Rumänien

Déjà vu: 2. Pro­ben AL, RO, CH, BEFI

Wenig Neues erbrachten die zweiten Probendurchläufe für die nächsten fünf Starter. Rona Nishliu hängt sich nach wie vor stimmlich bei 'Suus' mit voller Hingabe rein - ich hoffe und bete, dass sie am Dienstagabend noch bei Stimme ist, so wie sie sich verausgabt! Dankenswerterweise legte sie das Haarnetz mit den bunten Billardkugeln heute nicht mehr an, und auch ihr aus Rastalocken geflochtener Dutt sah nicht mehr so aus, als wohnten Tiere in ihm. Selbst ihr heutiges Kleidchen stand ihr viel besser. Im Semi, das sagte sie bereits, wird sie aber etwas anderes tragen. Augenscheinlich suchte sie vor der heutigen Probe…
Weiterlesen

So schmeckt der Som­mer: 1. Pro­be Rumänien

So, endlich liefert eurovision.tv wieder Probenvideonachschub (stand da jemand in Baku auf der Leitung?) und es kann weitergehen mit den ersten Eindrücken. 'Zaleilah' ist vom musikalischen Aufbau ohnehin der klassische Sommerhit, und die für Baku augenscheinlich bis zum Abwinken einstudierte, simple Sychrontanzchoreografie passt hierzu wie die Faust aufs Auge. Schau her, Griechenland, so funktioniert das! Erstaunlicherweise klingt die Nummer, obwohl hauptsächlich von einer einzigen Leadsängerin getragen, auch live stimmlich voll und rund. Da die Verantwortlichen im Sendezentrum meist Heteromänner sind, dürfte selbige Leadsängerin aller Voraussicht nach auch während der drei rumänischen Minuten zu wenigstens 80% im Bild sein, obwohl ich…
Weiterlesen

Jun­ger Mann zum Mit­tan­zen gesucht (RO 2012)

Kein amtlicher Sommerhit ohne alberne Mittanzchoreografie! Und da es sich bei 'Zaleilah', dem rumänischen Eurovisionsbeitrag 2012, um einen ebensolchen handelt - und einen sehr ordentlichen noch dazu - verfügt er natürlich auch über eine solche, sehr leicht befolgende, Schrittkombination aus Discohänden, heuschreckenhaftem Springen und brummkreiselartigem Drehen, perfekt für jede Eurovisionsdisco geeignet. Und das Beste: zum Lernen gibt es sogar ein Anleitungsvideo, von Mandinga selbst vorgetanzt. Viel Spaß damit! httpv://youtu.be/gAz7ntUAg0E Nachmachen, morgen frag ich das ab! Und wer lieber zuschaut, als selbst aktiv sein zu müssen, für den gibt es hier noch den offiziellen Videoclip. Warum die Leadsängerin der Band darin halbnackt…
Weiterlesen

Rumä­ni­en: Turn the Beat around (RO 2012)

Geschlagene drei Stunden - inklusive zweier viertelstündiger Pausen, in denen ein Tourismuswerbefilm uns mit der eher rauen Schönheit des ländlichen Rumäniens vertraut machte - brauchte der Balkanstaat, um den von Anfang an klaren Favoriten zum Eurovisionsvertreter zu wählen: den jahreszeitlich etwas früh kommenden Sommerhit 'Zaleilah', mit dem sich die Kappelle Mandinga schon seit Monaten dick in den Charts des Karpatenstaates tummelt und der, geschickt vermarktet, das Zeug zu einem neuen 'Dragostea din tei' hätte. Im fünfzehn Acts starken Wettbewerbsumfeld erwies sich die fröhliche, mit Akkordeon und Dudelsack sowie einer fabelhaft simplen Hände-hoch-hüpf-hüpf-dreh-dich-um-die-eigene-Achse-Choreografie aufwartende Nummer als ziemlich einzige professionelle, der Rest bestand…
Weiterlesen

Chan­ge we can’t belie­ve in (RO 2011)

In der Silvesternacht wählten die Rumänen ihren Eurovisionsbeitrag für Düsseldorf. Man darf es also dem Alkohol anlasten, dass die Gruppe Hotel FM gewann - oder vielmehr der Jury. Deren 12 Punkte gaben den Ausschlag für das vor ranzigen, längst überholt geglaubten Eurovisionsklischees nur so triefende 'Change', das im Publikumsvoting nur auf den zweiten Rang kam. F.L.Y. trifft Six4One: Hotel FM (mehr …)
Weiterlesen
ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

Als haushoher Favorit ging er ins Rennen, als wolkenkratzerhoher Sieger ging er daraus hervor: der norwegische Knuffel Alexander Rybak. Punkte aus allen 42 abstimmenden Ländern, darunter sechzehn Mal die Höchstwertung; hundert Punkte Abstand zur Zweitplatzierten: das Abschneiden des nordischen Eurovisionsmärchens geriet zum erwartbarsten Sieg seit 1976. Und stand somit leider auch am Ende der wohl langweiligsten Punkteauszählung seit Menschengedenken. Die auch durch den neu eingeführten 50/50-Jury-Televoting-Mix nicht spannender wurde. Im Gegenteil: auch die Juror:innen setzten den norwegischen Geigentroll mit astronomischem Abstand an die Spitze. https://www.youtube.com/watch?v=WXwgZL4zx9o Alex und die Manamana-Singerettes (NO). Meine Vermutung, zubrotfreudige Juror:innen könnten gar die Verantwortung für das…
Weiterlesen

Rumä­ni­en 2009: Mei­ne Hüf­ten glühen

Wenn da mal nicht wieder der Siegel dahintersteckt! Mit einer musikalisch etwas weniger campen, dafür textlich nicht minder absonderlichen Neufassung des Grand-Prix-Disco-Klassikers 'Wir geben 'ne Party' (DE 1994) setzte sich gestern Abend das Männerkalendermodel Elena Gheorghe in der rumänischen Vorentscheidung durch. Dank des heuer auch im Eurovisionsfinale zur Anwendung kommenden, undemokratischen und höchst ärgerlichen Votingverfahrens gewann sie gegen die Publikumsfavoritinnen Blaxy Girls mit ihrer rockigen Ode an die 'Teure Mutter': zwar riefen anderthalb mal so viele Zuschauer für die Blaxy Girls an, doch die bekamen nur sechs Punkte von der Jury. Elena mit ihren 'Balkan Girls' erhielt dagegen derer zwölf - wie vielen…
Weiterlesen
Sel­ecția Națio­nală 2008: Ewig ist die Magie des Herzens

Sel­ecția Națio­nală 2008: Ewig ist die Magie des Herzens

Es sind zwei recht unterschiedliche, aber durchaus prägende Musikstile, mit denen Rumänien die Grand-Prix-Szene bislang bereicherte: melodiöses, kompetent gesungenes Vocal House ('Torneró', 'Let me try'), mit dem man Belgien erfolgreich den Rang ablaufen konnte - und verkitschtes, stimmstark vorgetragenes Muscial-Gesülze ('Tell me why'). Zur letzteren Sorte zählt der aktuelle Beitrag 'Pe o Margine de Lume', der nicht nur vom Titel her an eine Margarinereklame erinnert. https://www.youtube.com/watch?v=w0DcHHZb1mY Würd ich nicht vom Badelaken schubsen: Vlad Vorgetragen wird der Breitwandschmachtfetzen von einer Nico und dem 27jährigen ausgebildeten Opernsänger Vlad Miriţă, der an der Bukarester Staatsoper unter anderem bereits den Ismael in 'Nabucco' gab.…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

Ein kollektives, erleichtertes Seufzen ging durch Europa: nach fünf Jahren Vorherrschaft der Show über die Musik siegte endlich wieder ein Lied! Ein sanftes, melodiöses, in der Landessprache gesungenes noch dazu. Eines ganz ohne Choreografie! Allerdings: so ganz stimmte das nicht. Molitva' gewann natürlich auch aufgrund seiner Show - nur, dass diese halt sehr viel unaufdringlicher daherkam als beispielsweise bei den finnischen Monsterrockern. Genau diese charmante Präsentation zärtlicher Solidarität zwischen fünf gut aussehenden und einer stimmgewaltigen Frau (nicht zu vergessen der subtil lesbische Unterton) hob den serbischen Beitrag aus der Flut aufwändiger Tanzchoreografien heraus und führte ihn zum hoch verdienten Sieg.…
Weiterlesen
Zwei­ter Super­sams­tag 2007

Zwei­ter Super­sams­tag 2007

Ein weiterer Supersamstag mit drei neuen Eurovisionsbeiträgen - und was für eine Ausbeute! Drei mal hoch amüsanter Trash: so macht Grand Prix richtig Spaß! Schwuppendisco par excellence: DQ (DK) Zunächst in der Vorrunde rausgeflogen, dann als Wildcard von den dänischen Radiohörern wieder reingewählt, konnte Peter Andersen alias DQ im Finale mit 'Drama Queen' überzeugen. Endlich ist der Grand Prix Eurovision ganz bei sich angekommen: mit einer farbenprächtigen, flitterglitternden Dragqueen nebst dem dazugehörigen Trash-Disco-Schlager - alles wie frisch aus dem Bühnenprogramm jedes beliebigen Provinz-CSDs eingeflogen! Herrlich! Guter Schanker & die Tiefen Ausschnitte (NO) Ja, genau so muss ein spanischer Beitrag daherkommen! Heißblütige Latinorhythmen,…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 2006: Hard Rock? Hallelujah!

ESC-Fina­le 2006: Hard Rock? Hallelujah!

Dass ich das noch erleben durfte: die Finnen gewinnen! Athen warf ein bis dato unumstößliches Grand-Prix-Gesetz über den Haufen. Was kommt als nächstes? Ein Sieg Portugals? Andorra im Finale? Eine osteuropäische Sängerin, deren Rock die Scham bedeckt? Man darf gespannt sein! Die meistens Fans in der Athener Olympiahalle reagierten geschockt, als der Sieg der Monsterrocker sich abzeichnete. Nur wenige zeigten sich (wie ich) begeistert, unterstützten jede Zwölf-Punkte-Wertung für Lordi mit einem spontanen "Lapponia"-Gesang oder rockten bei der Siegerreprise auf dem Stuhl stehend mit. https://youtu.be/SGnnH2gbsdE Dabei ist 'Hard Rock Hallelujah' unter der harmlos-albernen Monstermaskierung ein echter Gute-Laune-Schlager, zu dem man herrlich…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 2005: Why don’t you kill me?

ESC-Fina­le 2005: Why don’t you kill me?

Angedroht war, dass die letztjährige Siegerin, die von Staatschef Wiktor Juschtschenko zur Eurovisionsbeauftragten ernannte Volksheldin Ruslana, durch den Abend führen solle. Die Galionsfigur der Orangenen Revolution sagte aber in letzter Sekunde ab. Weil sie so viel zu tun habe, dass sie sich nicht richtig vorbereiten könne, so die offizielle Begründung. Jegliche Spekulation über einen Zusammenhang mit ihren eher fragmentarischen Englischkenntnissen ist hingegen so bösartig wie wohl begründet. Ob Mascha und Pascha, die Ersatzmoderatoren, nun so viel besser Englisch sprachen? Es gab an diesem Abend keine rechte Antwort darauf. Denn sie zwitscherte ihre Texte zwischen stets zum debilen Dauergrinsen gebleckten Perlweißzähnen heraus…
Weiterlesen