Mary Hopkin

ESC-Fina­le 1970: Schmet­ter­lin­ge und Bienen

ESC-Fina­le 1970: Schmet­ter­lin­ge und Bienen

Ein neues Jahrzehnt, ein neuer Aufbruch. Das bekam das Publikum schon bei der deutschen Vorentscheidung zu spüren, die sowohl inhaltlich und optisch als auch musikalisch einer kleinen Revolution gleichkam. Revolutionär auch unsere Vertreterin in Amsterdam, Katja Ebstein. Aus der Liedermacherszene kommend und beseelt von sozialkritisch-aufklärerischer Attitüde, sang die spätere SPD-Wahlkämpferin und Heinrich-Heine-Rezitatorin einen von ihrem damaligen Ehemann Christian Bruhn geschriebenen Tröstungsschlager namens ‘Wunder gibt es immer wieder’. Ein unvergesslicher Evergreen, weil er sich musikalisch wie textlich sehr deutlich von der bisher üblichen, biederen Schlager-Standardware unterschied. Ein gewaltiges, spannungsgeladenes Intro mit einer Blue Note als Hinhörer; der gedehnte und damit dramatisch wirkende Gesang…
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A Song for Euro­pe 1970: The Door is always open wide

A Song for Euro­pe 1970: The Door is always open wide

Bereits im Sommer 1969 nominierte der BBC-Unterhaltungschef Tom Sloan mit der gebürtigen Waliserin Mary Hopkin einen weiteren topaktuellen Star von der heimischen A-Liste als Vertreterin des Vereinten Königreichs beim Eurovision Song Contest. Die blonde Sängerin mit der glockenhellen Sopranstimme hatte 1968 die Talentshow Opportunity knocks des britischen Privatsenders ITV gewonnen und wurde von Paul McCartney für das Apple-Plattenlabel gesignt. Ihre erste Singleveröffentlichung, das auf einer traditionellen russischen Volksweise basierende 'Those were the Days', wurde zum Welthit mit einer Nummer 2 in den amerikanischen Charts und einer Spitzenposition auch in der deutschen Verkaufshitparade. 1969 nahm sie am San-Remo-Festival teil und erzielte…
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San-Remo-Fes­ti­val 1969: Baby it’s cold outside

San-Remo-Fes­ti­val 1969: Baby it’s cold outside

Viel Feind - viel Ehr': die herausragende Popularität des als ESC-Vorentscheid genutzten ligurischen Liederfestivals und seine eminente kulturelle Bedeutung machten es zu einer idealen Zielscheibe der auch in Italien Ende der Sechzigerjahre gegen die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse aufbegehrenden Studentenbewegung. Ein vom Satiriker und Theatermacher Dario Fo veranstaltetes und von der Kommunistischen Partei unterstütztes Gegenfestival, mit dem man gegen den als "bürgerlich" gebrandmarkten Songwettstreit protestieren und an das Bewusstsein der Arbeiterschaft appellieren wollte, sorgte für Unruhe bei der Rai, die aus Furcht vor Störern die beiden Semis und das Finale der Show bereits am jeweiligen Nachmittag als Playback aufzeichnen ließ, um…
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