Malta

I can fly over Moun­tains, over Seas (MT 2011)

Ganz haben es die Malteser dann doch nicht verlernt: trotz des Einsatzes einer aus scheintoten Ausländern bestehenden fünfköpfigen Jury, deren Stimmen zu zwei Dritteln zählten, entschied sich die beschauliche Mittelmeerinsel mal wieder für hoffnungslosen Camp, dargeboten von einer hyperaktiven, possierlichen Schwulette. Meine Herrschaften: Glen Vella! httpv://www.youtube.com/watch?v=h_VqeQe_xa0 Oscar Loya mit Kylies Tänzern: Glen Vella (mehr …)
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: Mal­ta 2011

Letzten Samstag gab das maltesische Fernsehen PBS die 24 Beiträge für den Maltasong for Europe 2011 bekannt, inklusive Interpreten und Komponisten; heute stellte es die Videos ins Netz. Unter Schlagertrash-Gesichtspunkten ein viel versprechendes Line-Up: es sind etliche alte Bekannte am Start, darunter (mit jeweils eigenen Songs) der zweimalige maltesische Vertreter Fabrizio Faniello und seine unermüdliche Schwester Claudia. Letztere mit einer Komposition des berüchtigen Teams Phillip Vella und Gerard James Borg, die sich allerdings von deren Klassikern 'Vertigo' oder 'Vodka' nicht deutlicher unterscheiden könnte. Und auch Ralph Siegel hat ein Eisen im Feuer - mit einem abgelehnten Song für Lena! httpv://youtu.be/avH4L6_P6A8…
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Ers­tes ESC-Semi 2010: Der Wür­ger von Wolfenbüttel

Ers­tes ESC-Semi 2010: Der Wür­ger von Wolfenbüttel

Jurys sind Wichser!™ Meine Leser mögen mir diese etwas unfeine Ausdrucksweise verzeihen, aber manchmal ist die Wahrheit grausam und profan. Nicht nur sorgte die Wiedereinführung des Bevormundungsgremiums, welches den Grand Prix bereits zu Zeiten seiner Alleinherrschaft von 1956 bis 1997 mit schier unfasslichen Entscheidungen in Misskredit gebracht hatte, wie nicht anders zu erwarten, für eine geballte Rückkehr verstaubter und längst überwunden geglaubter musikalischer Schrecknisse (jawohl, Malta, der Finger zeigt auf Dich!). Nein, die geschmacksbehinderten Geronten schafften es auch, in beiden Qualifikationsrunden jeweils den besten Beitrag gegen den Willen der klaren Zuschauermehrheit herauszumanipulieren. Und das, obwohl ihr Urteil "nur" zu 50%…
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ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

Als haushoher Favorit ging er ins Rennen, als wolkenkratzerhoher Sieger ging er daraus hervor: der norwegische Knuffel Alexander Rybak. Punkte aus allen 42 abstimmenden Ländern, darunter sechzehn Mal die Höchstwertung; hundert Punkte Abstand zur Zweitplatzierten: das Abschneiden des nordischen Eurovisionsmärchens geriet zum erwartbarsten Sieg seit 1976. Und stand somit leider auch am Ende der wohl langweiligsten Punkteauszählung seit Menschengedenken. Die auch durch den neu eingeführten 50/50-Jury-Televoting-Mix nicht spannender wurde. Im Gegenteil: auch die Juror:innen setzten den norwegischen Geigentroll mit astronomischem Abstand an die Spitze. https://www.youtube.com/watch?v=WXwgZL4zx9o Alex und die Manamana-Singerettes (NO). Meine Vermutung, zubrotfreudige Juror:innen könnten gar die Verantwortung für das…
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Mal­ta 2009: On again – off again (MT 2009)

Das erwartete Grauen ist eingetreten: Maltas Joy Fleming gewann bereits zum dritten Mal den Song for Europe und darf uns in Moskau mit ihrer entsetzlichen Schnarchballade 'What if we' in den Schlaf singen. Ralph Siegel kam mit seinen lustigen Tenören erst gar nicht ins Superfinale - am Montag wissen wir, ob es einer seiner drei Einreichungen für den heimischen Beitrag geschafft hat (wohl eher nicht). Jetzt darf Air Malta also schon mal zwei Plätze für Chiara Siracusa reservieren und die Grand-Prix-Fans angesichts der immer weiter wachsenden Flut langweiliger Balladen schon mal die Red-Bull-Vorräte für Mai aufstocken. Das von dem belgischen Komponisten…
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Ralph Sie­gel über­flu­tet Malta

Die Münchner-maltesische Connection scheint stabil: mit gleich zwei drei Beiträgen schaffte es der unermüdliche Grand-Prix-Großvater Ralph Siegel in die Auserwähltenliste für die Vorrunden zum maltesischen Song for Europe. Der Rest der insgesamt 56 Songs stammt fast ausnahmslos von Philliph Vella. Im Line-up tummeln sich natürlich wieder all die Namen, die Connaisseurs des gepflegten Eurovisionskitschs mit der Zunge schnalzen lassen: neben Ludwig Galea (der männlichen Hälfte von Julie & Ludwig, MT 2004), der stimm- und figurgewaltigen Chiara und den sensationellen Sangesschwestern Natasha & Charlene versucht sich auch Claudia Faniello erneut, die letztes Jahr mit dem camptastischen 'Caravaggio' knapp an Morena scheiterte.…
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Zwei­tes ESC-Semi 2008: Pira­te Ladies of the Sea

Zwei­tes ESC-Semi 2008: Pira­te Ladies of the Sea

POR - TU - GAL!!! POR - TU - GAL!!! POR - TU - GAL!!! Ich muss um Verzeihung bitten, aber ich schreibe diese Zeilen noch ein wenig im Überschwang der Gefühle. Das letzte Mal, dass so viel Adrenalin durch meine Adern floss wie vor der Verkündung des zehnten und letzten Finalisten am Ende der zweiten Qualifikationsrunde in Belgrad gerade eben, sprang ich an einem Bungee-Seil 50 Meter in die Tiefe. Hätte der Name in dem allerletzten Umschlag, den die Moderatorin Jovana Janković nach endlosen Minuten hochgekochter Spannung verlas, nicht "Portugal" gelautet, wäre es in der Belgrader Halle wohl zu…
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Mal­ta­song 2008: Ever­y­whe­re is Bitch Talk

Mal­ta­song 2008: Ever­y­whe­re is Bitch Talk

Bravo Malta! Wer hätte das gedacht? Aus einem nicht gerade schmalen Angebot lustiger Trash-Perlen (und tödlich langweiliger Balladen) tatsächlich die beste herauszupicken, das hätte ich den Insulanern gar nicht zugetraut. Mit dem Drogenverherrlichungslied Spionageschlager 'Vodka', von der quirligen Morena voller Energie vorgetragen, entschieden sich die Malteser für herausragenden Spitzencamp und haben mir für das Erste den Glauben an die Menschheit wiedergegeben. Danke, Malta! Bond, Morena Bond. Scharfe Konkurrenz erwuchs der tollen Morena vor allem in Form von Claudia Faniello. Fabrizios kleine Schwester war ebenso wie die Siegerin mit gleich zwei Songs im Finale vertreten: dem ebenfalls camptastischen 'Caravaggio' und dem…
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Mal­ta 2008: Ausgesiegelt

Der Eurovision Song Contest sei ja ein Komponistenwettbewerb, behaupteten fehlgeleitete Menschen früher gerne mal. Einige dieser Komponisten kommen mittlerweile ganz schön rum: so hat der schwedische Schlagerschreiber Thomas G:son dieses Jahr jeweils einen Beitrag in Belgien und in Polen am Start, nach dem er letztes Jahr Norwegen und Spanien belieferte. Gerard James Borg aus Malta ist ebenfalls in Belgien aktiv - und hat beim Maltasong gleich fünf Eisen im Feuer. Nur Ralph Siegel, der es ebenfalls auf dem Mittelmeereiland versuchte, ist leider aus dem Rennen. Schau her, Rebeka Dremelj: so geht eine ordentliche SM-Performance! (mehr …)
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Ralph Sie­gel in Mal­ta dabei?

Wie die großartigen Schlagerboys kolportieren, soll sich unter den 36 Songs, die es in die engere Auswahl für den maltesischen Song for Europe geschafft haben, auch ein Titel von Ralph Siegel befinden. Der Song wird als "treibend und eingängig, aber ein bisschen kitschig" beschrieben - so jedenfalls die Gerüchteküche. Auch Chris & Moira (MT 1972) und Mary Spiteri (MT 1992) seien im Rennen - letztere mit einer großen Ballade namens "Meine letzte Zugabe". Das klingt viel versprechend! Siegels letzter Auslandseinsatz (CH) (mehr …)
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ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

Natürlich hätte ich auf die Enttäuschung vorbereitet sein müssen. Schließlich bin ich lange genug Fan, um zu wissen, dass die fiesen, geschmacksgestörten Televoter im Semifinale immer die besten Songs aussortieren. Ganze 28 Länder traten in diesem Jahr in der Qualifikationsrunde gegeneinander an, so viele wie noch nie seit der Einführung der Semis. Lediglich zehn Slots für das Finale am Samstag gab es, aber 16 von mir favorisierte Titel, die unbedingt hätten weiterkommen müssen! Selbst unter Zuhilfenahme der Finger konnte ich mir also ausrechnen, dass ein Gutteil meiner Lieblinge auf der Strecke bleiben werden. (mehr …)
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Ers­ter Super­sams­tag 2007

Ers­ter Super­sams­tag 2007

War das ein Supersamstag? Gleich vier Entscheidungen fielen an diesem Wochenende, und aufrechtgehn.de hat natürlich probegehört und -gesehen. Eine Frau sieht pink... (EE) Schau her, Gracia (DE 2005): so präsentiert man Poprock! Okay, der Vergleich ist ein bisschen unfair: im Gegensatz zu unserer Münchener Ich-kauf-meine-Platten-selbst-Schnalle hat Tanel Padars Schwester Gerli nämlich Power in der Stimme! Und in der Performance! Dieses Mädel rockt! Freilich, das Ganze lässt den Verdacht aufkommen, dass die Esten beim "Genmanipulationklonen" (Dragan & Alder) inzwischen sehr weit fortgeschritten sind und die gute Gerli im Labor aus einer Autogrammkarte von Pink rekonstruiert haben. Und natürlich ist 'Partners in Crime'…
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ESC-Semi 2004: Take my Shoes and go straight

ESC-Semi 2004: Take my Shoes and go straight

Wer nicht zu den allereingefleischtesten Eurovisionsfans gehört, für den könnte der Begriff "Semi" bis heute Neuland sein. Kein Wunder: die deutschen Medien - inklusive der ARD - schweigen diese Neuerung beharrlich tot. Seit dem massenhaften Zustrom osteuropäischer Länder mussten bislang jedes Jahr etliche Antrittswillige aussetzen, was in den regelmäßig betroffenen Ländern zu einem starken Rückgang des öffentlichen Interesses führte. Als Abhilfe schuf die EBU 2004 ein brandneues Vorsortierfahren: die Qualifikationsrunde a.k.a. Semi, durch das alle durchmussten, die 2003 schlechter als Platz 10 abgeschnitten hatten. Mit Ausnahme der Big Four: Frankreich, Großbritannien, Spanien und Deutschland, die aufgrund ihrer Finanzkraft und Zuschauermassen stets…
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ESC-Fina­le 2002: Yoorub’s lea­ving a Celebration

ESC-Fina­le 2002: Yoorub’s lea­ving a Celebration

Zwei Jahre vor der offiziellen Osterweiterung der EU fand der Eurovision Song Contest erstmals in einem ehemals hinter dem Eisernen Vorhang liegenden Land statt. Das kleine, aufstrebende Estland begriff die Ausrichtung der Show wohl auch als Visitenkarten für den EU-Beitritt und gab sich erkennbar viel Mühe: die aufwändig produzierten Postkarten zwischen den Songs waren unterhaltsam und oft subversiv beziehungsreich. Dass die Gastgeberin Annely Peebo ihre Moderationen mehr sang als sprach, entzückte genauso wie ihre windschnittige Seitenspoilerfrisur. Den einzigen kleinen Kontrapunkt setzte der gefühlt dreisekündige Auftritt der Vorjahresgewinner Tanel Padar und Dave Benton, zwischen denen Frost zu herrschen schien. https://youtu.be/9YPiUNrmPnQ Mit der…
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ESC-Fina­le 2001: …is always repea­ting itself

ESC-Fina­le 2001: …is always repea­ting itself

Seit jeher bekenne ich mich, wie der geneigte Leser sicher ahnt, als eiserner Verfechter des hundertprozentigen Televoting, eben weil es ein demokratisches Verfahren ist. Und zwar auch dann, wenn ich, wie in diesem Jahr, selbst unter den Ergebnissen zu leiden habe wie ein Hund. Gleich drei der besten Eurovisionsbeiträge aller Zeiten bot dieser Jahrgang auf: gerade mal einer davon schaffte es unter die ersten Drei. Die ersten beiden Plätze des Zuschauerrankings belegen unterdessen Spitzenpositionen in meiner persönlichen Haßlieder-Liste. Kehrseite der Medaille: seit sich der Contest, eben auch dank des Televoting, von einer nur noch von Schwulen verfolgten Randveranstaltung wieder zu einem Massenevent entwickelte, stimmt leider auch…
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ESC-Fina­le 1991: Hier decke ich den Tisch

ESC-Fina­le 1991: Hier decke ich den Tisch

Mit einer Hymne auf das neu vereinte Europa ('Insieme: 1992') hatten die Italiener im Vorjahr dieses merkwürdige Wettsingen gewonnen, das bekanntlich auf dem Vorbild ihres heißgeliebten San-Remo-Festivals basiert. Da lag es auf der Hand, selbigem Vorbild zu huldigen und den Contest in nämlichem ligurischen Kurort auszutragen. Doch je näher das Ereignis heranrückte, desto stärker nagten die Zweifel: würde man mit diesem obskuren Eurotrashspektakel in der geheiligten Stätte des Ariston-Theaters zu San Remo nicht das Ansehen des im Lande wesentlich beliebteren Originals beschmutzen? Wollte man sich als selbst empfundener kultureller Nabel Europas wirklich diese Laus in den Pelz setzen? Also verlegte…
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ESC-Fina­le 1975: Nicht jeder kommt ans Ziel

ESC-Fina­le 1975: Nicht jeder kommt ans Ziel

Nach jahrelangen Diskussionen und etlichen Fehlversuchen setzte die EBU 1975, bei seiner zwanzigsten Ausgabe, ein komplett neues Wertungsverfahren für den beliebtesten Musikwettbewerb der Welt in Kraft. Ein so erfolgreiches, dass es sich bis heute hält: dass nämlich aus jedem Land die zehn beliebtesten Titel in aufsteigender Reihenfolge Punkte erhalten; die beiden Lieblingslieder sogar noch einen Bonus, um einen möglichst eindeutigen Sieger zu ermitteln. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 12, so lautet seither die magische Formel. Die sprichwörtlichen "Douze Points" fanden seither auch jenseits des Grand Prix Eingang in den Sprachgebrauch. Für Deutschland, das entscheidenden Einfluss auf…
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ESC-Fina­le 1971: Ein Staub­korn nur in der Unendlichkeit

ESC-Fina­le 1971: Ein Staub­korn nur in der Unendlichkeit

Heftige Auseinandersetzungen tobten Anfang der Siebzigerjahre hinter den Kulissen des Song Contests, unter anderem um das schon mehrfach geänderte Wertungssystem und über die Besetzung der Jurys. Noch immer gärte der Eklat des Vierfachsieges von 1969 nach, der im Vorjahr für einen Teilboykott durch fünf Länder gesorgt hatte. Selbst Deutschland, seit jeher die unerschütterlichste Eurovisionsnation, drohte mit dem Ausstieg aus der Gemeinschaftsveranstaltung, sollte sie sich nicht endlich dem Zeitgeist annähern. Doch der Grand Prix ist bekanntlich unkaputtbar, und so einigte man sich, ganz europäisch, auf einen Kompromiss. Dessen augenfälligstes Ergebnis war, dass die Jurys jetzt vor der Kamera und damit für…
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Mal­ta Song Fes­ti­val 1971: Pro­mi­se me Delight

Mal­ta Song Fes­ti­val 1971: Pro­mi­se me Delight

Eine gute halbe Million Menschen, und damit weniger als in meiner Heimatstadt Frankfurt am Main, bevölkern das aus zwei Inseln bestehende Mittelmeer-Archipel Malta, bis 1964 noch eine britische Kronkolonie und seit 2004 Teil der Europäischen Union. Interesse am Eurovision Song Contest hegte man in dem vom Wasser umgebenen und vom Tourismus lebenden Stadtstaat jedoch bereits seit 1960, als die dortige Zweigstelle der Christlichen Arbeiterjugend das am Vorbild des San-Remo-Festivals und des Grand Prix geschulte erste Malta Song Festival organisierte, mit dem erklärten Wunsch, dessen Sieger Joe Grech mit seinem selbstgeschriebenen, italienischsprachigen Canzone 'Vola Uccellino' zum internationalen Wettbewerb zu entsenden. Der…
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