Montenegro

Ser­gej Ćet­ko­vić für Montenegro

Als potentieller Vertreter Montenegros wurde er schon länger gerüchtet, heute bestätigte der Sender RTCG offiziell, dass Sergej Ćetković den bislang eher glücklosen Miniaturstaat (sechs fünf Beiträge seit der Loslösung von Serbien im Jahre 2006, dabei jedesmal im Semi ausgeschieden) in Kopenhagen vertritt. Sergej selbst sagte bei der Pressekonferenz: "Unser Lied wird von hoher Qualität sein. Ich hoffe, wir schaffen es ins Finale. Das wäre für mich ein gutes Resultat". Bislang bestehe der noch namenlose Song nur aus Fragmenten, es soll aber - wie originell! - ein Liebeslied werden. Mit dem auf dem Balkan wohl recht erfolgreichen Rockballadensänger kehrt das Land nach…
Weiterlesen

Ich kauf mir was: betreibt Aser­bai­dschan Stimmhandel?

Erst seit 2008 dabei, stets im Finale, bereits ein Sieg und kein Ergebnis schlechter als #8: die Erfolgsbilanz Aserbaidschans beim Eurovision Song Contest kann sich wahrlich sehen lassen. Die ehrgeizige Diktatur am Kaspischen Meer verfügt anscheinend über ein gutes Gespür für das richtige Song- und Showkonzept beim härtesten Musikwettbewerb der Welt - und über die notwendigen finanziellen Mittel. Dass es diese Mittel auch für anderes als Internetwerbung oder spektakuläre Bühnenaufbauten aufwendet, vermuten aufmerksame Statistikfans schon länger, kassiert der Erdölstaat doch öfters mal Punkte gerade aus kleineren Teilnehmerländern wie Malta, wo sich das Televoting leichter beeinflussen lässt. Nun will eine litauische…
Weiterlesen
Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Tack Sverige! Die zahlreichen Änderungen, die das schwedische Fernsehen unter Federführung von Christer Björkman in diesem Jahr am Song Contest vornahm, trafen gerade unter den Fans ja eher auf Ablehnung. Nach dem heutigen ersten Semiabend muss ich jedoch sagen: aus Sicht des TV-Zuschauers sind zumindest die Entscheidungen für eine kleinere Halle mit Stehplätzen im Innenraum, die technische Abrüstung (keine Bühnen-LEDs) und die Rückkehr zu "nur" noch einer Moderatorin goldrichtig. Atmosphärisch deutlich dichter, fast schon intim die Fernsehbilder aus Malmö, die Künstler wirkten nicht mehr verloren auf der Bühne oder vom Hintergrund erschlagen, wie es in den letzten Jahren meist der…
Weiterlesen

Fünf­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: ers­tes Semi, die Chancen

Heute ging es richtig los in Malmö: das Pressezentrum eröffnete mit einer Pressekonferenz der EBU, die erwartungsgemäß alle ihre von den Fans teilweise heftig kritisierten Entscheidungen zu den Regeländerungen beim Contest als sinnvoll und gelungen bezeichnete und ansonsten ausführlich ihre brandneue Eurovisions-App für iPhones und Android-Handys bewarb (zu der ich nichts weiter sagen kann, weil bei mir der Anmeldeprozess nicht klappte, man zum Voten per App aber ohnehin ein PayPal-Konto braucht, das ich weder habe noch will und ich auf fesselnde News vom eurovision.tv-Team auf meinem Smartphone verzichten kann). Gegen Mittag starteten dann die zweiten Probendurchläufe für die Teilnehmer des…
Weiterlesen

Zwei­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: It’s a small World

Gleich die ersten Interpreten des zweiten Probentages sorgten heute früh für die größte Überraschung: im weißen 2001-Weltraumanzug als Montenauten verkleidet, lieferten die beiden Jungs von Who see? eine astreine Performance ab, getoppt von ihrer ebenfalls kompetenten Sängerin Nina Žižić, die pünktlich zum Beginn ihres Vokalparts per transparentem Lift aus den Bühnenboden geschossen kommt. Der antizipierte Car-Crash bleibt also aus; ganz im Gegenteil räumen die Blogger in Malmö den ursprünglich als sichere Sitzenbleiber gehandelten Schwarzberglern mittlerweile große Chancen auf einen Finaleinzug ein. Den umgekehrten Weg gingen die drei Serbinnen, die ihren fabelhaften Faschingsschlampenlook aus der Vorentscheidung gegen augenwehbunte Zuckerbäckerkostüme austauschten. In denen sehen…
Weiterlesen

Quel­ques Mil­li­ons, Trei­ze à la Dou­ze (AZ, BE, CH, FR, ME 2013)

Nur noch ein paar Tage bis zum EBU-Einsendeschluss, und schon stapeln sich die neuen Eurovisionsbeiträge bis unter die Decke, so dass man kaum noch hinterherkommt! Aber der Reihe nach: in Aserbei... Asrbdsch... in Baku kam die gefühlt achthundertteilige Vorentscheidungsshow Milli Seçim Turu heute Abend völlig überraschend doch zu einem Ergebnis. Farid Mamedov wird also in Malmö in die Fußstapfen Johnny Logans treten und inbrünstig 'Hold me' schmachten, einen geradezu lehrbuchmäßigen Eurovisionsschlager aus griechisch-schwedischer Feder. Nur, dass Farid ein wenig jünger ist als der irische Barde seinerzeit und über deutlich mehr Augenbraue verfügt. Und an der Aussprache muss er noch ein wenig -…
Weiterlesen

Wer sieht sowas kom­men? Hip-Hop für Montenegro

Nach der Vollpleite mit einem Ralph-Siegel-Machwerk 2009 und sich anschließender dreijähriger Denkpause scheint sich das winzige Balkanland Montenegro auf eine grundsympathische, wie soll ich es charmant umschreiben: Fick-Dich-Alter-Haltung festgelegt zu haben. Irritierte man in Baku schon mit dem genialen Balkanstar Rambo Amadeus undnahm ein niedriges Punkteergebnis sehenden Auges in Kauf, so hat sich das montenegrinische Fernsehen in diesem Jahr vermutlich wiederum bewußt für ein beim Eurovision Song Contest besonders unbeliebtes Musikgenre entschieden: Hip-Hop. Und zwar nicht die cleane Stuttgarter Variante, sondern authentisch Dicke-Hose-Poser-mäßig und frauenfeindlich (einer der Tracks, an denen das Duo Who see?, das Podogrica heuer in Mälmo vertreten soll,…
Weiterlesen
Ers­tes ESC-Semi 2012: Scham­lip­pen­lap­pen und Popos

Ers­tes ESC-Semi 2012: Scham­lip­pen­lap­pen und Popos

Flammentürme. Immer und immer wieder diese Flammentürme! Der überdeutliche Wille der aserbaidschanischen Herrschersippe der Aliyews, ihren autokratisch regierten, postsowjetischen Kaukasusstaat anläßlich des in Baku auszutragenden Contests als modernes Land zu präsentieren, fand seinen ersten Niederschlag in den zwischen den Auftritten gezeigten Postkarten: wunderschön gemachte touristische Hochglanzbilder, die allerdings in ihrer starken Fokussierung auf die beeindruckenden Prachtbauten der Hauptstadt, darunter die besagten futuristischen - und noch nicht ganz fertiggestellten - gläsernen Drillingshochhäuser, auf Dauer doch ein wenig ermüdeten. https://www.youtube.com/watch?v=ttPqxZOJ-E4 So, wie auch die Moderationen des deutschen Kommentators Peter Urban. Ausgewogen, fundiert und amüsant zwar - aber leider an allen drei Abenden die…
Weiterlesen

Hei­lung durch Hand­auf­le­gen? Zwei­te Pro­ben ME, IS, GRLV

Überschattet von den schwulenfeindlichen Angriffen auf Eurovisionsseiten starteten heute Morgen in Baku die zweiten Kameraproben für die Semis. Einige Kostüme gab es zu sehen, unsittliche neue Chorografiedetails, verbesserte Hintergrundbilder und gelegentlich markerschütternde stimmliche Leistungen. Im Wesentlichen verfestigten sich aber die Einschätzungen aus den ersten Proben vom Sonntag. Hier die Zusammenfassung der ersten vier Starter. Eine Demonstration weiblicher Selbstheilungssolidarität bei 2:24 Min. (GR) (mehr …)
Weiterlesen

No ten­go Dine­ro: 1. Pro­be Montenegro

Hut ab vor dem Organisationstalent der Aseris! Heute vormittag um 11 Uhr Ortszeit (8 Uhr MEZ) sollten eigentlich in der Crystal Hall zu Baku die ersten Proben losgehen. Sinnigerweise fand aber just zur gleichen Zeit ein Radrennen statt, für welches man die halbe Innenstadt absperrte - inklusive der einzigen Zufahrtsstraße zur Halle. So, dass nicht nur die Schwurnalisten im Stau stecken blieben, sondern auch die Delegationen und das Produktionsteam von Brainpool. Clever gemacht! Mit nur knapp zweistündiger Verspätung konnten die Spiele dann doch noch beginnen: und das ausgerechnet mit Montenegro. Das niedliche Eselchen, den eigentlichen Star aus Rambo Amadeus' Vorschauvideo, durften die Schwarzbergler…
Weiterlesen

Mon­te­ne­gro: Shock me, Amadeus

Montenegro, der noch junge, aber bereits zu Recht mit einem katastrophalen Ergebnisschnitt beim Eurovision Song Contest geschlagene Balkanwinzstaat, gibt uns nach zwei Mal fadem Ostrock und einmal Siegel-Seniorendisco nun einen lokalen Helge Schneider: Rambo Amadeus (fabelhafter Künstlername!), in Montenegro geborener und in Belgrad lebender "Musiker, Poet und Medienmanipulator", scheint im früheren Jugoslawien mit seinen satirisch-politischen Texten und eigenwilligen Bühnenshows seit Ende der Achtzigerjahre dauerhaft erfolgreich zu sein. Das heute vorgestellte 'Euro-Neuro' ist bizarr, verstörend, skurril, unterhaltsam, merkwürdig, amüsant, eigenartig, krude, schwer zugänglich, aber irgendwie sympathisch. Das kann natürlich auch an dem putzigen Maulesel (oder was immer das ist, ich bin ein…
Weiterlesen

Ram­bo Ama­de­us für Montenegro

Der Reigen der Direktnominierung großer Namen vom Balkan geht weiter: heute Morgen benannte der montenegrinische Sender den im gesamten früheren Jugoslawien bekannten Antonije Pušić alias Rambo Amadeus. Und ja, der Künstlername setzt sich zusammen aus dem Wiener Komponisten und dem von Sylvester Stallone verkörpterten dumpfen Filmhelden. Rambo Amadeus lässt sich vielleicht als Mischung aus Alf Poier und Helge Schneider beschreiben: er macht satirische Songs über politische und Alltags-Themen, wobei er sich aller möglichen musikalischen Stile bedient, und hat bereits zehn Alben veröffentlicht. Sein Song für Baku wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. httpv://youtu.be/aUjQeyHRt0s  Tommy Seebach lebt!
Weiterlesen
Ers­tes ESC-Semi 2009: It’s kil­lin’ the Groove

Ers­tes ESC-Semi 2009: It’s kil­lin’ the Groove

Gerüchtehalber sechs Millionen Euro hatten sich die Russen im Vorjahr ihren auf Sieg getrimmten Beitrag 'Believe' kosten lassen. Bei der Ausrichtung des Wettbewerbs in Moskau protzten sie entsprechend hemmungslos: die größte Bühne aller Zeiten, die beeindruckendste Lichttechnik, die spektakulärsten Pausenacts. 42 Millionen Euro sollen sie für die Show ausgegeben haben, fast das Doppelte des üblichen Budgets. Und lieferten dennoch international ein beschämendes und unangenehmes Bild ab, aufgrund der rabiat exekutierten Auflösung des zeitgleich zum Eurovisionsfinale stattfindenden Moskauer CSD durch Sondereinsatzkräfte der Polizei. Und durch das wohl unfähigste Moderatorenteam der Grand-Prix-Geschichte. https://www.youtube.com/watch?v=ulVSOEuntOc Andrej Malakow, den männlichen Part, taufte meine liebe Kollegin Mery auf den…
Weiterlesen

Mon­te­ne­gro 2009: Es ist ein Siegel!

Er hat es wieder geschafft, der alte Fuchs! Am Freitag legte sich der exjugoslawische Winzstaat Montenegro, ein Land mit der Einwohnerzahl Frankfurts, per internem Juryentscheid auf seine Repräsentantin in Moskau fest: die 23jährige Andrea Demirović mit der Uptemponummer 'Just get out of my Life'. Heute kam heraus: das altbekannte Team Siegel / Meinunger hat seine Hände im Spiel. Gemeinsam mit dem spanischen Komponisten José Juan Santana Rodriguez schreiben sie den Song, den sie in Siegels Tonstudio in München aufnahmen. Damit ist der Unvermeidliche nach zwei Jahren Zwangspause wieder im Rennen. Could we just have the Dancer, please? (mehr …)
Weiterlesen
Mon­te­ne­gro 2008: Ste­fan, Ste­fan, oh Stefan

Mon­te­ne­gro 2008: Ste­fan, Ste­fan, oh Stefan

Das noch sehr junge Montenegro entwickelt eine Vorliebe für Stefans (Stefane?): nach dem grauenhaften Bryan-Adams-Verschnitt Stevan Faddy wird in diesem Jahr Stefan Filipović den vor allem für Zigarettenschmuggel bekannten Staat von der Einwohnerzahl Frankfurts vertreten. Der Zweitplatzierte des letztjährigen MontenegroSongs konnte sich im SMS-Zuschauervoting mit deutlicher Mehrheit durchsetzen. Sein Beitrag wurde gesondert ausgewählt: 'Zauvijek volim te' ist die fleischgewordene musikalische Belanglosigkeit. Hm. Vielleicht sollte man das mit der Anerkennung des Kosovo doch noch mal überdenken, wenn bei der Abspaltung der Regionen von Serbien immer so eine Quadratscheiße rauskommt wie bei den montenegrinischen Beiträgen. Weswegen Europa von einem talent- und charismafreien…
Weiterlesen
ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

Natürlich hätte ich auf die Enttäuschung vorbereitet sein müssen. Schließlich bin ich lange genug Fan, um zu wissen, dass die fiesen, geschmacksgestörten Televoter im Semifinale immer die besten Songs aussortieren. Ganze 28 Länder traten in diesem Jahr in der Qualifikationsrunde gegeneinander an, so viele wie noch nie seit der Einführung der Semis. Lediglich zehn Slots für das Finale am Samstag gab es, aber 16 von mir favorisierte Titel, die unbedingt hätten weiterkommen müssen! Selbst unter Zuhilfenahme der Finger konnte ich mir also ausrechnen, dass ein Gutteil meiner Lieblinge auf der Strecke bleiben werden. (mehr …)
Weiterlesen
Mon­te­vi­zi­ja 2007: Katzeklo

Mon­te­vi­zi­ja 2007: Katzeklo

War dafür wirklich die Abspaltung Montenegros von Serbien erforderlich? Damit sie Stevan Faddy schicken können? Wir erinnern uns: letztes Jahr war es wegen offensichtlicher Schiebung durch die montenegrinische Jury zu tumultartigen Ausschreitungen bei der gemeinsamen Vorentscheidung Serbien-Montenegros gekommen. Anschließend ging das Hauen und Stechen auf offizieller Ebene weiter, mit dem Ergebnis, dass das bislang sehr erfolgreiche Land nicht am Eurovision Song Contest teilnahm. Bei einer Volksabstimmung im Mai 2006 entschieden sich die rund 650.000 Montenegriner dann mit knapper Mehrheit für eine Abspaltung von Serbien. Weswegen beide Länder diesmal getrennt teilnehmen und natürlich auch getrennt abstimmen. Was das Potential für Punkteschiebereien nach…
Weiterlesen