Marjatta Leppänen

Eurovi­isukar­sin­ta 1966: Auf der Stra­ße nach Süden

Eurovi­isukar­sin­ta 1966: Auf der Stra­ße nach Süden

Eine auch vom NDR beim deutschen Vorentscheid gelegentlich angewandte Abstimmungstechnik führte der finnische Sender YLE erstmalig im Jahre 1966 als Neuerung ins Eurovisionsgeschehen ein: das Superfinale. Wie nicht anders zu erwarten, stellte sie ihre Ungeeignetheit gleich bei der Premiere unter Beweis. Zum einen stand die Siegerin des Abends, die damals 22jährige Euroviisukarsinta-Novizin Ann-Christine Nyström mit ihrem fröhlich-belanglosen Schlagerlein 'Playboy', bereits nach der ersten Juryabstimmung fest. In dieser führte sie nämlich mit zwei Zählern Vorsprung vor den beiden punktgleich zweitplatzierten Balladen 'Muistojen Bulevardi' von Laila Kinnunen und 'Vieras rakastettuni' ('Fremde, die ich liebe') des finnischen Vorjahresvertreters Viktor Klimenko. Dennoch musste die gleiche…
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Eurovi­isukar­sin­ta 1965: Gib mir ’nen Kerl

Eurovi­isukar­sin­ta 1965: Gib mir ’nen Kerl

111 Einsendungen hatte das finnische Fernsehen YLE im Jahre 1965 von heimischen Komponist:innen für die Suomen Euroviisukarsinta erhalten. Zehn Titel suchte YLE heraus, um sie in den Wochen vor dem Semifinale des Grand-Prix-Vorentscheids mehrfach im Radio zu spielen. Per Postkartenabstimmung durften die Zuhörer:innen hieraus ihre sechs Lieblingslieder für die Endrunde in Helsinki bestimmen. Auf der Strecke blieb unter anderem eine unfassbar langweilig dahinplätschernde Ballade namens 'Pavane itkevälle neidolle', was die unglaublich schweinische kalifornische Internet-Suchmaschine Google mit 'Piss auf eine kleine Mutter' übersetzt (wirklich, ich denk mir das nicht aus!), was aber tatsächlich wohl einen 'Tanz für ein weinendes Mädchen' meint.…
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Eurovi­isukar­sin­ta 1963: I am what I am

Eurovi­isukar­sin­ta 1963: I am what I am

Viel Mühe hatte sich das finnische Fernsehen YLE gegeben mit seiner dritten Eurovisionsvorentscheidung, der Suomen Euroviisukarsinta 1963. Acht Titel hatte man kommissioniert, darunter Stücke mit so vielversprechenden Titeln wie 'Pimpula vei' ('Verflucht'): keine Sprache klingt so gangstermäßig und eignet sich so gut zum Fluchen wie das Finnische! Wie seinerzeit üblich, wurden alle Beiträge jeweils von zwei verschiedenen Künstler:innen dargeboten, in unterschiedlicher Instrumentierung, um den Fokus der zweihundertköpfigen (!) Laienjury weg vom Interpreten und hin zum Song zu lenken. Dies gelang jedoch nur sehr eingeschränkt (wie auch, schließlich bildet beides eine untrennbare Einheit), und nicht immer unbedingt zum Vorteil der Künstler:innen. So…
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