende Interpretin Julia Samoylova ab: 2017 aus politischen Gründen, 2018 aus purer Bösartigkeit und in Negierung des von der EBU verbreiteten Märchens der Inklusion, die beim Eurovision Song Contest eben nur für bärtige Frauen gilt. So vermutlich die Melodie des Liedes, welches Putins Staatsmedien ab sofort verbreiten dürften. Dabei tat das russische Team selbst alles, um den Finaleinzug zu verhindern: es versorgte seine…
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Auf­er­stan­den aus Rui­nen: vier­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Sanft gestaltete sich der Start in Tag heute Morgen für die nach Lissabon gereisten Blogger/innen. Denn der vierte Probentag begann mit dem georgischen Beitrag. Die Kaukasusrepublik schickt in diesem Jahr bekanntlich die offiziell so benannte Ethno-Jazz Band Iriao - und betreibt mit dieser Auslobung klaren Etikettenschwindel. Schließlich hat das, was die für den ESC-Auftritt vom Septett zum Quintett geschrumpfte Formation in Portugal singt, weder etwas mit Ethno zu tun, noch mit Jazz. Stattdessen nehmen die Fünf, wie mir diesbezüglich bewanderte Quellen glaubhaft versicherten, die Melodie irgendeines uralten christlichen Kirchenliedes und tarnen diese mit Harmoniegesang in Landessprache. Das Ganze tun sie in…
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MT 2018: Es scheint ver­bo­ten zu sein, was ich tu

Eine knapp dreieinhalbstündige, ermüdende Dauerwerbesendung mit gelegentlicher musikalischer Hintergrundbeschallung: so präsentierte sich die maltesische Vorentscheidung 2018. Nicht nur die bereits aus den Vorjahren sattsam bekannten, zirka tausendfach wiederholten Werbeblöcke mit Spots für Hamilton Travel und Perlenkettchen zum Valentinstag musste der geduldige Zuschauer über sich ergehen lassen - auch während der Songs blendete der Sender TVM permanent Bauchbinden für Fertigessen und Pick up-Riegel  ein, so dass man beinahe meinen konnte, versehentlich im zeitgleich laufenden Finale des RTL-Dschungelcamps gelandet zu sein. Wobei sich die Reklame oft als interessanter erwies als die 16 beim MESC verklappten Songs, die ziemlich schnell zu einer einzigen,…
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Euro­vi­si­on Death­match #20: When you belie­ve

Wenn Sie, wie ich, einen Hang zu hochglanzpoliertem Pop der goldenen Jahrzehnte haben, werden Sie sich vielleicht noch an das legendäre Filmmusik-Duett der beiden (laut Klatschpresse) erbitterten Erzfeindinnen Whitney Houston und Mariah Carey aus dem Jahre 1998 namens 'When you believe' erinnern, sowie das Video, in dem die beiden Diven so tun mussten, als seien sie die besten Freundinnen, während man förmlich riechen konnte, wie gerne sie sich gegenseitig die Augen auskratzen wollten. Das tun in der heutigen Runde des Eurovision Deathmatch hoffentlich unseren beiden Kontrahentinnen, die neben ihrer Vorliebe für große, kraftvolle Noten auch die gemeinsame Sprache verbindet, obwohl sie aus verschiedenen…
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Atem­los durch die Bal­la­den­nacht: die Remi­xe sind da!

Nachdem am gestrigen Supersamstag die letzten öffentlichen Vorentscheide der Eurovisionssaison 2017 über die Bühne gingen und wir noch immer auf die vier bzw. fünf letzten intern ausgewählten Beiträge für Kiew warten (als da wären: der für den heutigen Abend gegen 18 Uhr angekündigte, angeblich von einem international bekannten Duo interpretierte sanmarinesische Song; der für den morgigen Montag beworbene bulgarische Beitrag; das erst für den kommenden Samstag annoncierte, von Artsvik gesungene armenische Lied; die bereits angekündigte anglifizierte Fassung des albanischen Songs 'Botë' alias 'World' sowie der russische Beitrag - wobei es immer unwahrscheinlicher wird, dass das mit dem Gastgeberland Ukraine kriegerisch verfeindete Land…
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Mal­ta 2017: Atem­los durch die Nacht

Also gut, bringen wir es hinter uns: am gestrigen Samstagabend wählte auch die kleine, in Eurovisionsdingen unermüdliche Mittelmeerinsel Malta ihren Beitrag für Kiew aus. Einiges machte man diesmal anders: das in der Vergangenheit meist obligatorische Semifinale wurde gestrichen, die Vorab-Vorstellung von zirka eine Minute langen Songausschnitten im sterilen Xarabank-TV-Studio entfiel diesmal meines Wissens auch, und - größter vorstellbarer Kulturschock überhaupt! - selbst die bislang allmächtige Jury schaffte das maltesische Fernsehen TVM komplett ab. Nur beim Songtableau gab es keine Überraschungen: das übliche halbe Dutzend unermüdlicher Dauerkomponisten, die üblichen unermüdlichen Verdächtigen hinter dem Mikrofon, die üblichen lehrbuchhaften Tanzchoreografien und der übliche schwerverdauliche…
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Kei­ne Jury mehr beim Mal­ta­song

Wunder gibt es immer wieder: wie Eurovoix heute unter Bezug auf eine Meldung des maltesischen Portals Illum berichtet, will der Sender PBS die Macht beim nationalen Eurovisionsvorentscheid, dem ehemaligen Malta Song for Europe oder kurz Maltasong, ab sofort alleine in die Hände der Zuschauer/innen legen. Das kommt auf der Grand-Prix-affinen Mittelmeerinsel einer Revolution gleich: bislang durften fünf vom Sender handverlesene, heimische wie internationale Juror/innen über den Beitrag befinden, das gleichzeitig durchgeführte Televoting floss lediglich als sechste Stimme in die Endabrechnung mit ein. Damit konnte die Jury den Publikumsfavoriten effektiv verhindern. Auslöser für die überraschende Rückkehr der Demokratie beim Maltasong ist ein neuer…
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Ers­tes Semi­fi­na­le 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt vielleicht nicht auf ungeteilte Zustimmung bei all meinen Leser/innen stoßen und beschreibt auch das Gegenteil meiner eigenen Empfindungen von vor einem Jahr, aber nach der ersten Qualifikationsrunde 2016 aus dem Stockholmer Globen (der immer noch aussieht wie ein Schneller Brüter) am Dienstagabend muss ich sagen: von mir aus können die Schweden gerne jedes Jahr gewinnen. Solange sie Petra Mede weiter moderieren lassen: locker, flockig, eigenironisch, herrlich! Am schönsten der Gag, als auf die Worte "Welcome, Europe!" die ersten Takte von 'The Final Countdown' der gleichnamigen schwedischen Achtzigerjahre-Rockband ertönten, live von besagter Kapelle intoniert, die Petra und Måns aber schnell…
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Von Wöl­fen und Lum­pen­sä­cken: die Pro­ben zum ers­ten Semi 2016

In Stockholm gingen heute die ersten Probendurchgänge für die beiden Qualifikationsrunden zu Ende. Seit Montag üben die Teilnehmer/innen aller 42 Nationen ihre Auftritte erstmals auf der echten Eurovisionsbühne. Noch nicht immer im späteren Bühnenoutfit und oftmals mit stimmlich angezogener Handbremse - in der ersten Runde geht es hauptsächlich um die richtigen Kamerapositionen und Bühnenhintergründe und ums letzte Feilen an den Choreografien. Die von den internationalen Bloggern vor Ort natürlich schon fleißig verbreiteten ersten Eindrücke sind daher mit Vorsicht zu genießen, zumal es für zu Hause Gebliebene wie mich nur kurze Dreißigsekünder zu sehen und zu beurteilen gibt. Dennoch will, ja muss…
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Mal­ta 2016: Schleu­ser­kö­ni­gin Ira teilt das Mit­tel­meer

Na, wenn sie bei der Aktion mal nicht ertrinkt! Donnerstag Abend präsentierte die bereits im Januar 2016 ausgewählte maltesische Vertreterin Ira Losco der mit angehaltenem Atem wartenden Welt ihren neuen Eurovisionsbeitrag 'Walk on Water'. Die Zweitplatzierte von 2002 war beim Maltasong mit gleich zwei anderen Titeln angetreten und gewann den Vorentscheid mit dem Lied 'Chameleon'. Das verwarf die offenbar von berechtigter Panik, schlechter als seinerzeit abzuschneiden, erfasste Künstlerin jedoch flugs wieder, um sich auf die Suche nach einem neuen, konkurrenzfähigeren Song zu machen. Den sie nun glaubt, in dem von einem fünfköpfigen, zu 80% schwedischstämmigen Komponistenteam geschriebenen 'Walk on Water' gefunden…
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Frau Losco kann sich nicht ent­schei­den

Sie macht es sich aber auch wirklich schwer, die maltesische Eurovisionsvertreterin Ira Losco. Beim Vorentscheid bereits mit gleich zwei Beiträgen angetreten, schwirrten direkt nach ihrem dortigen Sieg Gerüchte durch die Gegend, sie könne den Titel ihres Songs 'Chameleon' wörtlich nehmen und ihn durch einen anderen ersetzen (die Statuten des Maltasong lassen diese Möglichkeit ausdrücklich zu). Nun eskaliert die Lage: wie der Sender TVM heute bekannt gab, nehme sie zur Zeit insgesamt neun weitere Lieder auf, sowie einen Remix ihres Siegertitels. Und zwar, wie ihr Produzent heute auf Facebook durchsickern ließ, zusätzlich zu den 16 Titeln, die sie bereits für ihr neues Album in der…
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Hei­li­gen­ver­eh­rung in Mal­ta: Ira Losco gewinnt

Ihr Sieg stand im Grunde bereits fest, seit sie sich huldvoll herabließ, am Maltasong teilzunehmen: Ira Losco, die aus unerfindlichen Gründen Zweitplatzierte beim Eurovision Song Contest 2002 und seither auf dem Mittelmeereiland offenbar so etwas wie eine Nationalheilige. Und die selbe unfassliche Überschätzung, die ihr bereits vor 14 Jahren vonseiten der Fans entgegenschlug, wurde ihr auch diesmal zuteil. Mit gleich zwei Titeln durfte sie ins gestrige maltesische Semi einziehen, einer davon schaffte es ins heutige Finale. Ob Ira beabsichtigte, mit 'Chameleon (Invincible)' ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen? Egal: dem gigantischen Jubel von den Zuschauerrängen nach zu urteilen, hätte sie wohl…
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Geor­gi­en schickt männ­li­che Loli­tas

Young Georgian Lolitaz, so nennt sich die aus mittelalten, halbverwilderten Herren bestehende Indie-Rock-Kapelle, welche die Georgier heuer zum Song Contest entsenden. Die von Frontmann Nika Kocharov geleitete Elektro-Alternative-Band steht allerdings bislang noch eigenen Beitrag da, der Sender GBP schreibt daher einen offenen Komponistenwettbewerb aus: bis 8. Januar noch können interessierte Songschreiber ihre Vorschläge nach Tiflis schicken. Und bevor Ralph Siegel auf dumme Ideen kommt: gesucht wird etwas mit der "melodischen Songstruktur des Alternative- oder Indie-Rock; mit elektronischen Beats, Synths oder Samples; und mit der Club-Orientierung der Post-Disco-Zeit". Was immer das sein mag. Zur Anregung kann man sich, wenn man über starke Gehörnerven verfügt, ja den…
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The King of Fun: zwei­tes Semi 2015

Na, das war aber auch an der Zeit! Da musste erst ein kerniger siebzehnjähriger 'Golden Boy' aus Tel Aviv kommen, um den Fluch von 'Ding-Dong'-Dana (IL 1998, 2011) abzuschütteln und die Israelis nach einer fünfjährigen Durststrecke endlich wieder ins Gelobte Land zu führen. Dramaturgisch geschickt hatte sich der ORF die Verkündung des Finaleinzugs von Nadav Guedj bis ganz am Schluss aufgehoben, und der kollektive Erleichterungsschrei aus über zehntausend Fankehlen ließ die Wiener Stadthalle beinahe in ihren Grundfesten erbeben. Wäre Israel diesmal wieder kleben geblieben, hätte ich auch endgültig den Glauben an die Menschheit verloren. Doch dazu erwies sich die Mischung aus…
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Schwe­den und die HJ: ers­te Pro­ben zwei­tes Semi 2015

In Wien setzten sich am Mittwoch und Donnerstag die ersten Probedurchläufe fort, diesmal mit den Teilnehmer/innen des zweiten Semifinales vom kommenden Donnerstag. Eine Fortsetzung fand auch die Saga um die händchenhaltenden Ampelmännchen: ausgerechnet die sich selbst als "freiheitlich" titulierende FPÖ drohte an, die hübsche Geste gegenüber der Eurovisions-Kernzielgruppe (und Umsetzung der Toleranzbotschaft der aktuell regierenden Eurovisionskaiserin Conchita) zur Anzeige zu bringen. Es handele sich um "grüne Klientelpolitik und Steuergeldverschwendung in Reinkultur," so der FPÖ-Mann Toni Mahdalik laut Kronenzeitung. Da Beides nicht verboten ist, begründete die FPÖ die Anzeige offiziell mit einem "Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung" - und musste sich prompt belehren lassen,…
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Remix-Schlacht: die Krie­ge­rin­nen rüs­ten auf

Noch fehlen eine ganze Reihe von Songs für den diesjährigen Eurovision Song Contest in Wien, da reichen die ersten Länder schon ihre Remixe ein. Am interessantesten hierbei natürlich der Krieg der Kriegerinnen: legte Maltas 'Warrior' Amber Bodin mit einer orchestral bombastisch aufgemotzten Überarbeitung ihres leider nach wie vor völlig melodiefreien Kriegsgesangs vor, so konnte das ihre Kontrahentin Nina Sublatti aus Georgien natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Sie präsentierte nur kurze Zeit später einen ebenfalls deutlich hörbar aufgepumpten Remix und verwies ihre Gegenspielerin damit erneut deutlich in die Schranken. Kann man noch prätentiöser singen als Amber (MT)? (mehr …)
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ESC 2015: Geor­gi­en erklärt Mal­ta den Krieg

2015 wird wohl ein kämpferisches Jahr, zumindest beim Eurovision Song Contest: nach Malta schickt nun auch Georgien eine gesungene Kriegserklärung gen Wien. Und nicht nur die Songtitel ('Warrior' ['Kriegerin']) gleichen sich wie ein Ei dem anderen: in beiden Fällen intoniert jeweils eine einzelne, offenbar sehr schlecht gelaunte, böse dreinblickende, im schwarzen Lederdress gekleidete Frau mit langen schwarzen Haaren den äußerst düsteren, unmelodischen Kampfgesang. Wer von den Beiden wird also die unausweichliche offene Konfrontation gewinnen? Amber Bodin (MT) wirft zwar ein höheres Kampfgewicht in die Waagschale, dafür aber verfügt Nina Sublatti (GE) über den deutlich giftigeren Blick, die eindringlichere Stimme, die angsteinflößendere Kriegsbemalung,…
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Mal­ta 2015: Krieg liegt in der Luft

Mit übereinstimmenden Höchstwertungen aus dem Televoting (das absurderweise mal wieder nur zu einem Sechstel zählte) und aller fünf Juroren gewann gestern Abend die Sängerin Amber Bondin, 2012 noch als Chorsängerin für Kurt Calleja ('This is the Night') im Eurovisionseinsatz, die maltesische Vorentscheidung. Und die erklärt uns den Krieg: "ich bin eine Kriegerin, ich muss erobern," teilt sie uns in ihrem Beitrag 'Warriors' mit, der auch musikalisch als Angriff auf die Geschmacksnerven gelten muss: sie schreit mit schmerzhaft disharmonischer, metallener Stimme falsch zu einem Stakkato aus Tönen, aus dem es mir jedenfalls nicht gelingt, so etwas wie eine Melodie herauszuhören. Von einem annehmbaren Refrain gar…
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Fri­sche, eis­ge­kühl­te Wurst: Con­chi­ta bei Wet­ten dass

Am 8. November kommt die vorletzte Ausgabe des ZDF-Unterhaltungsdinosauriers Wetten, dass? aus Graz. Diesmal gibt es sogar einen Grund, einzuschalten: die aktuelle Grand-Prix-Königin Conchita Wurst stellt nämlich in der Show ihre mit Spannung erwartete, neue Single 'Heroes' vor. Die werde kein bisschen wie 'Rise like a Phoenix' klingen und auch ohne großes Orchester auskommen, wie die Wurst der Nachrichtenagentur APA sagte: "Ich war selbst überrascht ob der Tatsache, dass ich so cool klingen kann". An ihrem Album bastelt sie weiterhin in aller Ruhe, dies soll erst 2015 erscheinen, um einen künstlerisch enttäuschenden Schnellschuss zu vermeiden. Wirbel gab es zwischenzeitlich um ihren…
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Mal­ta: Das Impe­ri­um schlägt zurück

Nach dem fulminanten Sieg einer singenden Nonne in der italienischen Ausgabe der Castingshow The Voice in diesem Sommer lag es wohl auf der Hand, etwas Ähnliches auch zum Eurovision Song Contest einzureichen. Und welches Land böte sich hierfür mehr an als das streng katholische Malta, auf dem bekanntlich 365 Kirchen auf knapp 425.000 Einwohner kommen, mithin ein Gotteshaus für jeden Tag des Jahres? Das dachte sich auch der notorische maltesische Grand-Prix-Seriensongschreiber Philiph Vella und überredete sechs ortsansässige Betschwestern - wie das Vorbild Cristina Scuccia natürlich Ursulinen - seinen Beitrag 'Love and let go' zu interpretieren. Darin besingen sie das herzergreifende Schicksal…
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