Moldawien

Ers­tes ESC-Semi 2016: Auf in den Kampf!

Ers­tes ESC-Semi 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt vielleicht nicht auf ungeteilte Zustimmung bei all meinen Leser/innen stoßen und beschreibt auch das Gegenteil meiner eigenen Empfindungen von vor einem Jahr, aber nach der ersten Qualifikationsrunde 2016 aus dem Stockholmer Globen (der immer noch aussieht wie ein Schneller Brüter) am Dienstagabend muss ich sagen: von mir aus können die Schweden gerne jedes Jahr gewinnen. Solange sie Petra Mede weiter moderieren lassen: locker, flockig, eigenironisch, herrlich! Am schönsten der Gag, als auf die Worte "Welcome, Europe!" die ersten Takte von 'The Final Countdown' der gleichnamigen schwedischen Achtzigerjahre-Rockband ertönten, live von besagter Kapelle intoniert, die Petra und Måns aber schnell…
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Von Wöl­fen und Lum­pen­sä­cken: die Pro­ben zum ers­ten Semi 2016

In Stockholm gingen heute die ersten Probendurchgänge für die beiden Qualifikationsrunden zu Ende. Seit Montag üben die Teilnehmer/innen aller 42 Nationen ihre Auftritte erstmals auf der echten Eurovisionsbühne. Noch nicht immer im späteren Bühnenoutfit und oftmals mit stimmlich angezogener Handbremse - in der ersten Runde geht es hauptsächlich um die richtigen Kamerapositionen und Bühnenhintergründe und ums letzte Feilen an den Choreografien. Die von den internationalen Bloggern vor Ort natürlich schon fleißig verbreiteten ersten Eindrücke sind daher mit Vorsicht zu genießen, zumal es für zu Hause Gebliebene wie mich nur kurze Dreißigsekünder zu sehen und zu beurteilen gibt. Dennoch will, ja muss…
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Mol­da­wi­en lädt Ovi­diu als Gast­sän­ger ein

Im Drama um die Ausladung Rumäniens vom Eurovision Song Contest 2016 wegen nicht bezahlter Schulden zeigt sich das Nachbarland Moldawien solidarisch: wie eurovoix berichtet, offerierte der Delegationsleiter von TRM, der geschasste Ovidio Anton sei herzlich eingeladen, als Duettpartner der moldawischen Repräsentantin Lidia Isac einspringen und mit ihr gemeinsam in Stockholm ihren Song 'Falling Stars' zum Besten geben. Der rumänische Meat Loaf zeigte sich gerührt, lehnte das Angebot jedoch ab. Auf Facebook kommentierte er: "Ich verbeuge mich vor unseren moldawischen Brüdern und ihrer außergewöhnlichen, einzigartigen und noblen Geste. Ich weiß, wie viel Arbeit in der Vorbereitung auf so einen Moment steckt und…
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Vier Todes­fäl­le und eine Hoch­zeit: der schlim­me Supersamstag

Vier Todes­fäl­le und eine Hoch­zeit: der schlim­me Supersamstag

Fünf Nationen wählten gestern gleichzeitig ihre Beiträge aus für den Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm an diesem stressigsten aller Supersamstage der laufenden Saison. Als erste von ihnen startete bereits um 18:40 Uhr MEZ die moldawische Vorentscheidung, wo wir erfuhren, dass die Zahl 16 (wie in 2016) dort "șaișpe" heißt, was sich nicht von ungefähr wie "Scheiße" anhört. Folgerichtig griff das rumänische Bruderland, wie fast alle gestern Abend auswählenden Nationen, tief ins Klo bei ihrer Entscheidung. Sehr, sehr tief. Das sah wohl sogar die Siegerin so, die man nach ihrer Akklamation erst mal hektisch suchen musste (war sie eine rauchen…
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Von Göte­borg nach Stock­holm: ein Kes­sel Bun­tes vom Vorentscheid

Von Göte­borg nach Stock­holm: ein Kes­sel Bun­tes vom Vorentscheid

Meine Güte, was ein Stress: in Köln fanden heute bereits die ersten Generalproben statt für den morgigen deutschen Vorentscheid Unser Lied für Stockholm, bei denen tatsächlich alles auf die langweiligste Option hinauszulaufen scheint; auf den Song, der mich am kältesten lässt: auf das farblose 'Ghost' von Castingshow-Sternchen Jamie Lee Kriewitz nämlich. Gähn. Doch so viel ist noch nachzuholen, so viele Ereignisse stapeln sich noch aus den letzten Tagen, dass sie nur noch in chronologischer Reihenfolge abzuarbeiten sind. Beginnen wir mit dem Halbfinale der lettischen Supernova vom vergangenen Sonntag: dort passierte zwar musikalisch nichts Neues mehr, ging es ja nur noch um das Eindampfen der…
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Favo­ri­ten­flucht in Mol­da­wi­en: Elle sind raus

Favo­ri­ten­flucht in Mol­da­wi­en: Elle sind raus

Hurra, ein Skandal! Seit jeher, so viel zur Vorgeschichte, begleiten fragwürdige Juryentscheidungen und Korruptionsvorwürfe die moldawische Eurovisionsvorentscheidung - freilich, ohne dass sich bis dato ein Beweis für etwaige Mauscheleien antreten ließ. Lange Zeit sah es so aus, als bekäme der Sender TRM 2016 gar keine Vorauswahl zustande: nach dem Sieg des in seiner Heimat stets erfolglosen Ukrainers Eduard Romanyuta bei der Melodie pentru Europa 2015 - ebenfalls begleitet von unbelegten Behauptungen, dieser sei gekauft - drohten die heimischen Konkurrenten mit Boykott. Erst kurz vor Einsendeschluss trudelten doch noch genügend Bewerbungen ein. Unterdessen jedoch gingen zwei der vom Sender ausgewählten Vorentscheidungsteilnehmer wieder von der Fahne: nach…
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Go, wild Dan­ces: Kir­gi­si­en gewinnt die Türk­vi­zyon 2015

Go, wild Dan­ces: Kir­gi­si­en gewinnt die Türk­vi­zyon 2015

Die zentralasiatische Republik Kirgisien (andere Schreibung: Kirgisistan) gewann heute die dritte Ausgabe des in Istanbul ausgetragenen Song Contests der Turkvölker, der Türkvizyon. Jiidesh İdirisova, eine Art mongolischer Ruslana-Klon, überzeugte die Juroren mit einer starken Stimme, einer hoch energetischen Choreografie mit vielen lederbepackten Tänzern, kraftvollen Rhythmen und großzügig eingestreuten "Huh"s und "Ha"s. Also 'Wild Dances' (UA 2004) auf osmanisch. Derya Kaptan, die deutsche Vertreterin, erreichte mit einer etwas sperrigen Ballade in Angedenken an die Opfer eines unlängst in der Türkei stattgefundenen Terroranschlags einen achtbaren elften Platz und konnte sich zudem über einen Sonderpreis für den "anspruchsvollsten Beitrag" freuen. Gute drei Stunden dauerte die Show mit…
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Ret­tet eine Dis­qua­li­fi­ka­ti­on die Schweiz?

Ret­tet eine Dis­qua­li­fi­ka­ti­on die Schweiz?

Unerhörtes trug sich heute in der Schweiz zu. Dort hatte, so viel kurz zur Vorgeschichte, am 6. Dezember 2015 die senderinterne Jury des deutschschweizerischen Senders SRF aus den wenigen Vorschlägen, welche die Internet-Vorrunde des dortigen Auswahlverfahrens überlebt hatten, die sechs Untauglichsten für das Finale am 13. Februar 2016 in Kreuzlingen herausgesucht. 'Holz vor dr Hüttn' von Platzhirsch, der einzige Song mit guten Chancen im internationalen Wettbewerb, blieb dabei natürlich auf der Strecke. Heute aber mussten die Züricher einen der ausgewählten Beiträge, 'Perché mi guardi cosi?' von Stéphanie Palazzo, disqualifizieren - die Dame hatte das Lied vor zwei Jahren bereits in einer französischen Fassung veröffentlicht.…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Le Bogni­bov pri­meur est arrivée!

Keine Eurovisionssaison wäre eine solche ohne den neuesten Versuch von Sasha Bognibov. Seit 2007 reicht der moldawische Kultstar regelmäßig Beiträge zum Vorentscheid seines Landes ein. Nachdem es um sein Erstlingswerk 'I love the Girls (of 13 Years old)' einen kleinen internationalen Sturm im Wasserglas gab, schaffen es allerdings die wenigsten seiner erfreulich verstörenden Werke auch nur auf die Auswahlliste. Doch unser Sasha macht unverdrossen weiter, wofür alleine ihm schon Respekt gebührt. Derweil reift er künstlerisch heran: während seine Texte ihre düstere Grundfärbung behalten, gelingt es ihm zusehends, kontroverse Themen zu umschiffen. Auch musikalisch bewegt er sich in homöopathischen Schritten auf den Mainstream zu, ohne den…
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Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Gleich vorneweg ein Wort der Vorwarnung: vermutlich sehe ich dieses Jahr einen komplett anderen Contest als ein Großteil meiner Leser/innen. Denn ich bin seit langem erstmals wieder vor Ort, und bekanntlich sind die Eindrücke in der Halle stets völlig andere als die zu Hause an den Flachbildschirmen. So hörte ich, zumindest schon mal heute im ersten Semifinale, beispielsweise nur satten, vollen Sound und weitestgehend fehlerfreien Gesang - dies also zur Erklärung, falls das an den Rundfunkempfängern anders herüberkam. Dann ein weiteres Wort der Vorwarnung: ich bin stocksauer! Auf Europa! Und zwar, weil die fantastischen Finnen nicht weiterkamen. Nein, 'Aina Mun Pitää' wird…
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Die Vil­la­ge Peop­le sind in Wien: ers­te Pro­ben ers­tes Semi 2015

Seit Montag Mittag sind die Spiele offiziell eröffnet: in der Wiener Stadthalle probten gestern und heute die 16 Teilnehmer/innen des ersten Semifinales am kommenden Dienstag. Und obgleich es sich um den allerersten, technischen Durchlauf handelte, der hauptsächlich zum Finden der richtigen Kameraeinstellungen und Beleuchtung diente, berichteten die zahlreich in Wien bereits aufgeschlagenen Schwurnalisten natürlich ausführlich über jedes noch so kleine Detail und erstellten umgehend neue Prognosen. Wenn nicht gerade kontrovers über den Aufreger des Tages debattiert wurde: so rüstet die Wiener Stadtverwaltung derzeit 120 Fußgängerampeln mit mit neuen Symbolen aus: händchenhaltend gemeinsam wartende bzw. laufende Pärchen - darunter auch gleichgeschlechtliche -…
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Mol­da­wi­en 2015: ein gekauf­ter Sieg?

Sie gehören beim Eurovision Song Contest mittlerweile zum Standardverfahren, insbesondere in den osteuropäischen Staaten: Vorwürfe über Stimmenkauf und Manipulation. Die Fetzen flogen entsprechend hoch beim moldawischen Vorentscheid am vergangenen Samstag, wie escKaz, eurofire und Eurovision Apocalypse in den letzten Tagen übereinstimmend berichteten. Dort richtete sich der geballte Zorn der Vorentscheid-Teilnehmer gegen den aus der Ukraine stammenden Eduard Romanyuta, der die Melodie pentru Europa haushoch gewann. Zu haushoch vielleicht: bereits nach dem Semifinale, als er im Televoting mehr Stimmen auf sich vereinte als alle Konkurrenten zusammen, riefen einige Acts wie z.B. das SunStroke Project (MD 2010) ihre Fans aus Protest dazu…
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Vier­ter Super­sams­tag: der gei­le Kata­stro­phen­tag (FI, HU, MD 2015)

Neben Slowenien entschieden am heutigen vierten Supersamstag noch drei weitere Länder über ihre Beiträge. Im Gegensatz zu den sich selbst als Mitteleuropäer verstehenden Balkanbewohnern gingen in Finnland, Ungarn und Moldawien den heutigen Entscheidungen jeweils zahlreiche Vorrunden voraus. Wie in Slowenien siegten auch hier die im Vorfeld als Favoriten getippten Acts, allerdings handelt es sich bei allen drei Neuzugängen für Wien um recht umstrittene Siegertitel. Und ich finde sie alle drei geil! Das gilt natürlich im besondere Maße für Finnland, das mit der Wahl der aus vier ruppig aussehenden Kerlen mit Lernbehinderung bestehenden Punkband Pertti Kurikan Nimipäivät erneut seinen Sinn für unübertreffliche…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Opa, Pasha!

In erschreckender Weise führt uns die griechische Eurovisionsvorentscheidung die verheerenden Folgen der Austeritätspolitik vor: noch nicht mal mehr Autos können sich die Hellenen leisten, so dass in Athener Parkhäusern nun ganze Etagen leerstehen. Dies nutzte der vom Staatssender NERIT mit der Eurovisionsauswahl beauftragte private Musikkanal MAD und drehte die Clips zu den fünf diese Woche der Öffentlichkeit präsentierten Vorentscheidungsbeiträge in einer schäbigen, klaustrophobieauslösenden Parketage. Andererseits könnte man sich das für den kommenden Mittwoch terminierte Finale auch ganz sparen, gibt es doch ohnehin nur einen einzigen denkbaren Siegertitel: 'Jazz & Sirtaki' von Thomaï Apergi! Der Song liefert exakt das ab, was sein Titel…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Es tut mir (nicht) leid

Fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit, schrägte es vergangene Woche erneut einige hoffnungsvolle Bewerber/innen für den Eurovision Song Contest 2015 in Wien, darunter einige mit wundervoll schrägen Beiträgen, die es an dieser Stelle zu würdigen gilt. Dazu zählt an vorderster Stelle natürlich die Litauerin Reda Striškaitė und ihr barjazziger Cabaret-Versuch 'Es tut mir nicht leid'. Jawohl, mit deutschem Titel! Wobei: auch wenn Reda, die den Song bis auf diese Zeile auf Englisch vortrug, an der Aussprache noch etwas feilen sollte, pressiert es nicht mehr. Denn obgleich es aufgrund der für Außenstehende schlichtweg undurchdringbaren Kompliziertheit des litauischen Auswahlverfahrens widersprüchliche Angaben darüber gibt, ob der…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die Lati­nos vom Balkan

Eine ganze Latte an Vorentscheidungskandidat/innen ist in den letzten Tagen bekannt gegeben worden. Beginnen wir mit dem Big-Five-Land Italien: dort geht die Ehre der Eurovisionsteilnahme an den Sieger des prestigereichen San-Remo-Festivals, und zwar diesmal in der Kategorie "Campioni", also den etablierten Künstler/innen. Zu diesen Zwanzig zählen drei vormalige Grand-Prix-Teilnehmer/innen, nämlich Raf Riefoli (IT 1987, hierzulande besser bekannt durch den 1984 Discohit 'Self Control'), Lara Fabian (LU 1988) und die fabelhafte Diva Nina Zilli (IT 2012). Einen weiteren Versuch wagt auch Anna Tatangelo, meine Wunschkandidatin des Jahres 2011, seinerzeit mit dem sensationellen 'Bastardo'. Ihr diesjähriger (bislang noch nicht veröffentlichter) Beitrag heißt etwas…
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Ers­tes ESC-Semi 2014: Drei Mal dabei, bit­te weiterwählen!

Ers­tes ESC-Semi 2014: Drei Mal dabei, bit­te weiterwählen!

Sie sind doch einfach jedes Mal für Überraschungen gut, diese Qualifikationsrunden und insbesondere die Antworten, die Europas Zuschauer und Juroren auf die Frage geben, welche der gezeigten Performances sie am Samstag im Finale wiedersehen wollen. So gut wie niemand hatte wohl ernsthaft Valentina Monetta auf seinem Tippzettel, und nachdem der unter langjährigen Leidensgenossen nur noch "der Unvermeidliche" genannte Ralph Siegel diesmal auch noch prominent am Flügel saß, als sei er die Reinkarnation von Andrew Lloyd-Webber (UK 2009), sah ich offen gestanden endgültig schwarz für die sanmarinesische Lys Assia (CH 1956-1958). Ob die Verleihung der Finalkarte nun den Lohn für die Persistenz der…
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Mol­da­wi­en 2014: Wir sind die Roboter

Gäbe es Moldawien nicht, man müsste es erfinden: jedes Jahr unterhält uns die kleine Schwester Rumäniens in ihrer Vorentscheidung mit neuen Unglaublichkeiten. Sei es ein Beitrag, der in seinem Semi nur knappe 50 Anrufe kassieren konnte - oder die Siegerin des O Melodie Pentru Europa, Christina Scarlat. Die verkleidete sich für ihren Finalauftritt als Robowoman: die rechte Körperhälfte bedeckt von einem Metallpanzer, links ein apricotfarbenes, im Windmaschinensturm flatterndes Kleidchen. Was schon mal erfolgreich von ihrem etwas herben Gesicht ablenkte. "What am I? Am I human?" eröffnete sie dann auch noch ihre dramatische Dubstepballade 'Wild Soul', in der sie uns kundgibt, dass…
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ESC 2014: Ser­bi­en setzt aus, Bul­ga­ri­en bockt, Rumä­ni­en rein

Neben Kroatien wird mit Serbien ein zweites exjugoslawisches Land beim Eurovision Song Contest 2014 fehlen. Aus finanziellen Gründen habe der Verwaltungsrat des serbischen Senders RTS die Entscheidung getroffen, Kopenhagen fern zu bleiben. Man behalte sich aber für 2015 vor, wieder mitzumachen, sofern dann wieder "stabile und ausreichende Haushaltsmittel" zur Verfügung stünden, wie der Sender mitteilte - nicht ohne schnell noch darauf zu verweisen, dass man "2008 als Gastgeber einen neuen Standard in organisatorischen und technischen Fragen" gesetzt habe, "der immer noch als Beispiel" diene. Das ebenfalls aus pekuniären Gründen bis zuletzt als Wackelkandidat geltende Rumänien, das uns 2013 mit Cezar…
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ESC und Men­schen­rech­te: hilft ein Boykott?

Die Diskussionen tobten bereits im Vorfeld des Eurovision Song Contests in Baku, und die aktuelle Debatte um die homophoben russischen Gesetze bringen das Thema wieder auf die Tagesordnung: wie gehen wir beim Eurovision Song Contest mit Ländern um, welche die Menschenrechte nicht beachten? Lars Peters alias Douze Points vom Prinz-Blog veröffentlichte heute einen sehr persönlichen, sehr berechtigten Wutschrei über das tatenlosen Zusehen des Westens. Seine Forderung: Länder, welche die Europäische Menschenrechtskonvention verletzen, müssen von der Teilnahme und der Austragung des ESC gesperrt werden. Alternativ solle die ARD bei einem Sieg eines solchen Landes den Wettbewerb boykottieren. (mehr …)
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Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Tack Sverige! Die zahlreichen Änderungen, die das schwedische Fernsehen unter Federführung von Christer Björkman in diesem Jahr am Song Contest vornahm, trafen gerade unter den Fans ja eher auf Ablehnung. Nach dem heutigen ersten Semiabend muss ich jedoch sagen: aus Sicht des TV-Zuschauers sind zumindest die Entscheidungen für eine kleinere Halle mit Stehplätzen im Innenraum, die technische Abrüstung (keine Bühnen-LEDs) und die Rückkehr zu "nur" noch einer Moderatorin goldrichtig. Atmosphärisch deutlich dichter, fast schon intim die Fernsehbilder aus Malmö, die Künstler wirkten nicht mehr verloren auf der Bühne oder vom Hintergrund erschlagen, wie es in den letzten Jahren meist der…
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Fünf­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: ers­tes Semi, die Chancen

Heute ging es richtig los in Malmö: das Pressezentrum eröffnete mit einer Pressekonferenz der EBU, die erwartungsgemäß alle ihre von den Fans teilweise heftig kritisierten Entscheidungen zu den Regeländerungen beim Contest als sinnvoll und gelungen bezeichnete und ansonsten ausführlich ihre brandneue Eurovisions-App für iPhones und Android-Handys bewarb (zu der ich nichts weiter sagen kann, weil bei mir der Anmeldeprozess nicht klappte, man zum Voten per App aber ohnehin ein PayPal-Konto braucht, das ich weder habe noch will und ich auf fesselnde News vom eurovision.tv-Team auf meinem Smartphone verzichten kann). Gegen Mittag starteten dann die zweiten Probendurchläufe für die Teilnehmer des…
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Zwei­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: It’s a small World

Gleich die ersten Interpreten des zweiten Probentages sorgten heute früh für die größte Überraschung: im weißen 2001-Weltraumanzug als Montenauten verkleidet, lieferten die beiden Jungs von Who see? eine astreine Performance ab, getoppt von ihrer ebenfalls kompetenten Sängerin Nina Žižić, die pünktlich zum Beginn ihres Vokalparts per transparentem Lift aus den Bühnenboden geschossen kommt. Der antizipierte Car-Crash bleibt also aus; ganz im Gegenteil räumen die Blogger in Malmö den ursprünglich als sichere Sitzenbleiber gehandelten Schwarzberglern mittlerweile große Chancen auf einen Finaleinzug ein. Den umgekehrten Weg gingen die drei Serbinnen, die ihren fabelhaften Faschingsschlampenlook aus der Vorentscheidung gegen augenwehbunte Zuckerbäckerkostüme austauschten. In denen sehen…
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It’s all in your Head: Zla­ta und das Ecstasy-Einhorn

Dass in ihrem Oberstübchen die Neuronen anders verknüpft sein könnten als beim Rest der Menschheit, diesen Eindruck erweckte die fabelhafte Zlata Ognevich ja bereits in der skandalumwitterten ukrainischen Vorentscheidung 2011, wo sie sich von synthetisierten Kuckucksrufen zu ihrem völlig skurrilen, nur als Gesamtkunstwerk zu würdigenden Lied 'Kukushka' begleiten ließ. Und auch ihr diesjähriger Song 'Gravity' gehört nicht gerade zu den klassischen Junge-liebt-Mädchen-Machwerken der Popgeschichte. Mit dem soeben veröffentlichten (hervorragenden!) Club-Remix des Beitrags dreht Zlata die Schraube noch ein Stückchen lockerer: hier mischt sie den absurden englischen Text ("Put your Heart where it belongs" - ähm, in den Brustkorb?) mit wohlklingenden Wörtern…
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Essen­zi­el­les aus Italien!

So, und damit steht nun auch der letzte Beitrag für den Eurovision Song Contest 2013 fest. Es ist ein Lied, welches wir bereits kennen: 'L'Essenziale', den Siegertitel des San-Remo-Festivals 2013, wird Marco Mengoni in Malmö zu Gehör bringen. Und auch, wenn ein Teil von mir sich laut schreiend auf dem Boden wälzen und sich die Haare ausreißen möchte, weil auch der allerletzte verfügbare Platz nun mit noch einer Ballade belegt wurde, so freut sich klammheimlich der andere Teil, der sich bei der Siegerreprise dann im Zweifel doch viel lieber von einem rehäugigen Ragazzo mit Mafiabärtchen ansülzen lassen möchte als von…
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