Samira Efendi

ESC-Fina­le 2021: Fünf ist Trümpf

ESC-Fina­le 2021: Fünf ist Trümpf

Für alles trägt Natalia Gordienco die Verantwortung. 2006, als die moldawische Sängerin mit ukrainischen Wurzeln das erste Mal am Eurovision Song Contest teilnahm, damals gemeinsam mit dem Ex-O-Zone-Mitglied Arsenium, gewannen, die Älteren erinnern sich vielleicht noch, die gestern als Stargäste im Pausenprogramm performenden Monsterrocker Lordi den europäischen Wettbewerb und erschütterten damit die Grundfesten des ehemaligen Chansonfestivals. Inklusive der bis dahin als unabänderlich geltenden Gewissheiten, dass für Hardrock kein Platz sei beim jährlichen Schlagerwettstreit und dass die Finnen nie gewinnen. Dieses Jahr ging Frau Gordienko erneut an den Start (über die unrühmliche Rolle ihres künstlerischen Strippenziehers Phillip Kirkorov bei mutmaßlichen Ergebnismanipulationen…
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Ers­tes Semi­fi­na­le 2021: Wir sind gekom­men, uns zu beschweren

Ers­tes Semi­fi­na­le 2021: Wir sind gekom­men, uns zu beschweren

"Was hat mir das gefehlt!" war gestern Abend einer der meistgelesenen Sätze auf Twitter unter dem Hashtag #Eurovision, neben "Toll, dass man Peter Urban wieder aufgetaut hat". Nach einem Jahr Zwangspause legte das ausrichtende niederländische Fernsehen am Dienstag mit dem ersten Semifinale eine absolut glänzende Show hin, die alles aufbot, was wir am Eurovision Song Contest so lieben: eine fantastische Bühne, tolle Bildeffekte, super gestaltete Postkarten, ein kleines bisschen herzerwärmende Grand-Prix-Nostalgie mit ehemaligen Gewinner:innen im Rahmenprogramm, ein knallbuntes Starterfeld und sogar - wenn auch seuchenbedingt deutlich reduziert - echtes, live jubelndes Publikum in der Rotterdamer Ahoy-Arena. Wer sich noch an…
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Songs für Rot­ter­dam 2021: Mut­ter, die Frau mit dem Koks ist da

Songs für Rot­ter­dam 2021: Mut­ter, die Frau mit dem Koks ist da

Fast sechs Wochen liegen nun seit dem letztem Eintrag auf diesem Blog zurück, und so möchte ich mich zunächst einmal bei allen meinen Leser:innen für die lange Funkstille entschuldigen und vor allem dafür, nicht auf die besorgten Nachfragen (die ich erst jetzt las, sorry!) reagiert zu haben. Zunächst einmal: es geht mir soweit gut, bislang hat mich das Virus noch nicht erwischt. Allerdings: mental ging die uns wohl alle zunehmend belastende Situation des halbherzigen und damit ineffektiven Endlos-"Lockdown"s und des katastrophalen Staatsversagens im Umgang mit dieser Pandemie nicht spurlos an mir vorüber. Und so konnte die ohnehin jedes Jahr drohende…
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Make a Chan­ge and go: das deut­sche ESC-Fina­le 2020

Make a Chan­ge and go: das deut­sche ESC-Fina­le 2020

Ein in jeder Hinsicht merkwürdiger Eurovisionsabend, den die ARD gestern auf die Beine stellte, und der es fertig brachte, einerseits Salz in die von der Corona-bedingten Absage des eigentlichen Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam verursachte Wunde zu streuen und gleichzeitig für linderndes Labsal zu sorgen. Ein wirklich großes Lob jedenfalls muss dem NDR ausgesprochen werden für die so eigensinnige wie richtige Entscheidung, aus der Simultanausstrahlung des vonseiten der EBU organisierten, zentralen Ersatzprogramms Europe shine a Light auszuscheren und stattdessen ein eigenes, deutsches ESC-Finale zu produzieren. Sowie das letzten Samstag auf dem Spartensender One vorausgegangene Halbfinale, bei welchem die Zuschauer:innen…
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World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

Ein tödlicher Verkehrsunfall mit zahllosen Beteiligten, dessen schaurig-morbider Faszination man sich über geschlagene vier Stunden nicht zu entziehen vermochte, so lässt sich das gestrige deutsche Eurovisions-Halbfinale 2020 beschreiben. Mit welchem die ARD versuchte, trotz der seuchenbedingten Absage des offiziellen europaweiten Wettbewerbs wenigstens auf nationaler Ebene ein adäquates Ersatz-Event auf die Beine zu stellen, wofür der Senderverbund gar nicht oft genug gelobt werden kann. Grundsätzlich nicht verkehrt auch die Idee zur Zusammenarbeit mit Funk, der hauseigenen Youtube-Spielwiese, mit welcher die Öffentlich-Rechtlichen darauf reagieren, dass Zuschauer:innen unter 30 mittlerweile durch klassisches lineares Fernsehen praktisch nicht mehr zu erreichen sind. Zu Funk gehören…
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Aser­bai­dschan 2020: Strai­ght or gay

Aser­bai­dschan 2020: Strai­ght or gay

Das Land des Feuers scheint beim Eurovision Song Contest 2020 eine Art Resteverwertung zu betreiben. Zunächst verkündete der zuständige Sender Ictimai Ende Februar 2020, dass die 28jährige ehemalige The Voice-Teilnehmerin Samira Efendi, die sich zuvor schon viermal erfolglos um die Grand-Prix-Repräsentanz beworben hatte, heuer Aserbaidschan vertreten dürfe, nachdem sie sich in einer internen Jurywahl gegen vier Konkurrenten durchsetzen konnte. Heute veröffentlichte der Sender ihren Beitrag 'Cleopatra', ein ziemlich campes, orientalisch aromatisiertes Uptempo-Machwerk, zu dem ich vor meinem geistigen Auge bereits Horden von Fans allerlei Geschlechts im Euroclub den Tanz der sieben Schleier aufführen sehe und das fast so viel diebisches…
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