Per Asplin

Melo­di Grand Prix 1967: Hey, Mr. Tam­bou­rine Man!

Melo­di Grand Prix 1967: Hey, Mr. Tam­bou­rine Man!

Hoch oben im Norden gelegen, gehört das Königreich Norwegen nicht unbedingt zu den sonnenverwöhntesten Ländern Europas, und die Düsternis der Umgebung schlägt sich natürlich aufs Gemüt seiner Bewohner:innen und in der Folge auch in den Songtexten der Grand-Prix-Beiträge der Halbinsel nieder. So zum Beispiel beim 'Dukkemann', dem Siegertitel des Melodi Grand Prix (MGP) 1967, vordergründig ein fröhlich klingendes Lied über eine Marionette, ein beim Eurovision Song Contest bekanntlich gerne genommenes Thema. Was Kirsti Sparboe da in einem Outfit darbot, das nur als Kreuzung aus angeglimmerten Sträflingsklamotten und Schlafanzug bezeichnet werden kann und bereits den befremdlichen Golden-Girls-Chic der späten Achtziger vorwegnahm,…
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Melo­di Grand Prix 1965: Nur die aller­bes­te Melk­ma­schi­ne

Melo­di Grand Prix 1965: Nur die aller­bes­te Melk­ma­schi­ne

Erfrischend kurz war er, der sechste Norsk Melodi Grand Prix: nur etwas über eine halbe Stunde brauchte man für die Anmoderation und die Vorstellung der fünf zur Wahl stehenden Titel, dargeboten jeweils von zwei verschiedenen Interpret:innen in unterschiedlichen Instrumentierungen. Was dem Sender NRK die Chance gab, vermittels einer geschickten Choreographie von dem dürren musikalischen Angebot abzulenken: im ersten Durchgang präsentierte man die Lieder mit einer auf das Notwendigste reduzierten Begleitband, gewissermaßen in einer besonders intimen Fassung. Nachdem sich das Publikum so einen Überblick über das Menü verschaffen und jede:r für sich persönlich schon mal den am wenigsten furchtbarsten Titel bestimmen…
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Melo­di Grand Prix 1962: Auf den Hund gekom­men

Melo­di Grand Prix 1962: Auf den Hund gekom­men

"Am besten wäre es, sie schickten den Hund," mit dieser harschen Kritik am norwegischen Melodi Grand Prix (MGP) 1962 bezog sich die dänische Tageszeitung Verdens Gang auf die Jazzsängerin Laila Dalseth, eine von zwei Interpretinnen des Siegersongs dieser Vorentscheidung, die bei ihrem Auftritt einen niedlichen Welpen im Arm trug. Eine sympathiepunkteförderliche Strategie, die beim Eurovision Song Contest selbst bekanntermaßen streng verboten ist. Und so durfte dann auch statt der für ihre Verdienste ums norwegische Jazzwesen mehrfach preisgekrönten Dalseth die Operettensängerin und Schauspielerin Inger Jacobsen nach Luxemburg fahren, wo sie mit lediglich zwei Pünktchen unter "ferner liefen" landete. Jacobsen hatte bereits…
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Melo­di Grand Prix 1961: Bit­te bit­te

Melo­di Grand Prix 1961: Bit­te bit­te

"Anstatt die beste Melodie zu finden, bestand die Aufgabe der Jury darin, zu bestimmen, welche die am wenigsten schlechte war," so beschrieb sehr pointiert eine norwegische Tageszeitung das Elend bei der zweiten Ausgabe des heimatlichen Vorentscheidungsformats Melodi Grand Prix (MGP) im Jahre 1961. Das hing, wie in Deutschland, unter anderem mit dem Einfluss der Lobbys zusammen: genau wie die ARD handhabte der Sender NRK die Eurovision und die nationale Vorrunde als Komponistenwettbewerb, für die der norwegische Songschreiberverband das alleinige Vorschlagsrecht besaß. Knapp 350 Lieder waren nach entsprechender Aufforderung beim Sender eingetrudelt, und der Vorsitzende der NRK-Auswahljury, Ragnar Kierulf, bestätigte, es sei ausgesprochen…
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