Rumänien

Sel­ecția Națio­nală 2020: Alco­hol is free

Die uninteressanteste Vorentscheidung der gesamten Saison 2020 ging am letzten Super-Samstag in Buzău in der Walachei über die Bühne. In das Hunderttausend-Einwohner-Städtchen hatte der unter extremen Geldnöten stehende rumänische Sender TVR die Selecția Națională verlegt, weil der dortige Bürgermeister die Kosten der kompletten Sendung aus der Gemeindekasse übernahm. Aus pekuniären Gründen erfolgte auch die Zusammenarbeit mit dem größten einheimischen Plattenlabel Global Records, das mit der vorab zur Alleininterpretin bestimmten 20jährigen Larisa Roxana Giurgiu alias Roxen immerhin einen der aktuellen Top-Stars des Landes beisteuerte. Für nämliche Roxen galt es nun, unter fünf bereits vor Tagen veröffentlichten Liedern auszuwählen; samt und sonders musikalisch…
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2. Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Madonna wird am Samstag im Finale des Eurovision Song Contest 2019 auftreten. Die seit Monaten als Gerücht gestreute, in den letzten Tagen mit einem entweder unnötigen oder gefakten Drama um nicht unterschriebene Verträge gehypte und gestern bestätigte Nachricht, dass die EBU der amerikanischen Großmutter des Pop, die hierfür sogar noch eine von einem israelischen Industriellen finanzierte Millionengage einstreicht, in der zuschauerstärksten TV-Show der Welt kostenlos die Möglichkeit zur Bewerbung ihres neuesten Albums einräumt, nahm am gestrigen Donnerstagabend gefühlt ein Viertel der Sendezeit, mindestens jedoch der Moderation ein und degradierte die achtzehn im Kampf um den Finaleinzug angetretenen Acts zur bloßen…
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Rank & File 2019: Platz 38 – On a Sunday

Wenn zwei sich streiten, freut sich die Dritte: die rumänische Eurovisionsvertreterin 2019, Ester Peony, erhielt im Televoting der Vorentscheidung Selecția Națională gerade mal 365 Anrufe und damit weniger als ein Zwölftel (!) der Publikumsfavoritin Laura Bretan. Doch die sechsköpfige internationale Jury wollte die erzkonservative Christentochter gottlob um jeden Preis verhindern und schaufelte in einem überraschenden Move Frau Crețu (wie das Peony bürgerlich heißt) die Punkte zu. Platz 38: Rumänien – Ester Peony: On a Sunday (An einem Sonntag) Und so gesellt sich das Land der Karpaten in der aufrechtgehn.de-Wertung Seit' an Seit' mit dem nur einen Rang weiter unter platzierten…
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Am I a Cri­mi­nal?”: Moni­ka Mari­ja kauft sich für 2.000 Euro frei

Man kann die Strategie für befremdlich halten: mit gleich zwei musikalisch sehr ähnlichen Titeln trat die litauische Sängerin Monika Marija Paulauskaitė in diesem Jahr beim Vorentscheid ihres Landes an, der Nacionalinė Eurovizijos Atranka. Nämlich mit der Midtempo-Powerballade 'Lights on' und der... Midtempo-Powerballade 'Criminal'. Beide überstanden unbeschadet die gefühlt siebzig Vorrunden und Semifinale der litauischen Marathon-Show. Und das, obwohl Frau Paulauskaitė im Vorfeld des Semis am vergangenen Samstag die Jury und die Zuschauer/innen beschworen hatte, bitte bloß nicht für 'Criminal' zu stimmen bzw. anzurufen. Den Gefallen taten ihre Landsleute ihr aber nicht und auch diesen Song ins Finale am Samstag durch. 'Lights on' hatte sich bereits…
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Sel­ecția Națio­nală 2019: Immer wie­der sonn­tags

Das Wichtigste zuerst: herzlichen Dank an dieser Stelle an die beiden Bloggerkollegen William Lee Adams und Deban Aderemi von Wiwibloggs, die Europa praktisch im Alleingang vor der hasserfüllten homophoben Hetzerin bewahrten. Und ebenso herzlichen Dank an die, wie Eurofire von deren Facebookseite zitiert, "stinkenden Kommunisten von TVR," dem rumänischen Staatssender, der dies durch sein völlig absurdes Votingverfahren erst möglich machte. Denn beim diesjährigen rumänischen Eurovisionsvorentscheid, der Selecția Națională, tobte bekanntlich so eine Art Glaubenskrieg, ein epischer Kampf zwischen Gut und Böse. Letzteres in diesem Fall repräsentiert durch die vorherige Favoritin und haushohe Siegerin im Televoting, die sechzehnjährige Laura Bretan. Die in Chicago geborene und von…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: der sen­si­ble Bal­kan

Ein ausdrückliches Lob muss ich an dieser Stelle einmal an den rumänischen Sender TVR richten. Nach dem hektischen Irrsinn des mit Vorentscheidungen komplett überfrachteten vergangenen Supersamstags (an den kommenden darf ich erst gar nicht denken!) gestaltete sich der Sonntagabend mit dem Genuss des zweiten Semis der Selecția Națională geradezu kuschlig-kommod. Vielen Dank für diese Entzerrung! Freundlicherweise stellte TVR einen ruckelfreien Youtube-Livestream in HD-Qualität zur Verfügung, und die aus der Kleinstadt Arad übertragene Show glänzte mit einem deutlich besseren Line-up als noch das erste SN-Semi vor 14 Tagen. Selbst die Fehlurteilsquote der Jury, die fünf der sechs Finalisten alleine bestimmen durfte, hielt…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Saint­li­ke Beha­viour

Nachzuliefern ist noch die Nachschau des ersten Semifinales der rumänischen Selecția Națională (SN), die am vergangenen Sonntag in der 300.000-Einwohner-Stadt Iași (gesprochen: "Jasch"), der einstigen Metropole des Fürstentums Moldau, über die Bühne ging. Elf Acts traten an, doch strenggenommen drehte sich der gesamte Abend nur um eine einzige Teilnehmerin, nämlich um Bella Santiago. Die gebürtige Philippinin, die bereits vergangenes Jahr mit 'Auzi Cum Bate' einen der besten Songs zum rumänischen Vorentscheid beisteuerte und im Herbst des gleichen Jahres in der Castingshow X-Factor abräumte, hatte ihren aktuellen Beitrag 'Army of Love' erst nach Ablauf der Deadline bei TVR eingereicht, aber vom Sender eine…
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Zwei­tes Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Sie haben es tatsächlich geschafft. Der mutmaßliche, sinistere Plan der Russen, erstmalig seit der Einführung der Qualifikationsrunden im Jahre 2004 in einer solchen auszuscheiden, ging auf. Zum zweiten Mal hintereinander wies das kaltherzige Europa die im Rollstuhl sitzende Interpretin Julia Samoylova ab: 2017 aus politischen Gründen, 2018 aus purer Bösartigkeit und in Negierung des von der EBU verbreiteten Märchens der Inklusion, die beim Eurovision Song Contest eben nur für bärtige Frauen gilt. So vermutlich die Melodie des Liedes, welches Putins Staatsmedien ab sofort verbreiten dürften. Dabei tat das russische Team selbst alles, um den Finaleinzug zu verhindern: es versorgte seine…
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We can’t move a Moun­tain: drit­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Auch am Tag der Arbeit gehen die Proben für den Eurovision Song Contest 2018 in der Altice-Arena zu Lissabon weiter, heute mit der ersten Hälfte des zweiten Semifinales. Das eröffnet bekanntlich, in Person Alexander Rybaks, ein ehemaliger Eurovisionsgewinner. Und wiewohl sein Beitrag 'That's how you write a Song' die europäischen Schwurnalisten in Fans und bekennende Hasser spaltet, herrscht unter den Blogger/innen ziemliche Einigkeit, dass auch dieser Titel erneut um den Sieg mitspielen könnte. Rybak, der Dorian Gray der Eurovision, der seit seiner letzten Grand-Prix-Teilnahme offensichtlich keinen Tag alterte und noch immer über seinen Lausbubencharme verfügt, bringt - wie schon 2009…
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RO 2018: Irren ist mensch­lich

Einen Eurovisionsbeitrag für die Festspiele im Mai 2018 im sonnigen Lissabon gilt es noch nachzutragen vom vergangenen Wochenende. Am Sonntag siegte im Finale der rumänischen Selecția Națională enttäuschenderweise die erst seit einem Jahr bestehende Poprockkapelle The Humans mit dem maximal durchschnittlichen 'Goodbye': der Titel dürfte sich wohl auch auf die Finalchancen des Balkanlandes in Portugal beziehen. Die Band um die blonde Leadsängerin und Komponistin Cristina Caramarcu sammelte innerhalb des einstündigen (!) Abstimmungsfensters knapp 3.300 Stimmen ein und schlug damit auf den letzten Metern das Frischverliebte-Kinder-Pärchen Alexia & Matei, das in der beständig eingeblendeten Blitztabelle lange Zeit scheinbar uneinholbar vorne lag. Das nenne ich…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Ein Fisch namens Dra­cu­la

Am vergangenen Sonntag ging im Gastgeberland des diesjährigen Eurovision Song Contest, in Portugal, die erste von zwei Halbfinalen des Festival da Canção über die Bühne. Auf der Halbinsel glaubt man noch fest an das Konzept des → Komponistenwettbewerbs, und so lud der Sender 26 Songschreiber ein, ein Lied für Lissabon zu komponieren und entweder selbst zu singen oder einen passenden Interpreten mitzubringen. Die Hälfte von ihnen, also 13, durften gestern ihre Ergebnisse vorstellen. Und wie zu erwarten, wurde es ein langer, lahmer Abend voll von sanften Balladen und introvertierten Auftritten. Wie ein Fanal stach da die völlig bizarre Darbietung des Singer-Songwriters…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Smells like old Spi­rits

Seit dem gestrigen Semifinale der Selecția Națională wünsche ich mir dringend einen Sieg Rumäniens beim Eurovision Song Contest. Nicht aufgrund der im siebenbürgischen Turda präsentierten Songs - die waren durch die Bank gräuslich, - sondern wegen der abgefahrenen Location, in dem die Show stattfand und die ich auch gerne als Veranstaltungsort für den Grand Prix sähe: tief unter der Erde, in einem nicht mehr genutzten und zum Museum / zur Event-Location ausgebauten Stollen eines Salzbergwerks fand die vierte SN-Runde statt. Und auch, wenn sich die Jurorin Ilinca Băcilă (→ RO 2017) aufgrund der in der ungeheizten Höhle herrschenden Eiseskälte in eine wärmende Wolldecke…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Mori­tu­ri te salutant!

Zwei Vorentscheidungen vom Wochenende gilt es noch nachzureichen. Die letzte Vorrunde der litauischen Eurovizija vom vergangenen Samstag zeigte sich erstaunlich arm an... - nein, präziser: enttäuschend frei von Durchgeknalltem, wie wir es sonst von dem Baltenstaat kennen und lieben. Am schrägsten vielleicht noch der Auftritt einer gewissen Ofelija, deren rein musikalisch betrachtet (wäre da nur nicht der gräusliche Gesang!) noch nicht einmal schlechtes Elektropopliedchen den Titel 'Butterfly' trug und die sich, wenig überraschend, mit bunten Schmetterlingsflügeln ausgestattet hatte. Die sie allerdings erst nach zwei Minuten zur vollen Pracht entfaltete: zunächst saß sie hinter einer schäbigen Heimorgel, anschließend ließ sie sich von…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Im Schmerz gebo­ren

Es ist eine Gewissensentscheidung, die man als leidenschaftlicher Eurovisionsfan während der Vorentscheidungssaison treffen muss: schaut man Sonntagsabends um 20:15 Uhr weiterhin den Tatort, wie es sich für einen ordentlichen Deutschen verpflichtend gehört? Oder lässt man den kollektiven TV-Gottesdienst sausen, um sich leichtfertig den Verlockungen des rumänischen Vorentscheidungsmarathons, der Selecția Națională (SN) hinzugeben, die seit vorvergangenem Sonntag für eineinhalb Monate zeitgleich läuft? Nun, als echter Connaisseur des Abartigen fällt die Antwort natürlich leicht! Erst recht in diesem Jahr, in dem der Sender des Karpatenstaates aus Anlass des hundertjährigen Geburtstags Rumäniens in seiner heutigen Ausdehnung das Format auf fünf Semifinale mit insgesamt…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: The per­fect Fail

Wie viel Punkte hat sie für ihren Ex wohl übrig? Diese bange Frage schwebte am gestrigen Sonntagabend über dem ersten Semifinale der rumänischen Selecția Națională. Sie, das ist natürlich die Jodel-Queen Ilinca Băcilă, die letztes Jahr beim Eurovision Song Contest gemeinsam mit Bad Boy Alex Florea einen fünften Platz für das Land erjodelte und heuer in der (alleine abstimmungsberechtigten) Jury saß. Und die in dieser Funktion auch den neuen, seherisch betitelten Wettbewerbsbeitrag von Alex bewerten musste, der es diesmal solo versuchte. Würde sie ihm noch gram sein ob seiner damaligen ungewollten Kussattacke, und ihn abstrafen? Oder würde sie ihm aus alter…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: the Cat with the Hat

Sechzig Songs, aufgesplittet auf fünf Vorrunden aus fünf quer über das Land verteilten Städtchen: 2018 pullt das rumänische Fernsehen TVR bei der Auswahl seines Grand-Prix-Liedes ein Melodifestivalen. Den Aufhänger für die Line Extension der Selecția Națională bildet das hundertjährige Jubiläum des historischen Großrumäniens, welches nach dem Ende des Ersten Weltkriegs unter Einschluss ehemaliger russischer und ungarischer Gebiete entstand, und das man entsprechend groß abfeiern möchte. Schöner Nebeneffekt für den 2016 wegen offener EBU-Rechnungen noch kurzfristig vom Song Contest ausgeschlossenen Sender: die Kosten für die fünf SN-Semis tragen die ausgewählten Kommunen. Derzeit stellt TVR zum Anheizen für die ab kommendem Sonntag startende Sendereihe sukzessive die…
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Alex Flo­rea bezich­tigt Sal­va­dor Sobral des “Thea­ter­spiels”

Nach dem Schweden Robin Bengtsson hat sich nun auch der rumänische Rapper Alex Florea ('Yodel it!') kritisch über den am vergangenen Samstag siegreichen Portugiesen Salvador Sobral geäußert. Wie Wiwibloggs rapportiert, äußerte er heute früh in einem live ausgestrahlten Video-Interview mit der rumänischen Tageszeitung Adevarul Zweifel an den gesundheitlichen Problemen des schlumpfigen Hipsters und verbreitete die Theorie, es handele sich dabei um Mitleids-"Marketing", wie es in Castingshows an der Tagesordnung sei: "Seine Hintergrundstory funktionierte, das Publikum hat es geschluckt," so Florea. Sobral war auf Anraten seiner Ärzte erst später als seine Konkurrent/innen nach Kiew angereist und etlichen Proben ferngeblieben, in den Medien machten…
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Euro­vi­si­on Death­match #16: Rapper’s Sur­pri­se

Mit der Maxisingle (die Älteren unter meinen Leser/innen werden sich noch erinnern) 'Rapper's Delight' der Sugarhill Gang fand bereits 1979 der als Rap bezeichnete Sprechgesang erstmalig weltweit Einzug in die Charts: die kommerzielle Geburtsstunde des Hip-Hop, bis heute eines der erfolgreichsten Musikgenres aller Zeiten. Außer beim Eurovision Song Contest: dort sind Beiträge, die sich dieser Technik bedienen, meist nicht so gut gelitten. Dabei erfand die legendäre Lys Assia die stakkatoartige Spracheinlage ("Polenta, Polenta, Polenta, Polenta") doch bereits im Jahre 1958! Auch im Jahre 2017 gehen jedenfalls zwei mutige Nationen erneut das Risiko ein, es mit Rap zu versuchen. Als erster Kombattant…
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Rumä­ni­en 2017: da hat man was Eige­nes

Sie haben es tatsächlich getan: die Rumänen schicken 2017 ein jodelndes Pop-Pärchen zum Eurovision Song Contest! Bereits im Vorfeld europaweit von Fans heißgeliebt und gehasst, vereinten Ilinca und Alex Florea im Finale der Selecția Națională mehr als doppelt so viele Stimmen auf sich wie ihr härtester Konkurrent, der sehr unvorteilhaft gealterte Vertreter von 2006, Mihai Trăistariu. 'Yodel it!' bringt endlich den bitter benötigten Spaß zurück zum Eurovision Song Contest, wiewohl es sich trotz des Themas um keinen Comedy-Beitrag handelt. Und es schlägt den Bogen zum vorigen Wettbewerb aus Kiew, dem von 2005, als die österreichischen Global.Kryner mit 'Y así' ebenfalls dieser Gesangsart frönten. Ilinca, am gestrigen Sonntagabend in einem…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Joy to the World

Zwei Semifinale vom vergangenen Sonntag gilt es noch nachzutragen: die zweite Runde des portugiesischen Festival da Canção und das rumänische Semifinale, das zur Aufgabe hatte, die von der Jury vorausgewählten 15 Titel auf deren zehn einzudampfen - und zwar durch erneute alleinige Entscheidung der Jury! Wie komplett absurd! Schauen wir aber zunächst nach Portugal: dort überraschte uns die deutsche Grand-Prix-Legende Joy Fleming (→ DE 1975) mit einem Cameo-Auftritt unter dem Tarnnamen Celina da Piedade. Sie trug ihr schwarzes Zeltkleid aus dem Vorentscheid von 2001 nochmal auf. Die seinerzeit als Girlande um den Hals geschlungenen Plastikblumen fanden sich nun im Haar und auf der…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Fak­ten, Fan­ta­sy und Fla­tu­len­zen

Um nach dem Deutschland-Diss die Laune wieder etwas zu haben, schalten wir nun nach Rumänien, wo zwischenzeitlich weitere Acts für die Selectia Nationale vorsangen, von denen ich Euch ein paar beim besten Willen nicht vorenthalten kann. Das gilt insbesondere für Dorel Giurgiu, dessen Auftritt sich eigentlich kaum in Worte fassen lässt. Ich will es dennoch versuchen: da kniet zunächst ein zottelhaariger, verknautscht dreinblickender Mann mittleren Alters in einem um eine bis zwei Nummern zu großen Anzug starr und in andächtiger Position auf der Bühne. Läge ein Hut vor ihm auf dem Boden - ich würde zwei Euro reinwerfen. Dann erklingt eine…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: ab 5 Uhr 45 wird zurück­ge­jo­delt!

Respekt, ihr Rumänen! Dass die unterhaltungsgewerblich nicht allzu gut bestückte Schweiz für die Präsentation ihres Eurovisionsbeitrages bei Euch wildern ging und vergangenen Sonntag Eure Landsmännin Miruna Manescu und ihr Trio Timebelle zur Repräsentantin wählte, ließt Ihr nicht all zu lange auf Euch sitzen: 'Yodel it!' heißt Eure prompte Antwort, lustigerweise vom selben Komponisten geschrieben, der auch das Schweizer Trio produziert. Und die ist so clever wie großartig: eine eingängige Popnummer mit ordentlichem Schub und, wie es der Titel bereits verspricht, ausführlichem, technisch einwandfreiem Jodeln. Also dem eigentlich traditionellen alpenländischen Markenzeichen in Sachen Gesang! Dass dies aber eben nicht nur die Eidgenossen…
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Fun, Love and Money: Natio­nen­lim­bo beim ESC

Groß war die Aufregung, als die EBU wenige Wochen vor dem 2016er Eurovision Song Contest den rumänischen Sender TVR wegen nicht bezahlter Schulden in Höhe von rund 15 Millionen Euro aus der Sendeunion ausschloss und der bereits in einem Vorentscheid bestimmte Repräsentant Ovidiu Anton unfreiwillig zu Hause bleiben musste. Wenige Wochen nach dem Contest erweist sich die Genfer Strategie, mit der vor allem Druck auf die Regierung des Karpatenlandes ausgeübt werden sollte, dem klammen Sender finanziell unter die Arme zu greifen, als erfolgreich: wie eurofire berichtet, werde in Bukarest gerade ein Gesetz vorbereitet, das es ermöglicht, Staatsknete in die öffentlich-rechtliche…
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Bestä­tigt: nur die ers­ten zehn Plät­ze wer­den ver­le­sen

Wie eurofire auf Nachfrage von der EBU erfahren hat, werden beim Eurovision Song Contest 2016 tatsächlich nur die ersten zehn Plätze im Televoting vorgelesen. Die Ränge 26 bis 11 sollen lediglich auf dem Scoreboard angezeigt werden. Immerhin will man die Ergebnisse wohl nicht gebündelt auf einmal einblenden, sondern so, dass sie vom Zuschauer noch nachvollzogen werden können. In welchem Tempo das vonstatten gehen soll, ließ die EBU jedoch offen, wie eurofire schreibt. Zu vermuten steht, dass die nationalen Kommentatoren die kumulierten Zuschauerpunkte für das eigene Land gesondert erwähnen, wenn dieses nicht unter den Top Ten landet, also beispielsweise Peter Urban die zu…
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Mol­da­wi­en lädt Ovi­diu als Gast­sän­ger ein

Im Drama um die Ausladung Rumäniens vom Eurovision Song Contest 2016 wegen nicht bezahlter Schulden zeigt sich das Nachbarland Moldawien solidarisch: wie eurovoix berichtet, offerierte der Delegationsleiter von TRM, der geschasste Ovidio Anton sei herzlich eingeladen, als Duettpartner der moldawischen Repräsentantin Lidia Isac einspringen und mit ihr gemeinsam in Stockholm ihren Song 'Falling Stars' zum Besten geben. Der rumänische Meat Loaf zeigte sich gerührt, lehnte das Angebot jedoch ab. Auf Facebook kommentierte er: "Ich verbeuge mich vor unseren moldawischen Brüdern und ihrer außergewöhnlichen, einzigartigen und noblen Geste. Ich weiß, wie viel Arbeit in der Vorbereitung auf so einen Moment steckt und…
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