Russland

ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

Europa altert - und der Eurovision Song Contest reflektiert das. Musste die EBU noch 1990 eine Altersuntergrenze von 16 Jahren einführen, um den Wettbewerb nicht zur Mini Playback Show verkommen zu lassen, so schienen sich die Teilnehmerländer dieses Jahrgangs einen Wettstreit um den ältesten Grand-Prix-Partizipanten zu liefern. Nicht nur die Jugos schickten mit dem serbischen Balkanballadenkönig Željko Joksimović (40) und der mazedonischen Nina Hagen, Kaliopi (46), lebenserfahrene Barden. Gleich der erste Starter des Abends riß die bisherige, vom kroatischen Gerontorapper 75 Cents gelegte Meßlatte: das Vereinigte Königreich entsandte nämlich den sich nach einem schon lange verschiedenen deutschen Komponisten nennenden, mittlerweile…
Weiterlesen

Frau­en an den Herd: 1. Pro­be Russland

Es folgt der nächste heiße Anwärter auf die Eurovisionskrone 2012: die russischen Großmütterchen aka Buranovskiye Babushki. Nun lüftet sich auch endlich das Geheimnis, was es mit der komischen riesigen Holzkiste auf sich hat, die bei der Moskauer Vorentscheidung noch so sinnlos im Bühnenhintergrund stand. Es handelt sich nämlich um einen Holzofen, in welchem die sorgenden Ammen leckere Kekse für ihre Enkel, die sie zur 'Party for Everybody' erwarten, backen. Natürlich tragen die kreglen Seniorinnen wieder ihre udmurtischen Trachten. Und natürlich präsentiert die knuffigste und kleinste von ihnen, die auch in Baku fast Alle in ihr Herz geschlossen haben, wieder eine tapsige Extra-Tanzeinlage.…
Weiterlesen

Russ­land: Stop, Gran­ny Time! (RU 2012)

Singen, kochen, tanzen, lachen, glücklich machen: das sind Baaaabushkiiiiii... Ups, sorry, falsches Lied. Damen und Herren: Buranovskiye Babushki, die singenden urdmutischen Großmütter, haben soeben die russische Vorentscheidung gewonnen! Damit dürfte der diesjährige Contest der mit dem höchsten Lebenserfahrungsdurchschnitt werden: der britische Vertreter Engelbert Humperdinck (75) freut sich sicher schon auf eine Handvoll Frauen in seiner Altersklasse, die ihn in Baku mit Schlüpfern bewerfen können! Wie das Leben so spielt, gewannen die knuffigen Seniorinnen in ihren Originaltrachten beim zweiten Anlauf mit einem deutlich schwächeren Titel als bei ihrem Erstversuch 2010 ausgerechnet gegen die Doppelkombination aus Dima Bilan und Julia Volkova -…
Weiterlesen

Hasch mich, ich bin Tim Früh­ling! (RU 2011)

Vor einer Woche bestätigte das russische Fernsehen offiziell, dass Alexey Vorobyov, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Alex Sparrow, das Land beim Eurovision Song Contest 2011 vertreten werde. Mit einem vom marrokkanischen House-Produzenten RedOne (u.a. Lady Gagas 'Pokerface') geschriebenen Titel namens 'Get you'. Einen Tag später fand bereits ein "inoffizieller" Mitschnitt einer öffentlichen Vorführung des Songs seinen Weg ins Internet, vermutlich als Teil einer viralen Kampagne. Heute erfolgte nun die offizielle Songpräsentation. Und, wie bei allen Hypes - bei näherer Betrachtung verliert es etwas an Glanz. Dennoch ein proper gemachter Popsong, der zu Recht vorne mitspielen wird. httpv://www.youtube.com/watch?v=lzYWyIbPLcc Get me (some…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> Fina­le 2010: Do I have to sing again?

ESC Fina­le 2010: Do I have to sing again?

Ein Meilensteincontest und das Ende eines heimischen Traumas: 28 Jahre, nachdem eine blockflötenhafte junge Saarländerin im Kommunionskleid Europa überzeugen konnte, dass Deutschland nicht mehr den totalen Krieg will, sondern nur noch "ein bißchen Frieden" (DE 1982), und zwölf Jahre, nachdem ein zottelhaariger Derwisch dem ungläubig staunenden Ausland demonstrierte, dass Deutsche doch Humor haben ('Guildo hat Euch lieb', DE 1998), verdrehte eine charmante Hannoveranerin einem ganzen Kontinent den Kopf, in dem sie bewies, dass wir auch lässig sein können. Im Gegensatz zu den diesjährigen Fluten von hörbar auf den vermuteten Jurygeschmack hin produzierten, saft- und kraftlosen Seichtballaden oder den mit viel…
Weiterlesen

Russ­land 2010: Der will doch nur spielen

Kollektive Depression? Russland schickt den Bettelstudentenchor mit einem Klagegesang, der geradezu nach der Roten Laterne fleht. Klamotten aus der Altkleidersammlung, mindestens zwei Nummern zu groß, der letzte Frisörbesuch mindestens vier Jahre her: falls Peter Nalitch und sein Musikkollektiv ein Statement zur weltweiten Finanzkrise geben wollte, ist es gelungen. Musikalisch fügt sich der zwischen Depression, Suizid und Katzengesang changierende Beitrag wunderbar ein, und mit 'Lost and forgotten' scheint er mir prophetisch betitelt, denn genau dieses Schicksal steht ihm in Oslo bevor. And I hope now that you kill me! (mehr …)
Weiterlesen

Dima Bilan zieht Bei­trag zurück

Traurige Nachrichten für alle Fans von größenwahnsinnigen Drogenopfern: überraschend zog das Team von Dima Bilan seine angekündigte Bewerbung um eine Wildcard in der russischen Vorentscheidung (und damit seine sichere dritte Teilnahme für die Großmacht) mit dem von Philip Kirkorov geschriebenen Titel 'White Nights' zurück, wie Eurofire soeben unter Berufung auf eine Moskauer Tageszeitung meldet. Sah man am Ende doch ein, dass auf einen zweiten Platz 2006 und den ersten Platz 2008 einfach keine Steigerung mehr folgen kann? Oder kann Dima nach zu vielen 'White Nights' (hier schniefendes Geräusch dazu denken) schlicht nicht mehr? Verschenkt: die Demoversion der weißen Nächte  
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> Fina­le 2009: It comes as no Surprise

ESC Fina­le 2009: It comes as no Surprise

Als haushoher Favorit ging er ins Rennen, als wolkenkratzerhoher Sieger ging er daraus hervor: der norwegische Knuffel Alexander Rybak. Punkte aus allen 42 abstimmenden Ländern, darunter sechzehn Mal die Höchstwertung; hundert Punkte Abstand zur Zweitplatzierten: das Abschneiden des nordischen Eurovisionsmärchens geriet zum erwartbarsten Sieg seit 1976. Und stand somit leider auch am Ende der wohl langweiligsten Punkteauszählung seit Menschengedenken. Die auch durch den neu eingeführten 50/50-Jury-Televoting-Mix nicht spannender wurde - im Gegenteil: auch die Juroren setzten den norwegischen Geigentroll mit astronomischem Abstand an die Spitze. https://www.youtube.com/watch?v=WXwgZL4zx9o Alex und die Manamana-Singerettes (NO) Meine Vermutung, zubrotfreudige Juroren könnten gar die Verantwortung für das…
Weiterlesen
Mos­kau: Sla­vic Pri­de gewalt­sam aufgelöst

Mos­kau: Sla­vic Pri­de gewalt­sam aufgelöst

Wie verängstigt müssen Staatschef Vladimir Putin und sein Moskauer Handlanger Juri Luschko sein, allen Ernstes die Anti-Terror-Einheit OMON gegen eine Handvoll schwullesbischer Demonstranten einzusetzen, die weitab des Moskauer Stadtzentrums friedlich ihre Menschenrechte einfordern? Auch das geschickte Ausweichen vom ursprünglich angemeldeten Demo-Ort (an dem mal wieder russische Rechtsradikale gegen die Homos pöbelten) und die Vorverlegung der Schwulen-Demo nutzte nichts: kaum hatten die Homo-Aktivisten ihre Plakate entrollt, griff die Spezialeinheit zu und führte sie ab, vor den laufenden Kameras der anwesenden Medienvertreter. Unter den Verhafteten befanden sich Slavic-Pride-Organisator Nikolai Aleksejew ebenso wie ein amerikanischer Schwulenaktivist, den man mitten im Interview abführte. Damit…
Weiterlesen
Rus­si­scher Vor­ent­scheid 2009: Du sollst doch nicht um Dei­nen Jun­gen weinen

Rus­si­scher Vor­ent­scheid 2009: Du sollst doch nicht um Dei­nen Jun­gen weinen

Sie kam, sang und siegte: erst zwei Tage vor dem gestrigen Vorentscheidungsfinale vom Sender noch ganz schnell ins Partizipantenfeld gemogelt, überzeugte die durch ihren Sieg in der russischen Castingshow Star Factory bekannte 21jährige ukrainische Sängerin Anastasia Prihodko sowohl die Televoter, die sie mit 26% der Stimmen an die Spitze setzten, als auch die Fachjury, die anschließend noch mal unter den drei Höchstplatzierten auswählte (auch bekannt als das weißrussische Verfahren). Ihr dramatischer Rocksong 'Mama' war zuvor von der ukrainischen Vorentscheidung ausgeschlossen worden - eine Entscheidung, gegen die das Management der Sängerin laut einem Bericht von escKaz Rechtsmittel anstrengte. Nun darf sie…
Weiterlesen

Russ­land: gay ist nicht okay

So langsam nehmen die homophoben Ausfälle des Moskauer Bürgermeisters Jurij Luschko unerträgliche Ausmaße an. Die offizielle Stafettenübergabe aus Belgrad vor einigen Tagen nahm der auffällig eifrige Homo-Gegner zum Anlass, die anreisenden Fans noch mal eindringlich zu warnen: die Zurschaustellung von Homosexualität werde auf "den Straßen, Plätzen, bei Märschen und Demonstrationen" (gemeint ist der geplante und von ihm bereits verbotene CSD, der am Finaltag des Grand Prix stattfinden soll) in Moskau nicht geduldet. Zwar sei Homosexualität in Russland seit 1993 straffrei, wie er einräumen musste, jedoch bis heute in der Gesellschaft nicht akzeptiert. Doch auch Westeuropa ist vor unterschwelliger Homophobie nicht…
Weiterlesen

Kein Euro­vi­si­ons­boy­kott durch das Baltikum

Der angedachte baltische Eurovisionsboykott fällt aus. Wie esctoday berichtet, entschied sich der estnische Sender ETV, nun doch am Gesangswettstreit in Mai in Moskau teilzunehmen, nachdem sich in einer Umfrage des TV-Senders zwei Drittel der befragten Esten ebenfalls dafür aussprachen. Der Vorsitzende des ETV-Verwaltungsrates, Margus Allmikaa, geißelte seine Landsleute daraufhin zwar als "naiv", wenn sie glaubten, man könnte Politik und Musik trennen, ordnete sich der Mehrheitsentscheidung aber unter. Damit bleibt das am Krieg beteiligte Georgien das einzige Land, das Konsequenzen aus dem Großmachtsgehabe Putins zieht. Da wollen sie dann doch alle hin, den Kaviar schmecken: nach Moskau (mehr …)
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

ESC Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

Zwölf Anläufe hatte der flächengrößte und einwohnerstärkste Teilnehmerstaat des Eurovision Song Contest für seinen ersten Grand-Prix-Sieg gebraucht. Seinen Führungsanspruch und seine kulturelle Zugehörigkeit zu Europa wollte Russland damit unterstreichen - und vertiefte doch nur die Gräben, denn kaum ein Siegertitel rief im Westen so eine starke Ablehnung hervor wie Dima Bilans musikalisch malades und überanstrengt dargebotenes 'Believe', welches der Sargnagel für das hundertprozentige Zuschauervoting sein sollte. Für den russischen Plattenmillionär, dem bei seinem Erstversuch 2006 mit dem deutlich besseren 'Never let you go' nur die finnischen Monsterrocker Lordi in die Quere kamen, reichte es lediglich für einen schwachen Rang 54 in…
Weiterlesen
Russ­land 2008: The second Time

Russ­land 2008: The second Time

Porno-Dima ist zurück! In der russischen Vorentscheidung vergangenen Freitag setzte er sich gegen 26 Mitbewerber durch. Diesmal hat der junge Russengott, der Meldungen zufolge nach einer gerichtlichen Verfügung nicht mehr Dima Bilan heißen darf, was er bestreitet, eine lahme Midtempoballade am Start, die angeblich von Timbaland produziert wurde. Hilft aber auch nicht: erstens kommt mir dessen ewiggleicher Bummsbeat langsam zu den Ohren raus, zum anderen hat der US-amerikanische Studiotüftler den Song hörbar nur sehr geizig mit seinem magischen Pülverchen bestäubt. So bleibt die Nummer leider: lahm. Der brave Anzug und die windschiefe Lesbenfrisur, die Dima Viktor Dima sich mittlerweile anstelle…
Weiterlesen

Alla Pugat­schowa: Wer hat die Hosen an?

Eine extrem bizarre Meldung hat Oikotimes im Angebot. Beteiligte: die russische 'Primadonna' Alla Pugatschowa (1997), Estlands Ruffus-Leadsänger Vaiko Eplik (2003) und eine Damenhose. Wie die für Skandalmeldungen immer gute Seite unter Bezug auf Berichte in estnischen Tageszeitungen kolportiert, arbeitete Eplik angeblich vor etlichen Jahren als Wachmann in einer estnischen Konzerthalle, in der auch die russische Sängerin auftrat. Bizarrerweise sollen sich beide die selbe Garderobe geteilt haben. Wie der spätere Ruffus-Frontmann nach Dienstende feststellte, sei mit der Sängerin auch seine Seidenhose verschwunden. "Es war die Hose meiner Schwester", habe Eplik der Presse anvertraut. Bleibt die Frage, was an dieser Meldung am meisten…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> Fina­le 2006: Hard Rock? Hallelujah!

ESC Fina­le 2006: Hard Rock? Hallelujah!

Dass ich das noch erleben durfte: die Finnen gewinnen! Athen warf ein bis dato unumstößliches Grand-Prix-Gesetz über den Haufen. Was kommt als nächstes? Ein Sieg Portugals? Andorra im Finale? Eine osteuropäische Sängerin, deren Rock die Scham bedeckt? Man darf gespannt sein! Die meistens Fans in der Athener Olympiahalle reagierten geschockt, als der Sieg der Monsterrocker sich abzeichnete. Nur wenige zeigten sich (wie ich) begeistert, unterstützten jede Zwölf-Punkte-Wertung für Lordi mit einem spontanen "Lapponia"-Gesang oder rockten bei der Siegerreprise auf dem Stuhl stehend mit. https://youtu.be/SGnnH2gbsdE Dabei ist 'Hard Rock Hallelujah' unter der harmlos-albernen Monstermaskierung ein echter Gute-Laune-Schlager, zu dem man herrlich…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> Fina­le 2004: Just may­be I’m crazy

ESC Fina­le 2004: Just may­be I’m crazy

Man möge es mir nachsehen: diesen Jahrgang kann ich nicht nach den üblichen Maßstäben beurteilen. Denn zum ersten Mal verfolgte ich das Geschehen nicht mehr zu Hause am Fernseher, sondern live vor Ort in der Halle. Ein völlig anderes Erlebnis, das ich jedem nur empfehlen kann! Die EBU hatte just in jenem Jahr erstmals dem eigentlichen Grand Prix eine Qualifikationsrunde vorgeschaltet, die ich als bekennender Trashgourmet seither noch mehr liebe als das Finale, weil sich dort die tragischeren Beiträge sammeln. In dieser Endrunde nun tummelten sich die Big Four und die zehn bestplatzierten Länder aus 2003. Sowie eben die zehn Besten…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> 2003: Die Kotzn in da Wiesn

ESC 2003: Die Kotzn in da Wiesn

Seit seiner Erstteilnahme 1994 war Russland vom Ehrgeiz beseelt: mit Alla Pugatschowa (1997) hatte man bereits seinen größten Star geschickt, mit Alsou (2000) bereits einen zweiten Platz erreicht. Der Sieg zweier abtrünniger ehemaliger Sowjetrepubliken in Folge bestärkte die ehemalige, gerade wieder erstarkende Weltmacht nun um so mehr, ihren Führungsanspruch als größtes und einwohnerstärkstes Land der EBU auch auf popkulturellem Gebiet zu demonstrieren. Ein Sieg sollte her, auch wenn man dazu schweres Geschütz auffahren müsste. Und das hatten die Russen diesmal, in Form der als Lesben-Lolitas vermarkteten Skandalgören Jelena Katina und Julia Wolkowa, besser bekannt als t.A.T.u., die mit 'All the…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> 2000: Ich will, ich will eine Gurke

ESC 2000: Ich will, ich will eine Gurke

Freiheit fördert Kreativität. Kaum fiel die Sprachenregel, tauchten die ersten skurrilen linguistischen Mixe beim Song Contest auf, wie zum Beispiel ein auf italienisch und griechisch gesungener zyprischer Beitrag oder ein deutsches Lied in Babysprache ('Wadde hadde dudde da'), ein im Übrigen sehr professionell und modern produzierter, wenn auch etwas kalt wirkender Beitrag, wie die meisten in diesem Jahr. Der Wechsel von der Jury- zur reinen Zuschauerwertung brachte den erhofften Effekt und führte zu einer deutlichen Qualitätssteigerung. Fast alle Länder orientierten sich in Richtung der aktuellen Charts, wo tanzbarer, schneller Pop regierte. In einem Feld ähnlich klingender Songs fällt der auf, der sich unterscheidet:…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> 1997: Ich brauch was Größeres

ESC 1997: Ich brauch was Größeres

In diesem Jahr fand die beinahe unumkehrbar geglaubte irische Siegesserie ihr abruptes Ende. Auch wenn es  für Marc Roberts und seine 'Mysterious Woman' noch zu einem zweiten Platz reichte: 70 Punkte Abstand zum Sieger sprachen eine deutliche Sprache. Und das sollte erst der Anfang sein! Nach dem Quoten- und Finanzdesaster des Vorjahres, bedingt durch das unfreiwillige Ausscheiden Deutschlands, begann hinter den Kulissen ein folgenreiches Umgestalten. Aufgrund hinhaltenden Widerstands der Grand-Prix-Traditionalisten kamen die dringend notwendigen Reformen zwar nur scheibchenweise - aufzuhalten waren sie aber nicht mehr. https://youtu.be/Gg1Gq2XdY-Q Vier mal dabei, bitte nicht wiederwählen: der bislang letzte Contest aus Irland. So galt ab…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> 1995: Auch die Nacht geht mal vorüber

ESC 1995: Auch die Nacht geht mal vorüber

Möchte man den definitiven Tiefpunkt des Eurovision Song Contest verorten: hier ist er! Das Elend begann bereits Zuhause: der zuständige Zonensender MDR nominierte ohne jegliches Vorauswahlverfahren das christliche Songschreiberehepaar Cheyenne Stone und Glen Penniston (Stone & Stone), die Komponisten des in seiner Naivität irgendwie putzigen Drogen-sind-pfui-Hits 'Julian', gesungen von der Eintagsfliege Mandy Winter. Das unterirdische, von den Stones selbst vorgetragene Preiset-den-Herrn-Liedchen 'Verliebt in Dich' stellte die ARD - entgegen bisheriger Gepflogenheiten - noch nicht einmal in irgendeiner Show mehr vor. Vermutlich, um eine offene Revolte der deutschen TV-Zuschauer vor Dublin zu unterbinden. https://youtu.be/C5jF4-twUkI Denn mir ist die brennende Pein noch…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> 1994: Sie zu berüh­ren ist Sünde

ESC 1994: Sie zu berüh­ren ist Sünde

Ralph Siegel hält sich gerne zugute, dass er den europäischen Musikgeschmack kenne, oder vielmehr den der Jurys. Und ganz kann man ihm da nicht widersprechen: MeKaDo, deren 'Party'-Versuch sich als eines der wenigen schnelleren Stücke des Abends erwies und noch heute als garantierter Tanzflächenfüller bei jeder Eurovisionsdisco funktioniert, erreichten in Dublin den dritten Platz. Der deutsche Grand-Prix-Großvater dürfte sich wohl als Einziger richtig darüber gefreut haben. Denn zu Hause rief das gute Abschneiden Deutschlands nach langer Durststrecke nur noch Ratlosigkeit, Ablehnung und Desinteresse hervor. Ein peinliches Popstück, das niemand kaufen wollte und für das auch keiner abgestimmt hatte, bescherte uns…
Weiterlesen