Portugal

Zwei­tes ESC-Semi 2008: Pira­te Ladies of the Sea

Zwei­tes ESC-Semi 2008: Pira­te Ladies of the Sea

POR - TU - GAL!!! POR - TU - GAL!!! POR - TU - GAL!!! Ich muss um Verzeihung bitten, aber ich schreibe diese Zeilen noch ein wenig im Überschwang der Gefühle. Das letzte Mal, dass so viel Adrenalin durch meine Adern floss wie vor der Verkündung des zehnten und letzten Finalisten am Ende der zweiten Qualifikationsrunde in Belgrad gerade eben, sprang ich an einem Bungee-Seil 50 Meter in die Tiefe. Hätte der Name in dem allerletzten Umschlag, den die Moderatorin Jovana Janković nach endlosen Minuten hochgekochter Spannung verlas, nicht "Portugal" gelautet, wäre es in der Belgrader Halle wohl zu…
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Fes­ti­val da Can­cao 2008: Babić-ka

Fes­ti­val da Can­cao 2008: Babić-ka

Nach Jahrzehnten des Einsammelns der Roten Laternen und des fortgesetzten Scheiterns in der Vorrunde scheint es selbst den Portugiesen langsam zu dämmern, dass dröges Depressionsgejammer außerhalb ihrer Landesgrenzen nicht ankommt und Fado im restlichen Europa mit "fade" übersetzt wird. Dank eben dieser Erkenntnis griffen die abstimmenden TV-Zuschauer diesmal zielsicher zu einem Produkt aus kroatischer Feder: Andre Babić, Mastermind hinter Eurovisionsperlen wie 'Cvet z Juga' (SI 2007), 'Vise nisam tvoje' (HR 2003) und 'Mandoline' (EMA 2006), komponierte auch 'Senhora do Mar'. Und so können auch die Portugiesen dieses Jahr endlich mal mehrheitsfähiges Material vorweisen. Hurra! Senhora do Mar' verfügt denn auch…
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ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

Natürlich hätte ich auf die Enttäuschung vorbereitet sein müssen. Schließlich bin ich lange genug Fan, um zu wissen, dass die fiesen, geschmacksgestörten Televoter im Semifinale immer die besten Songs aussortieren. Ganze 28 Länder traten in diesem Jahr in der Qualifikationsrunde gegeneinander an, so viele wie noch nie seit der Einführung der Semis. Lediglich zehn Slots für das Finale am Samstag gab es, aber 16 von mir favorisierte Titel, die unbedingt hätten weiterkommen müssen! Selbst unter Zuhilfenahme der Finger konnte ich mir also ausrechnen, dass ein Gutteil meiner Lieblinge auf der Strecke bleiben werden. (mehr …)
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ESC-Semi 2006: I’ll fuck­ing win

ESC-Semi 2006: I’ll fuck­ing win

Westeuropäische Grand-Prix-Fanclubs bestehen in der Regel - in exakter Umkehrung der üblichen Bevölkerungsanteile - zu 95% aus schwulen Männern. Und die haben, logischerweise, einen völlig anderen Musikgeschmack als das beim Eurovision Song Contest abstimmende Massenpublikum an den Bildschirmen. Natürlich scherzten die im Athener Olympiastadion versammelten Fans noch vor Beginn des Halbfinales, dass man hinterher, wenn die zehn Finalisten feststünden, wohl mal wieder kopfschüttelnd in der Halle säße. Und genau so kam es auch. https://youtu.be/itM8IzJakNU Die beiden größten Schocks stellten das Ausscheiden der Fan-Favoritin Kate Ryan[ref]Die Belgierin hatte einst mit blasphemischen Coverversionen von unantastbaren Mylène-Farmer-Songs in ganz Westeuropa Hitparadenerfolge gefeiert und…
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ESC-Semi 2004: Take my Shoes and go straight

ESC-Semi 2004: Take my Shoes and go straight

Wer nicht zu den allereingefleischtesten Eurovisionsfans gehört, für den könnte der Begriff "Semi" bis heute Neuland sein. Kein Wunder: die deutschen Medien - inklusive der ARD - schweigen diese Neuerung beharrlich tot. Seit dem massenhaften Zustrom osteuropäischer Länder mussten bislang jedes Jahr etliche Antrittswillige aussetzen, was in den regelmäßig betroffenen Ländern zu einem starken Rückgang des öffentlichen Interesses führte. Als Abhilfe schuf die EBU 2004 ein brandneues Vorsortierfahren: die Qualifikationsrunde a.k.a. Semi, durch das alle durchmussten, die 2003 schlechter als Platz 10 abgeschnitten hatten. Mit Ausnahme der Big Four: Frankreich, Großbritannien, Spanien und Deutschland, die aufgrund ihrer Finanzkraft und Zuschauermassen stets…
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ESC-Fina­le 1991: Hier decke ich den Tisch

ESC-Fina­le 1991: Hier decke ich den Tisch

Mit einer Hymne auf das neu vereinte Europa ('Insieme: 1992') hatten die Italiener im Vorjahr dieses merkwürdige Wettsingen gewonnen, das bekanntlich auf dem Vorbild ihres heißgeliebten San-Remo-Festivals basiert. Da lag es auf der Hand, selbigem Vorbild zu huldigen und den Contest in nämlichem ligurischen Kurort auszutragen. Doch je näher das Ereignis heranrückte, desto stärker nagten die Zweifel: würde man mit diesem obskuren Eurotrashspektakel in der geheiligten Stätte des Ariston-Theaters zu San Remo nicht das Ansehen des im Lande wesentlich beliebteren Originals beschmutzen? Wollte man sich als selbst empfundener kultureller Nabel Europas wirklich diese Laus in den Pelz setzen? Also verlegte…
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ESC-Fina­le 1990: Für uns, Lie­be ohne Grenzen

ESC-Fina­le 1990: Für uns, Lie­be ohne Grenzen

Deutschland schrieb in diesem Jahr Geschichte: mit der von mutigen DDR-Bürgern friedlich herbeidemonstrierten Revolution und der sich anschließenden, von den meisten Westlern wie mir gedanklich längst abgeschriebenen Wiedervereinigung. Allerdings auch mit den beiden ersten deutschen Eurovisionsteilnehmern, die beim Versuch des Singens kaum einen Ton sauber zu treffen vermochten. Hätte man einen Schock Hundewelpen 'Frei zu leben' jaulen lassen, das Ergebnis wäre gewiss musikalisch überzeugender ausgefallen. Doch nicht genug, dass sich einem beim Anhören die Fußnägel kräuselten, auch der Anblick des peinlichen Duos sorgte für Fremdschämattacken: Daniel Kovac erschien im C&A-Anzug, Chris Kempers mit tuffiger Dauerwelle und noch tuffigerer Kostümjacke, die…
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ESC-Fina­le 1985: Lass es schwingen

ESC-Fina­le 1985: Lass es schwingen

Ein bedenkliches Zeichen: im zweiten Jahr in Folge machten beim Eurovision Song Contest nicht die (unterirdischen) Liedbeiträge von sich reden, sondern die Moderatorin der Show. Lil Lindfors, die anbetungswürdige coole schwedische Grand-Prix-Vertreterin von 1966 ('Nygammal Vals') und Gastgeberin des heutigen Abends, blieb bei der Anmoderation der Punktewertung wie zufällig an einem Treppengeländer hängen und riss sich den Rock ab, woraufhin die Welt sie sekundenlang im Unterhöschen bewundern durfte. Doch schnell löste sie ein paar Fäden, zog ein paar Stoffteile herunter und - schwupps! - stand sie wieder im schicklichen Beinkleid da. "Ich wollte Sie nur aufwecken", bemerkte sie süffisant. Der Weckruf erwies sich nach…
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ESC-Fina­le 1982: Mei­ne Lie­der, die ändern nicht viel

ESC-Fina­le 1982: Mei­ne Lie­der, die ändern nicht viel

1982: eine magische Zahl für Deutschland, ein nationales Trauma. Nicht nur, weil sich damals ein birnenförmiger Oggersheimer anschickte, das Land mit einer sechzehn Jahre währenden Schreckensherrschaft zu überziehen. Viel wichtiger: wir gewannen den Grand Prix! Zum ersten - und, wie ich bis zum 29. Mai 2010, als Lena Meyer-Landrut die Wachablösung vollzog und die Ära Siegel beendete, fest glaubte, auch zum letzten - Mal. Der Contest zog von den bisher meist als Austragungsort ausgewählten Hauptstädten in die tiefste britische Provinz nach Horrorgate Harrogate. Wie passend, denn provinziell mutete auch das musikalische Aufgebot an. (mehr …)
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ESC-Fina­le 1981: Take you from behind

ESC-Fina­le 1981: Take you from behind

Die Deutschen schäumten vor Zorn, waren aufrichtig erbost! Im Land weilende Schweizer zeigten sich im April 1981 gut beraten, ihre Herkunft zu verschweigen. Nachdem wir schon im Vorjahr nur knapp an der Eurovisionskrone vorbeischrammten, gingen wir diesmal um so siegessicherer ins Rennen. Eine so wunderbare Rührschnulze mit Behindertenmitleidsbonus hatten wir extra gewählt, und die mit unüberhörbar fränkisch rollendem "R" intonierende ("Die Jungen dort drrraußen, die rrriefen nur hinter ihm her") Lena Valaitis sang sauber, wohltimbriert und voller Leidenschaft und Anmut die bittersüße Ballade vom blinden Jungen 'Johnny Blue' direkt in alle Herzen hinein. Selbst die Buchmacher sahen uns ganz vorne. (mehr …)
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ESC-Fina­le 1974: Could­n’t escape if I wan­ted to

ESC-Fina­le 1974: Could­n’t escape if I wan­ted to

Grün ist ja bekanntlich die Farbe der Hoffnung. Besonders optimistisch erschienen also die deutschen Vertreter Cindy & Bert zu diesem Grand Prix: Cindy in einem lindgrünen Maxikleid, Bert im popelgrünen Anzug mit giftgrün leuchtendem Sommerschal. Half aber nichts: die von einer ARD-Jury hinter verschlossenen Türen ausgewählte, schwächliche 'Sommermelodie' verendete auf dem letzten Platz. Aufgrund der fehlenden öffentlichen Vorentscheidung und des daraus folgenden mangelnden Interesses am internationalen Wettbewerb sahen das nur 28 % der deutschen TV-Zuschauer:innen. Was man insofern bedauern muss, da auf diese Art und Weise viele Deutsche den historischen Contest schlechthin verpassten. (mehr …)
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ESC-Fina­le 1973: Du sagst nie­mals nein

ESC-Fina­le 1973: Du sagst nie­mals nein

Die Lustlosigkeit der deutschen Vorentscheidung rächte sich für uns. Die Protagonistin ahnte es bereits im Vorfeld: "Bringst Du Tränen von gestern zurück?", so eine der Fragen aus ihrer wunderbaren, im Vergleich mit den eher Aufbruchsstimmung verbreitenden Beiträgen der letzten Jahre jedoch etwas verzagt wirkenden Hymne 'Junger Tag', welche die Juroren mit einem klaren und eindeutigen "Ja!" beantworteten. Nach drei dritten Rängen in Folge konnte der nunmehrige (rechnerisch korrekte) neunte Platz nur als echte Enttäuschung gelten. Oder lag es an dem Spontanaugenkrebs verursachenden, grellgelben Folklorefummel, den die für Deutschland startende Dänin Gitte Hænning in Luxemburg trug? (mehr …)
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<span class="caps">ESC</span> 1972: Tage voll hel­lem Sonnenschein

ESC 1972: Tage voll hel­lem Sonnenschein

Das 1971 siegreiche Fürstentum Monaco, dank eigener Spielbank finanziell auf Rosen gebettet, lehnte die Austragung des Contests ab: nach offizieller Darstellung wollte Teleradio Monte Carlo den Event mangels geeigneter Halle erst im Juni 1972 im Freien abhalten. Das war den größeren Sendern, allen voran der BBC, zu spät: bis dato lief der Contest meist im März. Eine neue Halle konnte und wollte der Stadtstaat innerhalb weniger Monate aber nicht aus dem knappen Boden stampfen. Wie fast immer bei solchen Gelegenheiten sprang die BBC ein. So kam der Wettbewerb aus der Ehrfurcht einflößenden Usher Hall im schottischen Edinburgh. Die anbetungswürdige Tänzerin und Schauspielerin Moira Shearer…
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<span class="caps">ESC</span> 1971: Glück ist Hering in Dillsosse

ESC 1971: Glück ist Hering in Dillsosse

Heftige Auseinandersetzungen tobten Anfang der Siebzigerjahre hinter den Kulissen des Song Contests, unter anderem um das schon mehrfach geänderte Wertungssystem und über die Besetzung der → Jurys. Auch Deutschland drohte mit dem Ausstieg aus der Gemeinschaftsveranstaltung, sollte sie sich nicht endlich mehr dem Zeitgeist annähern. Doch der Grand Prix ist bekanntlich unkaputtbar, und so einigte man sich, ganz europäisch, auf einen Kompromiss. Dessen augenfälligstes Ergebnis war, dass die Juroren jetzt vor der Kamera und damit für alle sichtbar ihre Punkte verteilten statt wie bislang im Hinterzimmer. Zumindest in diesem Jahr sorgte das tatsächlich für annehmbare Abstimmungsergebnisse, vermutlich aus Angst der Juroren vor…
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ESC-Fina­le 1968: Hap­pi­ness had­n’t been invented

ESC-Fina­le 1968: Hap­pi­ness had­n’t been invented

Jurys sind Wichser™! Den im Vergleich zu den Nul-Point-Ergebnissen der Vorjahre zwar deutlich besseren, im Lichte der Konkurrenz dennoch etwas enttäuschenden (und ungerechten!) sechsten Platz im ersten Jahr der eurovisionären Farbausstrahlung verdankt der fabelhafte deutsche Beitrag von 1968 unter anderem den norwegischen Wertungsrichtern: die reagierten pikiert, weil die in Oslo gebürtige, in Deutschland jedoch keinen unerheblichen Anteil ihres Einkommens als Schlagersängerin generierende Wencke Myhre nicht fürs Heimatland sang, und straften sie fürs Fremdgehen mit null Punkten ab. Doch auch Deutschland sorgte beim Contest in London nicht nur mit dem progressiven 'Ein Hoch der Liebe' für Furore, sondern eben auch mit den angeblich von…
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Fes­ti­val da Can­ção 1968: Bis zum Zusammenbruch

Fes­ti­val da Can­ção 1968: Bis zum Zusammenbruch

Mit einem aufwendigen optischen Gimmick, der im Verlaufe des Abends noch eine wichtige Rolle spielen sollte, eröffnete das portugiesische Fernsehen RTP das fünfte Festival da Canção aus den Tóbis-Studios in der Hauptstadt Lissabon. Nämlich mit einer Art doppelwandiger, gigantischer goldenen Tasse, die sich mit Schwung öffnete und dabei den Blick freigab auf die gewissermaßen im Inneren des Trinkgefäßes eingeschlossene erste Sängerin dieses aus zehn Liedern bestehenden Vorentscheids, Mirene Cardinalli. Die Siegerin eines Liederfestivals in der südafrikanischen Kolonie Angola im Jahre 1966 lieferte passend zu diesem verhältnismäßig dramatischen Auftakt mit 'Vento, não vou contigo' ('Wind, ich folge dir nicht') ein moderat…
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ESC-Fina­le 1967: Sicher vor der sen­gen­den Sonne

ESC-Fina­le 1967: Sicher vor der sen­gen­den Sonne

Wahrlich keinen würdigeren Gastgeber hätte es für diesen, den Übergang zwischen Tradition und Moderne markierenden Eurovisionsjahrgang geben können als den ORF. Mit der Wahl des Festsaals der kaiserlichen Wiener Hofburg als Veranstaltungsort steuerten die Österreicher die uneinholbar nobelste Location, in welcher der Grand Prix jemals gastierte, zum Geschehen bei. Üppige Blumenarrangements auf der Bühne, gerne ins Bild gerückte gigantische Kronleuchter an den hohen Stuckdecken, die festliche Abendgarderobe des handverlesenen Saalpublikums, ein exzellentes Orchester und die traditionsreichen Wiener Hofknaben als Pausenprogramm sorgten im letzten Jahr des Schwarzweißfernsehens für einen regelrecht imperialen Glanz beim europäischen Chansonwettbewerb. Gleichzeitig bemühte man sich mit riesigen…
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Fes­ti­val da Can­ção 1967: Trom­meln dröh­nen heiser

Fes­ti­val da Can­ção 1967: Trom­meln dröh­nen heiser

Ein Jahr, nachdem die damalige Kolonialmacht Niederlande mit der von surinamischen Eltern abstammenden Milly Scott die erste schwarze Sängerin zum Eurovision Song Contest delegierte, dominierten Künstler aus der portugiesischen Kolonie Angola, welche wie das lateinamerikanische Surinam erst 1975 die Unabhängigkeit erlangte, das Festival da Canção 1967. Der portugiesischen Wikipedia zufolge soll dies gerüchtehalber einem Wunsch des ultrarechten Machthabers Salazar entsprochen haben, der damit die Anbindung des südafrikanischen Landes stärken wollte. Wohl aus diesem Grunde durften bei der regionalen Jury-Abstimmung diesmal auch ein paar Exil-Angolaner mitvoten, allerdings ohne, dass ihre Stimmen mit in die Auszählung flossen. Kulturelle Approbation ja, Mitbestimmung nein:…
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ESC-Fina­le 1966: Zwin­gen kann man kein Glück

ESC-Fina­le 1966: Zwin­gen kann man kein Glück

Das zehnjährige Jubliäum des Eurovision Song Contests nahm die EBU zum Anlass, im Frühjahr 1966 bei den teilnehmenden TV-Anstalten Wünschen und Ideen für die zukünftige Gestaltung des Wettbewerbs zu sammeln. Dabei zeigten sich regional unterschiedliche Schwerpunkte, wie Gordon Roxburgh in der Fibel Songs for Europe auflistet: so insistierten die skandinavischen Sender, dass der "musikalischen Qualität" der Beiträge die absolute Priorität einzuräumen sei. Die westeuropäischen Anstalten wie die ARD, das belgische BRT, der ORF und das französische Fernsehen wollten vor allem die als zu hoch empfundene Teilnehmerzahl von zuletzt 18 Nationen reduzieren und schlugen verschiedene Formate für Semifinale vor, wie sie…
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Fes­ti­val da Can­ção 1966: Rebel without a Cause

Fes­ti­val da Can­ção 1966: Rebel without a Cause

Es war im Grunde genommen ein einziges Madalena-Iglésias-Festspiel, das Lissabonner Festival da Canção von 1966. Die mit vollem Namen auf Madalena Lucília Iglésias do Vale de Oliveira Portugal (portugiesische Personalausweise müssen wohl im DIN-A-3-Format ausgestellt werden!) getaufte Sängerin interpretierte gleich drei der insgesamt acht Wettbewerbstitel. Davon verirrten sich die lieblich plinkernden 'Caminhos perdidos', die 'Verlorenen Wege', dem Titel gerecht werden auf den sechsten Rang. Mit ihrem drittplatzierten, als Lied über eine verlorene Liebe gut getarnten Beitrag fasste sie gar ein heißes Eisen an: in der damaligen herrschenden rechtsgerichteten Diktatur unter Salazar von 'Rebeldia' ('Rebellion') zu singen, kann man fast schon…
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Fes­ti­val da Can­ção 1965: Weni­ger ist mehr

Fes­ti­val da Can­ção 1965: Weni­ger ist mehr

Sie muss nahezu unbegrenzt sein, die lusitanische Leidensbereitschaft. Oder aber das Land versetzt das Trinkwasser seiner Bewohner:innen mit Crystal Meth. Anders ist es nicht zu erklären, dass die südeuropäische Halbinsel zumindest in der ersten Hälfte dieses zweiten Festival da Canção (FdC) nicht in kollektiven, hundertjährigen Tiefschlaf verfiel. Aus der demütigenden Grand-Prix-Premiere der seinerzeitigen Diktatur beim Eurovision Song Contest 1964, von welchem man mit ganzen null Punkten wieder abreiste, hatte der Sender RTP nicht das Geringste gelernt: drei bereits im Vorjahr beim FdC präsente Sänger:innen, darunter der in Kopenhagen so glücklose António Calvário, interpretierten vor einer geschmackvoll zurückhaltenden Studiodekoration wie festgenagelt…
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ESC-Fina­le 1964: Noch nicht reif für den Contest

ESC-Fina­le 1964: Noch nicht reif für den Contest

Tumult und Chaos bestimmten diesen Jahrgang, trotz des eigentlich fröhlichen Austragungsortes im direkt am Hauptbahnhof gelegenen Tivoli, dem innerstädtischen Vergnügungspark der putzigen dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Dazu trug einerseits das ausgeprägte politische Bewusstsein der heimischen Bevölkerung bei: gegen die Teilnahme der damaligen Diktaturen Spanien und Portugal am europäischen Wettsingen hagelte es im Vorfeld Proteste und Drohungen. Das letztgenannte, direkt bei der Premiere die ersten Nil Points einsammelnde und bis heute insgesamt eher erfolglose Eurovisionsland, das erst 53 Jahre später seinen ersten Sieg einzufahren vermochte, debütierte in Dänemark. Dass sich die Gesamtstarterzahl gegenüber 1963 dennoch nicht erhöhte, lag daran, dass Schweden heuer aussetzte. Zeigte…
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Fes­ti­val da Can­ção 1964: auch mor­gen noch kraft­voll zubeißen

Fes­ti­val da Can­ção 1964: auch mor­gen noch kraft­voll zubeißen

Gute drei Jahre vor meiner Geburt begann sie: die lange Leidensgeschichte des westlichsten Landes Kontinentaleuropas beim Eurovision Song Contest, die erst 48 Teilnahmen und 53 Jahre später mit dem Sieg von Salvador Sobral ihr temporäres Ende finden sollte. Bis dahin erwies sich der von zahlreichen Roten Laternen und kümmerlichen Punktegaben gesäumte Weg als qualvoll und steinig. Schaut man sich das 1964 eigens zu diesem Zwecke, als nationale Vorentscheidung, aus der Taufe gehobene und bis zum heutigen Tag zu diesem Behufe verwendete Festival da Canção in voller Länge an, ahnt man, warum. Sechs Sänger:innen traten gegeneinander an bei der Premiere dieser…
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