Österreich

Öster­reich 2020: Strai­ght Mas­ter­pie­ces

Ein stark verwässerter Neuaufguß von Mark Ronsons Tophit 'Uptown Funk' aus dem Jahre 2014, so könnte man den heute morgen traditionell zu nachtschlafender Stunde gegen 7:40 Uhr zunächst im Ö3-Radiowecker vorgestellten und später von einem offiziellen Videoclip begleiteten österreichischen Beitrag für Rotterdam knapp zusammenfassen. Sicherlich nicht die originellste Umschreibung, aber der originellste Song ist 'Alive' ja nun auch nicht gerade. Ein bisschen schleppend fängt er an, nach knapp einer Minute schaltet er in einen höheren Gang und groovt gemächlich vor sich hin. Gerade genug zum entspannten Mitwippen im Fauteuil, ohne dass es einen zum Aufstehen und Tanzen animierte. Am Ende…
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Can’t get him out of my Head: Geor­gi­en schickt Tor­ni­ke Kipia­ni nach Rot­ter­dam

Den Silvesterabend 2019 wählte das georgische Fernsehen als prominenten Sendeplatz für das Finale der aktuellen Staffel der Castingshow Sakartvelos Varskvlavi, hierzulande bekannt als DSDS. Spannungsarm ging diese zu Ende: wie bereits in ausnahmslos allen vorangegangenen Runden setzte sich der 32jährige Tornike Kipiani auch im Finale spielend gegen drei verbliebene Konkurrent/innen durch und vertritt damit das Kaukasusland beim Eurovision Song Contest 2020. Sein Beitrag für Rotterdam steht allerdings noch nicht fest: die Show diente heuer nur zur Ermittlung des Interpreten. Man lehnt sich aber nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man spekuliert, dass es laut und düster werden dürfte, denn…
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Der eine ESC-Song, den nie­mand mag

Der eine ESC-Song, den nie­mand mag

Bei Diskussionen mit anderen Grand-Prix-Fans oder dem Lesen von Kommentaren stellt man immer wieder erstaunt fest: selbst die scheußlichsten Eurovisionsbeiträge haben ihre Anhänger*innen. Aber es muss doch in der langen ESC-Geschichte mit ihren vielen musikalischen Missgriffen wenigstens einen einzigen Song geben, bei dem sich im Hinblick auf seine fehlende Attraktivität mal ausnahmslos alle einig sind? Dies herauszufinden, machte sich der selbst für einige Rohrkrepierer wie zum Beispiel 'Et cetera' von Sinéad Mulvey verantwortliche schwedische Komponist Jonas Gladnikoff mithilfe des internationalen Fan-Bords auf ESC Nation zur Aufgabe und veranstaltete dort ein Voting mit rund 70 Teilnehmer/innen über den am wenigsten gemochten…
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Gott ist tot

Gott ist tot

Der tschechische Schlagersänger Karel Gott, zu seinen Glanzzeiten in der ZDF-Hitparade von Dieter Thomas Heck stets als "die goldene Stimme aus Prag" angesagt, starb gestern Nacht im Alter von 80 Jahren an Leukämie. Der Plattenmillionär, der in seiner Heimat 42 Mal hintereinander zum "Sänger des Jahres" gekürt wurde, landete 1967 seinen ersten Top-Ten-Hit in Deutschland mit 'Weißt du wohin?', einer Eindeutschung der Titelmelodie des Kinoepos 'Doktor Schiwago'. Bereits im Jahr darauf vertrat der international tätige Künstler beim Eurovision Song Contest zu London Österreich mit dem von Udo Jürgens geschriebenen Einsam-in-der-Großstadt-Schmachtfetzen 'Tausend Fenster', mit der er allerdings weder die Jurys überzeugen…
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Das Semi-Split­vo­ting 2019: die Dop­pel­null im Sah­ne­man­tel

Das Semi-Split­vo­ting 2019: die Dop­pel­null im Sah­ne­man­tel

Ein weiterer Eurovisionsjahrgang liegt hinter uns. Einer, bei dem, so der kluge Kommentar der ORF-Beobachter Sophia Felbermair und Christian Körber, die "nachdenklichen Männer, die doch Gefühle zeigen" die Medaillenplätze belegten und so den gesellschaftlichen Gegenentwurf bildeten zum Modell der toxischen Männlichkeit, wie es sich derzeit leider vor allem in der Politik manifestiert. Zeit, die Geschehnisse abzuschließen mit der traditionellen Betrachtung des Split-Voting-Ergebnisses in den beiden Qualifikationsrunden. Und die führt uns zunächst einmal zurück nach Wien anno 2015, fand doch heuer eine unfreiwillige Neuauflage der deutsch-österreichischen Doppelnull im Jahre 1 n.C. (nach Conchita) statt. Denn nicht nur die germanischen Casting-Sisters kassierten…
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2. Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Madonna wird am Samstag im Finale des Eurovision Song Contest 2019 auftreten. Die seit Monaten als Gerücht gestreute, in den letzten Tagen mit einem entweder unnötigen oder gefakten Drama um nicht unterschriebene Verträge gehypte und gestern bestätigte Nachricht, dass die EBU der amerikanischen Großmutter des Pop, die hierfür sogar noch eine von einem israelischen Industriellen finanzierte Millionengage einstreicht, in der zuschauerstärksten TV-Show der Welt kostenlos die Möglichkeit zur Bewerbung ihres neuesten Albums einräumt, nahm am gestrigen Donnerstagabend gefühlt ein Viertel der Sendezeit, mindestens jedoch der Moderation ein und degradierte die achtzehn im Kampf um den Finaleinzug angetretenen Acts zur bloßen…
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Rank & File 2019: Platz 40 – Limits

Ach, was hätte es schön werden können! Vielversprechend startete das laufende Jahr mit dem vom Künstlerkollektiv selbst gestreuten Gerücht, das großartig benannte Musikprojekt Hyäne Fischer könnte mit dem doppelbödigen Neo-Chanson 'Im Rausch der Zeit' unser südliches Nachbarland vertreten. Doch die satirisch gemeinten neofaschistischen Untertöne des Songs und Videos waren dem sich im politischen Würgegriff der in Wien mitregierenden Ultrarechten befindlichen ORF wohl zu nahe an der Realität. So entschied man sich bei der internen Auswahl für eine deutlich unverfänglichere Elektroballade. Platz 40: Österreich - Pænda: Limits (Grenzen) Und damit Willkommen zum vorletzten Platz meines persönlichen Eurovisionsrankings. An 'Limits' nervt nun…
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WSV 2019: das Bes­te und die Res­te

Mit Riesenschritten nähern wir uns dem Ende der Vorentscheidungssaison 2019. Mit dem Finale des schwedischen Melodifestivalen steht an diesem Samstag der letzte öffentliche Vorentscheid an. Ausgerechnet all jene Nationen, die zu faul oder zu geizig waren, einen solchen zu organisieren, haben sich nun verabredet, Fans und Eurovisionsblogger in den Stressinfarkt zu schicken, in dem sie all ihre - teils seit vielen Wochen im Tresor gebunkerten - Beiträge mehr oder minder gleichzeitig veröffentlichten. Den Beginn in unserer kleinen Werkschau macht das mittlerweile auch vonseiten der EBU offiziell umbenannte Nordmazedonien, das als einzige der beteiligten Nationen einen validen Grund vorweisen kann, seinen…
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Inter­pre­ten­kür 2019: blaue Pan­das im Sand­sturm

Es etabliert sich mittlerweile als dennoch extrem ärgerlicher Standard, den immer mehr Eurovisionsnationen in der Hoffnung auf doppelte Aufmerksamkeit für sich nutzen: die getrennte Akklamation von Interpret/in und Lied. Gleich zwei Länder gaben heute bekannt, wer für sie in Tel Aviv antritt, und den größeren Coup landete zweifelsfrei Finnland. Der Sender YLE nominierte nämlich den DJ und EDM-Produzenten Ville Virtanen. Kennen Sie nicht? Kennen Sie doch: unter seinem Künstlernamen Darude landete er 1999 mit seiner ersten Single 'Sandstorm' einen europaweiten Top-Hit und erreichte sogar die unteren Ränge der US-Charts. Auch ein paar Nachfolgetitel konnte der mittlerweile 43jährige noch in den Verkaufslisten…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Brehms Tier­le­ben

Echte Eurovisionsfans befinden sich - getreu des Mottos: nach dem ESC ist vor dem ESC - bereits seit vergangenem Mai gedanklich im Jahr 2019. Seit heute stimmt dann auch der offizielle Kalender wieder mit dem Empfinden überein. Höchste Zeit also für einen Überblick über die Geschehnisse in den 42 in Tel Aviv teilnehmenden Nationen, die mir in den letzten Wochen durchgerutscht sind. Dabei scheint, dass das gackernde Huhn vom letzten Jahr so manch anderes lustiges Getier inspirierte: dabei sind unter anderem singende Katzen und ironische Hyänen.  Den Auftakt aber macht eine halbe Göttin. Sagt sie zumindest von sich selbst. Sie,…
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Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheimvertrag mit dem Karma? Oder wie schafft Israel es sonst, seine Eurovisionssiege mit einer derartigen mathematischen Präzision in Abständen von jeweils exakt 20 Jahren über die Grand-Prix-Geschichte zu verteilen? Und das auch noch mit einem jeweils ziemlich ähnlichen Konzept: 1978 schaffte es Izhar Cohen auf dem Höhepunkt der Discowelle mit einem tanzbaren, von der universalen Liebe unter den Menschen handelnden Kinderlied namens 'A Ba Ni Bi' und einer sensationellen Marge-Simpson-Frisur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämpferischen Transsexuellen Dana International mit dem Tanzflächenfüller 'Diva' der bis heute wichtigste, weil ein…
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Ers­tes Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ganze 53 Jahre musste das kleine, geografisch etwas randständige und kulturell auf europäischer Ebene nicht unbedingt massenkompatible Portugal von seiner Erstteilnahme im Jahre 1964 bis zu seinem Eurovisionssieg 2017 warten. Ein verschrobener Barde namens Salvador Sobral holte bekanntlich den Pott und die Gastgeberschaft nach Lissabon, mit einer intimen, aus der Zeit gefallenen Trennungsschmerzballade in seiner Muttersprache. Mit "Musik, die wirklich etwas ausdrückt", wie es der lebensbedrohlich erkrankte Adelsspross, dem es nach einer Herztransplantation mittlerweile wieder besser geht, im Überschwang seiner Siegesansprache formulierte. Und nun das: ein Jahr später, im ersten Semifinale des in der portugiesischen Hauptstadt abgehaltenen 2018er Grand Prix, fliegen gleich…
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Griff ins Klo: zwei­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eigentlich gehört es zur Eröffnungstradition des Pressezentrums, dass die dort versammelten Schwurnalisten von der allerersten Probe aus technischen Gründen nichts mitbekommen, weil die Leitung von der Halle noch nicht steht. Das war am Sonntag zwar nicht der Fall, dafür aber am heutigen Montag: pünktlich zum Probenbeginn um zehn Uhr liefen noch Tourismuswerbeclips in Dauerschleife, während in der Altice-Arena bereits das mazedonische Duo Eye Cue auf der Bühne stand. Erst zum dritten Durchlauf drückte jemand den Knopf: auf den Monitoren erschien, wie OnU berichtete, bildfüllend der Hintern der Leadsängerin Marija. Und falls sich jemand noch mit Schaudern an das pinkfarbene Cameltoe-Outfit…
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Con­chi­ta Wurst: “Ich bin HIV-posi­tiv”

In einem Instagram-Posting outete sich die Siegerin des Eurovision Song Contest 2014, Conchita Wurst, heute als positiv. Wurst erläutert: "Heute ist der Tag gekommen, mich für den Rest meines Lebens von einem Damoklesschwert zu befreien: ich bin seit vielen Jahren HIV-positiv. Das ist für die Öffentlichkeit eigentlich irrelevant, aber ein Ex-Freund droht mir, mit dieser privaten Information an die Öffentlichkeit zu gehen, und ich gebe auch in Zukunft niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen". Sie habe ihren Status bislang auch mit Rücksicht auf ihre Familie nicht kommuniziert, die sie aber jederzeit "bedingungslos unterstützt"…
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AT 2018: Jean­ny, quit livin’ on Dreams

Zunächst einmal: Hut ab, ORF! Der österreichische Sender schaffte es tatsächlich, den Beitrag des bereits vor geraumer Zeit intern ausgewählten Cesár Sampson für den Eurovision Song Contest 2018 bis zum gewünschten Veröffentlichtungstermin, nämlich heute, strikt unter Verschluss zu halten. Das gelingt selten! Hat sich das lange Warten denn auch gelohnt? Unbedingt: 'Nobody but you', so der Titel, überzeugt qualitativ auf ganzer Linie. Feine Gospelelemente mischen sich mit druckvollem Pop und abwechslungsreichen gesanglichen Verzierungen. "Rag ’n‘ Bone Man trifft Hozier trifft Justin Timberlake," so ein Youtube-Kommentar. Das lässt sich hören! Dazu erzählt Cesár eine etwas düstere Geschichte, die sich je nach…
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San Mari­no: Give me Chan­ce to refi­nan­ce

Eine kostspielige Angelegenheit ist die Teilnahme am Eurovision Song Contest, und gerade die TV-Stationen kleinerer und finanzschwächerer Länder müssen hier oft kreative Wege gehen. So wie die gerade mal 30.000 Einwohner starke Winz-Republik San Marino. Jahrelang ließ man sich dort den Beitrag von Ralph Siegel bereitstellen und bezahlen, was einer gewissen Valentina Monetta (→ SM 2012, 2013, 2014, 2017) zu fragwürdiger Berühmtheit verhalf. In diesem Jahr legte das sanmarinesische Fernsehen die Verantwortung in die Hände des österreichischen Musikproduzenten Christoph Straub, des Vaters von Zoë (→ AT 2016), die ihrerseits als Co-Komponistin an fast allen Titeln des Vorentscheidungsformats 1in360 beteiligt ist.…
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Ave, Cesár: Öster­reich setzt 2018 auf Erfah­rung

Ebenfalls noch nachzureichen ist die mittlerweile leider schone eine Woche alte Meldung (sorry, Winterdepression!) über unser sympathisches kleines Nachbarland Österreich. Das hat es sich im Gegensatz zum NDR in Eurovisionsdingen heuer mal wieder leicht gemacht und seinen Repräsentanten intern bestimmt. Und warum auch nicht? Der vom ORF damit beauftragte Talentescout Eberhard Forcher wählte nämlich offensichtlich klug und entschied sich für den 34jährigen Songschreiber, Produzenten und Sänger Cesár Sampson als Vertreter des Alpenstaates in Lissabon. Und auch, wenn dessen Namen bis dahin sicherlich die wenigsten Österreicher kannten, lag seine Nominierung auf der Hand: kann der großgewachsene, schmuck anzuschauende Bariton, der laut ORF schon Teil…
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Öster­reich will kei­ne gro­ßen Töch­ter: Con­chi­ta Wurst aus­ge­buht

Wie das Gratisblatt heute berichtet, musste sich die Siegerin des Eurovision Song Contest 2014, Conchita Wurst, bei einem Auftritt im Rahmenprogramm der Beachvolleyball-WM auf der Wiener Donauinsel am vergangenen Samstag neben Applaus auch deutliche Buhrufe gefallen lassen, als sie die Nationalhymne des Alpenstaates in der seit fünf Jahren gültigen, gendergerechten Fassung sang: einstmals ausschließlich die "Heimat großer Söhne", finden in der seit dem 1. Januar 2012 offiziell verabschiedeten aktuellen Version nun auch die "Töchter" des Landes Erwähnung, was viele Traditionalisten auch heute noch immer in Wallung zu bringen scheint. Und obwohl selbst der bislang eher durch eine extrem konservative Weltsicht…
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Zu wis­sen, ich hab den Song Con­test über­lebt”: Wil­fried Scheutz ist tot

Als der "große alte Mann des Austropop" sagte ihn der Moderator Pat Kenny beim Eurovision Song Contest 1988 in Irland an, bei dem Wilfried Scheutz mit, man muss es leider so sagen, einem der schlechtesten Eurovisionsbeiträge aller Zeiten den letzten Platz und die gefürchteten → Nul Points holte. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Urgestein der Neuen Österreichischen Volksmusik bereits eine bewegte Karriere hinter sich: mit rockigen Neuinterpretationen bekannter Volkslieder wie 'Ziwui, Ziwui' oder dem 'Kufsteinlied' und mit genial-skurrilen Popsongs wie 'Highdelbeeren' (begleitet von einem der legendärsten Videoclips aller Zeiten) feierte er in den Siebzigern und Achtzigern große Erfolge und schrieb sich…
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Fina­le 2017: Gift im Instru­ment

Es war ein denkwürdiger Abend der Verzauberung am gestrigen Samstag in Kiew. Ein Mann schaffte es, einem ganzen Kontinent den Kopf zu verdrehen und Millionen von Menschen tief in ihren Herzen berühren. Und das mit einer extrem zurückgenommenen Inszenierung und einem völlig aus der Zeit gefallenen Lied, das klang, als sei es für eine romantische Filmschnulze aus den Fünfzigerjahren geschrieben worden, bei dem man im eigenen Kopfkino die junge Audrey Hepburn mit tränenvernebeltem Blick durch das schwarzweiß fotografierte Lissabon spazieren sehen konnte. Salvador Sobral, so der Name des koboldhaften jungen Portugiesen, verweigerte sich als Einziger der 26 Finalacts der Nutzung…
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Lost in Vero­na: wen die Jurys 2017 im Semi kill­ten

"Wie unterschiedlich die Meinungen von Publikum und Jury sind, Wahnsinn!" entfuhr es einem erstaunten Peter Urban Samstagnacht während der Punktevergabe im Finale des Eurovision Song Contest 2017, wo sich mal wieder zeigte, dass die angeblichen Musikprofessionellen, die im sich übrigen hemmungslos dem → Nachbarschaftsvoting hingaben (sollten sie eigentlich nicht genau das einst verhindern?), auf einem völlig anderen Planeten leben als der Rest der Menschheit. Oder auch nur, dass eine zufällige Auswahl von gerade mal fünf Personen schon aus statistischer Notwendigkeit heraus immer nur zufällige, nicht repräsentative und damit völlig wertlose Ergebnisse hervorbringt. Immerhin waren sich die Jurys diesmal ausnahmsweise mit den Zuchauer/innen…
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Zwei­tes Semi­fi­na­le 2017: We have lost our Vero­na

Warum macht ihr so etwas, liebe Bühnenbildverantwortliche? Warum versteckt ihr in diesem Jahr praktisch alle die Chorsänger/innen hinter der Bühne? Schon im ersten Semifinale 2017 am vergangenen Dienstag irritierte es maßlos, wenn man mit den Augen lediglich eine einzelne, völlig verloren im Farbenwirbel des Backdrops verschwindende Person auf der Bühne sah, gleichzeitig jedoch mit den Ohren wahre Choräle erschallen hörte und das völlig überforderte, bedauernswerte Gehirn diese beiden sich gegenseitig widersprechenden Sinneswahrnehmungen irgendwie zusammen bekommen sollte, ohne dabei zu implodieren. Bei der gestrigen zweiten Qualifikationsrunde dann, erneut ausgetragen in der nur mäßig besetzten Internationalen Ausstellungshalle zu Kiew, erneut bestückt mit der irgendwo…
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Euro­vi­si­on Death­match #2: Er war gera­de 18 Jahr

Nach dem gestrigen explosiven Auftakt unseres Leser/innen-Spiels Eurovision Deathmatch begeben wir uns in der heutigen, zweiten Runde in ruhigere Gefilde. Zwei sanftmütige, unschuldig anmutende Knäblein schicken wir heuer in den Abstimmungskampf um Leben und Tod. Sie kommen aus zwei Grand-Prix-Nationen, die im Englischen aufgrund ihrer namentlichen Ähnlichkeit gerne schon mal miteinander verwechselt werden, und so könnten wir diese Ausgabe auch unter die Überschrift "AustriAlien" stellen. Für unsere Nachbarn Österreich geht dabei der knapp fünfundzwanzigjährige Tiroler Nathanele Koll alias Nathan Trent an den Start, den ein ESC Nation-Forenuser unlängst mit den schönen Worten "Nathan hat diese 'Nimm mich an der Hand und bring mir…
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Öster­reich 2017: Luft nach oben

Einen schief gegangenen Fall der von mir bereits bemoserten Salamitaktik hinsichtlich der Präsentation von Grand-Prix-Vertreter und Lied legten gerade unsere Lieblingsnachbarn, die Österreicher, hin. Die warben uns zunächst im Dezember 2016 den bereits in die Klasse der 33 vorgestoßenen Unser Song 2017-Aspiranten Nathan Trent ab und erklärten ihn zu ihrem Repräsentanten. Überzeugt habe er den ORF mit einem selbstverfassten Lied, welches auch der Eurovisionsbeitrag sei, aber erst im Februar 2017 der bereits erwartungsfroh mit den Hufen scharrenden Weltöffentlichkeit zu Gehör gebracht werden solle, wie es seinerzeit hieß. Vor wenigen Tagen annoncierte man dann nur den Songtitel, 'Running on Air', und verkündete, den österreichischen…
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Öster­rei­cher “klau­en” uns Nathan Trent

Heute in aller Herrgottsfrühe überraschte das österreichische Fernsehen ORF mit der Bekanntgabe seines Vertreters für den Eurovision Song Contest 2017 in Kiew. Es handelt sich um den 24jährigen Newcomer Nathan Trent, der laut Pressemitteilung in einer zweisprachigen (er hat eine italienische Mutter) Tiroler Künstlerfamilie aufwuchs, schon als Kind Geige und Klavier lernte, Theater spielt, unlängst sein Bachelorstudium an der Musik- und Kunst-Privatuniversität der Stadt Wien abschloss und im Sommer 2016 seine Debütsingle 'Like it is' veröffentlichte, die allerdings floppte. Dennoch konnte er die ORF-Scouts mit einem selbstgeschriebenen Song überzeugen, der im Februar 2017 nach erfolgtem "Feinschliff" veröffentlicht werden soll. Musikalisch sei er im Bereich Pop und…
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