Marianne Rosenberg

Mari­an­ne Rosen­berg: Sie gehört zu uns

Mari­an­ne Rosen­berg: Sie gehört zu uns

In ihrer außergewöhnlich lesenswerten Autobiografie 'Kokolores' spricht die Schwulenikone und viermalige Vorentscheidungsteilnehmerin Marianne Rosenberg auch über ihre Beziehung zum Eurovision Song Contest. Sehr früh und durchaus nachhaltig beeindruckte der europäische Liedwettbewerb die junge Berlinerin: "Ich hatte den Grand Prix d'Eurovision de la Chanson 1963 zum ersten Mal im Fernsehen gesehen" - da war sie gerade acht - "und fortan war es einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, die Sänger nachzuspielen." Und nicht nur das: "Die Siegerin 1964 wurde die sechzehnjährige Gigliola Cinquetti (...). Weil sie noch so jung war, italienisch sang und langes braunes Haar hatte, wurde mein Spiel auf den selbst gebauten Bühnen realistischer.…
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Ein Lied für Har­ro­ga­te 1982: Ich bin nur ein Mädchen

Ein Lied für Har­ro­ga­te 1982: Ich bin nur ein Mädchen

Bereits ins vierte Jahr ging nun die Regentschaft des Bayerischen Rundfunks beim deutschen Grand-Prix-Vorentscheid, und so langsam machte sich eine immergleiche, fade Routine breit. Ob es den Auswahl- und Abstimmungsmodus betraf, die Teilnehmerzahl, das Bühnenbild: alles exakt wie schon in den Jahren zuvor. Erneut führte die damenhafte Carolin Reiber mit aufgesetztem Pathos durch den Abend, und auch wenn sie mit stolzgeschwellter Brust erzählte, dass die Auwahljury diesmal über 800 Titel zu sichten hatte, befand sich das vom BR letztlich präsentierte Musikprogramm doch fest im Würgegriff weniger altgedienter Schlagerschaffender. Denn die Handvoll zur Vorauswahl eingereichten Neue-Deutsche-Welle-Songs flogen in den Radiovorrunden auf…
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Ein Lied für Den Haag 1980: Grel­le Blit­ze schre­cken mich

Ein Lied für Den Haag 1980: Grel­le Blit­ze schre­cken mich

Wie schon im Vorjahr bot der nun für die ARD beim Grand Prix federführende Bayerische Rundfunk, der auch bei der Studiodekoration keine Gelegenheit zur Eigenreklame ausließ, für diese Vorentscheidung gleich zwei Moderatoren auf: für die Jüngeren den allseits beliebten, seinerzeit noch schlagfertigen Thomas Gottschalk; für die Kukident-Generation Caroline Reiber, die in einem unifarbenen, ebenso teuer wie spießig ausschauenden Glockenkleid-Alptraum in einer schlimmen Pastellfarbe auftrat. Sie moderierte so bemüht spritzig wie emotional unglaubwürdig. (mehr …)
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Ein Lied für Stock­holm 1975: Jeder Ton ist wie ein Stein

Ein Lied für Stock­holm 1975: Jeder Ton ist wie ein Stein

Nach dem Katastrophenergebnis der hausinternen deutschen Grand-Prix-Vorauswahl im Abbajahr 1974 (ein geteilter letzter Platz für den deutschen Beitrag von Cindy & Bert) besann sich sich der seinerzeit verantwortliche Hessische Rundfunk darauf, dass er bereits 1970 und (in Zusammenarbeit mit dem Sender Freies Berlin) 1972 sehr glamouröse öffentliche Vorentscheidungen auf die Beine gestellt und mit den dort ausgewählten Künstlerinnen jeweils einen gloriosen Medaillenplatz beim europäischen Wettsingen erzielt hatte. Mit diesem Wissen im Rücken und dem daraus resultierenden Glauben an die eigenen Fähigkeiten zimmerte man in Frankfurt am Main diesmal eine der bestbestückten Veranstaltungen in der deutschen Grand-Prix-Geschichte zusammen. Dabei half, dass der Sender…
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