Ralph Siegel

Kein Koso­vo in Lis­sa­bon – und wohl auch kein Sie­gel

Wie esctoday heute berichtet, wird - entgegen aller Fan-Spekulationen - das Kosovo 2018 nicht beim Eurovision Song Contest debütieren. Der Sender der abtrünnigen ehemals serbischen Republik, RTK, erfülle nicht die Voraussetzungen einer Voll- oder assoziierten Mitgliedschaft bei der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und könne daher nicht am gemeinsamen Gesangswettbewerb teilnehmen, wie die Genfer Organisation auf Nachfrage sagte. RTK hatte sich hingegen Hoffnungen gemacht: "Letztes Jahr stellte uns die Reference Group in Aussicht, dass das Kosovo am ESC teilnehmen könne, wenn das Gastgeberland die Unabhängigkeit des Kosovos anerkennt," behauptet der Generaldirektor des von den Genfern bei seinem Aufbau technisch und mit Know-How…
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Dem Arsch von Kiew droht der Knast

Wer vergangene Samstagnacht während der Wertungspause beim Finale des 62. Eurovision Song Contest in Kiew gerade kurz mit der Stimmabgabe, dem Plaudern mit Freunden oder dem Getränkenachschub beschäftigt war oder auch nur kurz blinzelte, verpasste womöglich die ärgerlich-unterhaltsamsten fünf Sekunden der gesamten Show: während die Vorjahressiegerin Jamala gerade ihre spektakulär langweilige und musikalisch erstaunlich farblose neue Single 'I believe in U' vorstellte, enterte ein mit der australischen Flagge umhüllter Mann urplötzlich die Satellitenbühne, umtänzelte kurz die ukrainische Sängerin (die sich nichts anmerken ließ und ihren Auftritt professionell weiter durchzog), um dann überraschend blankzuziehen und seinen Allerwertesten in die Kamera zu strecken. So schnell, wie er…
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Zwei­tes Semi­fi­na­le 2017: We have lost our Vero­na

Warum macht ihr so etwas, liebe Bühnenbildverantwortliche? Warum versteckt ihr in diesem Jahr praktisch alle die Chorsänger/innen hinter der Bühne? Schon im ersten Semifinale 2017 am vergangenen Dienstag irritierte es maßlos, wenn man mit den Augen lediglich eine einzelne, völlig verloren im Farbenwirbel des Backdrops verschwindende Person auf der Bühne sah, gleichzeitig jedoch mit den Ohren wahre Choräle erschallen hörte und das völlig überforderte, bedauernswerte Gehirn diese beiden sich gegenseitig widersprechenden Sinneswahrnehmungen irgendwie zusammen bekommen sollte, ohne dabei zu implodieren. Bei der gestrigen zweiten Qualifikationsrunde dann, erneut ausgetragen in der nur mäßig besetzten Internationalen Ausstellungshalle zu Kiew, erneut bestückt mit der irgendwo…
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Euro­vi­si­on Death­match #15: Mar­le­en, eine von uns bei­den muss nun gehn

Der Samstag: Zeit für hemmungsloses Tanzvergnügen! Und da wir uns hier beim Eurovision Song Contest befinden, heißt das natürlich: Schlagerdisco! Gleich zwei Schlagerpärchen beliefern uns in diesem Jahr mit rettungslos altmodischem, herrlich campem, gnadenlos tanzbarem Schlagerspaß und geben gerade den Lebenserfahreneren unter uns (*hüstel*) den Glauben an den Grand Prix zurück. Anfangen möchte ich mit den estnischen Rückkehrern Koit Toome (→ EE 1998) und Laura Põldvere (→ EE 2005, ebenfalls in Kiew), die heuer gemeinsam die Eesti Laul gewannen und sich - in schlauer Vorahnung hinsichtlich des potentiellen Siegers des diesjährigen Contests - zum gemeinsamen romantischen Sommerurlaub auf den Spuren…
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San Mari­no 2017: Oops, they did it again!

Oh! Mein! Gott! Sie sind tatsächlich zurück! Vor wenigen Minuten stellte das sanmarinesische Fernsehen seinen Beitrag zum Eurovision Song Contest 2017 vor, nachdem man bis zuletzt geheimnisvoll tat und lediglich das Gerücht streute, ein "international bekanntes" Duo, bestehend aus einem EU- und einem Nicht-EU-Partizipanten, werde die Miniaturrepublik vertreten. Und das stimmt auch, ein bisschen: der mittlerweile in Deutschland lebende, gebürtige US-Amerikaner Jimmie Wilson (noch nie von ihm gehört!) und die Eurovisionslegende Valentina Monetta (→ SM 2012, 2013, 2014) treten mit einem schmissigen, hoffnungslos campen Eurodance-Schlager namens 'Spirit of the Night' an. Das im Münchener Schickeria-Schuppen P1 gedrehte Video bebildert eine zarte Disco-Romanze…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Tanz den Horn, Mut­ter­söhn­chen!

Welch ein ereignisreiches Eurovisionswochenende! Es begann mit einem leider sehr traurigen Ereignis: nachdem in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Nähe der italienischen Stadt Verona ein Reisebus mit ungarischen Schüler/innen verunglückte, verhängte die magyarische Regierung angesichts von 16 Todesopfern verständlicherweise Staatstrauer, woraufhin die eigentlich für Samstagabend geplante zweite Vorrunde der heimischen Eurovisionsvorentscheidung A Dal bis auf Weiteres um eine Woche verschoben wurde. Neben dieser Tragödie und den bereits verbloggten zwei nationalen Endausscheidungen vom Samstag in Weißrussland und Georgien blieb kaum noch Zeit für eine Sichtung der bereits am Freitagabend veröffentlichten zwölf Songs des für den 11. März 2017 terminierten isländischen Söngvakeppnin,…
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Deutsch­land und der Geist der Euro­vi­si­on

Das Erwartete ist eingetreten, und doch wurde es kurz vor Ende noch mal spannend: im Superfinale von Unser Lied für Stockholm setzte sich heute Abend die von vorne herein als Favoritin gehandelte The-Voice-Siegerin Jamie Lee Kriewitz gegen Alex Diehl und Avantasia durch. Für einen kleinen Schreckensmoment sah es so aus, als könne der dicke Bayer dem lustig aufgebrezelten Manga-Mädchen noch gefährlich werden, überzeugte sein zweiter Auftritt im Superfinale doch deutlich mehr als der von Jamie Lee. Und im After-Stage-Interview mit der fantastisch aufgelegten Barbara Schöneberger wirkte er supersymphatisch aufgeregt und authentisch, so dass ein kleiner Elaiza-Moment der Verzauberung zu befürchten…
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Auch 2015: Semis in die Spar­te

Wie der Prinz-Blog gestern rapportierte, überträgt die ARD die beiden Qualifikationsrunden des Eurovision Song Contest 2015 live im Fernsehen, allerdings nicht im Ersten. Dafür kann man unter gleich drei der gefühlt 700 ARD-Spartensender wählen: für aufmerksamkeitsdefizitäre Internetaffine blendet EinsFestival zusätzlich zur Liveübertragung im Splitscreen-Verfahren wieder pseudojugendliche, uninteressante Facebook-Kommentare und Tweets ein. EinsPlus bietet mit einem Gebärdendolmetscher hingegen echten Mehrwert, auch wenn vermutlich nicht mit einer Darbietung im Stile von Tommy Krångh zu rechnen ist. Und für die Puristen überträgt der Ereigniskanal Phoenix die beiden Semis ohne jeglichen Begleitschnickschnack, aber in HD - sofern man nicht, wie der Blogger, Kunde des schlechtesten Kabelanbieters der Welt…
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Der Lum­pen­samm­ler nach Wien (NO, AZ, RU, SM 2015)

Eigentlich sollte heute Vormittag noch ein ausführlicher Bericht zum Melodi Grand Prix folgen, das ich am Samstag nicht mehr schaffte und Sonntag früh nachzuholen gedachte. Doch dann machte mir die Technik einen Strich durch die Rechnung - nie wieder PCs oder Laptops von Acer! Und zwischenzeitlich stapeln sich hier die noch in letzter Minute vor dem Einsendeschluss ausgewählten oder upgedateten Beiträge für Wien. Daher jetzt im Schnelldurchlauf alles Wichtige vom Wochenende. Die Norweger entschieden sich am Samstag sehenden Auges für noch eine Ballade - und sie trafen damit eine gute Wahl. 'Monster like me' von Mørland und Debrah Scarlett klingt nicht nur vom…
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1. Semi 2014: Drei Mal dabei, bit­te weit­er­wäh­len!

Sie sind doch einfach jedes Mal für Überraschungen gut, diese Qualifikationsrunden und insbesondere die Antworten, die Europas Zuschauer und Juroren auf die Frage geben, welche der gezeigten Performances sie am Samstag im Finale wiedersehen wollen. So gut wie niemand hatte wohl ernsthaft Valentina Monetta auf seinem Tippzettel, und nachdem der unter langjährigen Leidensgenossen nur noch "der Unvermeidliche" genannte Ralph Siegel diesmal auch noch prominent am Flügel saß, als sei er die Reinkarnation von Andrew Lloyd-Webber (UK 2009), sah ich offen gestanden endgültig schwarz für die sanmarinesische Lys Assia (CH 1956-1958). Ob die Verleihung der Finalkarte nun den Lohn für die Persistenz der…
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Con­chi­ta Wurst hat einen neu­en Fan

Während die Medien noch immer die unsäglichen Äußerungen des armenischen Konkurrenten Aram MP3 breittreten, der Ende März einen armseligen homophoben Scherz darüber machte, dass er sich in Kopenhagen die Bühne mit einer bärtigen Frau teilen muss, ereilt die österreichische Vertreterin Conchita Wurst eine überraschende Hommage aus dem ebenfalls nicht gerade als Hort des gesellschaftlichen Fortschritts bekannten Nachbarland Aserbaidschan. Deren letztjährigem Repräsentanten und Zweitplatzierten Fərid Məmmədov ('Hold me') nämlich gefiel Conchitas Song 'Rise like a Phoenix' so gut, dass er die Nummer im heimischen Wohnzimmer nachsang und Ausschnitte davon ins Netz stellte. Da sehe ich doch vor meinem geistigen Auge bereits einen Überraschungsauftritt mit…
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Sie­gel: “ ‘Let’s get hap­py’ war für Anke Engel­ke”

Alleine bei der Vorstellung fällt mir fast die Kaffeetasse aus der Hand: in einem Interview mit dem aus Deutschland stammenden mehrfachen Schweizer Vor-Vorentscheids-Teilnehmer Mave O'Rick (bekannt durch den Flummitechnoremix von Anne-Marie Davids 'Tu te reconnaîtras') für die Onlineausgabe des Schwulenmagazins Männer behauptete der deutsche Grand-Prix-Grandseigneur gestern, er habe 'Let's get happy' (DE 2003) ursprünglich nicht für Lou Hoffner, sondern für Anke Engelke komponiert. "Und fast hätte sie den Song gesungen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dann ein besserer Platz dabei heraus gesprungen wäre," so Siegel. Das lässt nun Raum für Spekulationen: scheiterte es wie weiland 1997 am schnöden Mammon, als der…
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ESC 2014: Deutsch­land ist das neue Schwe­den

In den zurückliegenden Jahren konnte sich beim Eurovision Song Contest Schweden als Pop-Export-Nation etablieren, deren Songschreiber zunehmend regelmäßig auch andere Länder mit ihren Kompositionen belieferten. Zwar ist dieser Trend ungebrochen - nicht zuletzt das weiterhin siegeshungrige Aserbaidschan verlässt sich erneut auf ein Lied aus bewährt skandinavischer Feder. Doch auch Deutschland ist in diesem Jahr, wenn man so will, mit mehr als nur dem Heimatbeitrag in Kopenhagen vertreten. Gleich sechs der 39 37 Einsendungen des diesjährigen Wettbewerbs verfügen in irgendeiner Form auch über germanische Wurzeln. Neben Elaiza und dem selbst geschriebenen 'Is it right?' gilt dies beispielsweise, wenn auch in der denkbar…
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San Mari­no 2014: Mit Dir viel­leicht, viel­leicht auch nicht

Eins vorweg: ich will mit meiner Kritik am sanmarinesischen Beitrag keinesfalls Ralph Siegel dissen. Der Mann nötigt mir mit seiner weit über normalen Altersstarrsinn hinausgehenden Hingabe zum Grand Prix eine Art von Respekt ab und nichts würde ich ihm mehr gönnen, als es für ein kleines Außenseiterland wie San Marino noch einmal zu schaffen. Ich fürchte nur, daraus wird auch dieses Jahr nichts. 'Maybe', der mittlerweile dritte Titel in Folge, den der deutsche Altmeister für Valentina Monetta schrieb, lehnt sich am Konzept des Vorjahresbeitrags 'Crisalide' an und kommt balladesk daher - im balladenschwangeren ersten Semi, durch das Ralphs verlässlichste Abnehmerin…
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Aller guten Sie­gel sind drei: Valen­ti­na singt auch 2014!

Der sanmarinesische Sender SMTV hätte sich keinen passenderen Tag aussuchen können: praktisch zeitgleich mit den historischen Worten Angela Merkels anlässlich ihrer Pressekonferenz zum Besuch des US-Präsidenten Barack Obama in Berlin - "Das Internet ist für uns alle Neuland" - bestätigte die kleinste Republik der Welt Europas offiziell, dass die 2012 durch den 'Social Network Song (oh oh uh oh oh)' zum Kultobjekt gewordene Valentina Monetta 2014 das Land bereits zum dritten Mal in Folge vertreten soll. Natürlich erneut mit einem Titel aus der Feder Ralph Siegels, der die komplette Sause vermutlich bezahlt. Vielleicht kann Valentina unserer Kanzlerin bei Gelegenheit mal…
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Eins­Fes­ti­val der Lie­be: ARD packt Semis in die Spar­te

Schon ein lustiger Haufen, diese ARD: noch am Mittwoch dieser Woche überraschten die Intendanten des föderalen Senderverbundes die Öffentlichkeit mit dem - vermutlich nicht ganz ernst gemeinten - Vorschlag, ihre seit Jahren wegen inhaltlicher Profillosigkeit in der Kritik stehenden digitalen Spartenkanäle mit denen des ZDF zu fusionieren. Was die Mainzer - wie vermutlich einkalkuliert - natürlich postwendend zurückwiesen. Nun hat die ARD einen Weg gefunden, den Zuschauerschnitt von 0,3 Prozent Marktanteil für EinsFestival zumindest im Wonnemonat mal kurz ein wenig anzuheben: sie überträgt dort am Dienstag, dem 14. Mai, das erste Semifinale des Eurovision Song Contest. Live, ab 21:00 Uhr.…
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Wer sind Sie und was haben Sie Herrn Sie­gel ange­tan? (SM, MK 2013)

Und erneut überschlugen sich gestern, nur wenige Tage vor der EBU-Deadline, die Eurovisionsereignisse wieder so stark, dass ich sie hier nur gesammelt nachreichen kann. Beginnen wir mit dem erstaunlichsten Geschehen dieses Jahres, ach was: dieses Jahrzehnts! Ralph Siegel hat ein Lied für den Grand Prix geschrieben - und es ist gut! Doch, wirklich! Wenn ich es doch sage! Der deutsche Altmeister verfasste bekanntlich erneut den sanmarinesischen Beitrag, erneut gesungen von Valentina Monetta. Und wer jetzt, wie ich, ein erneutes Trash-Spektakel à la 'Facebook, uuh-uuh', erwartete, sah sich bei der gestrigen Songpräsentation heftig überrascht. Denn 'Crisalide' ist eine rundweg gelungene Eurovisionsballade,…
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Ralph Sie­gel for­dert eine Lex Assia

"Enttäuscht und schockiert" zeigte sich Lys Assia heute  erwartungsgemäß im Telefoninterview mit dem Schweizer Fernsehen von ihrer Nichtzurlassung zum dortigen Vorentscheid. Gerade wo sie doch extra ein Lied "für die Jungen" aufgenommen habe: "Ich hätte für ein anderes Land antreten sollen". Ihr Komponist Ralph Siegel griff unterdessen Lys' letztjährige Ausrede von der fehlenden Internetaffinität ihrer Altersgruppe auf und forderte eine "Sonderregelung" (lies: eine Wildcard) für seinen Schützling. Dies habe er "schon vor Monaten" dem Sender vorgeschlagen, "aber es scheint niemand genügend Feingefühl und Verständnis für die Situation zu haben", so der Grand-Prix-Grandseigneur. Das Schweizer Fernsehen indes denkt gar nicht daran, diesem…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: erwischt, Kalk­ofe!

Während uns Altmeister Ralph Siegel und sein 88jähriges "Hip-Hop-Babe" (Pressetext Schweizer Fernsehen) Lys Assia mit kleinen Bröckchen hinhalten (mehr dazu später), reicht die umtriebige Konkurrenz ein Meisterwerk nach dem anderen zum eidgenössischen Vorentscheid ein. Neben einem tatsächlich hörbaren, beim schnarchnasigen Alpenpublikum aber völlig chancenlosen Rocksong namens 'Russian Roulette' der Allmendinger Schülerkappelle Grey Monday und einer putzigen, Bontempisound-und-Walzertakt-begleiteten "Na na na"-Melodei namens 'There is one Boy named Ilya' stechen zwei Nummern besonders heraus: da ist zum einen der für seine preisgekrönten Parodien bekannte deutsche TV-Komiker Oliver Kalkofe, der sich unter dem besonders listigen Tarnnamen Marcello Alexander eingeschlichen hat und die unfassliche volkstümliche…
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Schweiz: Lys Assia gibt nicht auf

Sie gehört einfach zum Eurovision Song Contest wie die Wespen zum Zwetschgenkuchen: das mittlerweile 88jährige Grand-Prix-Urgestein Lys Assia, die erste Siegerin von 1956. Und sie scheint fest entschlossen, auf Biegen und Brechen noch einmal mitzumachen: wie sie dem Boulevardblatt Blick erzählte, will sie erneut bei der schweizerischen Vorentscheidung antreten - wiederum mit einem Song aus der Feder von Ralph Siegel. Nachdem sie 2012 mit ihrer großen Final-Curtain-Ballade 'C'etait ma Vie' nicht zum Zuge kam, will sie es diesmal mit einem "modernen" Titel versuchen: einem "Popsong mit Rap-Einlagen", bei dem sie vier "Berner Buben" von New Jack, einem Hip-Hop-Act, unterstützen. "Das Lied hat…
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Are you rea­dy for a litt­le Chat?

Um wie vieles ärmer wäre unser Leben ohne Ralph Siegel? Mal ganz abgesehen von den wirklich guten Schlagern, die er in den Siebzigern komponierte und mit denen er sich ins popkulturelle Inventar der Bundesrepublik eingeschrieben hat: was der Mann in seinem so verzweifelt wie zwanghaft wirkenden Bemühen, ums Verrecken noch mal einen Eurovisionssieg hinzubekommen, an großer Unterhaltung liefert, ist unbezahlbar. Ich freue mich jede Saison aufs Neue auf die spannende Frage, welchen obskuren Ländern er diesmal eine seiner Songgurken für die Vorentscheidung andrehen konnte und ob er es mal wieder zum Wettbewerb (gar ins Finale?) schafft. Dass Ralph Siegel nicht…
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San Mari­no: eine “kost­spie­li­ge” Null­lö­sung (SM 2012)

Vor wenigen Minuten präsentierte das sanmarinesische Fernsehen die umgeschriebene Fassung des von der EBU wegen des Vorwurfs der Schleichwerbung zensierten Ralph-Siegel-Songs 'Facebook (Uh Oh Oh)'. "Innerhalb von einer Woche mussten wir alles neu einspielen: Der gesamte Chor kam ins Studio, wir haben ein neues Video gedreht. Das war eine kostspielige Sache," so wehklagte der deutsche Grand-Prix-Senior noch gestern in der FAZ. Merkwürdigerweise nur ist nichts zu sehen und zu hören von den ganzen Millionen, die Herr Siegel da verbrannt haben will. Das Video ist - bis auf die angepassten Schrifteinblendungen - exakt dasselbe wie zuvor, und Valentina Monetta lässt nun…
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Ein­fach nur dumm”: Sie­gel will Face­book-Song umschrei­ben

In einem Interview mit dem Springer-Blatt Die Welt sagte der deutsche Grand-Prix-Veteran, dass er seinen sanmarinesischen Eurovisionsbeitrag 'Facebook Uh Oh Oh' bis Freitag regelkonform umschreiben wolle. Er zeigte sich überrascht von der Entscheidung der EBU-Leitungsrunde, nach der die Nennung des Markennamens Facebook im Songtitel gegen das Kommerzverbot verstoße: "Ich habe meine Anwälte gefragt, ich bin doch nicht blöd," behauptet er gegenüber der Zeitung. Da die Zeit für eine abschließende juristische Prüfung nicht ausreicht, wolle er den Titel jedoch bis Freitag "mit ein paar Kunstgriffen" so abändern, dass er den Ansprüchen der EBU genüge. Der Komponist drohte bei der Gelegenheit im äußerst siegelfreundlich…
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Kein Face­book in San Mari­no

Es musste ja schief gehen: wie die sanmarinesische Sängerin Valentia Monetta von einer halben Stunde - ironischerweise auf ihrem Facebook-Account - bekannt gab, hat die EBU den von Ralph Siegel geschriebenen Beitrag des italienischen Mikrostaates nicht akzeptiert. Nein, nicht wie Sie jetzt denken, aus geschmacklichen Gründen: bei ihrem Treffen in Baku entschied die Leitungsrunde der EBU erwartungsgemäß, dass die Nennung des Wortes 'Facebook' im Titel des sanmarinesischen Beitrags gegen die Regeln verstoße. Monetta wandt zwar ein, es handele sich um eine "Parodie auf die Welt der sozialen Netzwerke", und Facebook sei nun mal das bekannteste. Dennoch wolle man sich der…
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Let’s get hap­py and let’s be gay! (UA 2012)

'Be my Guest': mit dieser - ursprünglich für die Besucher der diesjährigen Fußball-EM geschriebenen - Einladung will die Ukraine 2012 auch die Eurovisionsfans zu sich locken. Und da man in Ruslanaland aus eigener, leidvoller Erfahrung mit sich zu Tode langweilenden weiblichen Prostituierten im Euroclub zu Kiew während der Eurovisionswoche von 2005 genau weiß, aus welcher Zielgruppe diese sich rekurrieren, handelt es sich bei der Nummer musikalisch um eine klassische Neunzigerjahre-CSD-Hymne. Vorgetragen zu allem Überfluß von einer Sängerin namens Gaytana. Und begleitet von vier hinreißend fitten Tänzern in speziell an den strategischen Stellen hauteng anliegenden Motorrad-Leder-Kombis. Mit anderen Worten: ein feuchter schwuler…
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