Ralph Siegel

Per­len der Vor­ent­schei­dung: Sie­gel in Maltawien

Wer nach dem geradezu brutalen Ausscheiden von Ralph Siegels großem Abschiedsoeuvre 'C'était ma Vie' im gestrigen schweizerischen Vorentscheid glaubte, den Eurovisionsdauerkomponisten nun endlich los zu sein, sieht sich getäuscht. In Moldawien hat der Grand-Prix-Junkie noch ein Eisen im Feuer: dort reichte er einen kruden Mix aus Lous 'Let's get happy' (DE 2003) und Domenique Azzopardis 'I'll follow the Sunshine' (Maltesischer Vorentscheid 2011, Semi) namens 'Save a little Sunshine' ein, präsentiert von der tapfer lächelnden Irina und einem tapsigen Rapper mit dem merkwürdigen Namen MC Gootsa. Immerhin gibt das dazugehörige, augenwehbunte Video wenigstens zu, in den Siebzigerjahren stecken geblieben zu sein. Das ist…
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Why do they always get it wrong? (CH 2012)

'Unbreakable' heißt das erste feststehende Lied für Baku. Erwartungsgemäß versiebte das Schweizer Publikum bei der heutigen Großen Entscheidungsshow die auf dem Silbertablett dargebotene Chance, mit der Nominierung der mittlerweile 87jährigen ersten Eurovisionssiegerin Lys Assia Grand-Prix-Geschichte zu schreiben. Und zwar brutal eindeutig: Lys kam noch nicht einmal ins Superfinale der ersten Drei, sondern landete mit mageren fünfeinhalb Prozent auf einem abgeschlagenen achten Platz! Stattdessen entschieden sich die Helvetier, wie vorhergesagt, für einen egalen Seichtrockpopsong der Tessiner Geschwisterband Sinplus. Die Schweizer sind halt so berechenbar wie eine Rechenaufgabe für Erstklässler. Und gehörten eigentlich kollektiv entmündigt - aber das geschieht ja derzeit nur mit Pleitestaaten. Also keine…
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Schweiz: Ralph Sie­gel schreibt Song für Lys Assia!

Ich gebe zu, als ich diese Meldung eben las, musste ich erst mal auf den Kalender schauen. Nein, es ist nicht der 1. April; nein, es handelt sich nicht um einen Fanorak-Scherz. Es scheint tatsächlich wahr zu sein: die mittlerweile 87jährige Grand-Prix-Legende Lys Assia, Siegerin des ersten Song Contests von 1956, bewirbt sich in diesem Jahr erneut um das Ticket für die Schweiz. Mit einem Song von (imaginärer Trommelwirbel): Ralph Siegel! Nein, ich habe mir das nicht ausgedacht! https://youtu.be/z7p8ccgPgpg Die schweizerische Antwort auf Eartha Kitt: Lys Assia (mehr …)
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We don’t wan­na Raab-him

Gleich doppelt ist unsere Eurovisionsvertreterin Lena Muster-Füllgut heute mit eher randständigen Nichtigkeiten Thema in einer auflagenstarken deutschen "Zeitung" (Zitat Dirk Bach). Die weckt die Hoffnung, dass der Kelch einer Moderation der diesjährigen Show durch den für solcherlei Aufgaben von nationaler Tragweite völlig ungeeigneten Stefan Raab doch noch an uns vorüber gehen könnte - falls nämlich Lena in Düsseldorf eins seiner Lieder singt. Beinahe genug Grund, beim Vorentscheid-Finale doch für 'What happened to me' anzurufen! Außerdem hängt der Raab-Vorgänger und Grand-Prix-Opi Ralph Siegel mal wieder sein Fähnchen in den Wind und kriecht der von ihm bis vor Kurzem noch gedissten Lena…
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Lena char­tet euro­pa­weit, doch Sie­gel will den Thron nicht räumen

Nach ihrem Überraschungssieg beim Eurovision Song Contest führt Lena in zahlreichen Ländern Europas die Downloadcharts an, wie eurovision.tv berichtet. So konnte sie sich am gestrigen Mittwoch an die Spitze der iTunes-Charts in Österreich, Dänemark, Finnland, Griechenland, Irland, Luxemburg, Schweden und der Schweiz setzen. Auch in anderen Ländern gelang ein Einstieg in den Top Ten. Jessy Matador aus Frankreich ('Allez ola olé'), Tom Dice aus Belgien ('Me and my Guitar') und der Pausen-Act Madcon ('Glow', die Musik zum fabelhaften Eurovision Flashmob Dance) platzierten sich ebenfalls in zahlreichen Ländern. Auch in Deutschland generierte Lena nochmal zahlreiche Downloads. Und zog sich den erwartbaren…
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Ers­tes ESC-Semi 2009: It’s kil­lin’ the Groove

Ers­tes ESC-Semi 2009: It’s kil­lin’ the Groove

Gerüchtehalber sechs Millionen Euro hatten sich die Russen im Vorjahr ihren auf Sieg getrimmten Beitrag 'Believe' kosten lassen. Bei der Ausrichtung des Wettbewerbs in Moskau protzten sie entsprechend hemmungslos: die größte Bühne aller Zeiten, die beeindruckendste Lichttechnik, die spektakulärsten Pausenacts. 42 Millionen Euro sollen sie für die Show ausgegeben haben, fast das Doppelte des üblichen Budgets. Und lieferten dennoch international ein beschämendes und unangenehmes Bild ab, aufgrund der rabiat exekutierten Auflösung des zeitgleich zum Eurovisionsfinale stattfindenden Moskauer CSD durch Sondereinsatzkräfte der Polizei. Und durch das wohl unfähigste Moderatorenteam der Grand-Prix-Geschichte. https://www.youtube.com/watch?v=ulVSOEuntOc Andrej Malakow, den männlichen Part, taufte meine liebe Kollegin Mery auf den…
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Mon­te­ne­gro 2009: Es ist ein Siegel!

Er hat es wieder geschafft, der alte Fuchs! Am Freitag legte sich der exjugoslawische Winzstaat Montenegro, ein Land mit der Einwohnerzahl Frankfurts, per internem Juryentscheid auf seine Repräsentantin in Moskau fest: die 23jährige Andrea Demirović mit der Uptemponummer 'Just get out of my Life'. Heute kam heraus: das altbekannte Team Siegel / Meinunger hat seine Hände im Spiel. Gemeinsam mit dem spanischen Komponisten José Juan Santana Rodriguez schreiben sie den Song, den sie in Siegels Tonstudio in München aufnahmen. Damit ist der Unvermeidliche nach zwei Jahren Zwangspause wieder im Rennen. Could we just have the Dancer, please? (mehr …)
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Ralph Sie­gel über­flu­tet Malta

Die Münchner-maltesische Connection scheint stabil: mit gleich zwei drei Beiträgen schaffte es der unermüdliche Grand-Prix-Großvater Ralph Siegel in die Auserwähltenliste für die Vorrunden zum maltesischen Song for Europe. Der Rest der insgesamt 56 Songs stammt fast ausnahmslos von Philliph Vella. Im Line-up tummeln sich natürlich wieder all die Namen, die Connaisseurs des gepflegten Eurovisionskitschs mit der Zunge schnalzen lassen: neben Ludwig Galea (der männlichen Hälfte von Julie & Ludwig, MT 2004), der stimm- und figurgewaltigen Chiara und den sensationellen Sangesschwestern Natasha & Charlene versucht sich auch Claudia Faniello erneut, die letztes Jahr mit dem camptastischen 'Caravaggio' knapp an Morena scheiterte.…
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Ralph Sie­gel probt den nächs­ten Anlauf

Jetzt mal ehrlich: es würde einem doch etwas fehlen ohne den jährlichen, von Anfang an zum Scheitern verurteilten Versuch des ehemaligen Grand-Prix-Großmeisters, noch mal an seine längst vergangenen Erfolge anzuknüpfen. Wie einst Don Quichotte kämpft auch Ralph Siegel tapfer seinen aussichtslosen Kampf gegen die Windmühlenflügel namens Zeitgeist - für so viel unbeugsamen, alterstarrsinnigen Trotz mischt sich schon fast wieder ein bisschen Bewunderung unter das Mitleid. Wie die Welt heute berichtet, will der Komponist von der traurigen Gestalt 2009 wieder einen Beitrag zur deutschen Vorentscheidung einreichen - und habe auch schon einen Sancho Pansa eine Interpretin gefunden. Man kann es nicht…
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Ralph Sie­gel will wie­der ran

Ralph Siegel kann es einfach nicht lassen und flanscht sich mit einem lustigen Vorschlag an die aktuelle Diskussion um die Neugestaltung des deutschen Vorentscheids an. Immer noch felsenfest dem Irrglauben verhaftet, beim Eurovision Song Contest handele es sich um einen Komponistenwettbewerb (und nicht um einen Länderwettkampf), schlägt er für 2009 eine Songschreiber-Elefantenrunde vor, an welcher sich die Poptitanen Dieter Bohlen, Stefan Raab, Alex Christensen und Frank Farian beteiligen sollen. Und natürlich Siegel selbst. Ralphs Lebensmotto: 'I'm never giving up' (mehr …)
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Mal­ta 2008: Ausgesiegelt

Der Eurovision Song Contest sei ja ein Komponistenwettbewerb, behaupteten fehlgeleitete Menschen früher gerne mal. Einige dieser Komponisten kommen mittlerweile ganz schön rum: so hat der schwedische Schlagerschreiber Thomas G:son dieses Jahr jeweils einen Beitrag in Belgien und in Polen am Start, nach dem er letztes Jahr Norwegen und Spanien belieferte. Gerard James Borg aus Malta ist ebenfalls in Belgien aktiv - und hat beim Maltasong gleich fünf Eisen im Feuer. Nur Ralph Siegel, der es ebenfalls auf dem Mittelmeereiland versuchte, ist leider aus dem Rennen. Schau her, Rebeka Dremelj: so geht eine ordentliche SM-Performance! (mehr …)
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Ralph Sie­gel in Mal­ta dabei?

Wie die großartigen Schlagerboys kolportieren, soll sich unter den 36 Songs, die es in die engere Auswahl für den maltesischen Song for Europe geschafft haben, auch ein Titel von Ralph Siegel befinden. Der Song wird als "treibend und eingängig, aber ein bisschen kitschig" beschrieben - so jedenfalls die Gerüchteküche. Auch Chris & Moira (MT 1972) und Mary Spiteri (MT 1992) seien im Rennen - letztere mit einer großen Ballade namens "Meine letzte Zugabe". Das klingt viel versprechend! Siegels letzter Auslandseinsatz (CH) (mehr …)
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Echo für Ralph Siegel

Echo für Ralph Siegel

Deutschlands Eurovisionsvertreter Roger Cicero und Grand-Prix-Legende Ralph Siegel wurden beim Echo 2007 ausgezeichnet. Nun erhält man ja den "Preis für das Lebenswerk" üblicherweise dann, wenn die eigene produktive Hochphase definitiv vorbei ist (was bei Deutschlands größtem Eurovisionskomponisten schon seit zehn Jahren zutrifft) - oder, wenn zu befürchten steht, dass der Ausgezeichnete bald das Zeitliche segnen könnte. Hoffen wir mal sehr, dass Letzteres nicht zutrifft! Aus gegebenem Anlass: unser Onkel Ralph auch mal als Sänger! (mehr …)
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Mari­an­ne Rosen­berg: Sie gehört zu uns

Mari­an­ne Rosen­berg: Sie gehört zu uns

In ihrer außergewöhnlich lesenswerten Autobiografie 'Kokolores' spricht die Schwulenikone und viermalige Vorentscheidungsteilnehmerin Marianne Rosenberg auch über ihre Beziehung zum Eurovision Song Contest. Sehr früh und durchaus nachhaltig beeindruckte der europäische Liedwettbewerb die junge Berlinerin: "Ich hatte den Grand Prix d'Eurovision de la Chanson 1963 zum ersten Mal im Fernsehen gesehen" - da war sie gerade acht - "und fortan war es einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, die Sänger nachzuspielen." Und nicht nur das: "Die Siegerin 1964 wurde die sechzehnjährige Gigliola Cinquetti (...). Weil sie noch so jung war, italienisch sang und langes braunes Haar hatte, wurde mein Spiel auf den selbst gebauten Bühnen realistischer.…
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ESC-Fina­le 2006: Hard Rock? Hallelujah!

ESC-Fina­le 2006: Hard Rock? Hallelujah!

Dass ich das noch erleben durfte: die Finnen gewinnen! Athen warf ein bis dato unumstößliches Grand-Prix-Gesetz über den Haufen. Was kommt als nächstes? Ein Sieg Portugals? Andorra im Finale? Eine osteuropäische Sängerin, deren Rock die Scham bedeckt? Man darf gespannt sein! Die meistens Fans in der Athener Olympiahalle reagierten geschockt, als der Sieg der Monsterrocker sich abzeichnete. Nur wenige zeigten sich (wie ich) begeistert, unterstützten jede Zwölf-Punkte-Wertung für Lordi mit einem spontanen "Lapponia"-Gesang oder rockten bei der Siegerreprise auf dem Stuhl stehend mit. https://youtu.be/SGnnH2gbsdE Dabei ist 'Hard Rock Hallelujah' unter der harmlos-albernen Monstermaskierung ein echter Gute-Laune-Schlager, zu dem man herrlich…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 2005: Lauf und ver­steck Dich

Deut­scher Vor­ent­scheid 2005: Lauf und ver­steck Dich

Wäre ich bösartig, was mir natürlich fern liegt, dann würde ich deutsche Vorentscheidung 2005 zu einem einzigen großen Betrugsversuch erklären. Und nein, damit meine ich nicht die Manipulation der Singlecharts durch Gracia Baurs Manager David Brandes. Ich spreche von der Art und Weise, wie der NDR im Vorjahr mit einem stargespickten Vorentscheidungs-Line-up der Superlative höchste Erwartungen weckte. Und in diesem Jahr, selbstverständlich erst nach dem vollständigen Abverkauf der Eintrittskarten für Germany 12 Points! in Berlin, just diese Erwartungen mit einer der blamabelsten und abgrundschlechtesten Teilnehmerlisten der letzten fünfzig Jahre auf das Bitterste enttäuschte. (mehr …)
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ESC-Semi 2004: Take my Shoes and go straight

ESC-Semi 2004: Take my Shoes and go straight

Wer nicht zu den allereingefleischtesten Eurovisionsfans gehört, für den könnte der Begriff "Semi" bis heute Neuland sein. Kein Wunder: die deutschen Medien - inklusive der ARD - schweigen diese Neuerung beharrlich tot. Seit dem massenhaften Zustrom osteuropäischer Länder mussten bislang jedes Jahr etliche Antrittswillige aussetzen, was in den regelmäßig betroffenen Ländern zu einem starken Rückgang des öffentlichen Interesses führte. Als Abhilfe schuf die EBU 2004 ein brandneues Vorsortierfahren: die Qualifikationsrunde a.k.a. Semi, durch das alle durchmussten, die 2003 schlechter als Platz 10 abgeschnitten hatten. Mit Ausnahme der Big Four: Frankreich, Großbritannien, Spanien und Deutschland, die aufgrund ihrer Finanzkraft und Zuschauermassen stets…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 2004: Als hät­te man uns die Son­ne genomm’

Deut­scher Vor­ent­scheid 2004: Als hät­te man uns die Son­ne genomm’

Sechs Jahre tobte der ungleiche Machtkampf zwischen Grand-Prix-Grandseigneur Ralph Siegel und dem lustigen Metzgersgesell Stefan Raab um die Hoheit über die deutsche Eurovisionsvorentscheidung. Mit ‘Guildo hat Euch lieb’ fing 1998 alles an: gepusht von einer massiven Medienkampagne der Bild und auf der Schaumkrone der Schlagerspaßwelle segelnd, drückte der Retter des Grand Prix mit über 60% der Stimmen die drei (!) Konkurrenzbeiträge des Altmeisters an die Wand. 1999 kam Siegel nur durch die unglückliche Disqualifikation der Siegerin Corinna May zum Zug, um ein Jahr später die Staffette wieder zurückgeben zu müssen. In den beiden letzten Jahren setzte Raab aus und Siegel…
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Count­down Grand Prix 2003: Ich hoff, es geht Dir schlecht

Count­down Grand Prix 2003: Ich hoff, es geht Dir schlecht

Da hatte sich Jürgen Meier-Beer, der Eurovisionsbeauftragte des NDR, nach dem Debakel von Corinna May was vorgenommen. "Diese Niederlage gibt mir die Möglichkeit, auch in Deutschland endgültig vom alten Grand-Prix-Image wegzukommen", sagte er noch in Tallin der Presse. Einen "ästhetischen Quantensprung vom Schlagerhaften zur Moderne des Pop" wollte er hinbekommen. Sah anfangs auch ganz gut aus: neben der notorischen Bild verkündeten auch seriöse Presseorgane wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die den gerade zu Hitehren ('Meer sehn') gekommenen Jungen mit der Gitarre (DJMDG) stützte, und die linksalternative tageszeitung, die gar unter ihren Lesern einen eigenen Lyrik-Wettbewerb ausrief, Interesse an der Vorentscheidung. (mehr …)
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ESC-Fina­le 2002: Yoorub’s lea­ving a Celebration

ESC-Fina­le 2002: Yoorub’s lea­ving a Celebration

Zwei Jahre vor der offiziellen Osterweiterung der EU fand der Eurovision Song Contest erstmals in einem ehemals hinter dem Eisernen Vorhang liegenden Land statt. Das kleine, aufstrebende Estland begriff die Ausrichtung der Show wohl auch als Visitenkarten für den EU-Beitritt und gab sich erkennbar viel Mühe: die aufwändig produzierten Postkarten zwischen den Songs waren unterhaltsam und oft subversiv beziehungsreich. Dass die Gastgeberin Annely Peebo ihre Moderationen mehr sang als sprach, entzückte genauso wie ihre windschnittige Seitenspoilerfrisur. Den einzigen kleinen Kontrapunkt setzte der gefühlt dreisekündige Auftritt der Vorjahresgewinner Tanel Padar und Dave Benton, zwischen denen Frost zu herrschen schien. https://youtu.be/9YPiUNrmPnQ Mit der…
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Count­down Grand Prix 2002: Will our Ears survive?

Count­down Grand Prix 2002: Will our Ears survive?

Echter Fortschritt bei der deutschen Vorentscheidung: brauchte es in den Neunzigern mangels Konkurrenz noch eine Teilnahme am Eurovisionsfinale, um sich die lahmende Karriere endgültig zu Schanden zu singen (vgl. Münchener Freiheit, DE 1993), so konnte man das dieser Tage bereits kostensparend bei der Vorauswahl erledigen. Nach dem Big-Brother-Star Zlatko Trpkovski im Vorjahr tauschte diesmal die geschmacklich hochgradig kontroverse, kommerziell aber um so erfolgreichere Kelly Family die ausverkauften Stadthallen wieder gegen die Fußgängerzonen. Und Schuld war wieder mal die Bild. (mehr …)
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Count­down Grand Prix 2001: Dan­ke, Ihr Fotzköppe!

Count­down Grand Prix 2001: Dan­ke, Ihr Fotzköppe!

Diese Vorentscheidung sorgte für eine derart übersteigerte Medienhysterie, dass sich Guildo Horns Kreuzzug der Liebe dagegen wie ein Pfadfindertreffen ausnahm. Der (erhoffte) Skandal trug vor allem einen Namen: Zlatko Trpkovski. Der Big-Brother-Star und Held aller Prekarianer konnte nach seinem Auszug aus dem erstmals in Deutschland gezeigten Idiotencontainer zwei Nummer-Eins-Hits landen, trotz des völligen Fehlens jedweden stimmlichen Talents und offensichtlich nicht trotz, sondern wegen der frappierenden musikalischen und textlichen Schlichtheit seiner Werke. Allgemein setzte man seinen Sieg voraus, denn dass hierüber vor allem die Medienbekanntheit entscheidet, hatten Guildo Horn und Stefan Raab (DE 2000) bereits bewiesen. (mehr …)
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Count­down Grand Prix 2000: Wird der Schmerz jemals wie­der vergehn?

Count­down Grand Prix 2000: Wird der Schmerz jemals wie­der vergehn?

Neues Jahrtausend - neues Glück. Noch hielt das Hoch der durch Guildo Horn (DE 1998) ausgelösten Revolution an; noch galt der Grand Prix auf ironische Weise als hip. Und so fand sich beim diesjährigen, hochgradig unterhaltsamen Vorentscheid neben den üblichen chancenlosen Nullnummern eine illustre Runde bekannter B-Listen-Stars ein, welche den Countdown zum Spitzenereignis des schlechten Geschmacks machten. Erotik-Trash, zertrümmerte Gitarren, blinkende Bühnengarderobe und Dragqueens galt es zu bewundern, sowie einen ungleichen Zweikampf von Pathos und Spaß zu verfolgen. Es war groß! (mehr …)
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Count­down Grand Prix 1999: Das ist nicht okay

Count­down Grand Prix 1999: Das ist nicht okay

Auch im Jahre Eins nach Guildo Horn schlugen die emotionalen Wellen hoch bei der deutschen Vorentscheidung. Das hatte allerdings weniger mit polarisierenden Teilnehmern oder der (überwiegend mauen) musikalischen Güte der Beiträge zu tun, sondern mit einem fiesen Maulwurf und einer betrogenen Siegerin. Sowie dem schlechten Einfluss von Deutschlands größtem Schundblatt, mit dem der öffentlich-rechtliche NDR eine unheilvolle Allianz eingegangen war. (mehr …)
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Count­down Grand Prix 1998: Die Zeit voll Har­mo­nie und Glück

Count­down Grand Prix 1998: Die Zeit voll Har­mo­nie und Glück

Mit dem Isländer Paul Oscar, den die ARD als Stargast zur deutschen Vorentscheidung einfliegen ließ, und der schelmisch "alle Swüle" im Bremer Publikum grüßte, worüber sich Moderator Axel "Alexis" Bulthaupt besonders strahlend freute, hatte der Grand Prix Eurovision, schon seit jeher die jährliche Fußballweltmeisterschaft der Schwulen, im Vorjahr endlich sein offizielles Coming Out geschafft. So erscheint die Teilnahme von Rosenstolz an der diesjährigen Vorentscheidung nur folgerichtig. (mehr …)
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