Moldawien

Mol­da­wi­en schickt noch mal den schö­nen Pasha!

...allerdings leider nur als Komponist der Klavierballade 'A Million' (und ja, wie die millionste Ballade dieser Saison fühlt sie sich auch an!). Sowie als begleitender Pianist von Aliona Moon, die letztes Jahr noch als Tänzerin im spektakulären Dress für ihn fungierte, während er uns mit seiner Trompete verzauberte. Und spektakulär geriet Alionas Auftritt auch bei der gerade zu Ende gegangenen O Melodie pentru Europa, borgte sie sich doch Sabina Babayevas Leinwandkleid, auf dem allerlei unterhaltsame Projektionen liefen, während drei mit Goldroben verkleidete, barfüßige Tänzer sie umsprangen. Worauf aber niemand achtete, da, wie bereits erwähnt, währenddessen Pasha Parfeny (schmacht!) am Klavier saß. Aufmerksamkeit…
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Ers­tes ESC-Semi 2012: Scham­lip­pen­lap­pen und Popos

Ers­tes ESC-Semi 2012: Scham­lip­pen­lap­pen und Popos

Flammentürme. Immer und immer wieder diese Flammentürme! Der überdeutliche Wille der aserbaidschanischen Herrschersippe der Aliyews, ihren autokratisch regierten, postsowjetischen Kaukasusstaat anläßlich des in Baku auszutragenden Contests als modernes Land zu präsentieren, fand seinen ersten Niederschlag in den zwischen den Auftritten gezeigten Postkarten: wunderschön gemachte touristische Hochglanzbilder, die allerdings in ihrer starken Fokussierung auf die beeindruckenden Prachtbauten der Hauptstadt, darunter die besagten futuristischen - und noch nicht ganz fertiggestellten - gläsernen Drillingshochhäuser, auf Dauer doch ein wenig ermüdeten. https://www.youtube.com/watch?v=ttPqxZOJ-E4 So, wie auch die Moderationen des deutschen Kommentators Peter Urban. Ausgewogen, fundiert und amüsant zwar - aber leider an allen drei Abenden die…
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Lass uns Kat­zen ersäu­fen im Brun­nen: 2. Pro­be RU, HU, AT, MDIE

Der heutige Morgen begann mit den zweiten Probendurchläufen der letzten Fünf aus dem ersten Semi. Einen herzerwärmenden Start legten die udmurtischen Großmütterchen hin, die trotz - für den typischen Eurovisionsschwurnalisten viel zu - früher Stunde glänzend aufgelegt schienen: vermutlich haben sie um diese Zeit zuhause schon 20 Ziegen gemolken. Compact Disco aus Ungarn teilen sich wohl den Kostümschneider mit Michalis Rakintzis: die reptilienartige Verkleidung des Leadsängers Csaba Walkó erinnerte jedenfalls in fataler Weise an die Echsenkostüme der Griechen von 2002. Keine gute Idee! Die Trackshittaz präsentierten heuer, wie schon vermutet, anstelle des Schwarzlichteffektes aus der Vorentscheidung bunt flackernde LED-Aufnäher auf…
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How loo­ks the Trumpet: 1. Pro­be Moldawien

3 Minuten Spaß nonstop. So lässt sich die Show von Pasha Parfeny kurz zusammenfassen. Was er da mit seinen drei Tänzerinnen (unter gelegentlicher Hinzuziehung der zwei Chorsängerinnen) an campen Choreografien abzieht, von der Choo-Choo-Train-Reise nach Transsylvanien über Hoppe-Hoppe-Reiter - mal sehen, ob es hier nicht zum Aufschrei empörter Feministinnen kommt - bis hin zum schwulen Fäustchenkurbeln, ist ein echter Knaller. Und lenkt so erfolgreich vom allerdings deutlich verständlicher als noch in der Vorentscheidung artikulierten Pidgin-Englisch des wunderbar doppeldeutigen Textes ab, das man sich dem Balkandiscosound und der Lobpreisung seiner Trompete (auf der auch ich natürlich nur zu gerne bliese) wehrlos hingibt!…
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Mol­da­wi­en: von Raub und Repa­ra­ti­on (MD 2012)

Es ist ein seit Jahren zunehmend zu beobachtender Trend bei Eurovisionsvorentscheidungen: starke Acts, die mit einem mördermäßigen Spitzensong knapp unterliegen oder durch Juryentscheidungen ihres gerechten Sieges beraubt werden, erfahren oftmals im Folgejahr - dann leider immer mit einem wesentlich schwächeren Beitrag - kosmische Wiedergutmachung. So beispielsweise letztes Jahr in Schweden und heuer in Österreich und Russland. Nun gesellt sich auch Moldawien in diese Riege: dort siegte soeben, mit Hilfe massiver Jurymanipulation, der niedliche Pasha Parfeny gegen die Publikumsfavoritin Cristina Croitoru. Der wurde 2011 mit dem absolut besten Vorentscheidungsbeitrag des gesamten Jahrgangs, dem Ethno-Disco-Knaller 'Dorule', ebenso dank massiver Jurymanipulation, nur Dritter.…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: Cra­zy for Life

Bereits im vergangenen Jahr schlug ich vor, einen mit Selbstschußanlagen bewehrten Elektrozaun um Litauen zu bauen, angesichts des Mentalzustands einer Mehrzahl seiner Vorentscheidungsvertreter. Eine Forderung, die ich nach Sichtung der gestrigen ersten Vorrunde der Eurovizija nur bekräftigen kann. Alle ins Finale Weitergekommenen vermitteln irgendwie den Eindruck, als seien sie frisch aus der Klapse entsprungen oder gehörten zumindest zügig dort eingewiesen. Das gilt beispielsweise für den Vorrundensieger Artūras Žabas alias Beissol, dessen melancholisch klagende Nummer 'Why' ja gar nicht so schlecht kommt. Wäre da nur nicht dieser mit Armeestiefeln und Pinguinfrack verkleidete Schlacks von Sänger mit seiner ekelhaften Guttenbergfrisur und seiner total enervierenden…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: Sie­gel in Maltawien

Wer nach dem geradezu brutalen Ausscheiden von Ralph Siegels großem Abschiedsoeuvre 'C'était ma Vie' im gestrigen schweizerischen Vorentscheid glaubte, den Eurovisionsdauerkomponisten nun endlich los zu sein, sieht sich getäuscht. In Moldawien hat der Grand-Prix-Junkie noch ein Eisen im Feuer: dort reichte er einen kruden Mix aus Lous 'Let's get happy' (DE 2003) und Domenique Azzopardis 'I'll follow the Sunshine' (Maltesischer Vorentscheid 2011, Semi) namens 'Save a little Sunshine' ein, präsentiert von der tapfer lächelnden Irina und einem tapsigen Rapper mit dem merkwürdigen Namen MC Gootsa. Immerhin gibt das dazugehörige, augenwehbunte Video wenigstens zu, in den Siebzigerjahren stecken geblieben zu sein. Das ist…
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They should be so lucky (MD)

Unfassliche 25 Titel tummelten sich im heutigen moldawischen Vorentscheid, und am Ende lagen dank massiver Juryschiebung zwei ehemalige Grand-Prix-Vertreter des Landes an der Tabellenspitze: Nathalie "Babystrich" Barbu auf der Zwei und die Rockband Zdob si Zdub, die dem rumänischen Satellitenstaat bei seinem Eurovisionsauftakt 2005 gemeinsam mit ihrer trommelnden Oma einen sechsten Rang bescherten und dafür hier, wenn auch nur als zweite Wahl, das Plazet für einen weiteren Versuch - diesmal ohne Oma - erhielten. Gut behütet: Schneeflittchen und die sieben Zwerge (mehr …)
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ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

Als haushoher Favorit ging er ins Rennen, als wolkenkratzerhoher Sieger ging er daraus hervor: der norwegische Knuffel Alexander Rybak. Punkte aus allen 42 abstimmenden Ländern, darunter sechzehn Mal die Höchstwertung; hundert Punkte Abstand zur Zweitplatzierten: das Abschneiden des nordischen Eurovisionsmärchens geriet zum erwartbarsten Sieg seit 1976. Und stand somit leider auch am Ende der wohl langweiligsten Punkteauszählung seit Menschengedenken. Die auch durch den neu eingeführten 50/50-Jury-Televoting-Mix nicht spannender wurde. Im Gegenteil: auch die Juror:innen setzten den norwegischen Geigentroll mit astronomischem Abstand an die Spitze. https://www.youtube.com/watch?v=WXwgZL4zx9o Alex und die Manamana-Singerettes (NO). Meine Vermutung, zubrotfreudige Juror:innen könnten gar die Verantwortung für das…
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Mol­da­wi­en 2009: Zur Zigeunerweise

Mol­da­wi­en 2009: Zur Zigeunerweise

Zwei lustig umherhüpfende, bezopfte Pocahontasse, ein Rapper, eine bewundernswert schnell singende Sintessa, Verzeihung, ein weibliches Mitglied des moldawischen Unterhaltungsgewerbes namens Nelly Ciobanu, sowie blechbläserlastige Ethnoklänge bis zum Abwinken: so stellt sich der Beitrag des rumänischen Vororts in diesem Jahr da. 'Hora din Moldova' heißt er, und aufgrund mangelnder Rumänischkenntnisse kann ich nur vermuten, ob das 'Die moldawische Stunde' (hat 75 Minuten), 'Das moldawische Freudenmädchen' oder 'Ruhm und Ehre der baltischen Flotte meinem Land' bedeutet. Ich tippe mal auf Letzteres. Ob der quirlige Beitrag seinem Absenderland (ja, das aus dem Songtitel!) tatsächlich Ruhm und Ehre beim Grand Prix eintragen wird? Nun ja,…
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O Melo­die pen­tru Euro­pa 2008: Der <span class="caps">NDR</span> spielt Tanzmusik

O Melo­die pen­tru Euro­pa 2008: Der NDR spielt Tanzmusik

In Moldawien setzte sich am letzten Samstag Geta Burlacu mit den Stimmen der Jury durch. Ihr 'A Century of Love' kommt im jazzigen Kaffeehaus-Stil daher, allerdings in seiner unerträglichsten Ausprägung: struktur- und leidenschaftslos vor sich hin plätschernd, gewissermaßen die musikalische Entsprechung eines koffein- und fettfreien Soja-Latte. Von gestern. Sogar Getas Begleitmusiker scheinen sich auf der Bühne tödlich zu langweilen - da geht es ihnen nicht besser als dem Publikum. Geta selbst scheint Sade Adu als Vorbild zu haben - jedenfalls was die Modulation beim Singen angeht (Zitat Thomas Hermanns, zur Melodie von 'Smooth Operator': "Sucht nicht nach Tönen, denn / Ich…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Gebo­ren, um Lie­be zu geben

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Gebo­ren, um Lie­be zu geben

Nun hat es ihn doch noch geschrägt. Sasha Bognibovs umstrittenes Machwerk 'I love the Girls (of 13 Years old)' ist an den Juroren gescheitert und darf nicht bei der moldawischen Vorentscheidung mitmachen. Die schwülstige Nummer, in welcher der moldawische Sänger mit Operettenfalsett kleine Mädchen anschmachtet, befand sich unter den 27 Beiträgen, die der Staatssender TRM als mögliche Kandidaten für den Eurovision Song Contest online gestellt hatte. Ob die musikalisch grausame Nummer als Parodie, Hommage an deutschen Päderastenschlager der Siebzigerjahre ("Joanna, geboren um Liebe zu geben / Verbotene Träume erleben") oder schlichtweg ernst gemeint war, ist unbekannt. Seitdem TRM den Song, wie…
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ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

Ein kollektives, erleichtertes Seufzen ging durch Europa: nach fünf Jahren Vorherrschaft der Show über die Musik siegte endlich wieder ein Lied! Ein sanftes, melodiöses, in der Landessprache gesungenes noch dazu. Eines ganz ohne Choreografie! Allerdings: so ganz stimmte das nicht. Molitva' gewann natürlich auch aufgrund seiner Show - nur, dass diese halt sehr viel unaufdringlicher daherkam als beispielsweise bei den finnischen Monsterrockern. Genau diese charmante Präsentation zärtlicher Solidarität zwischen fünf gut aussehenden und einer stimmgewaltigen Frau (nicht zu vergessen der subtil lesbische Unterton) hob den serbischen Beitrag aus der Flut aufwändiger Tanzchoreografien heraus und führte ihn zum hoch verdienten Sieg.…
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ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

Natürlich hätte ich auf die Enttäuschung vorbereitet sein müssen. Schließlich bin ich lange genug Fan, um zu wissen, dass die fiesen, geschmacksgestörten Televoter im Semifinale immer die besten Songs aussortieren. Ganze 28 Länder traten in diesem Jahr in der Qualifikationsrunde gegeneinander an, so viele wie noch nie seit der Einführung der Semis. Lediglich zehn Slots für das Finale am Samstag gab es, aber 16 von mir favorisierte Titel, die unbedingt hätten weiterkommen müssen! Selbst unter Zuhilfenahme der Finger konnte ich mir also ausrechnen, dass ein Gutteil meiner Lieblinge auf der Strecke bleiben werden. (mehr …)
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Mol­da­wi­en 2007: (You got­ta) fight for your Right

Mol­da­wi­en 2007: (You got­ta) fight for your Right

Das Rennen um den frühesten feststehenden Beitrag 2007 hat überraschend Moldawien gewonnen. Ob es Natalia Barbu aber auch bis Helsinki schaffen wird, ist noch offen. Der kulturell eng mit Rumänien verwandte Staat, der 2005 mit Zdob si Zdub (in der aktuellen Vorentscheidung knapp gescheitert) und ihrer trommelnden Großmutter einen Überraschungsstart hinlegte, um 2006 mit dem verrückten O-Zone-Prügelknaben Arsenium und seiner Sandprinzessin abzukacken, mogelte sich noch auf der Zielgeraden an dem bereits schon traditionell zu Weihnachten abstimmenden Albanien und der heute vorauswählenden Halbdiktatur Weißrussland vorbei und entschied sich per Jury für das rothaarige Disco-Flittchen Natalia Barbu. Hinweisgebend der Songtitel: 'Fight' heißt die…
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Arseni­um: It’s a lot like Love

Arseni­um: It’s a lot like Love

Interessierte Doms sollten beim Packen der Koffer für Athen die Lederpeitsche nicht vergessen: wie der britische Internet-Klatschdienst Popbitch in seinem heutigen Newsletter berichtet, sollen bei der einschlägigen schwulen Seite Slave4Master.com Profile existieren, aus denen hervorginge, dass sich Arsenium, der diesjährige Vertreter Moldawiens,  im Besitz seines O-Zone-Kollegen Danito befinde. Sklave Arsenium, der übrigens wie sein Herrchen mittlerweile in Amsterdam lebe, stehe auf rauen Sex, Spanking und Bondage, möge aber keinen Natursekt. "Mit der Erlaubnis seines Meisters" stehe er auch anderen dominanten Männern zur Verfügung. Also aufgepasst, denn seinem Profil zufolge hält er sich diese Woche in Deutschland auf! Und wer Hemmungen haben sollte,…
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ESC-Semi 2005: La Musi­ca Alpina

ESC-Semi 2005: La Musi­ca Alpina

Bedenkt man, wie spät die Ukrainer aufgrund der politischen Ereignisse im Land mit den Vorbereitungen anfingen, erstaunt, wie reibungslos und professionell der Abend im Sportpalast zu Kiew über die Bühne ging. Zwischen dem Eurovisionssieg in Istanbul und der Organisation dieses Contests lag eine manipulierte Präsidentschaftswahl und eine vollkommen friedliche, aber kraftvolle Revolution, angeführt unter anderem von der Vorjahressiegerin Ruslana. Dem Gejaule besorgter Fans zufolge stand schon zu befürchten, dass die Kombattanten auf einem eilig mit Teer zugekleisterten Kartoffelfeld würden singen müssen. Bis auf kleinere technische Pannen lief aber alles glatt. Mal abgesehen von der großen Panne: dem Ergebnis des Televotings. https://youtu.be/Zffgx9Fwsuc…
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