Norwegen

Das erd­öl­rei­che und son­nen­licht­ar­me König­reich im hohen kal­ten Nor­den glänz­te anfäng­lich über wei­te Stre­cken mit letz­ten Plät­zen und lie­fer­te 1978 mit Jahn Tei­gen den wohl berühm­tes­ten Nil­poin­ter der Grand-Prix-Geschich­te, der dar­auf­hin im Land jedoch als legen­dä­rer Anti­held gefei­ert wurde.
1985, zeit­gleich mit dem Durch­bruch des hei­mi­schen Pop-Tri­os a‑ha auf dem euro­päi­schen Pop­markt, platz­te mit dem “Bob­by­schock” jedoch der Kno­ten. Seit­her hält die Nati­on gut mit den skan­di­na­vi­schen Nach­barn mit. Den Rekord für die meis­ten Roten Later­nen lässt sie sich aber wohl nie mehr nehmen.
Dabei seit: 1960; Sie­ge: 1985, 1995, 2009; Rote Later­nen: 11; Nul­poin­ter: 3.

Heils­ar­mee kriecht zu Kreuze

In der unendlichen und langsam nervtötenden Saga um den diesjährigen schweizerischen Beitrag scheint sich nun doch endlich eine Lösung abzuzeichnen: wie das Boulevardblatt 20 Minuten heute berichtet, sei die Heilsarmee nun doch bereit, den Auflagen der EBU (Änderung des Namens und des Outfits) vollumfänglich nachzukommen. "Wir sind bereit, unserer Band einen richtigen Namen zu geben und einen Teil unserer Uniform abzulegen," sagte der Pressesprecher der evangelikalen Freikirche der Zeitung. Man prüfe derzeit mehrere Optionen für die neuen Kostüme und einen (englischen) Bandnamen. Ein neuer Abnahmetermin bei der EBU sei für Mitte Februar anberaumt. Sollte der geänderte Vorschlag dort wieder durchfallen, will…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Nor­we­gen defi­niert klas­si­schen Metal neu

Drei von sieben Titeln kamen durch bei der ersten Vorrunde des norwegischen Melodi Grand Prix heute Abend: ein teiggesichtiger Elvis-Imitator (Vidar Busk), eine Handvoll Musikproduzentennerds in Trainingsanzügen mit einer hübschen Disco-Reminiszenz (Datarock) und... mmh, wie soll man das nennen? Metoperal? Gromth ist eine norwegische Black-Metal-Band mit all den klassischen Zutaten: finster dreinblickende, langhaarige, tätowierte Schränke mit verzerrten Brüllstimmen. Für ihren Eurovisionsbeitrag 'Alone' holten sie sich Unterstützung in Form von Emil Solli-Tangen. Ja, ganz recht, der jüngere (und hübschere) Bruder von Didrik (NO 2010) und ein klassisch ausgebildeter Tenor. Da der Leadsänger von Gromth fett, hässlich und verquollen aussieht, wirken die beiden optisch wie…
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ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

Europa altert - und der Eurovision Song Contest reflektiert das. Musste die EBU noch 1990 eine Altersuntergrenze von 16 Jahren einführen, um den Wettbewerb nicht zur Mini Playback Show verkommen zu lassen, so schienen sich die Teilnehmerländer dieses Jahrgangs einen Wettstreit um den ältesten Grand-Prix-Partizipanten zu liefern. Nicht nur die Jugos schickten mit dem serbischen Balkanballadenkönig Željko Joksimović (40) und der mazedonischen Nina Hagen, Kaliopi (46), lebenserfahrene Barden. Gleich der erste Starter des Abends riß die bisherige, vom kroatischen Gerontorapper 75 Cents gelegte Meßlatte: das Vereinigte Königreich entsandte nämlich den sich nach einem schon lange verschiedenen deutschen Komponisten nennenden, mittlerweile…
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Gen­der Ben­der Day in Baku: 2. Pro­ben EE, SKNO

Männliche Tänzer in Röcken scheinen dieses Jahr beim Grand Prix ein Thema zu sein (siehe HR und UA), und so ließen sich heute früh weitere Eurovisionskünstler vom Spiel mit den Rollenklischees anstecken. Zunächst beschloß der als erstes probende Este Ott Lepland, dessen mit einem Magen-Darm-Virus daniederliegende Backingsängerin durch seine Stimmtrainerin ersetzt werden musste, seine innere Whitney hervorzukramen und in seinen drei Minuten so viele nervtötende wie überflüssige Stimmmodulationen wie nur irgend geht unterzubringen. Gut, Ott, jetzt hast Du das auch mal ausprobiert: beim Semi aber bitte wieder in der richtigen Fassung, ja? Danke! Ein wenig irritierend auch der Backdrop nach…
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You can call me Man­boy: 1. Pro­be Slo­wa­kei, Norwegen

Sind wir froh, dass der Eurovision Song Contest im autokratisch regierten Baku stattfindet und nicht im demokratischen Frankfurt am Main: dort wäre Max Jason Mais Begleitband angesichts ihrer Schwarzer-Block-artigen Outfits mit schwarzen Hoodies und tief ins Gesicht gezogenen Mützen angesichts der aktuellen Occupy-Demo-Hysterie erst gar nicht durch die Polizeikontrollen gekommen. Max Jason, der seine Farrah-Fawcett-Frisur ebenfalls unter einer Mütze versteckte, schonte bei der Probe seine Stimme für den echten Auftritt. Jedenfalls hoffe ich das! Wobei: eigentlich auch wieder nicht, denn sollte er auch vor laufenden Kameras so falsch singen und krächzen wie heute, flöge er wenigstens raus, was mir ja…
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Stop, don’t say that it’s impos­si­ble (NO 2012)

Im Semifinale des Melodi Grand Prix trat Tooji Keshtkar noch im Hoodie als klischeemäßiger böser Bube an. Nach seinem Sieg vor wenigen Minuten ließ sich der 25jährige, im Iran geborene Sänger, der sein Glück offenbar kaum zu fassen vermochte, auf der Bühne von seiner sichtlich stolzen Mama herzen. Awwww! Mit dem optischen wie akustischen Eric-Saade-Abklatsch und seinem fabelhaften Dance-Elektro-Kracher 'Stay' entschieden sich die Norweger erstaunlicherweise richtig: erwartete man im Vorfeld doch allgemein den Sieg der entsetzlichen Nordic-Folk-Kappelle Plumbo. Dieser Kelch ging an uns vorüber, und dafür schon mal herzlichen Dank! Das macht zwar Oh-Gate (das unverständliche Ausscheiden des einzigen wirklich guten Beitrags des kompletten MGP-Line-ups,…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: vier­ter Supersamstag

Mit dem ersten Semi des schwedischen Melodifestivalen startete heute die heiße Phase der Vorentscheidungssaison. Und der völlige Overload, denn zeitgleich liefen Vorrunden in Norwegen, Ungarn und Litauen. Sowie das maltesische Finale. Doch zum Wichtigsten zuerst: nach Växjö! Dort fand die erste Runde des MF statt, in dem sich mehr fantastische Songs und Performances versammelten (allerdings leider auch Stimmen vom Backingtape, die teilweise über 80% der Darbietung ausmachten) als in den kompletten bisherigen Vorentscheidungen aller anderen Länder zusammen. Zwei davon schafften es Direkt til Globen: die Fanfavoritin Loreen mit dem passend betitelten 'Euphoria', einem Discoschlager mit starkem Neunzigerjahre-Ibiza-Rave-Einschlag, zu dem die ein wenig durch den Wind…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: drit­ter Supersamstag

Welch' ein furchtbarer Eurovisionssamstag! Ob ausfallende Mikrofone in Ungarn oder kollektive Geschmacksverirrung in Norwegen: bei den drei heutigen Semifinals reihte sich ein Mißgriff an den nächsten. Am ärgerlichsten der in der zweiten Runde des Melodi Grand Prix: dort fand sich mit der fabelhaften Minnie Oh (nicht zu verwechseln mit der schwedischen Melodifestivalen-Teilnehmerin Mimi Oh oder dem Grey's-Anatomy-Star Sandra Oh) und ihrem discotastischen 'You and I' der einzige richtig gute Song des heutigen Abends. Und ein sensationeller Auftritt mit halbnackten Tänzern, Keyboardspielern mit Mülleimern auf dem Kopf und einer voluminösen Sängerin mit Schulterpolstern aus der Jurassic-Park-Kollektion. Doch sie schaffte es nicht ins Finale. Stattdessen…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: zwei­ter Supersamstag

Skandinavischer Supersamstag: neben dem Dänendebakel fanden heute Abend auch Vorrunden in Norwegen und Island statt. Im Land der Elfen gingen fünf Acts an den Start, von denen sich zwei für das Finale qualifizieren konnten. Nämlich Regína Ósk Óskarsdóttir, 2008 ein Teil meiner allerliebsten Eurovisionsteilnehmer aller Zeiten, der Euroband. Sie performte mit 'Hjartað Brennur' einen schwungvollen Ohrwurm, von dem ich mir hundertprozentig sicher bin, den genau so schon mal unter anderer Überschrift gehört zu haben. Und zwar Ton für Ton. Jemand unter meinen Lesern eine Idee? httpv://youtu.be/D-QkwXCWdWk Wunderschön die motownhafte Performance: Regína Ósk (mehr …)
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Fang­fri­sche Musikvideos

Gut einen Monat liegt das Ende der Vorentscheidungssaison 2011 nun zurück. Zwischenzeitlich reichten einige Länder noch professionelle Musikvideos nach, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Da ist an vorderster Front Eric "Marquis de" Saade zu nennen, der in seinem (sehr düsteren) Clip auf Michael Jacksons Spuren wandelt und die Geschichte des Tanzwettbewerbs mit einer Straßengang aus 'Beat it' nacherzählt. Nur, dass es in Erics Fassung nicht bei der sublimen Verlagerung der Rivalität zwischen Gut und Böse in den Tanz bleibt, sondern er von den fiesen Bullies gleich zu Anfang erst mal richtig die Fresse poliert bekommt. Nichts für empfindliche…
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Bis der Vodoo-Gott erwacht (NO 2011)

So langsam trudeln doch noch ein paar echte Eurovisionsknaller ein, nach dem ich schon befürchtete, 2011 würde ein Fest der einschläfernden Mittelmäßigkeit. Herzlichen Dank also an die Norweger, welche die fabelhafte Stella Mwanga und ihren afrikanisierten Gute-Laune-Schlager 'Haba Haba' wählten! Jetzt kann ich mich doch auf Mai freuen! httpv://www.youtube.com/watch?v=o7W-ko3Bbt8 Optimistischer Happysound im World-Music-Gewand: Stella! (mehr …)
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Nor­we­gen 2010: My Hard is yours

Seit Eddie Friels 'Dreamin' (IE 1995) gab es beim Grand Prix keinen Titel mehr, welcher derartig offengrundig den Zweck verfolgt, einen erneuten Sieg des Veranstalterlandes um jeden Preis zu verhindern. Und wenn dieser Preis darin besteht, das gesamte Europa am 29. Mai diesen Jahres für drei Minuten in todesartigen Tiefschlaf zu singen. Gegen Didrik Solli-Tangen versprüht selbst Rick Astley noch echten Popstar-Appeal. Seine Superschmalzballade 'My Heart is yours', bei der sich selbst Neunzigjährige angewidert abwenden dürften, kommt ohne erkennbaren Refrain aus. Immerhin beherrscht Soli-Fangen den Trick, das kaum vorhandene Tempo des Musikstücks aus dem Stand auf Null zu bremsen. Ein…
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ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

Als haushoher Favorit ging er ins Rennen, als wolkenkratzerhoher Sieger ging er daraus hervor: der norwegische Knuffel Alexander Rybak. Punkte aus allen 42 abstimmenden Ländern, darunter sechzehn Mal die Höchstwertung; hundert Punkte Abstand zur Zweitplatzierten: das Abschneiden des nordischen Eurovisionsmärchens geriet zum erwartbarsten Sieg seit 1976. Und stand somit leider auch am Ende der wohl langweiligsten Punkteauszählung seit Menschengedenken. Die auch durch den neu eingeführten 50/50-Jury-Televoting-Mix nicht spannender wurde. Im Gegenteil: auch die Juror:innen setzten den norwegischen Geigentroll mit astronomischem Abstand an die Spitze. https://www.youtube.com/watch?v=WXwgZL4zx9o Alex und die Manamana-Singerettes (NO). Meine Vermutung, zubrotfreudige Juror:innen könnten gar die Verantwortung für das…
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Zwei­tes ESC-Semi 2009: Don’t be hap­py and don’t be gay

Zwei­tes ESC-Semi 2009: Don’t be hap­py and don’t be gay

Schizophren: die unglaublich lustige Comedy-Techno-Nummer 'Tingaliin', mit denen die Schweden beim diesjährigen Melodifestivalen zur Einstimmung auf Moskau spaßeshalber sämtliche Russlandklischees auf den Arm nahmen, zog eine diplomatische Krise zwischen beiden Ländern und den offiziellen Protest des dortigen Botschafters nach sich. Als Eröffnungsact des zweiten Semis präsentierten die Russen dann selbst exakt die gleichen tanzenden Bären, Matroschkas und Kalinka-Chöre, über die sie sich zuvor beklagt hatten. Nur, dass der Moskauer Act anscheinend bierernst gemeint war. Womit sich erneut zeigte: wer nicht über sich selbst lachen kann, dem ist auch sonst nicht zu trauen. http://youtu.be/XYJwnCsMBfo Verstehen Sie Spaß? Schwedens lustiger MF-Act Komoderatorin…
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Wett­quo­ten: Alex­an­der Rybak ist der ein­deu­ti­ge Favorit

Direkt schon ein bisschen langweilig: selten in der Geschichte des Eurovision Song Contest gab es im Vorfeld einen eindeutigeren Favoriten als dieses Jahr. Fans und Buchmacher sind sich absolut einig: der Gewinner des Grand Prix 2009 heißt Alexander Rybak aus Norwegen! Die Wettquoten auf seinen Sieg in Moskau liegen so niedrig wie seit 1976 nicht mehr, als Brotherhood of Men mit dem umsatzstärksten Eurovisionshit aller Zeiten ('Save your Kisses for me') erwartungsgemäß gewannen. Dabei muss 'Fairytale' erst mal durch die Qualifikationsrunde, und auch der Startplatz im Finale steht noch nicht fest. Unbeirrt davon sagen ihm alle Beobachter des Geschehens den…
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Melo­di Grand Prix 2009: Strings of my Heart

Melo­di Grand Prix 2009: Strings of my Heart

Seit Wochen schon machen sich Eurovisionsfans aller Nationen wegen ihm ins Höschen, nun sind sie endlich vom Bangen und Zittern erlöst: mit einem fulminanten Erdrutschsieg - er vereinigte drei Mal so viele Stimmen auf sich wie seine drei Finalkonkurrenten zusammen - gewann Alexander Rybak, der erst 23jährige feuchte Traum aller schwulen Päderasten Grand-Prix-Fans soeben den Melodi Grand Prix. Kein all zu großes Wunder, stand sein ethnohaftes Violinenmärchen 'Fairytale' bereits vor dem nationalen Finale auf Platz 1 der norwegischen Verkaufscharts. Allgemein werden dem gebürtigen Weißrussen mit der überzeugend dargebotenen Nummer große Chancen auf eine Topplatzierung in Moskau eingeräumt. Ein Siegerstrahlen wie…
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Nor­we­gen 2008: Maria in the Middle

Nor­we­gen 2008: Maria in the Middle

Nachzuliefern ist auch noch das Ergebnis des norwegischen Melodi Grand Prix vom vergangenen Wochenende. Obschon ich jedes Interesse daran verlor, nachdem die Norweger mit Lene Alexandra schon vor Wochen die einzige auch nur entfernt unterhaltsame Teilnehmerin rauswählten. Maria Haukaas Storeng, die Siegerin, fügt sich nahtlos ein in die Armee der perfekt durchschnittlichen, perfekt langweiligen Castingshowtussen. Ihr Song 'Hold on, be strong' klingt wie etwas, das Mariah Carey in ihren schwächeren Momenten als Füllstoff für ein neues Album verwendet hätte. Bügelmusik eben. Uuuh (uuuh)! Die Hautkäs-Streng aus Norwegen Obschon, wenn ich mir im Nachhinein Lene Alexandras MGP-Auftritt anschaue, wundert mich ihr…
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ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

Natürlich hätte ich auf die Enttäuschung vorbereitet sein müssen. Schließlich bin ich lange genug Fan, um zu wissen, dass die fiesen, geschmacksgestörten Televoter im Semifinale immer die besten Songs aussortieren. Ganze 28 Länder traten in diesem Jahr in der Qualifikationsrunde gegeneinander an, so viele wie noch nie seit der Einführung der Semis. Lediglich zehn Slots für das Finale am Samstag gab es, aber 16 von mir favorisierte Titel, die unbedingt hätten weiterkommen müssen! Selbst unter Zuhilfenahme der Finger konnte ich mir also ausrechnen, dass ein Gutteil meiner Lieblinge auf der Strecke bleiben werden. (mehr …)
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Zwei­ter Super­sams­tag 2007

Zwei­ter Super­sams­tag 2007

Ein weiterer Supersamstag mit drei neuen Eurovisionsbeiträgen - und was für eine Ausbeute! Drei mal hoch amüsanter Trash: so macht Grand Prix richtig Spaß! Schwuppendisco par excellence: DQ (DK) Zunächst in der Vorrunde rausgeflogen, dann als Wildcard von den dänischen Radiohörern wieder reingewählt, konnte Peter Andersen alias DQ im Finale mit 'Drama Queen' überzeugen. Endlich ist der Grand Prix Eurovision ganz bei sich angekommen: mit einer farbenprächtigen, flitterglitternden Dragqueen nebst dem dazugehörigen Trash-Disco-Schlager - alles wie frisch aus dem Bühnenprogramm jedes beliebigen Provinz-CSDs eingeflogen! Herrlich! Guter Schanker & die Tiefen Ausschnitte (NO) Ja, genau so muss ein spanischer Beitrag daherkommen! Heißblütige Latinorhythmen,…
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ESC-Semi 2005: La Musi­ca Alpina

ESC-Semi 2005: La Musi­ca Alpina

Bedenkt man, wie spät die Ukrainer aufgrund der politischen Ereignisse im Land mit den Vorbereitungen anfingen, erstaunt, wie reibungslos und professionell der Abend im Sportpalast zu Kiew über die Bühne ging. Zwischen dem Eurovisionssieg in Istanbul und der Organisation dieses Contests lag eine manipulierte Präsidentschaftswahl und eine vollkommen friedliche, aber kraftvolle Revolution, angeführt unter anderem von der Vorjahressiegerin Ruslana. Dem Gejaule besorgter Fans zufolge stand schon zu befürchten, dass die Kombattanten auf einem eilig mit Teer zugekleisterten Kartoffelfeld würden singen müssen. Bis auf kleinere technische Pannen lief aber alles glatt. Mal abgesehen von der großen Panne: dem Ergebnis des Televotings. https://youtu.be/Zffgx9Fwsuc…
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ESC-Fina­le 2003: Die Kotzn in da Wiesn

ESC-Fina­le 2003: Die Kotzn in da Wiesn

Seit seiner Erstteilnahme 1994 war Russland vom Ehrgeiz beseelt: mit Alla Pugatschowa (1997) hatte man bereits seinen größten Star geschickt, mit Alsou (2000) bereits einen zweiten Platz erreicht. Der Sieg zweier abtrünniger ehemaliger Sowjetrepubliken in Folge bestärkte die ehemalige, gerade wieder erstarkende Weltmacht nun um so mehr, ihren Führungsanspruch als größtes und einwohnerstärkstes Land der EBU auch auf popkulturellem Gebiet zu demonstrieren. Ein Sieg sollte her, auch wenn man dazu schweres Geschütz auffahren müsste. Und das hatten die Russen diesmal, in Form der als Lesben-Lolitas vermarkteten Skandalgören Jelena Katina und Julia Wolkowa, besser bekannt als t.A.T.u., die mit 'All the…
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ESC-Fina­le 2001: …is always repea­ting itself

ESC-Fina­le 2001: …is always repea­ting itself

Seit jeher bekenne ich mich, wie der geneigte Leser sicher ahnt, als eiserner Verfechter des hundertprozentigen Televoting, eben weil es ein demokratisches Verfahren ist. Und zwar auch dann, wenn ich, wie in diesem Jahr, selbst unter den Ergebnissen zu leiden habe wie ein Hund. Gleich drei der besten Eurovisionsbeiträge aller Zeiten bot dieser Jahrgang auf: gerade mal einer davon schaffte es unter die ersten Drei. Die ersten beiden Plätze des Zuschauerrankings belegen unterdessen Spitzenpositionen in meiner persönlichen Haßlieder-Liste. Kehrseite der Medaille: seit sich der Contest, eben auch dank des Televoting, von einer nur noch von Schwulen verfolgten Randveranstaltung wieder zu einem Massenevent entwickelte, stimmt leider auch…
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ESC-Fina­le 1995: Auch die Nacht geht mal vorüber

ESC-Fina­le 1995: Auch die Nacht geht mal vorüber

Möchte man den definitiven Tiefpunkt des Eurovision Song Contest verorten: hier ist er! Das Elend begann bereits Zuhause: der zuständige Zonensender MDR nominierte ohne jegliches Vorauswahlverfahren das christliche Songschreiberehepaar Cheyenne Stone und Glen Penniston (Stone & Stone), die Komponisten des in seiner Naivität irgendwie putzigen Drogen-sind-pfui-Hits 'Julian', gesungen von der Eintagsfliege Mandy Winter. Das unterirdische, von den Stones selbst vorgetragene Preiset-den-Herrn-Liedchen 'Verliebt in Dich' stellte die ARD - entgegen bisheriger Gepflogenheiten - noch nicht einmal in irgendeiner Show mehr vor. Vermutlich, um eine offene Revolte der deutschen TV-Zuschauer vor Dublin zu unterbinden. https://youtu.be/C5jF4-twUkI Denn mir ist die brennende Pein noch…
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ESC-Fina­le 1993: Nur wer lei­det, ist am Leben

ESC-Fina­le 1993: Nur wer lei­det, ist am Leben

Bereits zum vierten Mal seit seiner Erstteilnahme 1965 hatte der Siegesfluch das verhältnismäßig kleine, verhältnismäßige arme Irland getroffen. Dort war man natürlich stolz, wollte aber nicht schon wieder das komplette Jahresbudget des Senders RTÉ  für die Ausrichtung des Song Contests auf den Kopf hauen. So recycelte man das Bühnenbild von 1988 und nahm dankbar das Angebot eines irischen Stahlindustriellen an, der RTÉ bei den Produktionskosten unter die Arme griff - auch wenn das hieß, dass der Wettbewerb in einer alten Pferdereithalle in einem am Arsch der Welt liegenden Kuhkaff weitab jeglicher Zivilisation stattfand. (mehr …)
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ESC-Fina­le 1991: Hier decke ich den Tisch

ESC-Fina­le 1991: Hier decke ich den Tisch

Mit einer Hymne auf das neu vereinte Europa ('Insieme: 1992') hatten die Italiener im Vorjahr dieses merkwürdige Wettsingen gewonnen, das bekanntlich auf dem Vorbild ihres heißgeliebten San-Remo-Festivals basiert. Da lag es auf der Hand, selbigem Vorbild zu huldigen und den Contest in nämlichem ligurischen Kurort auszutragen. Doch je näher das Ereignis heranrückte, desto stärker nagten die Zweifel: würde man mit diesem obskuren Eurotrashspektakel in der geheiligten Stätte des Ariston-Theaters zu San Remo nicht das Ansehen des im Lande wesentlich beliebteren Originals beschmutzen? Wollte man sich als selbst empfundener kultureller Nabel Europas wirklich diese Laus in den Pelz setzen? Also verlegte…
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